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Schweden Rock Festival 2003

Nachdem mich Tom angerufen hatte und mir mitteilte, dass er mit den anderen Chaoten noch ca. 100 Km vor Berlin war, machte ich mich mit meinem Auto auf die Socken und fuhr ihnen entgegen. Ich stellte meine vier Reifen mit Lenkrad in der Nähe von der Autobahn auf einem Dorf ab und wartete. Das tat ich dann ziemlich lange, weil sich meine Herrschaften nämlich verfahren hatten und gar nicht bei mir vorbei kamen! (Auf dem Rückweg entgingen sie diesem Problem jedoch, indem sie Berlin unerwartet großräumig umfuhren...) Ich fuhr ihnen also wieder entgegen und wechselte das Fahrzeug, aus dem mir schon die erste leere Jackyflasche entgegen fiel.

In Rostock waren wir dann so ein, zwei, drei Stunden zu früh, was natürlich gleich für einen kleinen Umtrunk genutzt wurde. Während Eddy, Becher, Kelly und Tine vornehm in einer Kabine unterkamen, zogen wir anderen doch den gemütlichen Boden in einem der Räume auf der Fähre vor. An schlafen war meinerseits aber nicht zu denken, da auch die zum Wurfgeschoss umfunktionierten Gummibärchen ihre Wirkung bei einem der schnarchenden Anwesenden ihre Wirkung verfehlten!

In Schweden wurden dann als erstes, wie sollte es auch anders sein (schließlich war Eddy dabei), ein McDonalds gestürmt und krampfhaft versucht die schwedische Karte zu entziffern. Irgendwann kamen wir dann auch am Gelände an, welches wir ausgiebig inspizierten, indem wir planlos hin und her fuhren. Letztendlich trafen wir Thizly, der uns das reservierte Stückchen Wiese zeigte, wo wir unsere Zelte aufbauten. Die sechs von uns, die noch keine Tickets hatten, machten sich mit Thizly auf dem Weg, da er welche für uns reservieren lassen hatte.

Nach einigen Runden Jacky ging ich dann mit den anderen zum Festivalgelände, um mir Crystal Eyes anzuschauen. Ist mir auch fast gelungen. Ich hab es bis zur Bühne geschafft und hab mich da erst mal für ein halbes Stündchen abgelegt, um dann pünktlich zum Ende des Sets wach zu werden und fachmännisch mit den Anderen zu diskutieren, wie gut sie denn nun waren. Ich glaub von den Deppen (sorry, ich mag euch trotzdem, hihi) hat niemand gemerkt, dass ich überhaupt keinen Plan hatte! Gegen Abend war ich dann wieder relativ fit und tigerte mit Markus und Timo zu Tad Morose, zu der Zeit waren die Anderen dann wohl nicht mehr fähig, den Zeltplatz zu verlassen. Die kamen uns dann entgegen als wir schon wieder auf dem Rückweg waren.


Samstag krabbelten die meisten von und schon gegen 7 Uhr aus ihren Zelten, was dazu führte, dass gegen 9 Uhr schon wieder die erste Flasche leer und die Anwesenden voll waren. Bis zum Auftritt von DiAnno hatte ich mich wieder im Griff und begann meinen Fotografiermarathon. Die folgenden zwei Tage verbrachte ich damit, von Bühne zu Bühne zu rasen und meine Chips voll zu knipsen. Teilweise war das gar nicht so leicht aber ich bin ja drängelerprobt.


Zwischendurch schaute ich mir dann noch kurz Jethro Tull an, stellte aber schnell fest, dass ich definitiv nicht genug getrunken hatte, um mir das längere Zeit anhören zu können. Die Bands, die dann alle anderen sehen wollten, wollte ich wieder nicht sehen und so kam ich an diesem Tag mal etwas früher zum schlafen.
Auch der Sonntag begann wie gewohnt: Mit einer guten Mischung Jacky. Die leeren Flaschen vermehrten sich zusehends und jeder, der vorbei kam, schaute uns schon ziemlich ungläubig an. Bis auf Thizly, der den zuvor verspeisten Elch wieder in die Freiheit entließ, hatten wir das Festival bis dahin ganz gut überstanden. Nitsch und ich verließen die anderen, um bei Masterplan einen guten Platz zu ergattern. Das gelang uns dann auch und wir feierten uns halb blöde (keine Kommentare bitte!). Danach lief uns Oscar von Hammerfall über den Weg (endlich, denn schließlich war ich ja fast nur deswegen mitgefahren :-)) ) und wir schauten bei der Autogrammstunden von Masterplan vorbei. Mehr als ein Vorbeischauen war es dann wirklich nicht, ich begrüßte kurz Uli, Roland hatte ich ja am Vortag schon getroffen, und dann torkelten wir zur nächsten Band. Glaub ich jedenfalls... Oder gingen wir zum Zelt? Oje... Ach ja, wir gingen zum Zelt, wo sich Timo und Tom eine Eierschlacht lieferten. Das Timo dabei auf meiner Decke stand war wohl Pech.


Da Talisman und Sepultura gleichzeitig spielten, spielte ich wieder den rasenden Reporter und flitzte erst zu Talisman und dann zu Sepultura. Dort stürmte ich dann in die Masse, kam irgendwie nach vorne und schüttelte mir das letzte bisschen Hirn weg. Die Kopfschmerzen der nächsten Stunden ließen mich diesen Gig nicht so schnell vergessen, was mich jedoch nicht wirklich davon abhielt, bei Anthrax weiter zu machen. Tom sah nicht wirklich fit aus und begann sogar schon freiwillig Wasser zu trinken. Er entschloss sich jedoch trotzdem dazu, sich Twisted Sister anzusehen und so zwuckelten wir alle in Richtung Bühne. Ich drängelte mich mit Nitsch nach vorne, um ein paar Bilder zu machen. Irgendwie scheiterte ich kläglich, da ich mit meiner Zwuckelgröße nicht wirklich viel sehen konnte. Also kämpfte ich mich wieder irgendwie zu den Anderen. Da Tom, Aki, Jeannine und ich nicht so wirklich begeistert waren und der Regen immer stärker wurde, zogen wir dann irgendwann in Richtung Zelt ab und gingen schlafen.


Am nächsten Morgen bauten wir dann recht früh ab, schließlich hatten wir einen langen Tag vor uns. Meiner entpuppte sich dann irgendwie als wesentlich länger als ursprünglich geplant (zumindest von mir geplant). Nachdem alle Sachen verstaut waren fuhren wir los in Richtung Dänemark. Auf der Fähre nach Deutschland lief so langsam meine Aufenthaltsgenehmigung in unseren Auto ab und ich bekam Asyl bei einem netten Herren, der mich über Umwege mit nach Berlin nahm. Ohne ihn hätte ich wohl ziemlich blöde dagestanden.