Earthshaker Fest 2005

Lange hatten wir uns auf das diesjährige Earthshaker fest gefreut und nun war es endlich soweit! Da wir in diesem Jahr mit einem Ansturm von Manowar-Fans rechneten, machten wir uns etwas früher als sonst auf den Weg nach Geiselwind.

Dort angekommen, stellten wir uns in die zum Glück noch recht überschaubare Schlange am VIP Check in und holten unsere Pässe ab. Dabei erfuhren wir, dass unsere im Voraus gekauften Camping-Tickets völlig unnötig waren, da es wohl einen kostenlosen VIP-Camping Parkplatz gab. Na gut, dachten wir uns, und fuhren weiter. Unsere Sorgen bezüglich eines überfüllten Camping Platzes bewahrheitete sich nicht wirklich… ich glaube es waren nicht einmal 15 Zelte auf der Wiese! Schnell bauten wir unser Zelt auf, um es anschließend ebenso schnell wieder in seine Einzelteile zu zerlegen. Irgendwie hatten wir die Stangen vertauscht und das ganze hatte dann mehr Ähnlichkeit mit einem Hexenhaus als mit einem Zelt. Normalerweise hätte uns das wahrscheinlich gar nicht so gestört aber das Wetter machte uns dann doch etwas skeptisch - es regnete und stürmte teilweise recht stark. Natürlich schauten uns schon alle gespannt zu und fragten sich, ob wir überhaupt schon einmal ein Zelt aufgebaut hatten, grins. Naja, in den vergangenen 3 Wochen zumindest nicht…

Irgendwann stand das Zelt, wenn auch nicht wirklich vorbildlich aufgebaut (wir schoben es auf bleibende Sturmschäden vom Bang Your Head) und wir machten uns erstmal einen riesigen Topf Spaghetti. Kaum hatten wir aufgegessen, kam auch schon ein Autochen angefahren, dessen Insassen uns doch recht bekannt vorkamen: Es war Maikel im Schlepptau mit „seinen“ beiden Mädels. Das Aufbauen ihres Zeltes stellte die zweite große Herausforderung dieses Tages dar, die wir jedoch trotz mehr oder weniger erwähnenswerter Probleme meisterten.

Anschließend wurde der Kreis noch ein wenig vergrößert, nun schipperten nämlich Becher und Kelly über die Wiese und bauten ihrerseits ein Zelt in Null Komma nichts auf. (Wie langweilig :-) Irgendwann waren dann alle soweit, ein Gläschen zu sich zu nehmen (na ja, Tom und ich hatten zwischendurch schon mal an unserer Shäggy-Flasche geschnuppert und auch Maikel und Co. ließen ein wenig Wodka fließen). Nachdem eine ordentliche Mischung für den Weg in der Colaflasche war, liefen wir los, um uns die erste Band anzusehen. Das war gar nicht so leicht. Nichts hier mit zum Eingang gehen, Bändchen zeigen und ab geht`s… Neeeeeiiiinnnn, in diesem Jahr war irgendwie alles anders. Und das fing schon damit an, dass keiner, offensichtlich inklusive der Securities, wusste, wo man denn hinmuss.

Wir wurden dann also zum „Eingang“ geschickt. Da standen wir dann und wurden nicht reingelassen. Es hieß, dass erst in einer Stunde Einlass sei. Das machte mich jetzt ja doch etwas stutzig, schließlich spielte die erste Band schon und ich fragte mich, wie das wohl miteinander zu vereinbaren sei. Auch die ganzen Manowar-Shirts um mich herum verunsicherten mich ein wenig und so drängelte ich mich nach vorne und erfuhr von einem Ordner, dass wir dort bei der Manowar-Convention anstanden. NNNNNEEEEEEIIIIIINNNN. Herr im Himmel, da wollten wir ganz sicher nicht hin! Wir sind uns ja selten alle einig aber in diesem Fall waren wir das ganz sicher! Also suchten wir weiter nach dem Eingang. Wir kamen auch rein, auch wenn der Weg etwas unkonventionell war: Wir liefen quer durch den Backstagebereich, durchs Catering, kamen neben der Bühne raus und schlappten in den Zuschauerraum. Hm, egal.

Die erste Band hatten wir also verpasst. Die zweite Band, inzwischen hatte sich herumgesprochen, dass sich hinter dem angekündigten tba wohl Loudness verbergen sollten, kam auf die Bühne und „meine“ Männer waren völlig aufgeregt. Dieses Phänomen blieb mir leider unerklärlich… meine Begeisterung hielt sich in Grenzen und als dann anschließend auch noch Finntroll loslegten, konnte ich mich eigentlich nur noch damit trösten, dass anschließend Powergod an der Reihe waren! Die wollte ich ja schließlich schon seit Jahren sehen! Inzwischen war auch Nitsch eingetroffen und bewaffnet mit unseren Fotoapparaten besiedelten wir den Fotograben. Die drei ersten Songs waren leider viel zu schnell vorbei, vor allem wenn man die nicht wirklich optimalen Lichtverhältnisse bedenkt, und so verzogen wir uns neben die Bühne und freuten uns wie die Kinder. Daran waren nicht zuletzt zahlreiche Gastauftritte wie die von Schmier, Rod von den Ärzten, Ferdy Doernberg und Tom Angelripper Schuld. Ferdy hatte im Vorfeld mit den Ordnern abgesprochen, dass ich während seines Auftritts Fotos von ihm machen soll, das klappte nicht, immer wieder wurde ich mehr oder weniger höflich aufgefordert, den Fotograben zu verlassen und der arme Kerl auf der Bühne bekam schon langsam `nen dicken Hals. Naja, er hatte ja zwei Songs und der dritte Ordner, an den er sich wandte, schien ihm dann doch tatsächlich zugehört zu haben…

Da wir alle nicht wirklich wussten, wer sich hinter dem Namen Holy Hell verbarg, interessierte uns dieser Auftritt auch nur mäßig – halt nein, er interessierte uns überhaupt nicht. Nitsch und ich standen neben der Bühne, als plötzlich Stress ausbrach. Wir wurden hinter die Bühne geschoben und durften da auch nicht mehr weg. Komische Welt! Da standen wir dann also, eingepfercht zwischen den Instrumenten und warteten ab, was nun so passieren wird. Kurz darauf bekamen wir Gesellschaft. Nitsch zeigte keine Regung, na ja, da sie nicht wirklich viele Bands erkennen würde, wenn sie neben ihr hocken, verwunderte mich das auch nicht. Ich jedoch war der Meinung, dass sich soeben ganz Manowar um uns herum versammelt hatten. Nachdem sich dann erstmal der Drummer vorgestellt hatte – Nitsch hatte natürlich noch immer keinen Plan – versuchte ich ihr ganz unauffällig zu erklären, wer denn die etwas in die Jahre gekommenen Herren waren.

Und so erfuhren wir dann doch noch, wer sich hinter Holy Hell verbargen und wiese bei dieser Band so ein Aufstand gemacht wurde. Bei der Sängerin handelte es sich um die Freundin vom DeMajo und außerdem sang Eric ein Duett mit ihr. Na gut, als bekennender nicht – Manowar-Fan viel ich weder in Ohnmacht noch warf ich meinen BH auf die Bühne, ich unterhielt mich lieber mit den Jungs von den Traceelords bzw. Powergod! Irgendwann hatte der Spuk ein Ende und wir durften in Richtung Hotel, wo ich endlich zum Klo konnte. An der ersten Ecke prallte ich gleich mit Eric zusammen, der mir hektisch erklärte, er habe ganz vergessen, die Rose an das Mädel zu geben. Na wenn er meint, dacht ich mir und ging weiter. Eigentlich hätte er ja hören müssen, dass sich das keiner mehr auf der Bühne befand.

Als ich zurück war, stand er wie begossener Pudel da und erzählte uns seine Rosen-Story. Keine Bange, ich werde sie an dieser Stelle nicht ausführlich wiedergeben, nur so viel: Die Rose wanderte dann weiter zu Nitsch, diese freute sich wie Knülli Bülli und Eric quatschte uns weiter einen Pickel ans Ohr. Unterbrochen wurde er nur von seinem Drummer, der offensichtlich Angst im Dunkeln hat, weshalb sonst wollte er uns wohl dazu bringen, bei ihm zu übernachten… Irgendwann wurde mir das ganze zu doof, zumal sich jetzt auch noch so ein aalglatter Fuzzi dazugesellt hatte, der mich mit seinem Geschleime wirklich rasend machte, und so schaute ich mir noch Justice an. Irgendwann fiel ich dann halbtot ins Zelt, wo Tom schon seit Stunden schlummerte…

Der Freitag fing dann so an, wie eigentlich fast der ganze Tag weiterging… regnerisch. Wir brutzelten uns unser Frühstück, kotzten über das Wetter ab und warteten darauf, dass die Zeit verging und wir endlich zu Symphorce gehen konnten. Und das lohnte sich dann wirklich! Der Regen gönnte sich eine kleine Auszeit und so konnten die Jungs auf der Bühne vor einem für diese Uhrzeit doch bemerkenswert großen Publikum losrocken. Viel zu schnell war die dreiviertel Stunde vorbei und wir verzogen uns in die Halle um einen Kaffee zu trinken. (Ja, einen Kaffe, auch wir werden schließlich älter, grins). Die nächsten Stunden verbrachten wir damit, zwischen der Halle und dem Fotograben hin und her zu rennen. Abgesehen von Evidence One spielte ja eigentlich keine Band, die ich unbedingt sehen wollte, auch wenn Exilia mich wirklich beeindruckt haben! Bei Rhapsody machten sich dann unzählige Leute auf den Weg vor die Bühne und ich fragte mich schon, ob ich vielleicht ne falsche Running Order hatte. Nö, hatte ich nicht. Mir ist aber bis heute nicht so ganz klar, ob die nun wirklich alle antrabten, um sich Rhapsody anzuschauen oder ob die Tatsache, dass Christopher Lee auch dabei sein sollte, diese Völkerwanderung verursachte. Christopher Lee erschien nicht, und ich verduftete auch ziemlich schnell wieder…

So langsam spürte ich die Nachwehen der doch recht kurzen Nacht, ich hätte mich wahrscheinlich direkt neben einen Monitor legen können und wäre trotzdem eingepennt! Aber bis zu Force of Evil wollte ich unbedingt bleiben, schließlich war das eine der wenigen Bands, die ich an diesem Wochenende wirklich sehen wollte. Auch Nitsch, durch meine Schwärmerei neugierig geworden, kämpfte gegen ihre Müdigkeit und blieb. Die Band war dann auch richtig geil, nur ich leider völlig am Ende. Kein Wunder also, dass ich danach zum Zelt schlurfte und das Knipsen der restlichen Bands Tom überließ…

Der Samstag fing schon mit einer ordentlichen Änderung der Running Order an. Grund dafür war, dass den Göttern des Tages (So würden sie sich wohl selbst bezeichnen) einfiel, dass sie doch eigentlich drei Stunden anstatt der geplanten zwei spielen wollen. Super, ich konnte meine Euphorie ja kaum noch bändigen. Die ersten Stunden latschten Nitsch und ich eher ziellos über`s Gelände und warteten darauf, dass Destruction anfingen. Anschließend ging es dann gleich mit Primal Fear weiter… Wir ernteten verständnislose Blicke der um uns herum stehenden (her man, nur weil man mal ein wenig mitsingt und bangt?), ließen uns davon jedoch in keinster Weise beeindrucken sondern legten noch einen Zahn zu. Die Begeisterung ließ bei Masterplan irgendwie rasch nach, weshalb konnten wir beide nicht wirklich sagen. Jedenfalls machten wir uns nach einigen Minuten auf die Socken ins VIP-Zelt und konnten es selbst nicht glauben, dass wir freiwillig gegangen waren…

Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir auf der Tankstelle. Jaaaa, es ist nicht unbedingt ein Ort, an dem man sich bei nem Festival aufhält aber ehrlich gesagt waren das glaub ich die lustigsten Stunden des Wochenendes! Wir trafen Andi-Ingor, den wir vom letzten Jahr kannten, und lachten uns einfach nur schlapp. Er und sein Kumpel berichteten uns von ihren Festivalerlebnissen und was sie so alles angestellt hatten. Um es kurz zu machen: Es war einfach unglaublich!

Nachdem wir J.B.O. verpasst hatten, wollten wir aber wenigstens nochrechtzeitig zu Dimmu Borgir kommen. Wir nahmen die Füße in die Hände und flitzten los. Das eigentliche Highlight des Tages fand dann später in der Halle statt. Schließlich wollte Kai Hansen zusammen mit Stormwarrior alte Helloween-Songs spielen. Ohhhhh man, ich konnte es kaum erwarten, nervte Nitsch und schließlich positionierten wir uns neben der Bühne und warteten. Also mal als kurze Ansage an alle, die das nicht gesehen haben: Ich habt aber so was von was verpasst, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Ich war kaum noch zu halten, grölte mir die Seele aus dem Leib und fragte mich, wieso man nicht einfach diesen Set um ne Stunde verlängert hatte!

Alles hat leider ein Ende und das Ende von Stormwarrior kam viel zu schnell. Von der Neugier getrieben – und immernoch Helloween-Songs grölend – latschten wir mit der Masse zur großen Bühne. Da ich an meinem Leben hänge und nicht bei einem der nächsten Konzerte von einem Manowar-Fan erschlagen werden will, sage ich einfach nur eines: Nee, ich sag lieber nichts, eigentlich kann man dazu auch nichts sagen.

Die letzte Band an diesem Abend war für mich Abandoned. Schade, dass sie so lange auf ihren Auftritt warten mussten und nun kaum noch einer die Energie aufbrachte, seinen Hintern in die Halle zu bewegen, gelohnt hätte es sich! Aber auch ich ging bald zu meinem Zelt und machte mich lang (soweit das meiner Körpergröße möglich ist).

In der Hoffnung, dass es im Jahr 1 nach Manowar wieder ein normales Festival wird freuen wir uns jetzt schon auf das Earthshaker Fest 2006!!!