Wacken Open Air 2008

 

Wie jedes Jahr nahmen wir uns vor, sehr früh loszufahren – und wie jedes Jahr wurde da nichts draus! Nachdem wir am Mittwoch Abend das Auto gepackt, Fojel am Donnerstag eingesammelt und getankt hatten, konnten wir gegen 9 Uhr endlich auf die Autobahn gen Wacken. Dank unserer doch recht üppigen Campingausrüstung war es ziemlich kuschelig im Auto.

Und was gehört natürlich jedes Jahr zu der Anfahrt nach Wacken dazu? RIIICHTIIIIG, das Verfahren in Hamburg. Und da wir ja nicht alte Konventionen brechen wollten, hielten wir uns an diese ungeschriebene Regel. Jedoch reduzierten wir den Umweg auf ein Minimum. Fojel rief DKW an, der sich in Itzehoe auf den Weg machen sollte, damit wir uns vor Ort treffen können. Wir hätten ihn doch schon von Berlin aus anrufen sollen....

Jedenfalls waren wir als erste am Backstage Check-In, DKW hatte sich – da er den EDEKA nicht gefunden hatte, einfach an die Sparkasse gestellt... hä? Egal. Er kam dann irgendwann und wir machten uns auf den Weg zum Campingplatz. Einzige Priorität war dieses Mal, möglichst an einem Gang unterzukommen, um möglichst jederzeit mit dem Auto rauszukommen. Dass dieses „jederzeit“ sich auf die Zeit unmittelbar nach dem Aufstehen bezog (danach konnte ja keiner mehr von uns fahren... teilweise nicht mal mehr das Schlüsselloch finden, grins) versteht sich von alleine. Nach einer Weile standen die Zelte, der Pavillon und die Stühle und wir machten uns auf den Weg zum Penny. Dieses existierte nicht mehr, also suchten wir einen anderen Supermarkt. Fojel und DKW kauften sich eine Flasche Osbourne (das kam mir gleich sehr wenig vor) und Holger und ich brauchten nur noch ein wenig Cola, die 3 Literflasche Shäggy hatten wir von meinem Stiefvater als Proviant mitbekommen (jaaa, der weiß inzwischen wie das in Wacken so läuft, grins). Nachdem das Nötigste im Auto verstaut war, gingen wir noch mal auf einer Tanke pipi (ohne Anstehen – wahrscheinlich für ein paar Tage das letzte Mal) und dann fuhren wir zurück zum Zeltplatz. An diesem Tag gab es eigentlich nur eine Band, die wir alle unbedingt sehen wollten: Iron Maiden. Nachdem Holger und ich sie im letzten Jahr beim Graspop gesehen hatten, fieberten wir dem diesjährigen Wacken besonders entgegen. Wir hatten uns in Belgien dermaßen amüsiert, dass Holger noch heute schwört, Maiden hätten höchstens 30 min. gespielt. So ist das eben mit der gefühlten Zeit, wenn man sich wohl fühlt :-).

Nach einer gemütlichen Runde am Klapptisch war es dann Zeit für die erste Band. Und die schaut man sich an wenn man ein Jahr lang auf das nächste Wacken gewartet hat! In diesem Fall waren es Girlschool, die wollten meine männlichen Begleiter sowieso sehen. Also liefen wir los, trafen unterwegs noch den ein oder anderen und kamen pünktlich an der Bühne an. Ich stützte mich ins Getümmel, um möglichst gute Bilder machen zu können. Das gelang auch überraschend gut, ich landete in der ersten Reihe und fand die Mädels richtig klasse.

Die Zeit zwischen Girlschool und Lauren Harris nutzten wir zum Aufrechterhalten des Pegels – wir gingen zurück zum Zelt und vernichteten ein bis zwei Mischungen der Festivalsorte und vor allem Holger geriet in nicht zu übersehbare Festivallaune. Bei Fojel und DKW äußerte sich das, indem sie ein genaueres Auge auf so ziemlich alle weiblichen Wesen ohne männliche Begleitung warfen. Nach einer halben Stunde liefen wir wieder zur Black Stage und schauten uns Lauren Harris an. Hier schieden sich die Geister. Ich fand sie gut, hörte aber in Nachhinein, dass viele an ihrer Stimme herum mäkelten. Hm, vielleicht hab ich aufgrund meiner beschwingten Stimmung auch gar nicht so genau hingehört? Aber nett anzusehen ist sie, da sind wir uns wohl alle einig :-) (nein, ich bin nicht vom anderen Ufer!).

So langsam bekamen wir Hunger und warfen den Grill an. Eigentlich wollte ich mir Sturm und Drang unbedingt ansehen. Die spielten um 18:45 Uhr auf der Party Stage. Die Erinnerung, wie wir uns im letzten Jahr eine EWIGKEIT durch die Menge drängeln mussten, bis wir endlich bei der Party Stage ankamen, und die Tatsache, dass es gerade so gemütlich war, führten zu einer spontanen Umentscheidung. Ich hoffte darauf, dass Tom Fotos von ihnen macht und drückte meinen Po weiterhin in den Campingstuhl – die Mischung in der Hand.

Inzwischen hatten wir Gesellschaft von unserem Nachbarn gegenüber bekommen. Eigentlich freut man sich ja immer, wenn man mit anderen ins Gespräch kommt. Das taten wir natürlich auch in diesem Fall – ca. 5 min. lang. Dann wurde es anstrengend. Er erzählte, er würde auch in einer Band spielen, konnte nur nicht so richtig beschreiben, was denn so für Musik. Ich bohrte also, dass es doch IRGENDWIE mal nen Anhaltspunkt geben muss, wenn er schon für seine Band werben möchte, dann ist das auf diese Art etwas ungeschickt. Als er dann erklärte, es wäre melodischer Death Metal, flog ich fast vom Stuhl. Das fand ich ja nur geil. Die Vorstellung, was denn bitteschön melodischer Death Metal sei, in Kombination mit dem fortgeschrittenen Shäggykonsum, qualifizierte den Typen für den ersten Platz auf meiner „Verspott-Liste“ Umso länger er sich bei uns aufhielt, desto skurriler erschien er uns. Er breitete in Nullkommanichts sein Leben vor uns aus, das reichte von seiner merkwürdigen Verlobung über Beziehungsprobleme bis hin zu seinem sensationellen Insiderwissen über Musiker. Schlecht nur, dass sich dieses Wissen ausgerechnet auf Musiker bezog, die wir kannten. Aber was so ein echter Freak ist, der lässt sich von ein paar Widerworten nicht beeinflussen und nervt weiter...

Wir gingen dann einfach irgendwann. Ob der Typ dann weiter bei uns sitzen blieb weiß ich nicht, hihi. Bewaffnet mit unseren Aufpustegitarren machten wir uns auf den Weg zum Ereignis des Tages: IRON MAIDEN. DKW und Fojel waren eher an ihrem Date mit zwei Mädels interessiert und zogen ab. Holger und ich suchten uns einen Platz, wo wir etwas Freiraum hatten – sehen konnte ich bei der Masse eh kaum und mal ehrlich gesagt, ich hatte sowieso vor, mich auf das Feiern zu konzentrieren, und dafür brauchte ich nur meine Gitarre, ein paar gut gelaunte Leute um mich herum und Holger. An viel mehr kann ich mich auch gar nicht erinnern... wenn man von den paar Fernsehkameras absieht, die sich zwischenzeitig vor uns aufbauten. Na ja, wir haben wohl auch ein recht lustiges Bild abgegeben, wie wir so mit unseren Gitarren auf dem Boden hockten oder wild bangend mit den anderen feierten. Wir hatten einen MEGA SPAß!

Fojel und DKW trotteten mal kurz an uns vorbei, bemerkten uns aber gar nicht. Sie waren wohl zu sehr darauf konzentriert, an ihren Mädels dranzubleiben. Pech nur, dass diese sich dann als Lesben outeten, als DKW zu zudringlich wurde. Da hätten sie wohl mal lieber das Konzert genossen, wäre lohnender gewesen, Brüller (oh, das war jetzt gemein von mir :-)

Nach zwei Stunden war alles vorbei. Holger und ich waren fix und alle, auf dem Weg zurück zum Zelt trafen wir noch den ein oder anderen Bekannten, so dass es noch eine Weile dauerte, bis wir endlich in unseren Campingstühlen Platz nehmen konnten. Bald darauf stießen auch DKW und Fojel zu uns und erzählten uns von ihrer Anmachpleite.

Ich krabbelte dann in mein Zelt, während die drei Männer noch eine Weile quatschten und Alk vernichteten.

Freitag früh kamen wir dann nicht wirklich in Gang. Holger und ich kochten Kaffee und machten Spiegeleier. DKW und Fojel waren noch nicht ansprechbar, sie kamen erst aus ihren Zelten, als wir schon satt und einigermaßen munter waren. Ein Blick auf die Running Order ließ uns dann ganz in Ruhe diskutieren, ob man gleich mit einem Umtrunk beginnen soll, oder doch lieber noch ne Runde ins Schwimmbad fährt. Das Schwimmbad hatte gewonnen. Wir packten unsere Badesachen – oder auch nicht wie im Fall von DKW, der hatte keine dabei – und fuhren los. Die unzähligen Fußgänger in der Straße vorm Schwimmbad ließ und schon Schlimmes erahnen und so kann es dann auch, das Schwimmbad war natürlich megavoll und dazu auch noch nicht mehr gratis für die Festivalbesucher. Wir löhnten also den durchaus erschwinglichen Eintrittspreis und stürmten auf einen leeren Fleck auf der Wiese.

Hier und dort war sogar noch ein wenig Wasser zwischen den Menschen sichtbar – sooo schlimm war es also gar nicht. Und der Unterhaltungswert eines solchen Schwimmbadbesuches ist schon nicht unerheblich. Kaum 2 Minuten dort, sah ich schon die ersten nackten Männer vom Sprungbrett springen. Ich möchte da jetzt nicht so genau drauf eingehen (da könnte der Jugendschutz etwas dagegen haben) aber jeder kann sich sicher vorstellen, dass das je nach „Bauart“ des Springers mehr oder weniger belustigend auf Zuschauer wirkt, wenn da eine freihängende bzw. wedelnde Extremität einige Meter durch die Luft baumelt :-)

Unter der Dusche am Beckenrand stand eine Gruppe Langhaariger und wusch sich die Haare, andere spielten merkwürdige Spiele im Wasser, bei denen sie wilde Kampfrufe im Chor riefen. Alles in allem also ein ganz normaler Tag im Freibad! Das Wasser war kalt aber bei der Hitze was das nicht wirklich schlimm. DKW demonstrierte – wie unzählige andere auch – dass auch Unterhosen gute Badehosen abgeben und drehte ein paar Runden im Becken.

Nach einer Weile packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Rückweg. Um 14:55 wollten wir alle Headhunter sehen. Naja, fast wir alle. Holger klärte ich auf, dass auch er sie sehen will, grins. Wir warfen vorher noch eine Runde den Grill an und erhielten Besuch von gegenüber – stöööööhn. Fojel verkroch sich sofort im Zelt und ich übte mich im unhöflich sein. DKW freute sich wieder über ein wenig Abwechslung bei seinen Gesprächspartnern und zog somit unser aller Kritik auf sich. Irgendwann zog der Typ ab, wir aßen unsere Würstchen und sorgten dafür, dass der Jacky seinen Standort wechselte – von der Flasche zum Magen.

Da wir vom letzten Jahr schon vorgewarnt waren, gingen wir dieses Mal rechtzeitig los, um auch pünktlich an der Party Stage anzukommen. Dieses Jahr ging es aber dank der nicht vorhandenen Trennwand quer über das Gelände doch schneller und wir kamen pünktlich mit Schmier und Co an der Bühne an. Nur dass wir halt davor standen. Ich flitzte mit meiner Kamera los und nach ein paar Songs wurde meine Aufmerksamkeit eher auf ein anderes Motiv gelenkt. Da stand ein nackter Typ mitten auf dem Gelände – bekleidet lediglich mit einer Socke, also offensichtlich ein Red Hot Chili Pepers Fan! Ich durfte auch von ihm Fotos machen – die kann ich aber wieder kaum veröffentlichen, toll.

Wir schauten noch ein paar Minuten bei Ensiferum vorbei, da war es aber so voll, dass ich das Fotografieren ganz schnell wieder aufgab. Wir gingen am Merch vorbei und erleichterten unsere Geldbeutel – wobei sich das noch in Grenzen hielt, da mal wieder größentechnisch nicht mehr alles vorhanden war und ich mich nicht in eine XL-Jacke schwingen wollte.

Kamelot begeisterten Holger dann nicht so sehr, nach zwei Songs hatte er die Nase voll und ging zurück zum Zelt. Ich quetschte mich noch etwas nach vorne, um bessere Bilder machen zu können, hatte aber auch bald genug – und ging zurück zum Zelt wo Holger schon mit seiner Mischung wartete. Da Tom gerade im Pressezelt war, ging ich schnell hin und zeigte ihm, wo wir zelten. Wir tranken gemeinsam ein paar Mischungen und er genoss es sicher, nicht so weit vom Gelände weg zu sein. Da er mit dem Metal Train angereist war und dessen Crew auf dem öffentlichen Campingplatz zeltete, musste er immer einen langen Fußmarsch hinter sich bringen, um zum Zelt zurück zu gehen. Da tat er mir ja schon leid, das hätte mich so angekotzt, die schwere Fototasche ständig in der Gegend rumzutragen! Ihn versetzte das auch nicht wirklich in absolute Euphorie, er hatte seine Kamera schon im Pressezelt deponiert – wo sie natürlich gut liegt wenn man spontan ein Bildchen machen möchte. Egal, wir vier waren ja alle mit einer Kamera ausgestattet und nutzten diese auch. Am beeindruckendsten fand ich ja DKW, der auch mit geschätzten 5 Promille noch die Kamera hoch hielt und sein bestes gab.

Zu Sonata Arctica brachen wir dann zusammen auf. Holger vertraute einfach darauf, dass ich mit meiner Prophezeiung, die Band würde ihm gefallen, recht behielt und kam mit. Und anscheinend hatte ich recht. Wir schauten uns den Auftritt an, während Fojel und DKW weiter zu Opeth gingen, von denen hatte DKW nun schon seit Stunden gesprochen. DKW sah ich an diesem Tag erst nachts wieder, für ihn war an diesem Tag definitiv mehr sehenswertes am Start als für Holger und mich. Wir trotteten ein wenig planlos in er Gegend herum, schauten mal bei Corvus Corax und Children of Bodom vorbei und gingen zwischendurch zum Zelt etwas essen und trinken. Für Holger spielte an diesem Tag gar nichts mehr und ich wollte nachts noch Crematory fotografieren.

Da nachts um 2 Uhr für mich normalerweise schon alle Lichter aus sind, musste eine Menge Jacky die Speiseröhre herunterlaufen, um diese Zeit noch im Wachzustand zu erreichen. Holger war schon ein wenig unentspannt und befürchtete wohl, mir würde es nicht mehr lange so gut gehen und schickte regelmäßig warnende Blicke in meine Richtung. Diese nahm ich natürlich nur am Rande wahr. Ich weiß gar nicht mehr wie ich das gemacht habe aber ich stand um 2 Uhr wirklich an der Party Stage und machte Bilder. Holger war auch dabei, machte aber einen deutlich weniger motivierten Eindruck als ich. Die riesigen Matschpfützen in Bühnennähe verschafften mir einen exklusiven Fotografierplatz. In weiser Voraussicht hatte ich mir dieses Jahr ganz uncoole Gummistiefel eingepackt – und nun war ich dankbar dafür! Wie viele Jahre hatte ich bis zu den Knöcheln tief im Matsch gestanden!!!

Kurz vor drei gingen wir dann ziemlich erledigt zu unserem Zelt und wie immer war ich die erste in der Koje und Holger quatschte noch `ne Weile mit den anderen beiden Promilletransporten.

Der Samstag begann dann definitiv zu früh. Es war zwar nicht mehr so heiß aber trotzdem staute sich die warme Luft im Zelt und machte einem das Schlafen fast unmöglich. Ich hielt meinen Kopf in das Vorzelt und versuchte so, ein wenig frische Luft zu ergattern. Fehlanzeige. Auch nicht wirklich verwunderlich, schließlich war das Vorzelt ja auch geschlossen! Also krabbelte ich auf allen vieren in das Vorzelt und blieb dort liegen. Da ich allerdings SEHR leicht bekleidet war und draußen schon diskutiert wurde ob Fojels Utensilien in unserem Vorzelt gelandet sind, hielt ich es für keine gute Idee, dort zu verweilen, bis von draußen Besuch hereinkam. Ich kroch also wieder zurück und maulte ein wenig vor mich hin.

Holger hatte wohl keinen Bock auf das Gemurmel und machte Frühstück. Der Eiergeruch motivierte mich und so stand auch ich auf – mehr oder weniger. Die drei Meter bis zum Stuhl schaffte ich ohne größere Pannen und in dem Stuhl blieb ich dann ´ne Weile. Zu meiner Erleichterung sahen Fojel und DKW noch schlimmer aus als ich – das rückte mein Weltbild wieder in richtige Dimensionen und der Tag konnte beginnen.

Für´s Schwimmbad war es nicht mehr warm genug und `ne Band wollte ich auch nicht sehen – also blieb nur die Jacky-Vernichtung. Und der fröhnten wir ziemlich lange. Ich ging zwischendurch mal ins Pressezelt, lud meinen Laptop und meine Akkus auf und freute mich über die WLAN Verbindung, die mich eine Weile surfen ließ.

Ein Blick auf die Running Order dieses Tages war ziemlich ernüchternd. Eigentlich wollte ich nichts unbedingt sehen, nur AXXIS, und die spielten erst nachts! Holger ging es ähnlich (man tausche hierbei nur die Namen AXXIS und KREATOR gegeneinander aus) und so verbrachten wir einen Großteil des Tages am Zelt.

Um 13 Uhr hatten Pharao einen Auftritt im Pressezelt, da ging ich mal vorbei und schaute zu. Irgendwie gehören sie ja schon zu Wacken dazu, entweder sie spielen regulär auf ´ner Bühne oder zumindest ein paar Songs im Pressezelt. Anschließend machten Holger und ich uns auf die Socken nach draußen auf´s Campinggelände um uns das wahre Leben abseits der VIP-Area anzuschauen. Als ich noch hier draußen zeltete – und das bedeutete für mich drei Tage quasi ohne Schlaf – waren die Dimensionen noch etwas überschaubarer, inzwischen braucht man ja fast einen Kompass oder einen Fahrdienst. So liefen wir also völlig planlos in die Zeltmassen hinein und waren wieder überwältigt von den Eindrücken – und wir waren froh, die Müllberge nicht beseitigen zu müssen. Ich gehöre ja sicher nicht zu den Ordentlichsten aber was sich da in Wacken auf dem Campingplatz abspielt, das macht mich jedes Jahr auf´s neue sprachlos. Eigentlich könnte man Sonntag Mittag einen Zaun drum ziehen und es als neue Hüllhalde deklarieren.

Aber natürlich gab es auch jede Menge Sehenswertes. Einen mitgebrachten Pool, indem sehr fraglich aussehende Gestalten lagen, die ein oder andere Zeltkonstruktion, die mir so noch nicht bekannt war oder auch einfach nur skurrile Gestalten. Genau das halt, was Wacken ausmacht!

Irgendwann waren unsere Mischungen alle und so traten wir den Rückweg an. Holger hatte schlauerweise seinen Patronengürtel um – und mit dem wollten sie ihn beim Eingang nicht reinlassen. Und wer schon mal in Wacken war, der weiß: Diskutieren mit den Securities ist zwecklos. Auch logische Argumente anbringen: SEHR zwecklos. Holger, der nun seit drei Tagen mit diesem Gürtel durch den Backstage-Eingang auf das Gelände gelatscht war, wollte es gar nicht glauben. Ich schon, ich hatte ja auch schon jahrelange Erfahrungen in diesem Bereich sammeln dürfen. Und genau diese halfen mir jetzt weiter. Ich ging mit ihm einfach kackfrech durch den Ausgang rein – das darf man mit einem VIP-Bändchen nämlich hin und wieder mal (auch das hängt anscheinend von der Gunst der dort stehenden ab). Und war das Problem gelöst.

Nach einem kurzen Umtrunk am Zelt ging ich mal wieder einen Showcase im Pressezelt anschauen. Van Canto standen auf der Running Order. Ich war ein wenig verwundert, da keine Instrumente mit am Start waren, ich aber eigentlich Instrumente hörte. Irrtum, das kam alles aus den Mündern der Bandmitglieder. Auch nicht schlecht, da ist ein Stromausfall dann nicht mehr so schlimm. Der eine – ja was sagt man da denn jetzt – „Mundgitarrist“ hatte schon eine hochrote Birne, ich machte mir schon ein wenig Sorgen was das bei einem Auftritt von über `ner Stunde werden würde aber das war in diesem Fall ja irrelevant. Ich war jedenfalls schwer beeindruckt, so was hatte ich noch nicht gesehen, bzw. gehört.

Danach ging ich wieder zu den anderen zum Zelt und langweilte mich. Das Billing an diesem Tag war echt gar nichts für mich. Für Holger auch nicht und so gammelten wir herum und sorgten dafür, dass wir nicht so viel Shäggy wieder mit nach Hause nehmen müssen.

Holger wollte um 22:10 Uhr Nightwish sehen und da ich sonst auch nichts besseres zu tun hatte, ging ich mit. Ich konnte mich bis fast nach vorne drängeln und ein paar Bilder machen. Nach einigen Songs verabschiedete ich mich und ging schon mal zur Party Stage, um mir einen Platz in der ersten Reihe für Axxis zu sichern. Dort war es echt bohnenlangweilig, um mich herum standen einige, die ganz stolz erzählten, dass sie Axxis ja schon ein- oder zweimal gesehen hatten (bravo Jungs, ich bin stolz auf euch!) und irgendwie kam ich mir fehl am Platz vor. Um 0:45 Uhr kamen die Herren dann endlich auf die Bühne und ich konnte mir endlich mal wieder eine Show von ihnen ansehen. Viel zu schnell war die Stunde vorbei und ich zog los um Holger zu suchen.

Vogel lief mir über den Weg und berichtete, am Zelt wäre Holger nicht. Sonst aber auch nirgendwo. Eigentlich hatten wir uns für Lordi verabredet und ich hatte schon einen Hals. Es stellte sich heraus, dass Holger schon halb im Koma war und im Zelt pennte, das Gebrülle von Vogel hatte er nicht gehört und Vogel – seinerseits offensichtlich auch nicht mehr der fitteste, hatte seinerseits Holger nicht im Zelt gesehen. Nun ja, wir haben ja auch ein seeehhhr großes unübersichtliches 6-Raum-Zelt über drei Etagen, da kann das schon mal passieren.

Ich schaute mir noch ein paar Songs von Lordi an, bekam keine anständigen Bilder hin und machte mich dann auch vom Acker. Schließlich war das für mich schon eine sehr untypische Schlafensgehzeit :-).

Sonntag früh war wie immer Katerstimmung. Das Ende der Festivalsaison drückte auf die Stimmung, und auch die anstehende Heimfahrt konnte da kaum für Besserung sorgen. Wir packten alles zusammen, verabschiedeten uns von DKW und fuhren los. Die Kontrolle blieb uns erspart – ich fuhr ja auch, da gab es komischerweise noch nie `e Kontrolle. Ich sehe einfach zu seriös aus, hihi.

Nach gefühlten 20 Stunden waren wir zu Hause – wie immer total im Eimer aber mit einem tollen Wochenende im Gepäck!

Und wie immer freuen wir uns jetzt schon auf das nächste Jahr!!!