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Nachdem mich Tom angerufen
hatte und mir mitteilte, dass er mit den anderen Chaoten noch ca. 100
Km vor Berlin war, machte ich mich mit meinem Auto auf die Socken und
fuhr ihnen entgegen. Ich stellte meine vier Reifen mit Lenkrad in der
Nähe von der Autobahn auf einem Dorf ab und wartete. Das tat ich
dann ziemlich lange, weil sich meine Herrschaften nämlich verfahren
hatten und gar nicht bei mir vorbei kamen! (Auf dem Rückweg entgingen
sie diesem Problem jedoch, indem sie Berlin unerwartet großräumig
umfuhren...) Ich fuhr ihnen also wieder entgegen und wechselte das Fahrzeug,
aus dem mir schon die erste leere Jackyflasche entgegen fiel.
In Rostock waren wir dann
so ein, zwei, drei Stunden zu früh, was natürlich gleich für
einen kleinen Umtrunk genutzt wurde. Während Eddy, Becher, Kelly
und Tine vornehm in einer Kabine unterkamen, zogen wir anderen doch den
gemütlichen Boden in einem der Räume auf der Fähre vor.
An schlafen war meinerseits aber nicht zu denken, da auch die zum Wurfgeschoss
umfunktionierten Gummibärchen ihre Wirkung bei einem der schnarchenden
Anwesenden ihre Wirkung verfehlten!
In Schweden wurden dann
als erstes, wie sollte es auch anders sein (schließlich war Eddy
dabei), ein McDonalds gestürmt und krampfhaft versucht die schwedische
Karte zu entziffern. Irgendwann kamen wir dann auch am Gelände an,
welches wir ausgiebig inspizierten, indem wir planlos hin und her fuhren.
Letztendlich trafen wir Thizly, der uns das reservierte Stückchen
Wiese zeigte, wo wir unsere Zelte aufbauten. Die sechs von uns, die noch
keine Tickets hatten, machten sich mit Thizly auf dem Weg, da er welche
für uns reservieren lassen hatte.
Nach einigen Runden Jacky
ging ich dann mit den anderen zum Festivalgelände, um mir Crystal
Eyes anzuschauen. Ist mir auch fast gelungen. Ich hab es bis zur Bühne
geschafft und hab mich da erst mal für ein halbes Stündchen
abgelegt, um dann pünktlich zum Ende des Sets wach zu werden und
fachmännisch mit den Anderen zu diskutieren, wie gut sie denn nun
waren. Ich glaub von den Deppen (sorry, ich mag euch trotzdem, hihi) hat
niemand gemerkt, dass ich überhaupt keinen Plan hatte! Gegen Abend
war ich dann wieder relativ fit und tigerte mit Markus und Timo zu Tad
Morose, zu der Zeit waren die Anderen dann wohl nicht mehr fähig,
den Zeltplatz zu verlassen. Die kamen uns dann entgegen als wir schon
wieder auf dem Rückweg waren.
Samstag krabbelten die meisten von und schon gegen 7 Uhr aus ihren Zelten,
was dazu führte, dass gegen 9 Uhr schon wieder die erste Flasche
leer und die Anwesenden voll waren. Bis zum Auftritt von DiAnno hatte
ich mich wieder im Griff und begann meinen Fotografiermarathon. Die folgenden
zwei Tage verbrachte ich damit, von Bühne zu Bühne zu rasen
und meine Chips voll zu knipsen. Teilweise war das gar nicht so leicht
aber ich bin ja drängelerprobt.
Zwischendurch schaute ich mir dann noch kurz Jethro Tull an, stellte aber
schnell fest, dass ich definitiv nicht genug getrunken hatte, um mir das
längere Zeit anhören zu können. Die Bands, die dann alle
anderen sehen wollten, wollte ich wieder nicht sehen und so kam ich an
diesem Tag mal etwas früher zum schlafen.
Auch der Sonntag begann wie gewohnt: Mit einer guten Mischung Jacky. Die
leeren Flaschen vermehrten sich zusehends und jeder, der vorbei kam, schaute
uns schon ziemlich ungläubig an. Bis auf Thizly, der den zuvor verspeisten
Elch wieder in die Freiheit entließ, hatten wir das Festival bis
dahin ganz gut überstanden. Nitsch und ich verließen die anderen,
um bei Masterplan einen guten Platz zu ergattern. Das gelang uns dann
auch und wir feierten uns halb blöde (keine Kommentare bitte!). Danach
lief uns Oscar von Hammerfall über den Weg (endlich, denn schließlich
war ich ja fast nur deswegen mitgefahren :-)) ) und wir schauten bei der
Autogrammstunden von Masterplan vorbei. Mehr als ein Vorbeischauen war
es dann wirklich nicht, ich begrüßte kurz Uli, Roland hatte
ich ja am Vortag schon getroffen, und dann torkelten wir zur nächsten
Band. Glaub ich jedenfalls... Oder gingen wir zum Zelt? Oje... Ach ja,
wir gingen zum Zelt, wo sich Timo und Tom eine Eierschlacht lieferten.
Das Timo dabei auf meiner Decke stand war wohl Pech.
Da Talisman und Sepultura gleichzeitig spielten, spielte ich wieder den
rasenden Reporter und flitzte erst zu Talisman und dann zu Sepultura.
Dort stürmte ich dann in die Masse, kam irgendwie nach vorne und
schüttelte mir das letzte bisschen Hirn weg. Die Kopfschmerzen der
nächsten Stunden ließen mich diesen Gig nicht so schnell vergessen,
was mich jedoch nicht wirklich davon abhielt, bei Anthrax weiter zu machen.
Tom sah nicht wirklich fit aus und begann sogar schon freiwillig Wasser
zu trinken. Er entschloss sich jedoch trotzdem dazu, sich Twisted Sister
anzusehen und so zwuckelten wir alle in Richtung Bühne. Ich drängelte
mich mit Nitsch nach vorne, um ein paar Bilder zu machen. Irgendwie scheiterte
ich kläglich, da ich mit meiner Zwuckelgröße nicht wirklich
viel sehen konnte. Also kämpfte ich mich wieder irgendwie zu den
Anderen. Da Tom, Aki, Jeannine und ich nicht so wirklich begeistert waren
und der Regen immer stärker wurde, zogen wir dann irgendwann in Richtung
Zelt ab und gingen schlafen.
Am nächsten Morgen bauten wir dann recht früh ab, schließlich
hatten wir einen langen Tag vor uns. Meiner entpuppte sich dann irgendwie
als wesentlich länger als ursprünglich geplant (zumindest von
mir geplant). Nachdem alle Sachen verstaut waren fuhren wir los in Richtung
Dänemark. Auf der Fähre nach Deutschland lief so langsam meine
Aufenthaltsgenehmigung in unseren Auto ab und ich bekam Asyl bei einem
netten Herren, der mich über Umwege mit nach Berlin nahm. Ohne ihn
hätte ich wohl ziemlich blöde dagestanden.
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