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Magic Circle Festival 2007 Als ich Wochen vor dem Festival eine Pressemitteilung erhielt, die mich über ein von Manowar veranstaltetes Festival, welches nur 10 Euro Eintritt kosten sollte, informierte, fühlte ich mich verscheißert und löschte die Mail. Getrieben von dem Gedanken, an dem ganzen könne doch etwas dran sein und ich würde es verpassen, suchte ich im Internet und stieß doch tatsächlich auf die offizielle Seite des Magic Circle Festivals. Hm, 10 Euro... Ich bin ja bekanntermaßen kein Mitglied der Manowar-Fangemeinde (oh welch Untertreibung) aber bei 10 Euro Eintritt könne man sich das ganze ja noch einmal genauer durch den Kopf gehen lassen. Ein Blick auf das übrige Billing ließ eigentlich nur einen Entschluss zu: Ab nach Bad Arolsen! Majesty, Gamma Ray und Stormwarrior, das waren Argumente genug! Von Stormwarrior war ich vor zwei Jahren ja so begeistert, als sie beim Earthshaker zusammen mit Kai Hansen einige alte Helloween-Songs gespielt hatten und da auch Gamma Ray beim Magic Circle Festival auftreten sollten, hoffte ich auf eine Wiederholung des Spektakels. So war es also beschlossene Sache, ich kaufte zwei Tickets und glaubte es selbst nicht, ICH würde zu Manowar fahren, tztztz. Am Freitagabend, also vor dem offiziellen Beginn des Festivals, kam mir zum ersten Mal an diesem Wochenende die Galle hoch. Auf der Suche nach ner Running Order durchkämmte ich die Website des MCF und fand dort auf einmal Running Orders für zwei Tage, nämlich für Freitag und Samstag. An meinem Verstand zweifelnd kramte ich mein Ticket raus: Nee, da stand deutlich der 7.7., nichts von Freitag und Samstag. Na suuuuuper, auch wenn das Billing fast identisch mit dem vom Samstag war, ich fand das schon ein starkes Stück. Na egal, ich beruhigte mich damit, dass es sich bei dem Headliner ja nur um Manowar handelte und ich die nun wirklich nicht zweimal brauchte. Am Samstag früh machten wir uns dann auf die Socken und kamen recht gut durch. Die Probleme begannen erst in dem idyllischen Örtchen Bad Arolsen. Eigentlich sollte es ja nicht schwer sein, eine Kaserne zu finden, so sollte man meinen. Denkste! Die meisten Einheimischen wussten nicht so richtig, wo sich ihre Kaserne befindet, was dazu führte, dass wir eine Stadtrundfahrt machten. Als wir dann auch noch auf den Parkplatz eines Getränkelandens geschickt wurden (und da fand das Festival definitiv nicht statt!), hatte ich schon die Nase voll... Auch die Taktik, anderen Metallern nachzufahren, führte in eine Sackgasse WORTWÖRTLICH! War ja auch klar, dass Manowar es nicht für nötig halten, wie jedes andere Festival mal ein paar Hinweisschilder aufzustellen. Irgendwann kamen wir dann am Gelände an. Das heißt aber nicht, dass wir es nun geschafft hatten, nee nee, jetzt ging das Theater erst richtig los (schon bei der Erinnerung daran steigt mein Blutdruck auf lebensbedrohliche Werte). Der erste Eingang war für VIPs, der zweite der Parkplatz für VIPs, der dritte dann wieder was anderes, der vierte für Wohnmobile und so ging es weiter. Jeder schickte uns zu einem anderen Eingang und so kreiste die Autokaravane durch das Kaff. Nachdem ich dann vom Eingang Nummer 1.765.346 (hierbei handelt es sich um einen gefühlten Wert, der durchaus von dem realistischen abweichen kann) zum Wohnmobileingang geschickt wurde, der laut Aussage des netten Herren gleichzeitig die Einfahrt zum normalen Campingplatz sein sollte, fühlte ich mich dem Ziel nahe... WELCH NAIVITÄT Ich bekam mit, wie der Autofahrer vor mir zum Wenden aufgefordert wurde. Er sollte zu dem Eingang fahren, von dem ich gerade hierher zurückgeschickt wurde. Ruhig bis 20 zählen ging jetzt rein zeitlich nicht mehr ... Ich fuhr also auf den Security zu und erklärte ihm in einem sachlichen Ton, dass er mir jetzt nicht sagen soll, dass ich woanders hinfahren soll, das werde ich nämlich nicht tun. Ich informierte ihn, dass ich seit einer Ewigkeit von Eingang zu Eingang geschickt werde und nun die Schnauze voll hätte. Ich zeigte ihm unsere Tickets und erklärte, er könne jetzt machen was er will, ich fahre da jetzt rein, ob das nun eine Einbahnstraße, eine Wohnmobileinfahrt oder was weiß ich was ist, sei mir sch...egal, ich hab jetzt die Sch.... voll. Holger sagte nur noch, dass ich das eh nicht tun würde und wurde eines besseren belehrt. Von ungläubigen aber auch neidischen Blicken Anderer (die sich wohl genauso verarscht fühlten, sich aber trotzdem den sinnlosen Anweisungen beugten) verfolgt heizte ich also auf das Feld, stellte mein Auto dort ab und wir begannen, unser Zelt aufzubauen. Nachdem wir damit fertig waren, gingen wir zum Einlass. Dort war es nicht wirklich voll, was aber auch schon die recht spärliche Besiedelung des Campingplatzes erahnen ließ (naja, wie soll es auch voll sein, wenn keiner drauf kommt, grins). Aber eines muss man ja wirklich zugeben, so viele Dixis wie dort habe ich bisher noch bei keinem Festival gesehen, das war schon nicht schlecht. Die Eingangskontrollen hinter uns gelassen, stützten wir uns ins Getümmel. Fast. Erstmal mussten wir bis zum Getümmel vordringen, es handelte sich hier um ein ziemlich weitläufiges Gelände, da hatte man schon einen kleinen Fußmarsch bis zur Bühne vor sich. Da aber immer wieder ein Stand am Weg stand, hatte man genug zu gucken und zu hören auch, ein russischer Imbiss überdröhnte alles mit Accept-Songs. Diejenigen, die bereits am Vortag dagewesen waren, konnte man leicht an ihren schlammverschmierten Hosen erkennen. Offensichtlich hatte es das Wetter am Freitag nicht ganz so gut mit den Metallern gemeint. Und mit den Nicht-Metallern natürlich auch nicht, aufgrund des geringen Eintrittgeldes mischten sich nämlich immer wieder Normalos aus der Umgebung unter das Publikum und musste erkennen, dass es sich auch bei langhaarigen wild Aussehenden um ganz normale Menschen handelt, die auch in einem solchen Rahmen durchaus nicht aus demselbigen fallen müssen :-). Alles in allem war es wirklich eine nette Atmosphäre, die Sonne schien, der Boden gab zwar schon etwas unter den Füßen nach, konnte aber noch lange nicht mit einem richtig versüfften Wacken- oder Earthshakerboden mithalten und sogar bis zur Bühne konnte man noch vorlaufen. Das war auch gut so. nachdem ich schon Heavenly, Mob Rules und Lion´s Share verpasst hatte, juckte es mir doch schon im Zeigefinger ... ich wollte endlich mal ein paar Bilderchen machen! Das tat ich dann auch, die erste Band, die mir diesbezüglich zum Opfer fiel, war DSG. Als Nicht-Manowar-Fan sagte mir dieser Bandname überhaupt nichts, dementsprechend dankbar war ich dem Ansager dann, dass er für Dummis wie mich extra betonte, es handle sich um ein ehemaliges Mitglied der Lederkombo (ich glaube, er hatte das anders formuliert). Die Musik war nicht schlecht, überhaupt war das gesamte Billing wirklich genial, wir gingen trotzdem noch einmal zum Zelt zurück, da wir beide inzwischen ziemlich im Eimer waren und uns noch mal ausstrecken wollten. Als wir bei dem großen Manowar-Truck kurz hielten, kam ein Quad auf uns zu und hielt genau vor mir. Während ich noch dachte, dass mir der große Kolben (ich rede hier von der Nase, das sollte man als Frau bei dieser Band vielleicht besser dazu sagen!) doch irgendwie bekannt vorkommt, quatschte De Majo auch schon auf uns ein. Sie wollen, dass es das beste Festival der Welt wird, wenn uns irgendwas nicht gefällt tut es ihm leid, Verbesserungsvorschläge sollen wir auf der Website äußern usw. Ich überlegte kurz, wie der Vorschlag einen anderen Headliner zu wählen wohl ankommen würde, verwarf den Gedanken aber ganz schnell wieder. Man muss ja mal fernab von allen Vorurteilen, die ich EVENTUELL gegen diese Band habe zugeben, dass das wohl kaum jemand macht: Mit einem Quad mitten durch die Massen zu fahren und überall zu halten und für ein Gespräch zu Verfügung zu stehen. Auch wenn das alles nur für eine DVD war, er hat es getan und dafür ziehe ich mein Hütchen! Nach dieser kleinen Einlage setzten wir unseren Weg zum Zelt fort. Ursprünglich wollten wir zu Messiah´s Kiss wieder nach vorne gehen, bekamen unsere Hintern aber nicht wirklich hoch. Daraufhin beschlossen wir, zu Holy Hell loszulaufen. Nicht, dass die mich jetzt megamäßig interessiert hätten, ich hatte ja auch sie schon beim Earthshaker 2005 gesehen, aber ich ahnte, dass dem Publikum auch hier wieder ein Duett von dem Manowar-Sänger und der Holy Hell-Sängerin geboten werden würde. Nunja, so richtig pünktlich kamen wir nicht an der Bühne an. Genauer gesagt hörten wir auf dem Weg das Duett (Dank der MEGAANLAGE waren die Bands immer zu hören) und als wir vor der Bühne ankamen, hatte sich der nette Herr gerade von derselben verdünnisiert. Na supi! Aber ein paar Bilder von Holy Hell konnte ich noch machen, wenigstens etwas. Anschließend gingen wir zielstrebig auf den großen Jack Daniels Truck zu. Dieser entpuppte sich jedoch als Mogelpackung, zu trinken bekamen wir Jim Beam. Auch egal, Hauptsache es schmeckt. Als nächstes spielten dann Stormwarrior jippi jippi yeah. Man was hatte ich mich auf die gefreut. Aber was soll ich sagen, so richtig sprang der Funke an diesem Tag nicht über. Ich weiß nicht woran es lag, war es das weitläufige Gelände, die Helligkeit? Keine Ahnung aber mit dem Auftritt vom Earthshaker konnte dieser hier nicht mithalten. Auch als Kai Hansen dann endlich auf die Bühne hüpfte, änderte sich da nichts dran. Vielleicht war ich auch einfach nur groggy, den anderen schien es jedenfalls gefallen zu haben. Aber dann ... Majesty kamen endlich auf die Bühne. Ich als bekennender Majesty-Fan (weshalb haben die nicht den Headliner gemacht? :-) freute mich ohne Ende und auch Holger vergaß seine schmerzenden Mandeln zeitweise. Dass aber auch mein Favorit des Tages nun Lobeshymnen auf Manowar sang, stieß mir schon bitter auf... Ich drängelte mich nach vorne und bemühte mich, das Fotografieren und Feiern unter einen Hut zu bekommen. Das gelang mir auch einigermaßen, auch wenn ich in regelmäßigen Abständen in den Matsch neben mir hüpfte. Wie immer war der Auftritt zu schnell zu Ende, der Himmel zog sich zu und wir ahnten schlimmes. Bis zum Russenstand schafften wir es noch ohne nass zu werden. Dann war Schicht im Schacht. Der Himmel heulte, als hätten Hammerfall ihre nächste Headlinertour abgesagt (ups, unqualifizierte Aussage der Verfasserin) und wir warteten erstmal unter einem Schirmchen wo jetzt ne Manowarscheibe lief. Junge war da was los :-). Irgendwann nieselte es nur noch ganz leicht und wir machten uns auf die Socken zum Zelt. Dort legten wir dann noch ne kleine Faulenzerrunde ein, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Gelände machten, wo wir noch die letzten Gamma Ray Songs hörten. Mein Grauen vor dem Betreten des Geländes (ich fürchtete nach dem Regen gnadenlos im Matsch zu versinken) erwies sich erfreulicherweise als unbegründet. Inzwischen war überall Rindenmulch oder irgend ein Zeugs verteilt worden, sodass man sich trotz des Regens noch gut fortbewegen konnte. Nochmal Hütchen ab: So schnell hat bisher noch kein Festivalveranstalter reagiert zumindest bei keinem Festival wo ich war... Nun war es also soweit, die in Leder bekleideten Männer betraten die Bühne und das Volk tobte. Ich hab mir wirklich Mühe gegeben, richtig gute Laune zu haben und zu feiern, gaaaaanz wirklich. Aber so richtig ist es mir nicht gelungen. Spätestens als dann wieder ein knapp 30minütiger Vortrag des Hobbyquad-Fahrers folgte, hatte ich ein Déja vu. Beim Earthshaker hatte mich das dazu gebracht, das Gelände zu verlassen. Und am liebsten hätte ich das auch hier getan. Irgendwann ging es dann aber doch weiter, wir hörten uns noch ein paar Songs an und ich verbrachte meine Zeit lieber damit, die Fans zu beobachten und zu knipsen. Manowar waren ganz sicher nicht schlecht, nein ich bin mir sogar sicher, dass sie gut waren aber in diesem Leben wird das nichts mehr mit mir und denen. Ist ja auch wurscht, sie haben ja ne recht stabile Fanbasis, das muss man neidlos anerkennen und da sind sie auf einen kleinen Zwuckel wie mich schon gar nicht angewiesen :-). Ich war froh, dass auch Holger nicht bis zum letzten Song bleiben wollte und so gingen wir vor dem großen Ansturm zum Zeltplatz. Da wir einen langen Tag hinter uns hatten, schliefen wir schnell ein und konnten uns dafür am nächsten Morgen recht früh auf den Heimweg machen.
Fazit: Die Suche nach der Einfahrt sei an dieser Stelle mal ausgeblendet, meine persönliche Meinung zur Band auch... Es war ein Festival, welches in mancher Hinsicht als Beispiel für andere dienen könnte. Als erstes ist hier natürlich der Ticketpreis von 10 Euro zu erwähnen. Es bleibt abzuwarten, ob sowas in Zukunft noch einmal realisierbar sein wird, schön wäre es. Auch das eine Band zwei Abende hintereinander für ihre Fans auf die Bühne geht, ist meiner Meinung nach grandios, wer hat das bisher schon gemacht? Die Onkelz und Blind Guardian, sonst noch wer? Kein Animus. Das gesamte Billing war gut zusammengestellt, kein Gegrunze öder ähnliches, wer einfachen Metal mag, konnte sich jede Band anschauen und davon ausgehen, dass sie ihm mehr oder weniger gefällt. Dann das Campinggelände und die Dixis: Aufgrund des weitläufigen Geländes gab es keine Drängeleien und Anstehen an den Dixis war sowieso nie nötig. Wie bereits erwähnt wäre es auch schön, wenn alle Veranstalter so schnell bei Regen reagieren würden!!! Die T-Shirtpreise sollten jedoch UNBEDINGT noch einmal überarbeitet werden, oder stellten diese den Ausgleich zu den Ticketpreisen dar? Also, sollte das Magic Circle Festival auch im nächsten Jahr noch einmal stattfinden und das Billing nach meinem Geschmack sein, bin ich wahrscheinlich wieder dabei.
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