|
Bang Your Head 2009 Lange hatten wir gewartet und plötzlich kam alles anders als geplant. Holger hatte am Freitag Nachmittag noch eine Prüfung! Nachdem ich diese Nachricht erhalten hatte, fingen meine Hirnzellen an zu rotieren. Freitag Nachmittag von Berlin aus zum BYH losfahren? Wohl kaum. Kurzerhand buchte ich für ihn einen Flug und beschloss, die lächerlichen 720 Km eben alleine zurückzulegen und natürlich auch unser Monsterzelt alleine aufzubauen. Toller Plan. Das dämmerte mir schon während der Fahrt. Die Ankunft am Campingplatz war dieses Mal wesentlich entspannter als im Vorjahr. Da war für die Streetteamer und zu diesen gehöre ich ja nicht genügend Platz reserviert worden und es war alles recht kuschelig. Dieses mal erhielt ich fast freie Platzwahl. Der Nachteil an einer so übersichtlichen Fläche ist, dass man selbst auch gut von vielen gesehen werden kann. Und als ich als Einzelperson das riesige Zelt aufzubauen begann, muss das für die Anderen das reinste Unterhaltungsprogramm gewesen sein. Angetrieben von einer ungesunden Portion Stolz und wohl auch Selbstüberschätzung kämpfte ich mit den Stäben, der Plane eigentlich mit allem. Sollte ich den ganzen Mist einfach wieder einräumen und im Auto schlafen? Nee, das wäre ja megapeinlich! Während ich mit mir selbst diskutierte, wie ich mich möglichst wenig zum Deppen mache, standen zwei nette Herren vor mir und fragten, ob ich Hilfe benötige. Ich, nö, wie kommt ihr denn darauf? Ich hab das alles hier voll im Griff!, sagte ich und verzog kläglich das Gesicht. Die zwei halfen also und schwuppdiwupp stand das Zelt und kurz darauf auch der Pavillon. Den Einzug erledigte ich dann alleine, das Aufpumpen der Matratze schreckte mich derart ab, dass ich es verschob auf den nächsten Tag. Eine Nacht kann man auch mal auf einer schönen Naturunterlage pennen, so dachte ich mir. Vor lauter Packstress vergaß ich ganz das Trinken. Komischer Festivalbeginn. So ist das wohl, wenn man plötzlich alleine zum Festival fährt. Als alles verstaut war, machte ich mich auf den Weg zum Shuttlebus, denn schließlich wollte ich ja noch ins Partyzelt. Bewaffnet mit meiner Aufpustegitarre zog ich los. Die Fahrt zum sogenannten Metal Camp erschien mir ziemlich lange, laufen wollte ich das auf keinen Fall müssen. Als ich dann mit den anderen ausstieg, ließ die erste Begeisterung spontan nach. Wir durften von der Haltestelle bis zum Partyzelt noch mal latschen wie die Hirnis. Schlauerweise war das Areal eingezäunt und um zum Partyzelt zu gelangen, musste man erstmal halb drum herum gondeln. Super! Die Info, dass der letzte Bus um halb 2 fährt, verbesserte meine Laune nicht wirklich. HALB ZWEI!?! Spinnen die Römer???? Das Partyzelt endet um 3, was soll das denn? Das hat man jetzt von dem Privileg, auf dem Einzer oder Zweier zelten zu dürfen, man wird vom gesellschaftlichen Leben eines Festivals ausgeschlossen. Das hat man nun davon, sensationell. Schnell fand ich Verena und ihre Freunde. Der ein oder andere Bekannte von früher kreuzte auch noch meinen Weg (an dieser Stelle möchte ich besonders Tamo erwähnen, als kleine Entschädigung für das MySpace Malheur :-) Wen ich allerdings nicht fand, war Jan, den altbekannten Pustegitarrenhelden. Naja, dann eben morgen dachte ich mir und machte mich kurz nach 1 Uhr auf den Rückweg. Im Zelt schlief ich dann ziemlich schnell ein, wachte dank der Beschallung von nebenan aber auch sehr früh wieder auf. Den ersten Hass runterschluckend, versuchte ich das Positive zu sehen: Es war wenigstens kein Gegrunze sondern melodische Töne, die auch laut meiner Definition als Musik durchgingen. Ich telefonierte kurz mit Holger, der mit einer Mittelohrentzündung kämpfte, kotzte mich bei ihm über die Bussituation aus und versuchte noch etwas zu schlafen. Zwecklos. Also machte ich mich fertig, putze mir mit lecker Cola die Zähne, das Wasser hatte ich vergessen, und ging dann los um meinen Pass zu holen. Das Holzhäuschen war zu, die netten Herren von der Kasse nebenan schickten mich dann aber zu einem anderen Häuschen. Die schickten mich dann wieder zurück und ich fragte mich langsam, was hier eigentlich los sei. Dann ging es aber recht schnell, Eddy und Vivi kamen noch vorbei und ich ließ gleich mal höflich meinen Frust an den Passmännern aus. Der eine von ihnen griff prompt zum Handy und fragte mal nach, was da denn los sei. Das imponierte mir ja schon. Das Gespräch ließ erkennen, dass offensichtlich niemand bei der Planung berücksichtigt hatte, dass der Shuttle nicht nur genutzt wird, um vom Gelände zum Zelt bzw. Camp zu kommen, sondern eben auch, dass wir zum Feiern hinkönnen und halt auch ganz gerne wieder zurückgebracht werden würden. Ob sich da nun eine Besserung einstellen wird, bleibt abzuwarten. Die ersten beiden Bands Hatsik und Alestorm schaute ich mir mehr oder weniger begeistert an und machte Fotos. Die dritte Band war dann Kissin´ Dynamite, auf die freute ich mich schon. Und das zurecht. Was die Jungs da ablieferten, war großes Kino. Da können sich einige namenhafte Bands ein Scheibchen abschneiden! Ich wanderte also vom Fotograben in die erste Reihe zu Verena und genoss die Show (ja, ich glaube diese Formulierung trifft es ganz gut, auch wenn es für ein Metalkonzert wohl etwas unpassend scheint). Danach hing mir der Magen langsam in der Kniekehle und ich kaufte mir einen Burger. Das hätte ich auch lassen können, der schmeckte nach nichts, machte aber halbwegs satt. Auf Ross the Boss hatte ich keine Lust, ich zog ein kleines Päuschen unter meinem Pavillon vor. Ursprünglich hatte ich mich auf drei Regentage eingestellt, das hatte der Wetterbericht prognostiziert. Stattdessen sah man überall hochrote Gesichter, verbrannte Oberkörper und das Ergebnis von der Kombination von Alkohol und Sonne: Es lagen hier und dort die ersten Opfer in der Gegend herum. Zu Sacred Reich raffte ich mich auf und ging wieder auf´s Gelände. Tom hatte zwischendurch das Fotografieren übernommen, so blieb mein kleiner Ausfall ohne Auswirkungen, grins. Ich traf ein paar Bekannte im Backstagebereich, quatschte mich fest, ging dann aber doch zu Sacred Reich in den Fotograben. Dafür war ich schließlich aus meinem Zelt gekrochen. Hm, sie rissen mich nicht so von den Socken aber das war ja auch zu erwarten. Ist halt nicht so mein Geschmack. Anderen ging es da anders. Tom, sichtlich gut gelaunt, schüttete Shäggy für Shäggy in sich hinein und Becher und ich warteten auf den unumgänglichen Moment, in dem sich sein Kopftuch aufgrund von übereifrigen Headbangens nur noch ansatzweise auf seinem Haupt befinden würde und er schwankend seine Luftgitarre spielen würde. Diesen Moment gab es diesmal erstaunlicherweise nicht. Oder ich bekam ihn nur nicht mit, da ich dann zum Sodomknipsen verdonnert wurde und anschließend zum Zeltplatz zurück ging. Bevor ich nach Stuttgart zum Flughafen fuhr, ging ich noch schnell einkaufen. Der Himmel wurde immer dunkler und ich hoffte, dass der Regen bis zu meiner Rückkehr vorbei sein würde. Auf der Autobahn schüttete es dann mehrmals so stark, dass man nur noch im Schritttempo fahren konnte. Ich schaffte es aber trotzdem pünktlich zum Flughafen, Holger und ich kamen quasi zeitgleich an und konnten somit sofort weiterfahren. Direkt in den Stau. Das kotze mich ja an, ich hatte schon Lita Ford verpasst aber von U.D.O. wollte ich nun doch noch was sehen! Also drückte ich mächtig auf die Tube als der Stau vorbei war und pünktlich zu Man and Machine kamen wir am Zelt an. Holger machte schnell ne Mischung für unterwegs fertig. Dass er dabei aber eine 1,5 Literflasche füllte, verwunderte mich etwas. Konnte er sich nicht mehr an den Weg erinnern??? Das waren doch nur ein paar Minuten. Wir schütteten also wie die Irren das Zeug in uns hinein, bei mir kam es auch recht schnell an, bei Holger nicht so. Der musste wohl noch etwas nachlegen. Als er sich seinen Pass abholte, stand ich schon Thunderball mitsingend daneben und zu Holy marschierten wir dann bei den Anderen auf dem Gelände ein. Wie passend. Eddy und ich grölten uns wie in alten Zeiten an, wie fucking holy wir doch sind und hatten unseren Spaß :-) Anschließend verdünnisierten sich die meisten und Holger und ich holten uns erstmal ´nen Shäggy. Eddy kam dann mit noch einem und so konnte ich dann gut gestärkt aber nicht mehr ganz Herrin der Koordination in den Fotograben zu Journey. Mit gefühlten 100 anderen Fotografen. Tom wollte die Zeit lieber zum Feiern nutzen. Als Mann der spontanen Umentscheidungen flitze er dann aber doch wie Fred Feuerstein an mir vorbei und hantierte mit seiner Kamera herum. Ich hatte nichts dagegen, so konnte ich da nach zwei Songs mit Holger zum Zelt gehen und grillen. Gestärkt machten wir uns dann auf die Socken zum Busshuttle. Netterweise hatte sich inzwischen ein Loch im Zelt des Metal Camps aufgetan und so konnten wir den Weg zum Partyzelt wenigstens ein wenig abkürzen. Da es aber auch hier geregnet hatte und wir quer über das Feld gelaufen waren, hatte ich total nasse Füße. Egal, gut gelaunt trafen wir auf Jan, seinen Kumpel (beide waren natürlich mit ihren Pustegitarren ausgerüstet auf die beiden ist Verlass) und ein Mädel namens Jenny. Die durch die Wegabkürzung gewonnene Zeit war aber mehr oder weniger verschenkt. Auf der Bühne im Zelt war gerade Programm angesagt. Mambo Kurt haute in die Tasten und brachte die Menge zum Pfeifen und Brüllen. Das machte ihm jedoch gar nichts, bockig wie ein Kind verkündete er nur, dass er dann eben keine Metal Songs spielt, sondern nur so´ne Kacke. So hatte er sich zwar nicht ausgedrückt aber das kam musikmäßig heraus. Ob das allerdings qualitativ bei einer anderen Songauswahl einen Unterschied gemacht hätte, wage ich zu bezweifeln. Es geht halt in Balingen nicht alles, was in Wacken funktioniert da spielt der Herr mit seiner Orgel ja jedes Jahr soweit ich weiß. Und ich weiß nun auch, weshalb ich mir das noch nie angetan habe! Irgendwann hatte die Folter ein Ende und wir konnten loslegen... Wie immer hatten wir einen Heidenspaß, feierten und zogen den ein oder anderen Partylustigen an und als dann auch noch ein Typ mit einem überdimensionalen Mikro ankam, war die Begeisterung groß. Das hatte uns ja noch gefehlt, grins. Der Typ zog aber bald wieder ab und wir machten unter uns weiter. Allerdings war für Holger und mich um 1:35 Uhr Schluss. Jans Kumpel schloss sich uns an und so verließen wir mit den Tönen von Carry On das Zelt. DAS GEHT JA GAAAAR NICHT!!! Wegen des Shuttles bei bester Laune das Zelt verlassen zu müssen ist echt zum Kotzen! Ich hatte ´nen Hals bis nach Timbuktu. Dass wir dann noch 20 Minuten im Bus saßen, bis der endlich fuhr, machte es nicht wirklich besser. Einige Polizisten schauten immer durch die Scheiben und holten schließlich die Typen, die neben Holger und mir saßen aus dem Bus heraus, dann durften wir endlich losfahren. Leicht angepisst krabbelten wir in unser Zelt und ich nahm mir vor, am Freitag nichts zu trinken um selbst zum Metal Camp fahren zu können. So weit ist es nun also schon, man fährt zum Festival und trinkt dort keinen Alkohol, damit man bis zum Schluss mitfeiern kann das ist doch paradox! Aber sicherlich im Sinne der Gesundheit, wenigstens etwas. Samstag früh wurde ich von einem ziemlich lauten Geräusch wach. Nein, es war nicht die Anlage von nebenan, es war ein mörderischer Regen. Ein Blick in unser Vorzelt ließ ein wenig Hektik aufkommen. Ich hatte beim Aufbau vergessen, das kleine Regendach über dem Vorzelt anzubringen und da regnete es jetzt natürlich schön durch. Bei einem Zelt, welches 1,80 Meter hoch ist, lässt sich das auch sehr gut nachträglich anbringen.... Holger schaffte es trotzdem wenn auch unter Protest. Wir machten uns Frühstück, Holger nahm jedoch sein Antibiotikum gegen die Mittelohrentzündung davor und die spontan einsetzende Übelkeit ließ ihn dann auf feste Nahrung verzichten. Das konnte ja nur noch besser werden! Holger ging also wieder schlafen und ich nahm mir den Schleppi. Der kackte aber bald darauf ab ein Akku hat halt doch nur eine gewisse Laufzeit. Also zog ich ins Auto um. Thizzly war mit seinen Kumpels im Auto nebenan und offensichtlich hatten sie eine nette Autoparty. Ich schloss mich also an nur eben in meinen eigenen 5 Fenstern (vier Wänden würde hier ja schlecht passen). Inzwischen ist es halb 1 und ich werde schon etwas unruhig, wann der Regen endlich mal aufhören wird. Einen ganzen Tag wollte ich nun doch nicht in meinem Auto verbringen! Der Campingplatz sieht aus wie das W:O:A:-Gelände zu seinen schlechtesten Zeiten und mir fehlt noch die Motivation, mich durch diesen Matsch durchzukämpfen... Der Regen ließ aber doch irgendwann nach und ich schlappte bei den letzten Tönen von Driver auf das Gelände und steuerte zielsicher das Jackyzelt an. Dort standen dann erwartungsgemäß Becher, seine Cousine, Tine und Tom, wobei an diesem Tag lediglich Becher als Trinkkraft zur Verfügung stand. So recht blickte ich nicht durch, wie das mit der Fahrerei im Zusammenhang stand aber das musste ich ja auch nicht. Ich blieb am Samstag auch abstinent, da ich ja am Abend ins Partyzelt fahren wollte. Sacred Reich und die anschließend spielende Band Warrior (welche mir übrigens ziemlich gut gefallen hat) fotografierte ich und dann schaute ich erstmal nach Holger. Der befand sich inzwischen wieder in der Vertikalen, hatte etwas gegessen und versprach, gleich nachzukommen. Ich lief schnell wieder los, um nichts von Pink Cream 69 zu verpassen, die hatte ich ja auch schon eine Weile nicht mehr gesehen. Da ich allerdings unterwegs so viele Leute traf, musste ich dann schon ziemlich flitzen. Erwartungsgemäß war unsere Männerfraktion weniger begeistert, sie hatten sich auf Tesla gefreut und mussten sich nun zum gefühlten 200sten Mal die Pinkies anschauen. Ich fand es einfach nur coooooool :-) Kaum hatte der Regen aufgehört wurde es schon wieder recht warm und schwül. Holger und ich beschlossen die Hardcore Superstars auszulassen und zum Schwimmbad zu fahren. Da ich ja an diesem Tag nicht dem Shäggy fröhnte, war das ja sicher ziemlich schnell zu erledigen. Das Schwimmbad war total lehr, merkwürdiger Anblick, damit hatten wir nicht gerechnet. Aber offensichtlich war das Metal Camp einfach so weit weg, dass das Schwimmbad außer Reichweite von den dort Zeltenden lag! Uns war es recht, ich hüpfte vor dem Duschen noch kurz ins Becken und hinterher gab es noch einen lecker Kaffee. Zu Exodos schafften wir es trotzdem nicht rechtzeitig zurück. Auch nicht so schlimm, wir hörten sie vom Zelt aus, auch wenn der Sound von der Entfernung aus echt untergalaktisch war... Y&T sollte ich dann fotografieren. Ok... Ich war positiv überrascht von der Band, auch wenn sie mich nach wie vor nicht wirklich begeistert. Nach den drei Songs gingen Holger und ich ein wenig bummeln, da aber so gut wie alle Stände dasselbe verkauften, war die Auswahl nicht ganz so groß, grins. Nach einem kleinen Päuschen im Backstagebereich waren dann endlich WASP an der Reihe. Ich hatte ja mit einer mittelschweren Katastrophe gerechnet, schließlich war das letzte Konzert, was ich von ihnen gesehen habe (dieses liegt zugegebenermaßen aber schon Jahre zurück), ein absoluter Reinfall gewesen. Aber ich wurde schon wieder positiv überrascht! Es wurde live gesungen und die Show stimmte auch. Es war echt cool. Nur das Gedränge im Fotograben war eher uncool. Eigentlich wollten wir dann vor Blind Guardian grillen, entschlossen uns aber kurzerhand für eine Mahlzeit von Chinaimbiss. Mir schmeckte es richtig gut (auch bei einem Preis von 6 Euro), Holger nörgelte wegen der Menge des Fleisches aber egal. Um 21.10 Uhr standen wir dann beide im Fotograben, sein Akku verkackte nach kurzer Zeit, ich holte das aber auf, indem ich wohl so 200-300 Bilder machte... Wir stellten uns vorne mit zu den Anderen und ich fragte mich, wieso man sich als Sänger von BG bitteschön einen modischen Kurzhaarschnitt verpassen lässt und dann auch noch mit einer äußerst modischen Lederjacke wie aus dem Modekatalog auftritt... Das Bild stimmt da irgendwie auf der Bühne nicht mehr zumindest für mich. Holger war auch nicht so richtig in Partylaune, er hielt sich ständig das Ohr mit der Mittelohrentzündung und ich lief los und holte ihm ein paar Ohrproppel. Dann ging es etwas besser.... bis der Regen einsetzte. Dieser verursachte eine Massenflucht. Wir blieben natürlich. Bei mir sprang nicht so ganz der Funke über, aber auch Holger gleich nach Yeti der zweitgrößte BG-Fan, den ich kenne war etwas verhalten. Nach WASP war da stimmungsmäßig anscheinend nicht mehr so viel zu erwarten. Das war aber in Balingen wohl auch vorher zu sehen. Total durchnässt gingen wir dann während des Feuerwerks zum Zelt zurück und mussten uns mehr oder weniger selbst motivieren, noch zum Partyzelt zu fahren. Da ich aber den ganzen Tag nichts getrunken hatte, nur um nachts fahren zu können, bestand ich auf wenigstens eine Stunde. Wir fuhren also los. Das Metal Camp versank im Schlamm, die Stimmung im Partyzelt war mäßig und Jan und Co. waren auch nicht dort. Holger und ich zupften also ein wenig an unseren nicht vorhandenen Pustegitarrenseiten und hatten unseren Spaß. Allerdings ließ die Songauswahl doch etwas zu wünschen übrig. Ständig Manowar, AC/DC, Iron Maiden und Judas Priest war dann doch etwas eintönig. Ein wenig mehr Abwechslung wäre nett gewesen, für uns war dann der absolute Stimmungskiller der Luftgitarrenwettbewerb. Bei mir kam die Pädagogin durch, als ein Achtjähriger nachts um 1 Uhr auf die Bühne krabbelte um dort beim Wettbewerb mitzumachen (es gäbe um diese Zeit glaube ich andere Orte, wo der Knirps besser aufgehoben gewesen wäre!!!). Um 2 Uhr machten wir dann ´nen Abflug, schließlich hatten wir am Sonntag noch ´ne Taufe auf dem Rückweg. Am nächsten Morgen standen wir um 9 Uhr auf, Holger machte Frühstück und ich packte schon mal. Das ging ganz gut, wenn man davon absieht, dass wir plötzlich nicht mehr wussten, wie unser Pavillon zusammen zu klappen ging. Wie peinlich ist das denn, den hatten wir doch schon öfters dabei gehabt! Wir bogen, zogen, zerrten und grübelten.... Irgendwann fragte ich unsere Nachbarn und kaum machte sich Dietmar an der Ecke des Pavillons zu schaffen, kam mein Erinnerungsvermögen zurück. Äußerst unangenehm... lag das jetzt an dem shäggyfreien Tag oder was? Macht man ja auch nicht bei einem Festival, das werde ich mir merken. Nachdem wir dann noch Doreen getauft hatten (naja, nicht persönlich, wir waren eher anwesend), kamen wir nachts um 1 Uhr völlig verorgelt in Berlin an. Mit einem durchwachsenen Gefühl über das diesjährige BYH. Das mit dem Partyzelt bzw. des Shuttle war für mich schon ein GROOOOOOßER Minuspunkt, das Billing war auch nicht so mein Ding (aber das ist ja Geschmackssache) aber trotzdem werde ich im nächsten Jahr sicher wieder dort sein, denn schließlich ist es das BYH und das gehört einfach in die Jahresplanung hinein!
|