Earthshaker Fest 2004

1. Tag

Das Earthshaker – Festival begann für mich absolut scheiße. Mein Chefe gab mir nicht frei und so konnten Carola und ich erst um 12 Uhr losfahren. Carola war ganz aus dem Häuschen da sie eine Mail von FREDERIK NORDSTRÖM (DREAM EVIL, Gitarre) bekommen hatte. DREAM EVIL fragte an, ob sie nicht Bock hatte auf der Bühne ein Liedchen mit zu trällern. Allerdings erreichten wir niemanden mehr und wir warteten mal ab, was sich tun würde.
Kaum angekommen, pfiffen uns erst mal unsere grünen Freunde zu sich heran und es wir wurden über dir Drogengesetze des Freistaates Bayern erklärt. Mit tot ernster Miene ließ sich der Beamte auf meiner Seite unsere Ausweise aushändigen (ej, sooo "gefährlich" seh ich auch trotz Sonnenbrille und Kopftuch nicht aus) und verschwand erst mal. Sein Kollege (der war echt net und ein VfB Fan) klärte uns dann darüber auf, dass sie alle etwas unbeholfen sind, da sie keinerlei Festival -erfahrungen haben und nicht wissen, auf was sie sich einstellen müssen. Jedenfalls haben sie auf einen Ansturm von Nazis gewartet (???????) Bayern…..
Als ich dem netten Polizisten auf meiner Seite erklärte, dass die einzige Droge die ich zu mir nehme Jacky ist, durften wir dann weiterfahren und wir holten unsere Pässe ab. Ruckzuck ging es auf den Camping Platz, Zelte aufgebaut (Nitsch ihres hatten wir auch schon dabei), was gegessen (nein, kein Jacky) und los ging’s.

Leider hatten wir die erste Band 16 HELL VENTILERS verpasst, aber wir kamen noch rechtzeitig um uns THE TRACEELORDS anzusehen. Ich war auf die Band ja wirklich gespannt, da die Besetzung einiges versprach (Ex-SODOM und aktuelle POWERGOD), aber was ich da hört hatte damit eigentlich nichts zu tun. Aber ich fand´s richtig geil. Schöner Rock ´n´ Roll alla Mötley. Die Jungs gaben sich wirklich Mühe, aber da wirklich noch nicht viel los war kam leider keine richtige Stimmung auf. Jungs macht weiter so.

Wir machten einige Bilder und zogen dann über das Gelände, um alle zu begrüßen, die wir so kannten. Dabei wurden wir dann auch mehr oder weniger dazu genötigt, unseren ersten Shäggy zu trinken. Eigentlich wollte ich ja nur ne Cola, die gab es da aber nur in Verbindung mit Shäggy. Aber da sind wir ja nicht so wählerisch :-). Als nächstes kamen dann DISBELIEF auf die Bühne. Jungs und Mädels, das hat gerumpelt. War ein richtig geiler Gig. Ich besorgt mir noch geschwind einen Jack und los ging´s mit dem Kopf schütteln. Die ersten Pommesgabeln reckten sich in die Höhe und die Stimmung nahm merklich zu.

Nach einer kurzen Umbaupause und einem Jack kamen dann auch schon MNEMIC on stage. Ich halte die Band wirklich nicht viel schlechter als FEAR FACTORY oder CLAWFINGER und besonders Sänger ???? gefielen mir sehr gut. Super Gig.

Wir verzogen uns dann Backstage tranken ein paar Jacky´s und bei den ersten Töne vom PRIMAL FEAR Intro ging meine kleine in die erste Reihe und traf dort natürlich, wie sollte es auch anders sein, Klaus und seine zwei Mädels in der ersten Reihe. Jörg vom PF Fanclub und seine Freundin gesellten sich auch noch dazu, ich verzog mich in den Photograben, schoss meine Bilder und ging dann auch zu den anderen. Carola gab schon wieder alles und ich machte sich darauf aufmerksam, dass sie als laufender Meter bedenklich nahe an Absperrgitter Ihren Kopf bewegte. Ich fing nur einen Kritischen Blick und schon machte sie weiter (dazu später aber mehr). Der Gig von PRIMAL war wie immer gut und das Volk bangte, sang und jubelte.

Nun folgte die Umbaupause von FEAR FACTORY (die Band musste kurzfristig ihren Platz auf der Running Order mit ROSE TATTOO tauschen, das sie früher heim fliegen mussten). Was mich stutzig machte, Der Himmel ist in ziemlich kurzer Zeit Pechschwarz geworden. Und was passieren musste war klar. Pünktlich zu FEAR FACTORY kam ein Regen runter - ich glaube schlimmer ist es in Asien zur Monsunzeit auch nicht. Die Bühne stand innerhalb kürzerster Zeit total unter Wasser, das Volk hatte sich größtenteils verzogen und ich begab mich auch in den Backstagebereich. Carola war mal wieder ganz hart und ging in den Photograben um ein paar Bilder zuschießen. Lang ging das aber nicht, den plötzlich machte es Rums und alles war dunkel und vom Sound war auch nichts mehr zuhören. Um es kurz zusagen, das war es dann auch für heute.

Wir saßen dann noch eine Weile im Backstage, unterhielt uns mit den Leuten vom METAL-INSIDE MAGAZINE oder mit Leuten von NUCLEAR BLAST. Nach einigen Jacky gingen wir dann auf den Camping Platz. Oh Wunder unser Zelt war noch da und es war sogar trocken.

2.Tag

Am nächsten Morgen konnten wir etwas länger schlafen, da die Sonne Gott sei Dank nicht so stark schien und es im Zelt somit relativ erträglich war. Nach dem Frühstück (diesmal festivalgerecht mit Shäggy, Spiegelei usw.) mixte ich mir noch einen halben Liter Jack und wir gingen wir auf das Gelände. Der Jacky hielt genau bis zum Eingang und Carola schaute nach, ob jemanden von DREAM EVIL schon da war, um das mit dem Mitsingen zu klären. Da jedoch niemanden zu entdecken war, schauten wir uns PSYCHOPUNCH an. Na ja, das hat mich jetzt wirklich nicht richtig umgehauen. Ich war auch nicht in der richtig Stimmung auf diese Art von Mucke (mir stand es nach Krach). Die Jungs gaben sich alle Mühe, Sänger JM grinste über alles Backen und das Publikum fand´s ok.

Carola ging wieder in den Backstagebereich und Frederik zu suchen. Ca. 10 Minuten vor dem DREAM EVIL Auftritt lief er uns dann tatsächlich doch noch über den Weg. Als Carola im das Mail zeigte, bekam er ganz große Augen und musste uns gestehen, dass er sich noch darin erinnern konnte, allerdings war er an dem Abend ziemlich voll und er hatte es total vergessen. Die Zeit war wohl doch etwas zu knapp, um noch einen All Areas Pass für Carola aufzutreiben und so kam Niklas halt bei dem Song in den Fotograben und gab mir Ihr Mikro, in das sie dann trällern konnte… Ehrlich gesagt, ich glaube ihr war diese Variante auch wesentlich lieber als da auf die Bühne zu steigen! Nach schlappen 23 Minuten war auch schon wieder alles vorbei –häääää. Das hat mich mal richtig angekotzt. Wegen DREAM EVIL bin ich eigentlich hauptsächlich gekommen und dann das. Wie mir später Peter erklärte wurde ihr Gig total zusammen gestrichen, das ROSE TATTOO heute ihren ausgefallen Auftritt vom Vortag nachholen durften. So ein F**K.

Nach Enttäuschung ging Carola auf das Campinggelände um Nitsch abzuholen und ich verzog mich mit Tommy und Tine nach Backstage und dem Jacky zu frönen. Nach zwei Gläsern gingen wir zu LEAVES EYES. Also das Mädel hat ja wirklich eine tolle Stimme, aber die Musikrichtung ist echt nicht mein Ding. Aber der Auftritt war ok (Tine als altem HIM Freak hat es natürlich gefallen) und Ruckzuck ging´s wieder in zu unserem Betäubungsmittel.

Als nächstes waren JUSTICE dran. Ich habe vom ersten Silberling das Demo zu Hause und mir hat das schon sehr gut gefallen. Die fünf Jungs hatten ja ein Heimspiel und das merkte Mann gleich. Das Gelände wurde richtig voll. Leute – ich muss den Hut ziehen. War die geil. JUSTICE stellten Ihre neue Scheibe vor und das war !!!METAL!!!. Ich fühlte mich manchmal in die glorreichen alten tage zurück versetzt. Endlich mal wieder die ne Band in der die Mucker in alter breitbeiniger Metalmanier da standen, der Sänger das Volk anmachte und die Köpfe wie Rotorblätter eines Hubschraubers kreisten.

Carola legte sich zwischenzeitlich mit einer Wespe an (das Vieh gewann natürlich), verzog sich dann mit Nitsch zur HELLOWEEN Autogrammstunde und ich wartete mit den anderen auf DEW SCENTED. Der Auftritt war in Ordnung, die Band wurde vom Publikum gut abgefeiert. Allerdings hatten sie es auch sehr schwer nach dem Auftritt von JUSTICE.

Mittlerweile muss ich auch gestehen, das die Jacky´s ihre erste Wirkung hinterließen. Aber jetzt kam für mich ein weiteres Highlight – MANTAS. Mantas war ja schon in den 80ern Kult, als er noch bei VENOM spielte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Neue Songs und Kultsongs von VENOM (Black Metal usw.) wurden dargeboten. Tommy und ich feierten die Band völlig ab, strapazierten unsere Nackenmuskulatur und amüsierten uns über die manchmal ratlosen Gesichter der jüngeren Konzertbesucher. Na ja vielleicht ist es auch ein Zeichen dafür, dass wir schon zum alten Eisen gehören. Aber nichts desto trotz kam die Band super an und wurde dementsprechend abgefeiert.

Und jetzt war Zeit für Rock ´n´ Roll. ROSE TATTOO baten zur Party und es war wie immer. Geil, geiler, am geilsten. Die Tat´s ließen es knallen und, spielten gekonnt und gut gelaunt ihr Programm ab (kein Wunder – Herr Andersson kam schon mit ner Jack Flasche auf die Bühne). Einziger Wermutstropfen war das fehlen von Bret Willis. Man merkte schon das der Sound nicht wie sonst war, aber auch sein Ersatz ist nicht ohne.

Das gute an einem Festival mit verschiedenen Stilrichtungen ist, das man von einer Stimmungslage wechselt. Gerade noch gebluest und gerockt, konnte jetzt getrasht werden. Als nächstes stand SODOM auf dem Programm. Cooler Gig, Kultsongs (Bombenhagel), ANDI BRINGS (THE TRACEELORDS, Ex SODOM) kam auch noch mit auf die Bühne und man merkte mal wieder, das Onkel Tom beim Volk unheimlich beliebt ist. Ich denke, das liegt einfach an seiner Bodenständigkeit. Ich kenne ihn zwar nicht, aber wenn ich ihn sehe ist er mit seinen Fans immer sehr kontaktfreudig (Sonntag morgens im Mac Autogramme geben macht auch nicht jeder).

Nun war Zerstörung war angesagt und wer konnte da besser auftreten als DESTRUCTION. Die Band enterte dann auch recht schnell die Bühne und ab ging die Post. Oft gesehen, aber immer wieder geil. Irgendwie kam es mir aber so vor, als würde die Band heute noch ein extra Schippe Power hinlegen. Ich möchte eh anmerken, das DESTRUCTION für mich heute und auch damals in den Achtzigern eine völlig unterbewertete Band sind und waren. Die Band hatte wohl den Nachteil das sie aus Deutschland stammt und nicht wie zu Beispiel TESTAMENT aus der damaligen Trash Hochburg San Francisco. Auf jeden Fall spürte ich nach diesem Auftritt jeden einzeln Nackenmuskel.

Jetzt waren die Jungens von U.D.O. dran. Es war ein solider Auftritt, man merkte der Band an das sie schon ziemlich lange auf Tour ist und sie machen einen sehr eingespielten Eindruck. Natürlich kann man auch sagen es ist wie in den alten ACCEPT Zeiten, da diese Gigs auch immer sehr einstudiert aussahen aber ich muss meiner Meinung nach doch anmerke, das mir die U.D.O Konzerte mittlerweile doch zu einstudiert sind. Ok, ich habe die Band dieses Jahr auch schon 4 mal gesehen, aber etwas Spontaneität würde hier schon mal noch gut tun. Jeder Song ist vom Stageacting gleich, Udo und Stefan reiben sich immer an der gleichen Stelle das Köpfchen aneinander und ich kann nur sagen: Jungens, seit mal wieder etwas spontaner und last die Sau raus. Ach so, fast hätte ich es vergessen: Ich habe am Anfang ja Carolas Kampf mit dem Absperrgitter erwähnt. Leute es hat geklappt. Zwei dreimal zu heftig die Birne geschüttelt und RUMPS – eingeschlagen hat es. *Lol* ? (*-*) Das Mädel hatte 5 Tage später noch Schmerzen und das kleine Kölbchen war leicht bläulich gefärbt. Aber so ist es halt, wenn man nicht hören will.

Jetzt kamen die Kürbisköpfe aus Hamburg und dem Rest der Welt. Songauswahl gut, Sound gut, aber irgend was fehlte mal wieder. Ich kann man der jetzigen Zusammensetzung der Band einfach nicht warm werden. Ich bin einfach der Meinung das die Besetzung mit MICHAEL KISKE (HELLOWEEN) und ANDI DERIS (PC 69), einfach einmalig waren. Ich habe die 69ers schon auf den legendären Nachwuchsfestivals in der Rockfabrik Ludwigsburg gesehen und ich war mir damals schon ganz sicher das diese Band einmalig ist. Nichts gegen DAVID READMAN (PC 69), ich finde in einen wirklich klasse Sänger, aber mir fehlt bei beiden Bands einfach das gewisse etwas seit dem Wechsel. Aber es war schön die alten und neuen Songs mal wieder zuhören und ich konnte mich in Ruhe auf IN FLAMES vorbereiten.

Ich goss mir also Ruckzuck zwei Shäggy hinter die Binde und ging dann Richtung Photograben. Wegen IN FLAMES bin ich eigentlich hauptsächlich gekommen. Diese Band ist fantastisch. IN FLAMES und CHILDREN OF BODOM sind für mich momentan die zwei Bands die es wirklich ganz ganz weit bringen können. Vielleicht erreichen sie nicht die Größe wie METALLICA oder andere vergleichbaren Bands, aber viel fehlt da nicht mehr. Ich schoss blitzschnell meine Bilder und ab ging es nach hinten. Arggghhhhh – mir tut mein Nacken noch immer weh, wenn ich nur daran denke. Man oh man, waren die geil. Super Sound, gute Songsauswahl, Pyros, gutes Licht und super Performing auf der Bühne. Sänger ANDERS FRIDÉN hat ein unheimliches Charisma und so eine Ausstrahlung (nein - ich bin nicht schwul!!!). Ich kann jedem nur empfehlen sich diese Band anzusehen.

Also ich kann jedem das EARTHSHAKER FEST nur empfehlen. Übersichtlich, gute Location, freundliche Security, zivile Preise, guter Campingplatz usw. OK, es gibt noch ein paar Problem: Wasser fehlt auf dem Campinplatz, die Toiletten sind etwas schlecht platziert.

 

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