| Ägypten/Hurghada 05. 01. - 12. 01. 2008 |
Tag 1
Lange hatten wir darauf gewartet und nun war es endlich soweit. Wir nahmen unsere Koffer und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Nachdem wir dort eine Weile planlos rumgeirrt sind – Kunststück wenn man im falschen Gebäude nach dem Check-In Schalter sucht – waren wir unsere Koffer los und setzten uns ins Bistro. Das hätten wir auch lassen können, auf die Erfahrung den schlechtesten Burger meines Lebens zu essen, hätte ich auch gut verzichten können. Dieses merkwürdige Diner im Flughafen Schönefeld kann ich hiermit allen nur herzlich empfehlen – wenn man auf Diät ist! Ein in der Mikrowelle warm gemachter Burger hat schon etwas ganz individuelles. Na egal, wir hatten Urlaub und da sieht man über so was hinweg.
Im Flugzeug bekamen wir dann auch gleich leckere Nudeln, die schmeckten dafür Holger nicht, grins. Während ich mir die Zeit mit Lesen und dem Bordfernsehen vertrieb, widmete sich Holger einigen Kreuzworträtseln. Nach knapp fünf Stunden landeten wir dann endlich in Hurghada. Es war relativ warm – das war zumindest meine Meinung, Holger sah das etwas anders. Er hatte offensichtlich sommerlichere Temperaturen erwartet und war vor allem von dem starken Wind nicht wirklich begeistert. Dem Kofferträger war das wurscht, nicht aber, dass wir für seinen ca. drei-Sekundeneinsatz kein Trinkgeld locker machten. Das wiederum war mir wurscht.
Der Transfer zu unserem Hotel beinhaltete dann eine kleine Stadtrundfahrt, wir waren die letzten, die abgesetzt wurden. Ein wenig skeptisch wurden wir ja schon, als wir uns immer weiter von der Innenstadt entfernten. Als wir dann auf einer einsamen Straße im Niemandsland entlang fuhren, spannten sich Holgers Gesichtszüge zusehens und ich versuchte ihn irgendwie zu beruhigen – nicht nur ihn, mich wohl auch. Ich sah ihn schon vor einem Hotel im Ghetto vorwurfsvoll auf mich herabblicken und fragen, was ich mir bei dieser Buchung gedacht habe. Alle Sorge war unnötig, unser Hotel kam in Sicht und lag dann doch schon wieder in einer netteren Gegend. Unser Zimmer begeisterte uns dann so richtig, es war groß, schön eingerichtet und hatte einen großen Balkon mit einer superschönen Sicht auf eine Lagune und das Meer. Zwar war der Weg bis zu unserem Zimmer schon fast eine kleine Wanderung aber egal.
Kaum hatten wir unsere Koffer abgestellt gingen wir zum Restaurant. Dass es allerdings gleich vier Restaurants nebeneinander gab, verwirrte uns doch ein wenig. Wir setzten uns in das erste und stellten fest, dass die Auswahl der Speisen doch größer als auf Rhodos war – zum Glück! Ich fragte anschließend eine Touristin, wie das mit den Restaurants, bei denen man einen Tisch reservieren lassen muss läuft. So wirklich weiterhelfen konnte sie uns nicht, dafür erfuhren wir aber, dass die drei Restaurants, die dort nebeneinander waren, alles dasselbe Buffet hätten und man sich einfach eins aussuchen kann. Ach so... na gut, so ganz vergeblich war meine Frage also doch nicht gewesen. Vollgefuttert liefen wir dann noch ein wenig durch die Anlage, schauten uns den Strand und den in das Meer gebauten Damm an und machten uns dann auch den Rückweg. Da wir beide ziemlich groggy waren, packten wir unsere Koffer nicht mehr aus sondern hüpften ziemlich früh ins große bequeme aber knarrende Bett.
Tag 2
Am nächsten Morgen begeisterte uns gleich die Aussicht von unserem Balkon und ich konnte es kaum erwarten, mir das Hotel bei Tageslicht anzuschauen. Holger war eher neugierig auf das Frühstück. Auf dem Weg zum Restaurant entdeckten wir zwei Tennisplätze und vor lauter Überraschung über die Größe der Anlage haben wir uns erstmal gleich verlaufen, grins. Holger musste sich ein wenig an das Frühstücksbuffet gewöhnen - um sich bei den frisch zubereiteten Eiern anzustellen, war er zu faul. Ich stürzte mich auf den Obstsalat, machte jedoch auch einige Fehlgriffe wie z.B. das French Toast, ggggrrrrrrrrrrrrr.
Anschließend schauten wir uns die Anlage noch einmal ausgiebig an und Holger bezweifelte, ob man bei dem Wind überhaupt ins Wasser gehen könne. In der Tat war es wirklich sehr stürmisch, uns kam jedoch trotzdem ein Schnorchler entgegen und erklärte, dass die letzten Tage besseres Wetter gewesen ist und man hier am Riff wirklich schön schnorcheln kann. Hm, Holger schaute eher skeptisch...
Da das Wetter also nicht so ganz der Brüller war, ließen wir an diesem Tag alles recht langsam angehen. In aller Ruhe packten wir unsere Sachen für den Strand und zogen los. Das Mittagessen auf der Marina (jaaa, Holger würde jetzt wieder sagen, dass nur die Bar so heißt, nicht der ganze Damm.... ) war lecker, auch wenn die frisch gemachte Pizza nicht so ganz nach unserem Geschmack war und so fühlten wir uns in der Sonne pudelwohl. Ins Wasser ging ich nur ganz kurz um mir mal die Fische aus der Nähe anzusehen, der Wind war einfach zu heftig. Am frühen Nachmittag fühlte Holger sich dann nicht so wohl und wir gingen ins Zimmer.
Nach langem Bohren erklärte mir Holger, er habe seit einigen Tagen Herzrasen, hatte aber gehofft, das würde wieder aufhören. Ich dachte, ich hab einen Knick im Gehörgang! Super, da lag er also, wollte sich nicht mehr doll bewegen weil ihn alles so anstrengte und ich flitzte erstmal zum Arzt und schaute nach den Sprechzeiten. 19.30 – 21:30 Uhr, das hieß noch 1,5 Stunden warten. Um 18:30 sollte das Begrüßungsgespräch mit unserem Reiseleiter stattfinden, zu dem wollte Holger nicht aber ich sollte gehen. Auch wenn mir der Kopf gar nicht danach stand, machte ich mich kurz vorher auf den Weg. Nur dass außer mir niemand kam. Ich ging also zur Rezeption und fragte mal nach. Der Typ schaute mich blöde an und erklärte mir, dass sei doch erst um 18:30 Uhr. Hä???? Ja klar, sagte ich, und inzwischen hätten wir es doch schon 18:40 Uhr! Nun guckte der Typ noch verwirrter... Etwas verdutzt zeigte er auf seine Uhr und die verriet mir, dass ich meiner Zeit schon eine Stunde voraus war. Wie peinlich!!! Da ist beim Umstellen der Uhr wohl was schief gelaufen und plötzlich verstand ich auch, weshalb das Restaurant mittags noch nicht ganz bereit war und auch die Öffnungszeit der Bar nicht ganz gestimmt hatte, grins.
Ich flitzte also noch mal zu Holger, ihm ging es unverändert, und wartete noch eine halbe Stunde. Das Begrüßungsgespräch verlief dann wie alle Gespräche dieser Art: Man erhält einige mehr oder weniger hilfreiche Tipps und dann geht das Vorstellen der Ausflüge los. An die mochte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings gar nicht denken, so wie es Holger ging...
Ich fragte den Reiseleiter, ob er vielleicht nach seiner Sprechstunde mit Holger und mir zum Arzt gehen könne, da dieser kein Deutsch sprach und er erklärte sich bereit.. was hätte er auch anderes tun sollen...
Ich holte Holger und wir gingen zum Arzt. Es kam, wie ich schon befürchtet hatte: Der Arzt schickt uns ins Krankenhaus. An einem Sonntagabend um 21 Uhr, ganz toll. Ich holte also alles Notwendige aus dem Zimmer und als ich zurück war, war das Taxi auch schon da. Kaum waren wir aus dem Hotel draußen, bog der Fahrer auch schon wieder ab und wir fanden uns vor der Notaufnahme einer Privatklinik wieder. Da kamen wir uns schon ein wenig doof vor, die 150 Meter hätten wir auch laufen können!
Nach einigen Fragen wurde dann ein EGK bei Holger gemacht. Die Technik wirkte auf uns zwar nicht sehr vertrauenerweckend aber wir hofften, dass die Ärzte da schon wussten, was sie tun. Wir hatten ja auch keine andere Wahl :-). Verkabelt lag Holger also in der sogenannten Notaufnahme und ich fragte mich, wie um alles in der Welt die normalen Kliniken in Ägypten aussehen, wenn dies schon eine Privatklinik war!!! Der Arzt erklärte uns, der EKG sei normal – das beruhigte Holger jedoch kaum, schließlich spürte er, dass sein Herz zu schnell schlug. Daraufhin wurde ihm noch Blut abgenommen und der Arzt erklärte, Holger solle über Nacht bleiben. Das führte nicht wirklich zu Begeisterungsausbrüchen unsererseits und als der Gott in weiß hörte, dass wir gleich nebenan wohnen, durften wir doch gehen, sollten aber am Morgen wegen der Analyseergebnisse und einem neuen EKG noch einmal kommen. Damit konnten wir leben. Die Rechnung führte dann allerdings fast zu einem Herzkasper meinerseits. Schlappe 281 Euro! Supiiiiiiiii!!!! Bezahlen sollten wir dann am nächsten Tag.
Dass die Nacht nicht so ganz entspannt verlief, muss hier wohl nicht erwähnt werden. Ich verbrachte die Zeit mehr oder weniger damit, auf Holgers Herzschlag zu achten um Notfalls gleich handeln zu können und er schnorchelte sich eins. Wie unfair!
3. Tag
Irgendwann war die Nacht vorbei und ich krabbelte ziemlich angeschlagen aus dem Bett. Wir gingen frühstücken und dann zum Krankenhaus. Der Mann an der Kasse erklärte mir, dass zu der Rechnung von 281 Euro nun noch einmal 70 Euro für einen zweiten EKG dazukommen würden und ich informierte ihn darüber, dass wir das nicht so toll finden. Genauer gesagt klärte ich ihn darüber auf, dass wir nicht noch einmal so viel Geld zahlen würden. Als ich das dann auch dem zuständigen Arzt sagte, zeigte sich dieser einsichtig und ließ einen EKG umsonst springen. Cool, dachte ich mir, um medizinische Untersuchungen hatte ich bis dahin auch noch nicht gehandelt, grins. Auch der zweite EKG ergab nichts besorgniserregendes, genauso die Blutergebnisse. Holger war immer noch skeptisch.
Der Arzt erklärte, dass Holger sich da wohl in etwas reingesteigert hat und dass er sich wegen der Angst wirklich schlecht fühlt. Das hielt ich dann für nicht ganz abwegig und somit redete ich auf Holger ein, dass ich es – die hypermoderne Ausstattung hin oder her – für unwahrscheinlich halte, dass der Kardiologe so inkompetent ist, dass er total daneben liegt mit seiner Diagnose. Holger schien ein wenig beruhigt, nahm die Tabletten, die der Arzt ihm gab und alles war gut.
So war es tatsächlich – kaum hatte er die erste Tablette eingenommen, ging es ihm besser. Und die Besserung hielt an, sodass wir beruhigt an den Strand gehen konnten und ich mir keine Sorgen mehr machte. Ich schnorchelte, mittags gingen wir wieder im Marina-Restaurant essen und am Nachmittag machten wir noch einen kurzen Stopp an der Poolbar, wo es frische Eierkuchen und Kuchen gab. Wir ließen es uns also gut gehen!
Nachdem Holger sich dann noch ein wenig vor die Glotze gehängt hatte, war es auch schon wieder Zeit für das Abendessen. Da meine Begleitung inzwischen wieder fit war, beschlossen wir am Abend noch ein paar Ausflüge zu buchen. Auf Holgers Wunschliste stand eine Fahrt mit dem U-Boot und ich wollte gerne eine Schnorcheltour machen. Den Trip nach Luxor hatte ich mir ja schon lange abgeschmiert, schnief. Also buchten wir die U-Bootfahrt für den nächsten Morgen und den Schnorchelausflug für Mittwoch. Das Preisverhältnis stimmte dabei nicht so ganz. Eine Stunde U-Boot für schlappe 45 Euro stand hier einem ganzen Tag inklusive Mittagessen (oder so was ähnlichem) für 20 Euro gegenüber!
An diesem Abend widmete sich Holger seinem größten Hobby: Dem rechteckigen Kasten mit ständig wechselndem Bild und ich las ein wenig in meinem Ramsesbuch...
Tag 4
Sicherheitsweise hatten wir uns den Wecker gestellt, schließlich wollten wir ja unseren U-Boot-Trip nicht verschlafen. Nach dem Frühstück hockten wir uns also an den Eingang und warteten. Das taten wir dann ziemlich lange... Irgendwann ging ich zur Rezeption und fragte, ob das nun für ägyptische Verhältnisse normal sei oder ob man uns vielleicht vergessen hat. Die skeptischen Gesichter verrieten mir, dass auch in Ägypten eine Verspätung von 25 Minuten nicht normal sei und somit rief ich bei der Agentur an und fragte mal nach. Mein Gesprächspartner schien leicht verwirrt und sagte, wir sollen vor dem Eingang warten, er würde das regeln. Nach einigen Minuten kam dann einer der Hotelangestellten raus um mir zu sagen, dass an der Rezeption ein Anruf für mich sei. Angeblich hat es irgendwelche Probleme mit dem Bus gegeben und wir sollten uns auf Kosten der Agentur ein Taxi nehmen und zum U-Boot kommen. Wie die Probleme ausgesehen haben, konnten wir uns schon denken: Man hatte uns schlicht vergessen...
Jedenfalls wurden wir dann schon erwartet, unser Taxi wurde durchgeschleust bis zum Hafen, so müssen sich wohl VIPs fühlen, die überall Vorrang haben, grins. Wir bekamen noch die Ansage, das zweite Boot wäre unseres und dann stürmten wir los. Schließlich hieß es am Telefon, sie würden mit dem Boot auf uns warten. Tolle Wurst. Es stand nur ein Boot im Hafen, was uns zugegebenerweise ein wenig verwirrte. Dieses war auch kein U-Boot. Also liefen wir ein wenig planlos rum und suchten. Der Fuzzy vom Eingang kam dann auf uns zu und sagte, er hätte uns doch erklärt wir sollten das zweite Boot nehmen und stellte uns an einer Anlegestelle ab, wo kein Boot war. Na das hätte er vielleicht noch erwähnen sollen, dass Boot Nummer zwei, welches ja auf uns wartet, noch gar nicht da war!!!! Das war also Lehrgang ägyptische Logik Lesson 1.
Das Boot, welches uns zum U-Boot bringen sollte, kam dann auch gleich und wir konnten uns Hurghada mal vom Wasser aus ansehen. Auf der U-Bootstation herrschte reges Treiben, die zwei Boote waren offensichtlich ununterbrochen im Einsatz und ich beneidete die Betreiber um ihren Umsatz, bei einem Fahrpreis von 45 Euro pro Person! Zwei Personen hatten immer ein großes Bullauge zum Rausschauen. Um uns herum schwammen ein paar Taucher, die die Fische anlockten, damit wir auch was zu gucken hatten. Ein wenig enttäuscht war ich ja schon. Eigentlich hatte ich gedacht, dass wir an einem Riff oder so entlang fahren würden, stattdessen war die Fischvielfalt dort eher mäßig (mit dem Riff an unserem Hotel konnte die Fahrt nicht mithalten) und auch die wahrscheinlich extra an dieser Stelle versenkten Schiffteile waren nicht wirklich spektakulär. Aber in einem U-Boot zu fahren war schon cool, grins.
Auf dem Rückweg im Bus wurde mir dann ziemlich schlecht, was zur Folge hatte, dass ich mich im Hotel erstmal im Bad verschanzt habe. Anschließend war es wieder wesentlich besser und da ich wenig Bock hatte, einen Tag im Zimmer zu verbringen, packte auch ich meinen Kram und ging mit Holger zum Strand. Dort redete ich so lange auf meinen Herzallerliebsten ein, bis er das Popöchen zusammenkniff und mit ins Wasser kam. Nur leider war es schon ein ziemlich hoher Wellengang, was zur Folge hatte, dass Holger ständig Wasser im Schnorchel hatte und seine Lust am Fischegucken schnell abebbte. Da es mir wieder gut ging, bedienten wir uns noch bei den Pommes und Bouletten. Böser Fehler. Kurz darauf war mir wieder schlecht. Ich verzog mich also wieder ins Bad und obwohl es mir danach besser ging, zog ich es doch vor, Holger alleine essen gehen zu lassen.
Schnell packte mich die Langeweile und ich zwuckelte Holger hinterher. Wir belagerten noch einen Billardtisch, wo ich mich als echtes Billard-nicht-Talent erwies. Aber Dank Holger, der zweimal die schwarze Kugel ins falsche Loch versenkte, gewann ich trotzdem, hihi. Nachdem wir auch noch einen kurzen Stopp im Internet-Café eingelegt hatten, gingen wir zurück auf unser Zimmer. In der Hoffnung, am nächsten Tag wieder normal essen zu können, ging ich relativ früh ins Bett. Auch Holger konnte sich schnell vom Fernsehprogramm lösen, da wir am nächsten Morgen früh aufstehen mussten, schließlich stand die Schnorcheltour auf dem Tagesplan.
Tag 5
Der Wecker klingelte kurz vor 7 Uhr und wir kamen nur schwer aus den Federn. Mit Sack und Pack gingen wir zum Frühstück um von dort aus dann in den Bus steigen zu können. Das taten wir auch, an diesem Tag wurden wir nicht vergessen. Allerdings waren wir mal wieder die ersten, die abgeholt wurden und somit stand uns eine einstündige Rundfahrt durch Hurghada bevor. Mensch Mensch, was hätten wir da noch schlafen können!!! Aber egal, am Hafen bekamen wir die Leihflossen (nachdem meine eigenen zu groß waren, hatte ich gehofft wenigstens einen Tag mit Flossen schnorcheln zu können) und konnten dann auf das Boot. Ohne Schuhe. Das verursachte doch ein wenig Verwirrung bei allen, so gepflegt wirkte das Schiff nicht, als hätte man es mit Schuhe verschmutzen können aber egal.
Es dauerte noch einmal gut eine halbe Stunde bis wir ablegten, weshalb weiß ich auch nicht so genau. Auch wenn die Sonne fleißig ihr bestes gab, sorgte der Wind doch dafür, dass man sich nicht wirklich wohlig warm fühlte und Holger den eigentlichen Zweck der Tour das Schnorcheln – schon mal hinten anstellte. Ich konnte mir zwar auch nur schwer vorstellen, ins Wasser zu gehen, noch weniger vorstellbar war für mich jedoch eine Schnorcheltour ohne schnorcheln zu machen. Als wir am ersten Riff hielten, vor uns hatten schon diverse andere Boote dort festgemacht – zog ich mich also widerwillig aus und schlüpfte in die Leihflossen. Die waren nur leider auch zu groß, ganz große Klasse! Also ging ich mal wieder als einzige ohne ins Wasser. Wäre ja auch nicht so schlimm gewesen, wenn das ganze nicht so eine Art geführte Schnorcheltour gewesen wäre und ich mir voll einen abhechelte, um den Anschluss an die anderen, die ja schließlich Flossen hatten, nicht zu verlieren. Zu allem Überfluss war auch noch meine Brille undicht, ich musste ständig hoch und das Wasser aus der Brille lassen – um dann anschließend wie eine Irre zu paddeln um die anderen wieder einzuholen.
Unser lieber Schwimmmeister, der entdeckt hatte, dass ich offensichtlich alleine unterwegs war, bot sich gleich als Hilfe an und übte sich im händchenhaltenden schwimmen. Das fand ich dann gar nicht so witzig und erklärte ihm, dass ich auch ohne Hilfe schwimmen kann. Zurück am Boot schaute Holger schon leicht genervt, da er mich aus den Augen verloren hatte und wohl befürchtete, ich könne den Heimweg gleich schwimmend antreten :-). Beim nächsten Schnorchelstopp konnte ich Holger dann überreden, auch mal einen Blick unter die Wasseroberfläche zu wagen und so machten wir uns zusammen auf den Weg ins Wasser. Allerdings war dieses Riff weniger spektakulär und meiner Meinung nach auch nicht so schön, wie das direkt vor unserem Hotel.
Bevor das Boot weiterfuhr, gab es erst noch Mittagessen – oder so etwas ähnliches. Jeder bekam eine Miniportion Tomaten, zwei bis drei Kartoffelscheiben und ein Stück Fisch, auf den verzichteten Holger und ich jedoch. Kalt war das Essen auch noch, insgesamt also nicht wirklich erwähnenswert. Kurz darauf erreichten wir dann die Insel Giftun, auf der sich schon jede Menge Touris eingefunden hatten und am Strand lagen. Wind gab es hier fast gar keinen und so war das Liegen in der Sonne schon eine äußerst angenehme Sache :-). Das taten wir dann auch nachdem wir uns im Strandcafé einen Cappuccino und einen Milchshake gegönnt hatten. Nach 1,5 Stunden lief die Nervensäge unseres Bootes schon wieder herum und trommelte unsere Gruppe zusammen. Der Typ war echt nur schwer zu ertragen, nannte jedes Kind Spiderman, fand das dann urkomisch und schaukelte dermaßen mit dem kleinen Bötchen, welches uns zu unserem Schiff brachte, dass ich ihm liebend gerne auf die Füße gekotzt hätte. Kurz gesagt: Den Kerl hatte ich tief in mein Herz geschlossen. Als er dann auch noch meinte, in meinem Gesicht rumfuchteln zu müssen, habe ich ihm nur ganz höflich erklärt, er solle ruhig weitermachen, wenn er eine gescheuert haben möchte. Damit konnte er dann glaub ich nicht so gut umgehen...
Gegen 16 Uhr legten wir wieder am Hafen an und die Nervensäge sammelte von jedem persönlich ein Trinkgeld ein, Ägypter scheinen da frei von jeglichem Feingefühl zu sein, das war mir ja schon bei meiner Nilkreuzfahrt aufgefallen. Schicksal, Frechheit siegt nicht immer und so gab es s gut wie nichts!
Zurück im Hotel kamen wir ein wenig zu spät für den Sack am Pool und so beschlossen wir, noch ins Internet-Café zu gehen. Da hatte heute ein Fuzzy Dienst, der vor Fachkompetenz strotzte. Ich hielt ihm meinen USB-Stick vor die Nase und fragte ob noch ein anderer PC als der, an dem ich vor zwei Tagen saß, einen USB-Anschluss hätte. Daraufhin guckte der Typ erstmal, als würde ich ihm ein UFO zeigen und erklärte, den würde ich hier nirgendwo benutzen können!?! Da war ich ja baff, vor allem, nachdem der Typ einfach bei seiner Meinung blieb und mir erklärte, ich wäre nie da gewesen und hätte auch noch nie einen USB-Stick bei ihnen verwendet. Da war ich dann schon ein wenig unrelaxt! Ich hockte mich also an den PC, der inzwischen frei war und der Typ wollte anscheinend seinen Triumph voll auskosten und öffnete den Internetexplorer an meinem PC. Das dauerte erfahrungsgemäß bei den alten Kisten, die die da hatten eine halbe Ewigkeit, der Fachkraft offenbar zu lange und somit klickte er immer und immer wieder. Ich versuchte ihm dann schon die Maus weg zu nehmen und erklärte, er solle doch mal die Pfoten wegnehmen.
Der gnadenlos überforderte PC lud also und lud und der Depp erklärte dann, er wäre kaputt, da der Explorer sich nicht öffnet, UUUUNGLAUBLICH!!!!! Letztendlich war der Explorer dann 12 mal geöffnet, der PC stürzte ab und uns wurde verkündet, der PC sei leider kaputt. Ich hielt es für schlauer zu gehen, soviel Inkompetenz war dann doch zuviel für uns!
Wir gingen erstmal ausgiebig baden, dann gemütlich essen und da wir schon früh aufgestanden waren, wurden wir an diesem Tag auch nicht sehr alt.
Tag 6
Dieser Tag sollte ein ganz gemütlicher Tag am Strand werden. Hätte es auch werden können, wenn das Wetter mitgespielt hätte! Während des Frühstücks hatten wir noch die Hoffnung, die Wolken würden sich verziehen, das taten sie aber leider nicht. Ein wenig planlos saßen wir auf unserem Balkon und überlegten, was wir nun tun sollen. Da wir sowieso noch einmal in die Stadt wollten, bzw. ich dorthin wollte um ein paar Fotos zu machen, hielten wir es für eine schlaue Idee, dass gleich zu tun. Unser erster Weg führte uns in die Apotheke auf der anderen Straßenseite. Dort kannte man das von mir gewünschte Produkt jedoch nicht und schaute mich nur fragend an... Ich hatte so was schon erwartet, fragte stattdessen, wie viel es kostet mit einem Sammeltaxi nach Sekalla zu fahren und verließ dann die Apotheke.
Sofort kam auch schon ein fast volles Sammeltaxi an, wir stiegen ein und waren die Attraktion des Fahrzeugs. Zwei Jugendliche bekamen sich gar nicht mehr ein und Holger musste sich erstmal an das Sitzplatz-Wechselspiel gewöhnen, welches die Klappsitze so mit sich brachten. Ich kannte das ja schon aus anderen Ländern...
Endstation war genau vor dem von mir anvisierten Fleischer, den hatten wir schon einmal vom Bus aus gesehen und ich war fasziniert von den halben Tieren, die da einfach so vor dem Laden rumhingen. Essen wollte ich das nicht aber fotografieren, grins.
Wir liefen dann noch die Hauptstraße entlang, ich kaufte einen Rucksack und Holger war ziemlich genervt von der ganzen Anlaberei der Ägypter. Sie haben sich auch wirklich alles andere als dezent verhalten, manchmal kam man sich schon vor, als würden die einen für beknackt halten. Anhand unserer tollen Hundebändchen konnte ja nun wirklich jeder sehen, in welchen Hotel wir wohnen und wenn einem dann jeder zweite erzählt, er wäre Angestellter genau dieses Hotels und er würde sich an uns erinnern, ist das schon seltendämlich. Egal, wir schauten uns um, und als wir alles abgeklappert hatten, fuhren wir mit dem Taxi zurück.
Nach dem Mittagessen verschwanden dann auch schon die Wolken und wir konnten doch noch an den Strand gehen. Der Wind war am Nachmittag auch erträglich und so kam Holger mit mir ins Wasser schnorcheln. Leider war das Meer sehr aufgewühlt und die Sicht nicht ganz so toll wie an den vorherigen Tagen...
Nachmittags machten wir wieder einen Umweg über die Poolbar, aßen einen Eierkuchen und schauten uns dann das Sportzentrum an, wo Holger unbedingt Tischtennis spielen wollte. Ich hatte schon seit einer Weile Probleme mit meinem Fuß, erklärte mich aber bereit und verlor natürlich permanent.... Für den nächsten Morgen reservierten wir uns einen Tennisplatz, da wir auch das gerne mal probieren wollten, schließlich war es kostenlos, grins.
Nachdem wir ausgiebig gebadet hatten und eine Weile faul im Zimmer rumgelegen haben, gingen wir Abendessen und anschließend in den Ali Baba-Basar. Ich kaufte mir ein Papyrus mit einem Bild von Abu Simbel, ließ mich belehren, was es mit Abu Simbel auf sich hatte (der Typ schien weniger zu wissen als ich, hielt sich aber für megaschlau...) und erntete Kopfschütteln von Holger. Der Besitzer dieses Ladens war auch noch der Chef des Frisörs und schwuppdiwupp hatten wir auch noch einen Termin für den nächsten Tag beim Frisör. Holger zum Splissschneiden (obwohl wir schon ahnten, dass sie das nicht können) und ich für irgend so eine Behandlung, bei der einem wohl sämtliche Härchen aus dem Gesicht entfernt werden.
Auf dem Rückweg machten wir noch Halt vor der Tangobar, wo wir uns in eine Sitzecke setzten um noch etwas zu trinken. Als der Kellner aus der Tangobar kam, meinte ich schon, eine Hörstörung zu haben, da ich dachte, die Stimme des Metallica-Sängers aus der Tangobar herausdröhnen gehört zu haben. Als der Kellner dann wieder reinging, war ich mir sicher... Wir wechselten also spontan unseren Sitzplatz und kamen in den Genuss, ganz alleine in einer Bar ein paar Metallica-Songs hören zu können. Anschließend kamen dann allerdings irgendwelche Dance-Lieder und wir machten uns vom Acker und gingen auf unser Zimmer. Holger schaute bis in die Puppen TV und ich las bis ich einschlief.
Tag 7
An unserem letzten Tag war das Wetter gnädig mit uns. Der Wecker klingelte um 8 Uhr, schließlich hatten wir unseren Tennis-Termin. Ganz objektiv gesagt hätten wir uns den auch sparen können, geschickt stellten wir uns sicher nicht an und es war auf den ersten Blick sichtbar, dass es sich bei uns um absolute Laien handelte! Aber wir gaben unser bestes, ich versuchte so gut wie möglich mit meinem kaputten Fuß rumzuhumpeln und der ein oder andere Ball fand sogar den weg über das Netz, grins.
Mit gutem Gewissen, etwas für unsere Fitness getan zu haben, gingen wir erst zum Pool, legten unsere Sachen bei den Liegen ab und dann stürmten wir das Frühstücks-Buffet. Der Tag verlief dann wirklich sehr unspektakulär, ich schnorchelte, Holger nicht, dann aßen wir zwischendurch und machten eigentlich nichts besonderes... Am Abend vor dem Essen gingen wir dann zu unserem Termin beim Frisör... Ich war zuerst dran. Hätte ich gewusst, dass es sich eigentlich mehr um eine Art von Folter handelt, statt eine Entspannungsbehandlung, hätte ich mir das ganze sicher noch einmal überlegt. So lief ich hinterher stundenlang mit einer roten Ommel durch die Gegend, da meine Haut von dem Ausreißen der Härchen ziemlich gereizt war. Holgers Splissschnitt mutierte zu einem normalen Spitzenschneiden aber wie gesagt, eigentlich hatten wir auch nichts anderes erwartet und nun werde ich das Schneiden seiner Haare doch lieber selbst übernehmen... Der Tag endete genauso ruhig wie er begonnen hatte...
Tag 8
Da war er also, unser Abreistag. Wir frühstückten in aller Ruhe, packten dann unsere Koffer und checkten gegen 10 Uhr aus, um die restlichen Stunden in aller Ruhe am Strand und am Pool verbringen zu können. Das taten wir dann auch. Es war wieder Superwetter und Holger konnte sich selbst überreden, doch noch einmal mit ins Meer schnorcheln zu kommen. Wir nahmen also unsere Schnorchelsachen und schwammen einmal um das Riff herum. Beide waren wir nicht begeistert, als es Zeit zum Umziehen war. Unseren letzten Cappuccino tranken wir an der Bar und dann kam um viertel vier auch leider schon unser Bus, der uns auf direktem Weg zum Flughafen brachte.
Schade, wir wären beide gerne noch ein wenig geblieben L