Wacken Open Air 2002

Auch wenn das Wetter dieses Jahr nicht so mitspielte, auch dieses Jahr war das W.O.A. wieder ein endloses Partywochenende. Naja, eigentlich hat das Wochenende ja schon am Mittwoch Abend mit der Abfahrt in Ludwigsburg begonnen.Nachdem wir Donnerstag früh den Rest der Chaoten in Itzehoe an Bahnhof eingesammelt hatten und die Schlange am Backstageeingang hinter uns gebracht hatten, war auch schon der Inhalt der ersten Flasche unseres Jack Danielsvorrats` auf unheimliche Weise verschwunden...

Alex und ich düsten dann schnell in die erste Reihe, sie wollte unbedingt ihren Stratovarious- Fuzzi (Tolkipelto) sehen, und machten uns dort breit. Da danach aber eh Blaze spielten, war die erste Reihe sowieso Pflicht! Pünktlich zur Umbaupause fing es wie wild zu stürmen und regnen an, so daß sich das Festivalgelände allmählich in ein Sumpfgebiet verwandelte. Nach einer Stunde wildem Rumgehüpfe und Gegröle gingen wir zum Zelt zurück, um dort festzustellen, daß der Sturm in der Zwischenzeit unsere neue Errungenschaft, einen Pavillon, zerbogen und umgeworfen hatte. Da es immernoch wie aus Eimern schüttete (schönen Gruss an den Wetterbericht!), kroch ich in mein Zelt und verzichtete auf Doro und Rose Tattoo.

Freitag früh war dann das gesamte Gelände abgesoffen und die Duschen kalt. Wir holten uns unsere 2.50 Euro, die wir für eine warme Dusche geopfert hatten, wieder und wärmten uns halt ersatzweise von innen :-). Nach einigen Stunden hat der Veranstalter es dann doch geschafft, Stroh zu verteilen und Paletten auszulegen, damit man sich wieder einigermaßen vorwärts bewegen konnte. Ich weiß ja auch nicht, ob sie das Stroh erst aus anderer Leute Köpfe zusammengesammelt haben, oder weshalb es so lange gedauert hat. Aber vielleicht fehlten einfach die finanziellen Mittel, da wegen der großspurig angekündigten humanen Preise nicht genug Geld in die Kasse kam. Vielleicht könnten die Festivalbesucher nächstes Jahr freiwillig 5 Euro anstatt drei für ein Stück Minipizza oder auch 6 Euro statt 4 für einen Hot Dog zahlen... Egal, wir hatten unsere 18 Flaschen Jack Daniels dabei und liefen somit nicht Gefahr zu verdursten! Das Ergebnis war, dass ich irgendwann zusammengerollt vor meinem Zelt lag und nicht einmal den Besuch von Oscar (Hammerfall) mitbekam.

Als ich dann wieder einen Fuss vor den anderen setzen konnte, ging ich mit Tom zur Bühne, um das frisch ausgestreute Stroh zum "Strohpogen" zu benutzen (mein persönliches Highight des Festivals :-)) ). Die anderen kämpften sich heldenhaft von Jackyflasche zu Jackyflasche, während ich auf die abwegige Idee kam, mir mal ein paar Bands anzuschauen. Mitten in der Nacht trafen wir uns dann bei dem Gig von Warlord wieder, wo ich zugegebenermaßen schwächelnd auf dem Boden hing. Samstag früh war ich dann pünktlich zu Stormwitch wieder fit und raste mit meinen Flyern durch die Gegend (äh, sollte ich jemanden übersehen haben: www.generation-records.de). Bei Vicious Rumors hab ich es dann endlich geschafft, Vogel mal zu treffen - und ihn noch schneller wieder zu verlieren! Die anderen waren schon wieder fleißig am Jackyvernichten... da ich immernoch vom Vortag zehren konnte hab ich mich vornhem zurück gehalten :-)). Wir bekamen dann noch netten Besuch einer Blondine, die wohl die Begründerin des Blondinenimages ist, wahrscheinlich hatte sogar sie sich als Spenderin für das notwenige Stroh am Vortag angeboten... Egal, lustig war es und ich hab gelernt: Achte immer auf die fallenden Feuerzeuge deiner männlichen Begleiter! :-))) Ihre Tanzeinlage hab ich leider verpaßt, da ich NÜCHTERN (wie geht das denn???) in meinem Zelt lag und an der nicht vorhandenen Matratze horchte.

Die Rückfahrt gestaltete sich dann als etwas länger als eingeplant, die Straßen waren dicht und wir hatten 14! Stunden Zeit, um die Autobahn als "Kissenschlachtaustagsort" zu mißbrauchen und andere Autofahrer zum Wahnsinn zu treiben. Alles in allem war es wieder ein anstrengendes aber obergeniales Festival - metallisch halt :-)