Wacken Open Air 2006

Auch in diesem Jahr versprach der Wetterbericht ein recht feuchtes Wacken, das zumindest wurde mir von Holger im Vorfeld unzählige Male auf die Nase gebunden. Mein eigens für dieses Wochenende ausgeliehener großer Sonnenschirm bekam also Urlaub und verbrachte diesen in meinem Auto.

Wir stopften unsere Sachen in Holgers Clio – was sich schon als die erste Herausforderung des Wochenendes herausstellte – und machten uns auf den Weg. Dass ich es auch dieses Mal nicht schaffte, ohne unfreiwillige Umwege durch Hamburg zu kommen, brauch an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden, alles andere wäre ziemlich verwunderlich…

Dafür blieb uns der obligatorische Wackenstau erspart und auch der Parkplatzgott meinte es gut mit uns. Wir stellten unser Autochen direkt am Backstage Check In ab und reihten uns in die erschreckend lange Schlange ein. Wie erwartet standen wir da dann auch eine Weile, ich hab verdrängt wie lange es war… Zwischendurch liefen uns immer wieder bekannte Gesichter über den Weg – auch die Metal Train Crew musste ihre Pässe in diesem Jahr persönlich abholen – und so wurde die Wartezeit ein wenig verkürzt.

Irgendwann saßen wir dann endlich wieder im Auto und da war er…. Der STAU!!! Wir kamen nicht einmal von der Supermarkteinfahrt auf die Strasse, ganz toll. Auch das Wissen, man braucht ja nur ca. 200 Meter auf der Hauptstraße im Stau verweilen ist wenig tröstend, wenn man GAR nicht vorwärts kommt. Aber es hätte schlimmer kommen können – wir hätten wie hunderte Andere noch in der Schlange stehen können, bei dem gerade einsetzenden Platzregen keine nette Vorstellung. Nach ca. 45 min hatten wir die rettende Kreuzung zum Backstage-Campingplatz erreicht und bogen ab. Von nun an ging alles ziemlich schnell, wir fuhren bis nach ganz vorne, in der Hoffnung, unser kleines Zeltchen würde schon noch irgendwo dazwischen passen. Und so war es auch. Als wir gerade etwas planlos vor unserem Auto standen, hörte ich eine bekannte Stimme rufen: „Hallo Metalmaus, hier bei uns ist noch Platz!“ Tine und Markus hatten sich dort schon eingenistet und wurden von uns als Wackennachbarn auserkoren.

Das Zeltaufbauen ging dank meines neuen „Ich-baue-mich-fast-ganz-alleine-auf-Zeltes“ recht schnell und so konnten wir bald mit unseren Nachbarn auf ein schönes Wacken anstoßen. Anschließend beschlossen Holger und ich, einen Supermarkt zu plündern. Um dem Stau in Wacken zu entgehen, fuhren wir irgendwelche Schleichwege und landeten in einem Dorf, auf das sich das W:O:A: offensichtlich noch nicht ausgewirkt hatte. Wir waren die einzigen Langhaarigen weit und breit. Schon komisch, einen Wackeneinkauf ohne Gedrängel – das hatte ich noch nie! Da es beim Plus keinen Shäggy gab, kaufte ich ne Flasche Billigfusel und hoffte, es nicht bitter zu bereuen. Als der Einkauf dann im Kofferraum verstaut war, fiel mir ein, dass ich Tine ja ne Flasche Shäggy mitbringen sollte, die gingen wir dann noch schnell kaufen und ich entschied mich, trotzdem bei meinem Fusel zu bleiben.

Zurück am Zelt wurde erstmal (zum zweiten Mal) auf eine gute Nachbarschaft angestoßen. Anschließend starteten wir einen kleinen Rundgang über´s Gelände. Holger kehrte danach zurück zum Zelt und ich versuchte, ein paar Bilder von Victory zu machen. Es war doch recht voll vor der Bühne, Kunststück wenn nur eine Band spielt und tausende hungrige Wackenbesucher, die ja schließlich ein Jahr auf dieses Wochenende gewartet hatten, losstürmen um endlich ein paar Figürchen auf ´ner großen Bühne zu sehen. Das ist zumindest meine Erklärung… ne andere plausible fällt mir jetzt nicht ein. Ich war weniger begeistert und zog es auch vor, zum Zelt zurückzukehren und dort den Grill anzuwerfen. Dem kleinen privaten Grillfest fiel dann auch der Auftritt der Michael Schenker Group zum Opfer… Naja, gehört haben wir sie ja, grins.
Zu den Scorpions rafften wir uns dann doch auf, so genau weiß ich gar nicht weshalb aber wir taten es. Eigentlich war es auch gar nicht mal so schlecht, das Wetter war inzwischen recht gut, die Stimmung auch und auch gegen die Band lässt sich jetzt nicht so wirklich was sagen. Für Scorpions-Fans muss es jedenfalls der Hammer gewesen sein, die Spieldauer war schon beeindruckend, für unseren Geschmack jedoch etwas zu lange und so verdünnisierten wir uns kurz vor Ende in den Backstagebereich. Sehr spät fielen wir an diesem Tag nicht ins Zelt…

Und das war auch gut so! Denn am nächsten Morgen konnte man es auch nicht sehr lange in dem Teil aushalten. Ich weiß ja nicht, was mit dem Wetterfrosch von Wetter.de los war aber eines wusste ich ganz sicher: Der Sonnenschirm in meinem Auto in Berlin befand sich definitiv am falschen Ort! Meine erste – fast erste :-) – Amtshandlung dieses Tages bestand darin, unser feudales Frühstück vorzubereiten, während Holger Kaffee kochte. Unsere Nachbarn krabbelten auch langsam aus ihrem Zelt und so frühstückten wir gemeinsam. Die Schlange vor dem Duschcontainer wirkte nicht sehr einladend und so schlug ich vor, doch ins Schwimmbad zu fahren, unsere Badesachen hatten wir ja eh dabei. Dachte ich… Aber ich hatte Wetter.de vergessen! Meine Empfehlung, eine Badehose einzupacken wurde offensichtlich angesichts der Wettervorhersage als VÖLLIG überflüssig empfunden und die ca. 3 Quadratmillimeter Platz in der Tasche gespart. Kurz: Der Herr hatte nix Badehose. Egal, duschen könne man ja trotzdem fahren, dachten wir uns und fuhren los. Was für eine beknackte Idee!!! Wie kann ich nur denken, dass ein Schwimmbad, zu dem ALLE freien Zutritt haben, weniger überlaufen ist als der Backstageduschcontainer! Na zumindest ergatterten wir einen Parkplatz direkt vor dem Eingang. Sooo voll fand ich die Schwimmbecken dann doch gar nicht – das lag wohl daran, dass auch andere es für schlau gehalten hatten, mal bei Wetter.de vorbeizuschauen, grins. Ein Blick in die Duschräume löste dann fast eine Herzattacke bei mir aus – und da wusste ich noch nicht einmal, dass es hier nur kaltes Wasser gab! Ich überlegte kurz, ob ich mich wirklich in die Schlange einreihen sollte, da ich andererseits jedoch meine Zeit damit verbringen würde, auf Holger zu warten, stellte ich mich zwischen die Mädels.

Nach gefühlten 1285 Stunden war ich dann endlich fertig und fand Holger draußen auf der Wiese sitzend vor. Tja, seine Gedankengänge waren nicht ganz so wie die meinen verlaufen: Ihm war die Schlange auch zu lang gewesen; er hatte sich aber gar nicht erst angestellt sondern gleich auf mich gewartet, ganz toll…

Wir fuhren zum Gelände zurück und gönnten uns erstmal ein kleines Becherchen Fuselgemisch. Die erste Band, die ich gerne sehen wollte, war Nevermore und bis zu denen hatten wir noch eine ganze Menge Zeit. Wir nahmen uns vor, einen Rundgang über das Gelände zu machen, da in dem Moment jedoch Tine und Markus kamen, wurde das Vorhaben kurzerhand über den Haufen geworfen und die Grillsachen ausgepackt. Und so verging die nächste Stunde wie im Flug. Meine Hoffnung, ich würde mich danach etwas weniger alkoholisiert fühlen wurde – wie immer – nicht erfüllt. Nachdem wir uns vollgefuttert hatten, machten wir uns dann doch mal auf den Weg in den Backstagebereich. Sehr weit kamen wir jedoch nicht, wie das in Wacken so ist, man läuft immer jemandem über den Weg, den man kennt und schon ewig nicht mehr gesehen hat. So war es auch diesmal. Kaum an den Dixis vorbei, kamen uns ein paar von der Metal Train Crew entgegen. Keine 5 Meter weiter stand dann Franky (Ex-Holy Moses), bei dem wir auch eine Weile stehen blieben. Ich weiß nicht, wie lange wir für die ca. 100 Meter bis zum Festivalgelände brauchten aber es war ´ne ganze Weile. Kein Wunder also, dass wir den Anfang von Nevermore verpassten. War auch nicht soooo schlimm, irgendwie hatten sie mir beim letzten Mal besser gefallen und an Fotos machen war bei der Masse auch nicht zu denken. Ich habe es zwar mal kurz versucht, das Ergebnis war jedoch so kläglich, dass ich ganz schnell wieder aufgegeben habe.
Es dauerte nicht lange und wir gingen wieder zurück in den Backstagebereich, wo inzwischen auch die Primal Fears eingetroffen waren. Unnötig zu erwähnen, dass wir auch bei ihnen einen kleinen Stopp einlegten. Da Holger und ich IN EXTREMO sehen wollten, gingen wir recht bald wieder zurück zum Gelände und versuchten, einen einigermaßen guten Platz zu ergattern. Gar nicht so einfach wenn man so ein Sitzriese wie ich ist! Auch dieses Mal habe ich wieder versucht, mich mit meiner Knipse durch die Massen zu drängeln… ganz unkluge Idee… Das sah ich dann relativ schnell ein und kehrte zurück zu Holger. Wie immer waren zahlreiche In Extremo-Fans angereist, die nun für ordentlich Stimmung sorgten. Auch wenn ich zugegebenermaßen nicht zu den eingefleischten Fans dieser Combo gehöre, war es durchaus amüsant, sich den Auftritt anzusehen. Grund dafür waren nicht zuletzt die aufwendige Bühnendeko und natürlich die Kostüme. (Naja, und die fünf völlig ausflippenden Mädels vor mir, die eigentlich eine eigene Bühne verdient hätten, grins).

Nachdem In Extremo die Bühne verlassen hatten, beschloss Holger, er würde jetzt versuchen eine freie Dusche zu ergattern. Das traf sich gut, Tine und ich nahmen den Cocktailstand in Beschlag, fanden immer wieder einen Anlass, uns gegenseitig einzuladen und auch der nette Herr auf der anderen Seite der Theke schien einen guten Tag zu haben. Mit einem freundlichen: „Wir sind doch nicht zum Spaß hier!“ ließ er den alkoholfreien Teil unseres Cocktails mal eben weg und wünschte uns viel Spaß. Uiuiuiui, den hatten wir dann auch. Naja, Tine war erstmal bemüht, ihren Freund davon abzuhalten, sein Schottenröckchen permanent zu lüften und somit die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zu lenken. Er konzentrierte sich dann lieber darauf, leere Gläser an seine Brustwarzen zu heften und war somit beschäftigt. Da er den Inhalt der von ihm verwendeten Gläser jedoch zuerst in sich geleert hatte, dauerte es nicht lange, bis er sich auf eine Bank legte und einschlief. Also hatten Tine und ich freie Bahn zum Feiern.

Nach einer Weile tauchte auch Holger wieder auf. Wir versuchten ihn, in unsere Trinkgemeinschaft zu integrieren, ein einziger Schluck des lecker Cocktails sorgte jedoch für eine merkwürdige Entgleisung seiner Gesichtszüge und er verkündete, dass er von dem Zeug lieber die Hände weg lässt. Cool, dachte ich mir, so konnte ich den Inhalt seines Bechers gleich in meinen leeren, grins. Der Auftritt von Primal Fear rückte immer näher. Ich fand es ja schon hammerhart, die Jungs nachts um 2 Uhr auf die Bühne zu schicken, schließlich ist das eine Zeit, zu der ich normalerweise schon fest an der Isomatte horche. Da es in diesem Jahr aber eigentlich kaum eine andere Band gab, die ich unbedingt sehen wollte, blieb mir gar nichts anderes übrig, als so lange durchzuhalten. Da zwischenzeitig auch Schmier meinen Weg kreuzte und zu einem Umtrunk eingeladen wurde, verging die Zeit viel schneller als erwartet.

Plötzlich hörten wir die ersten Töne eines Primal Fear Songs und stürmten los wie die Irren. Ich frage mich immer noch, wie wir in diesem Zustand heil über die Brücke gekommen sind… Die folgende Stunde verbrachten wir laut mitgrölend, bangend und gnadenlos ausflippend links vor der Bühne. Der ein oder andere Fan gesellte sich im Laufe der Zeit noch zu uns und so entstand bei uns eine richtig lustige Partygemeinschaft. Viel zu schnell war die Stunde vorbei, das aus meiner Sicht absolute Highlight dieses Wochenendes (Naja, zumindest was die Bands angeht, grins). Wir schlappten wieder über die Brücke zurück ins den Backstagebereich, wo Markus inzwischen in einer eher unvorteilhaften Lage auf einer Bank lag und vor sich hinkomatierte. Tine blieb nichts anderes übrig, als erstmal den gnadenlos verrutschten Rock wieder in Position zu bringen und dann längere Zeit zu versuchen, ihren Schatz mit zum Zelt zu zerren. Da hatte ich es schon einfacher, meiner lag schließlich schon in unserem zelt, hihi. Ich gesellte mich ganz schnell zu ihm und langweilte ihn mit meinen Begeisterungsausbrüchen über den Primal-Auftritt.
Der Samstag begann wie der Freitag: WARM…. SEHR WARM! Nochmal `nen schönen Gruß an Wetter.de! Achja, wie hätte ich mich jetzt über meinen Sonnenschirm gefreut… aber der verbrachte sein Wochenende ja in meinem Auto in Berlin. Da wir eigentlich zu faul zum Aufstehen waren, versuchten wir erstmal die „ich-hänge-meinen-Kopf-aus-dem-Zelt-und-lasse-mir-den-Wind-um-die-Ohren-pfeifen-Taktik“. Pech, es gab keinen Wind! Wir quälten uns also noch eine Weile bis die Hitze unerträglich wurde und krabbelten dann doch aus dem Zelt. Der Blick zum Duschcontainer ließ nur einen Schluss zu: Duschen: später!!!
Wir frühstückten also ganz gemütlich, gammelten auf unserer Decke und ließen uns von den Schreien aus dem Nebenzelt („Akkustikpoooornoooo!“) inspirieren :-).
Gegen 11Uhr machten wir uns dann mal auf die Socken in Richtung Bühne. Um 12 Uhr waren Metal Church an der Reihe und die wollte ich unbedingt sehen. So richtig viele Leute hatten es um diese Zeit noch nicht bis zu den Bühnen geschafft und so konnte ich endlich mal ganz in Ruhe ein paar Fotos machen. Nach einer dreiviertel Stunde war leider schon wieder Schluss und Holger und ich schauten ein wenig planlos auf die Running Order. Da wir von den nächsten Bands nicht soooo begeistert waren, nutzten wir die Zeit für einen ausgiebigen Zeltplatzbummel.

Bewaffnet mit unserer Fuselmischung und unseren Fotoapparaten zogen wir los… Es war schon unglaublich, was einem da so in die Quere kommt, der eine bringt seine Wohnzimmercouch mit, der andere richtet sich das Dach seines VW-Busses als Wohnzimmer ein, wieder andere errichten gleich ein kleines Dorf usw. Egal wo wir hinkamen, überall gab es etwas zu sehen. Hin und wieder entdeckten wir zwischen den Autos schlafende Metaller, die definitiv ein Schlückchen zu viel intus hatten, von den nicht schlafenden, dafür aber gefährlich torkelnden gar nicht zu reden. Da aber auch wir inzwischen nicht mehr ganz gerade liefen, passten wir dort hervorragend hinein!

Bevor wir wieder in Richtung Bühne liefen, machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Menschenwaschanlage. Ich ließ mich beschwatzen, bei so `ner merkwürdigen Schlüsselsammelaktion mitzumachen, wo man etwas gewinnen konnte. Nachdem ich mir eine überdimensionale Träne auf die Wange hab malen lassen, einen Vortag über verschiedene Tabakarten vorgehalten bekam und mir dann erzählt wurde, ich müsse mich nur noch nackig machen und durch die Anlage latschen, beschloss ich, einfach die bisher erhaltenen Schlüssel als Andenken zu behalten und dafür auf den super Gewinn – eine Luftmatratze – zu verzichten.

Die Hitze war nicht wirklich feierlich und so machten wir uns auf die Suche nach einem schattigen Plätzchen. Ha, das war das Vorhaben des Tages! Wir entdeckten einen LKW, in dessen Schatten durften wir aber nicht, weiß der Geier warum. Wahrscheinlich hatte der Securitytyp befürchtet, wir suchen gar nicht nur ein schattiges Plätzchen, sondern ein ruhiges Örtchen für lölölölölö. Tztztz, wie kann man nur auf solche Gedanken kommen. Jedenfalls fanden wir dann einen Platz, an dem wir es uns für eine Weile gemütlich machen konnten ohne dass uns die Sonne auf der Ommel brannte (nö nö, hier wird nicht verraten wo das war, sonst treffen wir uns da nächstes Jahr alle wieder, grins).

Pünktlich zu Morbid Angel waren wir dann zurück auf dem Gelände. Auch hier versuchte ich ein paar Bilder zu machen – und natürlich versuchte ich das mal wieder vergeblich. Es hatten sich doch wesentlich mehr Langhaarige (jaaaa, Kurzhaarige waren auch dabei, die finden hier aber keine besondere Erwähnung, hihi) als ich erwartet hatte vor der Bühne eingefunden. Wir blieben nicht allzu lange, sondern machten uns auf den Weg zum Zelt, um vor dem Gamma Ray-Auftritt noch kurz ein Gläschen zu trinken. Ich stieg bei der Gelegenheit mal auf Wasser um. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich unbedingt mal ein Päuschen einlegen sollte, wenn ich den Abend noch miterleben wollte.

Bei Gamma Ray waren dann schon wieder dermaßen viele Leute, dass ich kaum mehr als kleine Pünktchen auf der Bühne `rumrennen sah. Jaaa, ich habe auch nicht die allerbesten Augen, das mag ja sein aber trotzdem war es nicht so brilliant, sich das ganze so anzusehen. Holger empfand das zum Glück ähnlich und so haben wir uns verdünnisiert. Dies war der optimale Zeitpunkt zum Duschen! Holger machte den Anfang und ich folgte seinem Beispiel. Ich musste nicht einmal warten und so war die ganze Aktion nach kurzer Zeit abgehakt und wir machten es uns am/im Zelt gemütlich.

Kurz nach 8 Uhr schlappten wir dann wieder zur Bühne, um einen Blick auf Whitesnake zu werfen. Hm… na ja, was sag ich jetzt wenn ich beim nächsten Whitesnake-Auftritt nicht gleich was von den Fans auf die Nase bekommen will? Halt, ICH werde beim nächsten Whitesnake-Auftritt sicher gar nicht dabei sein… von daher kann ich ja ruhig sagen, dass ich ganz schnell wieder abgehauen bin! Auch die Apokalyptischen Reiter fand ich diesmal nicht ganz so toll, vielleicht lag das aber auch an der Schieflage meines Magens, wer weiß. Ich war ziemlich groggy und machte mich auf den Weg zum Zelt während Holger sich Subway to Sally anschauen ging. Nur dass die noch gar nicht spielten!

Es dauerte also nicht lange und ich bekam Gesellschaft im Zelt. Bis zu Motörhead – die wollte Holger UNBEDINGT sehen – hatte er noch ein wenig Zeit zum Ausruhen. Irgendwann drangen dann die ersten Wörter von Lemmy an unser Ohr… ich hatte den Kampf gegen Motörhead gewonnen, grins. Okay, es war vielleicht ein nicht ganz fairer Kampf, da die Jungs nichts von ihm ahnten, aber in der Masse fällt doch wohl keinem auf, ob Holger da ist oder nicht… in meinem Zelt dagegen schon! Ich bekam an diesem Tag meinen Hintern nicht mehr aus dem Zelt, sondern ließ mich liegend von Subway to Sally beschallen, bevor ich irgendwann mal einschnorchelte.

Am nächsten Morgen packten wir unser Zeug recht schnell zusammen und machten uns auf den Weg. Ich fahre seit Jahren nach Wacken, wurde jedoch noch nie kontrolliert. Dieses Jahr kam ich keine 100 Meter weit! Da standen die netten grünen Menschen und Holger durfte um die Ecke gehen und Pipi machen. Am besten war jedoch die Befragung: „WANN haben Sie das letzte Mal Drogen konsumiert?“ Es steht also gar nicht zur Debatte, OB, sondern WANN… sehr interessant. Na jedenfalls waren wir offensichtlich an einen kleinen Scherzkeks geraten, der Holger erstmal erhöhte THC-Werte anhing, dann strahlend verkündete, dass es doch nur ein Witz war und endlich konnten wir weiterfahren…

Auch wenn das Billing in diesem Jahr nicht so ganz nach meinem Geschmack war, es war wiedermal ein geniales Festival.

See you in 2007!!!