Indien/ Sri Lanka
30.09.2006

Nachdem ich den ganzen Morgen mehr oder weniger rumgetrödelt hatte, war es um kurz vor 13 Uhr soweit: Holger und ich machten uns auf den Weg zu Mutti. Während sich Mucky und seine zwei „Leibeigenen“ an der Hecke austobten (ich war ja ganz fasziniert, dass da tatsächlich drei Männer mit Heckeschneiden beschäftigt waren), saß Mutti ganz relaxt in der Garage und wartete. Nach ein paar blöden Sprüchen – wie sollte es auch anders sein – und einer Zigarette (neeeiiiin, das bezieht sich natürlich nicht auf mich) machten wir uns dann endlich auf den Weg. Wie immer waren wir viiiel zu früh am Bahnhof. Wir setzten uns in ein Cafè, wo ich erstmal ein riesiges Eis in mich reinschaufelte, während Mutti und Holger sich mit einem Kaffe zufrieden gaben. Ich war mal wieder die verfressene…. toll….

Um 14:30 kam unser Zug und wir stiegen zielsicher in den falschen Wagen ein. Das bemerkten wir aber erst kurz vor der Abfahrt und so wurde der Umzug auf den nächsten Bahnhof verschoben. Plötzlich kam auch schon die Durchsage, dass der Zug nun abfahren würde und ich hatte gerade mal noch Zeit, mich schnell von Holger zu verabschieden…. sehr romantisch… :-) Am Hauptbahnhof zogen wir mit unseren Koffern quer durch den Zug. Als wir unsere Plätze dann endlich erreicht hatten, hätte ich erstmal ne Dusche gebrauchen können. In Hannover stiegen wir dann um und kämpften uns wieder durch den halben Zug. Für die richtige Urlaubsstimmung sorgte ein hinter uns sitzender Inder, der uns einen Vorgeschmack bezüglich indischer Musik bot. Nicht nur, dass die Lautstärke seines MP3-Players uns alle mithören ließ, nein, er meinte es offensichtlich gut mit uns und demonstrierte streckenweise lautstark seine Gesangeskünste… welche jedoch zu wünschen übrig ließen. Meinen Vorschlag, ihm als Gegenleistung – quasi zum Kulturaustausch - ein Hammerfall-Song vorzuträllern, fand meine Mutter dann doch nicht so prickelnd, grins.

Irgendwann kamen wir dann in Frankfurt auf dem Flughafen an – und da blieben wir auch eine Weile. Zumindest um einiges länger als geplant! Um kurz nach Mitternacht durften wir endlich in den Flieger und ich stellte begeistert fest, dass jeder seine eigene Glotze mit Radio, Videokanälen und Spielen hatte! Sofort krallte ich mir die Fernbedienung und versuchte, mich durch das Spiele-Wirwarr zu kämpfen. So wirklich gelang es mir nicht und ich war froh, als wir unser Essen vor die Nase gesetzt bekamen. Es gab leckeren Fisch und Kuchen. Anschließend konnte ich mich kaum noch so lange wach halten bis der Müll weggeräumt wurde… also unnötig zu schreiben, was ich dann getan habe…

Das Wecken wurde eher unsanft vollzogen… jemand wedelte mit einem Erfrischungstusch vor meiner Nase und ich stelle mal die wage Vermutung auf, dass das Teil genau auf derselbigen gelandet wäre, wenn ich nicht reagiert hätte. Kurz darauf gab es ein Frühstück, welches ich eher als Mittagessen eingestuft hätte und dann widmete ich mich ein wenig dem TV-Programm bis wir endlich zum Landeanflug ansetzten.

01.10.2006

Gegen 14 Uhr setzte unser Flieger dann endlich auf der Landebahn auf und unser erster Urlaubstag begann. Der ITS-Reiseleiter parkte uns erstmal am Rand der Tourischlange und bat uns zu warten. Mutti nutzte die unfreiwillig eingelegte Pause gleich zur weiteren Schädigung ihrer Lunge und machte dabei die Bekanntschaft eines Einheimischen, dem es ähnlich ging. Die beiden pafften also vor sich hin, während ich unsere Koffer vor den Kofferträgern verteidigte. Umso mehr Verwunderung kam dann auf, als ein Kofferträger um Trinkgeld bat, nachdem wir unsere Brummer selbst zum Bus gebracht hatten!?!

Die Busfahrt dauerte nicht allzu lange und wäre nicht der Linksverkehr gewesen, hätte ich mich glatt in die Dominikanische Republik versetzt gefühlt… Unser Hotel – so stellten wir bei der Ankunft fest – lag irgendwo im Nirvana, dafür aber direkt am Strand. Eine Mitreisende, sie stellte sich später als Angelika vor, teilte mit uns das Schicksal an der Rezeption rumhocken und auf den Zimmerschlüssel warten zu müssen. Sie musste allerdings länger als wir warten.

Unser Zimmer stellte sich als wirklich schön heraus und nachdem dann auch unsere Koffer, die wir auf keinen Fall alleine tragen durften (da der Fuzzi Angst vor Stress mit dem Manager hatte), auch bei uns angekommen waren, zogen wir los um das Hotel zu erkunden. Sehr weit kamen wir erstmal nicht, da ein Kaffeekessel und ein paar Stücken Kuchen unseren Weg kreuzten, grins. Frisch gestärkt setzten wir unseren Weg fort und stellten enttäuscht fest, dass das Meer gerade so unruhig bzw. die Wellen so hoch waren, dass man nicht hinein durfte – so interpretierten wir die roten Fahnen zumindest. Später wurden wir darüber aufgeklärt, dass man trotzdem, wenngleich auch nicht weit, ins Meer hineingehen darf.

Wir liefen noch eine Weile am Strand entlang, lernten Joe, der uns gaaaanz unauffällig irgendwelche Touren andrehen wollte kennen und machten uns dann bald wieder auf den Rückweg, um uns für das Begrüßungsgespräch mit unserem Reiseleiter fertig zu machen. Wirklich viel kam bei diesem Termin nicht heraus, ich erfuhr jedoch, wie ich mit der Kindersicherung unsere Steckdosen umzugehen hatte und das war für mich ja ein nicht zu vernachlässigendes Detail!

Das Abendessen war dann oberlecker und ich konnte mich nur schwer vom Buffet loseisen. Da ich Holger jedoch vorher geschrieben hatte, wann ich online sein werde, machte ich mich auf die Socken und hatte Glück. Die folgende Stunde verbrachte ich also im Internetcafé, wenn man den Raum mit zwei PCs so nennen kann und schrieb e-mails. Nach einem anschließenden Drink mit Mutti an der Poolbar, wo gerade im Rahmen des Abendsprogramms ein Quiz stattfand, verkrümelten wir uns ins Zimmer und fielen auch bald ins Bett…

02.10.2006
Obwohl ich den Wecker um 8 Uhr gehört hatte, fiel ich gleich wieder in einen festen Schlaf und bekam fast einen Herzkasper, als Mutti plötzlich vor mir stand und mich weckte. Auf meinen Vorwurf, sie hätte die Nacht mächtig geschnarcht, konterte sie nur gelassen, dass ich dafür die halbe Nacht mit meinen Schülern geredet hätte und sie nun bestens informiert sei, grins. Wir machten uns fertig und gingen frühstücken. Das war mal richtig lecker, ich schaufelte tonnenweise Ananas und Melone mit Joghurt in mich hinein und konnte hinterher kaum noch vom Tisch aufstehen.

Kaum hatten wir uns zwischen Pool und Strand zwei Liegen herrichten lassen – jaaa, das macht man im Dolphin-Hotel nicht selbst, das wird gemacht – versuchte ich mein Gewissen mit einer Schwimmeinlage zu erleichtern. Meine anfangs geplanten 10 Runden erwiesen sich jedoch als äußerst optimistisch gesetztes Ziel…. Ich schaffte mit hängen und würgen 5 Runden. Offensichtlich hatte ich die Größe des Pools gnadenlos unterschätzt und noch dazu hat es wohl auch einen Grund, weshalb man nicht unmittelbar nach dem Essen schwimmen gehen soll. Ich eierte also zur Liege zurück, las ein paar Minuten und bekam dann schon wieder Hummeln im Hintern. Was liegt da näher als ein Strandspaziergang? Und dem schloss sich Mutti auch noch an, also schlappten wir in Richtung Meer, welches ja keine 70 Meter vor uns lag. Zwischen uns und dem Meer stand jedoch ein Einheimischer … und der sah seine Chance zum Geld verdienen auf sich zukommen und sprach uns an. Eigentlich wurde er unser Begleiter. Er zeigte uns einige Tsunami-Schäden und erzählte alle möglichen Dinge. Da er aber ein ganz netter und wirklich nicht aufdringlicher Kerl war – völlig untypisch für Touristengegenden – hatten wir auch nichts dagegen. Wir verabredeten uns gleich für den nächsten Morgen, an dem er uns mit seinem Tuk-Tuk nach Negombo fahren sollte. Somit war der nächste Morgen schon mal verplant. Ich fragte ihn gleich aus, was er sonst noch so macht und schließlich einigten wir uns darauf, dass er uns seine Karte gibt und wir ihn dann anrufen oder so. Den Abschluss unseres Strandspaziergangs bildete ein kleines Bad im Meer, so war es jedenfalls geplant. Die Warnung, man solle auf keinen Fall weiter als knietief ins Wasser gehen, sah ich ja sowieso als pille palle an. Also watschelte ich schön los, ich glaub das Wasser ging mir noch nicht einmal bis zum Knie als eine Megawelle auf mich zukam und mich gnadenlos umwarf. Die nächste Welle war schon im anrollen und zog mich richtig schön rein ins Wasser. Mutti hatte einen LEICHTEN Panikblick, während ich versuchte, möglichst cool aussehend wieder aus den Wassermassen herauszukommen. Raus gekommen bin ich, ob es jedoch auch nur annähernd gelassen aussah, wage ich zu bezweifeln. Der Sand in meinen Haaren ließ dieselbigen in alle Richtungen abstehen und wir zwei setzten uns mit einem großen Sicherheitsabstand vom Wasser an den Strand.

Als wir wieder zurück waren, lief ich ein wenig, bewaffnet mit meiner Knipse, durch die Hotelanlage und Mutti passte auf unsere Liegen auf (überhaupt ist sie sehr gut im „auf Liegen aufpassen“, grins – ich wohl weniger). Ich hielt es dann auch mal ein paar Minuten in der horizontalen Körperhaltung aus. Dann stand ich allerdings auch schon wieder auf und lief alleine am Strand entlang. Ins Meer wollte ich eh nicht mehr, grins. Anschließend gingen wir Mittagessen, natürlich aßen wir mal wieder viel mehr als wir wollten aber was soll´s. Zum Ausgleich legte dann auch ich mich auf die Liege und schlief prompt ein. Kaum wach, gingen wir erstmal einen Kaffee trinken. So wirklich wach wollte ich nicht werden und so beschloss ich, mal wieder ein paar Ründchen im Pool zu drehen. Als ich damit fertig war, waren wir fast die einzigen, die sich noch nicht auf ihrem Zimmer befanden. Das hatten wir vor dem Sonnenuntergang auch nicht vor. Aber irgendwie hätte uns der Vortag schon eine Lehre sein müssen, die Sonnenuntergänge sind an dieser Stelle wirklich nicht als spektakulär zu bezeichnen!

Im Zimmer hockte ich dann noch eine Weile am PC, Mutti las und dann machten wir uns – mal wieder – auf den Weg zum Essen. Unsere Begleitung, Angelika, erzählte ein paar Stories über die Malediven, dass ich mich fast wegwarf, um 21:15 Uhr machte ich mich aber trotzdem auf den Weg zum Business Center, wo ich den PC für eine Weile belagerte. Mutti zog währenddessen mit Angelika an die Poolbar weiter, wo an diesem Abend eine Live Band spielte. Fast gleichzeitig kamen wir in unserem Zimmer an, wo wir dann nach Muttis Geld suchten. Dieses, so war sie sich sicher, befand sich in ihrer Bauchtasche, nur dass die auch weg war. Die naheliegendste Vermutung war, dass Mutti, als unsere Sicherheitsbeauftragte der Familie (allen Nichtwissern sei hiermit erklärt, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie ihre Sachen nicht auch einschließt, wenn sie kurz in den Nebenraum geht, grins) die Tasche im Koffer eingeschlossen hatte. Ungeschickt wenn sich auch der Schlüssel in der Tasche befindet! Während ich mir also den Kopf zerbrach, wie wir jetzt das Schloss aufbekommen, holte sie eine Nadel und hatte das Teil binnen einiger Sekunden geöffnet und holte strahlend ihre Bauchtasche aus dem Koffer. Auf meine Frage, ob sie allen ernstes meint, dass ein geübter Dieb das nicht in einer halben Sekunde hinbekäme, erntete ich nur ein Grinsen. Jedenfalls konnten wir danach beruhigt ins Bett gehen.

3.10.2006
Nach einer ziemlich kurzen Nacht, ich hatte sie aus irgendwelchen Gründen größtenteils über dem Klo verbracht, bekam ich um 8 Uhr kaum die Augen auf. Das Frühstück reduzierte ich auf ein Minimum, um die Tuk-Tuk-Fahrt nach Negombo möglichst heil zu überstehen. Als wir kurz vor halb 10 am Strand eintrafen, war unser netter Begleiter, dessen Namen ich mir beim besten Willen nicht merken konnte, schon da. Wir liefen also los zu dem Ort wo das dreirädrige Gefährt auf uns wartete und stiegen ein. Kaum auf der Hauptstraße angekommen, bogen wir auch schon wieder in eine kleine Nebenstrasse ein, die irgendwie immer kleiner wurde. Ich ahnte schon, dass das jetzt wieder die klassische Tuk-Tuk-Fahrt wird und fragte mich, wie man eigentlich so blöd sein kann und nach einem Theilandurlaub, wie ich ihn verbracht hatte, noch einmal so naiv in ein Tuk-Tuk steigen kann…. Egal, wir hielten vor einem Kräutergarten und stiegen aus….
Ein Typ, dessen Namen ich auch vergessen habe – halt nein, er meinte er heißt Morgan, aber nur für die Touris, da sie seinen richtigen Namen nicht aussprechen können (ganz toll, ich suche mir jetzt auch immer einen situationsangepassten Namen) – führte uns durch den Garten und erklärte uns alle möglichen Kräuter und deren Verwendung in der Heilmedizin. Sein deutsch war ganz gut und mit gespitzten Ohren verstand man ziemlich viel. Nach einem Rundgang landeten wir auf einer Holzbank (oder etwas was einer Holzbank ähnlich sah) und wurden noch einmal zugesöselt. „Nun folgt also der Verkaufsteil“, dachte ich mir und schaltete ab. Aber nix da, erstmal kamen zwei Herren anmarschiert, die uns massieren sollten. Das fand ich ja cool! Allerdings fragte ich mich auch, wie cool die das dann finden würden, wenn wir hinterher nicht all ihre Wundermittelchen kaufen… Da saßen wir also und wurden aufgeklärt, dass es ganz gut wäre, wenn wir unsere Oberteile ausziehen würden. Ich hab das mal einfach als eine Sprachschwäche von Morgen interpretiert und gar nicht reagiert. Als der Masseur dann aber an meinem Top rumzuppelte stellte sich heraus, dass Morgan doch genau das gesagt hatte. Ein wenig skeptisch saßen wir beide dann im BH da und ließen uns mit dem ganzen Zeug einölen und massieren. Schnell merkten wir, dass die zwei was von ihrem Job verstanden und ich hörte auf, meinen Masseur mit warnenden halb zugekniffenen Augen anzustarren, grins.

Irgendwann hat alles ein Ende und somit auch diese Massage. Wir zogen uns an und wurden, wie sollte es auch anders sein, in einen kleinen Verkaufsraum (halt nein, Morgan nannte es „eine staatliche Apotheke“ – naaaatüüüüüürlich) geführt. Auf meine Frage, wie teuer das Zeug denn sei, erhielt ich wiederholt Antworten auf alles andere, nur nicht meine Frage. „Bitteschön“, dachte ich mir, „dann spielen wir eben mit“. Wir ließen also erstmal alles Mögliche, für was wir uns interessierten, einpacken. Der Preis wurde uns in Rupien gesagt und ch zweifelte mal wieder massiv an meinen Mathematikkünsten. Also ließ ich das Ganze in Euro umrechnen. Nun zweifelte ich an meinen Augen und fragte Mutti, ob die da nicht ein Komma vergessen haben. Morgan wurde schon etwas unruhig, was sich nicht wirklich besserte, als ich ihn die Tüte wieder auspacken ließ. Also wurde noch einmal neu gepackt und zwar diesmal eine SEHR abgespeckte Version. Mit dem Preis konnten wir dann leben, Morgan hatte jedoch nicht mehr ganz so gute Laune – auch damit konnten wir leben.

Bevor wir ins Tuk-Tuk einstiegen, wies ich unseren Begleiter ganz dezent darauf hin, dass wir nun aber bitte auf direktem Weg nach Negombo zum Fischmarkt wollen. Alles in allem war der Abstecher schon ok gewesen, da die Massage wieder alles rausgerissen hat, auf eine Fabrik- und Ladentour hatten wir jedoch wenig Lust…

Kurz darauf stiegen wir in Negombo aus und liefen durch die Straßen. Sofort beschlossen Mutti und ich, nach unserer Indientour noch einmal alleine einen kleinen Shoppingausflug dorthin zu machen, mit einem Einheimischen im Schlepptau brauchte das keiner von uns beiden. Wir gingen in die Markthalle, in der es irgendwie ausschließlich Gemüse gab und anschließend auf den Fischmarkt. Während die Gemüseverkäufer alle superfreundlich waren, fühlten wir uns auf dem Fischmarkt nicht so wirklich willkommen, keine Ahnung woran das lag… Vielleicht wird man so miesepetrig, wenn man den ganzen Tag so einem Gestank ausgesetzt ist… Wir liefen dann noch ein wenig durch die Strassen und als wir einen Juwelier ansteuerten, bei dem Mutti mal wegen der Reparatur ihres Ohrrings nachfragen wollte, erklärte uns Joseph, er kenne einen guten Juwelier. War ja klar… Wir diskutierten nicht lange, sondern beschlossen einfach mal bei dem anderen vorbeizuschauen. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Hafen, der war schon irgendwie beeindruckend. Joseph versuchte ihn mit dem Hamburger Hafen zu vergleichen, das war dann aber doch eher lächerlich. Trotzdem war das Treiben der unzähligen kleinen Fischerboote schon interessant, ganz zu schweigen von den kleinen Paddelbooten, die sich durch das Gewirr der Größeren kämpften.

Wenige Minuten später stiegen wir vor einem Juwelier aus und wurden freundlich empfangen… auf Deutsch. Das war für Mutti ja schon mal sehr von Vorteil. Wir bekamen etwas zu trinken und starteten einen nicht ganz preiswerten Einkauf. Zu der Reparatur der Ohrringe kam dann noch ein neues Paar für Mutti dazu und ich liebäugelte mit einem Ring, der aus Weißgold mit blauen und weißen Saphiren war. Der Preis haute mich jedoch dermaßen vom Stuhl, ich klärte den Verkäufer erstmal, dass mein Schmuck im Schnitt nicht teurer als 10 Euro sei, und daraufhin schlug er mir vor, denselben Ring in Silber anzufertigen. Mit dem Preis, den er für diesen Ring vorschlug, konnte ich leben und so waren wir an diesem Tag um eine Stange Geld leichter geworden.

Zurück im Hotel, genehmigten wir uns erst einmal einen Kaffee, bevor wir uns noch zwei Liegen unter den Nagel rissen. Mutti widmete sich ihrem Buch und ich konnte mal wieder nicht lange stillsitzen und drehte meine Runden im Pool. Da sich die Sonnenuntergänge der letzten beiden Tage als nicht wirklich spektakulär herausstellten, beschlossen wir an diesem Tag, schon vorher in unser Zimmer zu gehen. Die dadurch gewonnene Zeit nutzen wir zum Kofferpacken.

Nach dem Abendessen verzog ich mich wieder in das sogenannte Business Center, wo ich den PC für 1,5 Stunden belegte und Mutti und Angelika schauten sich die Show an. Ich scheine aber nicht wirklich viel verpasst zu haben, als ich pünktlich zu ihrem Ende erschien, sahen die beide eher gelangweilt als amüsiert aus. Wir holten uns noch einen Drink und gingen auf unsere Zimmer.

4.10.2006
Nachdem wir gefrühstückt hatten, packten wir unseren letzten Utensilien in unsere Koffer und zogen mit Sack und Pack zur Rezeption. Schließlich ging es an diesem Tag weiter nach Delhi und wir sollten um 11:30 angeholt werden. Das Auschecken ging erfreulich schnell und da unser Bus entgegen allen Erwartungen auch viel früher da war, hüpften wir drei – Angelika war auch wieder dabei – in den Bus und fuhren los. Das bedeutete jedoch gleichzeitig, dass wir nun noch mehr Zeit als die planmäßigen drei Stunden am Flughafen totschlagen mussten. Da es dort jedoch ein paar PCs mit Internetzugang gab, was das für mich alles halb so wild, ganz im Gegenteil. Ich schrieb Holger eine SMS, woraufhin er wenig später im Messenger erschien, und so konnte ich die Wartezeit mit E-mail schreiben und chatten verbringen.

Irgendwann riefen die zwei Frauen, ich solle mal langsam zum Ende kommen, da unser Gate schon geöffnet sei. Ich eierte also noch ein wenig rum, schlug ein paar Minuten heraus und eiste ich dann doch vom PC los… um dann in der Wartehalle zu erfahren, dass der Flug Verspätung hat! Wir saßen also da, zwischen all den Indern und versuchten, die zwei herauszufinden, die laut Reiseleitung mit uns in einer Gruppe reisen würden. Eigentlich kamen nur zwei in Frage, Peter und Conny (das verrieten uns ihre Bordkarten, auf die Angelika gaaaanz unauffällig geschielt hatte, um ihre Nationalität herauszufinden). Ca. 45 min. nachdem wir laut Anzeige mit eingestiegen waren, wurden dann die Sitzreihen 1-20 aufgefordert, als erste einzusteigen. Irgendwie sprangen so gut wie alle außer uns auf und gingen zum Ausgang. Angelika vermutete schon, dass der Flieger wahrscheinlich vorne Sitzreihen mit 20 Plätzen hat und die Reihen nach hinten hin schmaler werden, grins. Irgendwann stiegen dann auch wir in den Bus. Kaum in der Luft, bekamen wir auch schon das Essen serviert. Das war auch gut so, ich hing schon auf halb neun in meinem Sitz und kämpfte mit dem Schlaf. Während Mutti und Angelika sich für den Fisch entschieden, wählte ich das vegetarische Menü. Den Rest des Fluges verbrachte ich mit schlafen.

Nach der Landung durften wir mal wieder einen Einreiseschein ausfüllen. Nachdem wir in Sri Lanka bereits eine Ausreiseschein und im Flugzeug auch schon einen Einreiseschein (???) für Indien erhalten hatten, füllten wir also auch diesen aus und stellten uns an der Kontrolle an. Als wir dann endlich mit unserem Gepäck bei unserem Reiseleiter ankamen, waren die zwei anderen Teilnehmer, Peter und Conny, bereits da. Wir wurden zu unseren Minibus gebracht und erfreut nahmen wir die Nachricht auf, dass unsere Gruppe so klein bleiben wird. Der Bus übertraf unsere Erwartungen bei weitem: Einen mit Laminat ausgelegten Minibus hatte ich bis dahin noch nicht gesehen…

Bei unserem Hotel, dem Best Western In, konnte man das allerdings nicht behaupten! Obwohl der erste Eindruck gar nicht so schlecht war, vor allem die ausliegenden Prospekte führten einen völlig in die Irre. Im Nachhinein weiß ich ehrlich gesagt nicht, wo sich denn die da abgebildeten Räumlichkeiten befanden… Das Abendessen war dann aber lecker, auch wenn man alles drum herum ausblenden musste, um es einigermaßen genießen zu können. Der Raum, welcher kaum als Restaurant oder auch Speisesaal bezeichnet werden konnte, war kahl und unfreundlich, die Kellner lahm und als Kellner völlig ungeeignet (da konnte auch die Aktion, dass sie mir mein Essen hektisch auf den Teller taten, während die Anderen es sich selbst auftun durften, nicht viel dran ändern) aber zumindest die Preise waren mehr als in Ordnung.

Nach dem Essen ging Mutti auf`s Zimmer lesen und ich machte mich am Hotelcomputer breit, wo ich mal wieder eine ganze Weile blieb.

5.10.2006
Dieser Tag begann nicht wirklich entspannt. Mutti stand unter der Dusche, hatte diese gerade erst angestellt, als das Wasser auch schon ausblieb. Ihre Versuche, es irgendwie wieder zum Laufen zu bringen, endeten lediglich damit, dass sie einen Teil der Armatur in der Hand hielt. Wir stopften unsere Sachen in unseren Koffer und ich ging zur Rezeption und erklärte dem Typen, dass ich sofort ein neues Zimmer haben möchte, da ich nicht beabsichtige, ungeduscht in den Tag zu gehen. Er erzählte irgendetwas von reparieren und ich erklärte ihm, dass er das gerne tun könne… innerhalb von 3 min. Ein Angestellter kam mit mir mit, stellte fest, dass kein Wasser kommt (haben die gedacht mir beliebt morgens zu scherzen oder was???), telefonierte kurz und verließ dann das Zimmer. Keine zwei Minuten später lief das Wasser und wir packten wieder aus. Also würden wir doch noch eine Nacht in dem Zimmer direkt an der Hauptstrasse verbringen… sprich: eine schlaflose Nacht!

Um 9 Uhr kam dann Munish, unser Reisebegleiter und erklärte uns, dass er uns extra nicht fragt, wie uns das Hotel gefällt, da es selbst es auch nicht mag. Er versicherte uns jedoch, dass die nächsten Hotels besser werden würden. Na schlechter war ja auch nicht so leicht möglich. Unsere Stadtrundfahrt begann mit einem Stopp beim Präsidentenpalast. Wir liefen dort ein wenig in der Gegend herum, machten Bilder (eh klar) und stiegen dann wieder in unseren kleinen Luxusbus. Anschießend fuhren wir zur Altstadt. Dort sah es dann schon ganz anders aus als in Neu-Delhi. Nix mit Parkanlagen, Grünflächen oder Bäumen. Unzählige Menschen quetschten sich durch die engen Strassen und wir schienen die einzigen Touristen weit und breit. Ich kam mir ein wenig vor wie ein Exponat in einer Ausstellung, wo auch immer wir auftauchten, glotzten uns die Leute an wie die Tiere im Zoo. Dass auf Schritt und Tritt mindestens ein Kind oder auch Erwachsener an uns hing und unerbittlich bettelte, war nicht weniger unangenehm. Ich wollte gar nicht daran denken, wie es gewesen wäre, wenn Munish nicht bei uns gewesen wäre und im Vorfeld schon viele von uns fernhielt! Wir liefen also die Strassen entlang, waren ziemlich sprachlos von dem, was wir da so sahen und ich fragte mich, wie ich bloß eine Sekunde gedacht haben kann, dort shoppen zu können. Völlig abwegiger Gedanke, außer Stoffen, Obst, Gemüse und Gewürzen hätte ich dort wohl kaum etwas bekommen…

Nachdem wir eine Weile durch die Massen gelaufen waren, fragte uns Munish, ob wir genug haben und zur Moschee weiterfahren wollen oder ob wir noch ein wenig bummeln wollen. Drei Minuten später saßen wir in einer Fahrradrikscha und fuhren durch die Massen. Eine Inderin schien irgendetwas an mir besonders interessant zu finden, sie fuhr mit ihrer Rikscha eine ganze Weile direkt neben uns und ließ sich auch nicht abschütteln. Meine Versuche, ihr mal ein Lächeln abzuringen (ich smilte sie von einem Ohr zum anderen an) wenn sie mich schon die ganze Zeit so unverfroren angaffte, waren eher vergebens, außer einem kurzen Zucken der Mundwinkel war da nichts zu machen…

Vor der Moschee stand dann unser Bus, in dem ich mir schnell meine lange Hose und ein anständiges T-Shirt überzog. Unsere Fotoapparate ließen wir im Bus, da das Knipsen in der Moschee eh nicht gestattet war. Dadurch wurde unser Rundgang erheblich verkürzt und nach ca. 20 Minuten kraxelten wir die Treppen wieder herunter und fragten ob wir eventuell irgendwo eine Kleinigkeit essen könnten. Munish fiel ein kleines Café, welches gerade erst neu eröffnet hatte ein und so fuhren wir dorthin. Es befand sich irgendwo in einer kleinen heruntergekommenen Strasse, in der sicher niemand etwas auch nur annähernd Modernes erwartet hätte. Wir wurden jedoch eines besseren belehrt, im ersten Stock befand sich ein hypermodernes Restaurant mit westlichen Mahlzeiten im Angebot. Die Portionen waren so riesig, dass ich froh war, nur einen Salat bestellt zu haben. Mutti und die Anderen hatten mit ihren überdimensionalen Sandwichs ziemlich zu kämpfen, hihi.

Vollgefuttert kämpften wir uns die Treppe hinunter und stiegen in den Bus. Unsere nächste Station war ein Hindutempel. Munish erzählte uns viel aus seiner Kindheit, er war ein Hindu, und zählte so viele Götter auf, dass ich völlig den Überblick verlor. Ich versuchte jedoch, mir nichts anmerken zu lassen und kämpfte nebenbei auch noch gegen aufkommende Müdigkeit (nachts war ich ja schließlich einen Großteil der Zeit damit beschäftigt, Mutti wegen ihrer Schnarcherei zu ermahnen, hihi). Die vorerst letzte Station war dann ein überdimensionales Minarett, welches von diversen Ruinen umgeben war. Wir liefen eine Weile durch die Anlage und hörten Munish aufmerksam zu. Das trifft zumindest auf die Nichtraucher unserer Gruppe zu. Mutti und Conny verzogen sich in eine Ecke und pafften erstmal eine, um dann wieder zu uns zurückzukehren und genau das zu fragen, was uns soeben erklärt worden war…

Zurück im Hotel erinnerte uns Munish daran, dass wir am Abend auswärts essen und davor eine Folklorevorstellung anschauen würden. Suuuuper, ich war schwer begeistert, auf Folklorevorstellung fahre ich ja eh unheimlich ab. Um 18 Uhr trafen wir uns also vor dem Hotel und stiegen in den Bus. Die Strecke hätte man wahrscheinlich locker in 25 Minuten zurücklegen können… währen da nicht die tausenden von Autos, Tuk-Tuks und Rikschas gewesen, sie sich alle gleichzeitig durch die Straßen zu quetschen versuchten. Ich kam mir vor wie in Bangkok und da war genau diese Erfahrung Grund dafür gewesen, das Hotel abends nicht mehr zu verlassen. Nach einer Stunde hielt der Bus in einer sehr merkwürdigen Gegend vor einem noch merkwürdigeren Gebäude. Wir gingen davon aus, dass der Fahrer nur schnell etwas besorgen wollte. Nachdem der Beifahrer uns jedoch die Tür öffnete, stiegen wir etwas zögernd aus. Die Sorge entpuppte sich jedoch als unbegründet, in dem heruntergekommenen Haus verbarg sich ein wirklich schönes Hotel. Wir wurden in einen Raum mit einer riesigen Leinwand geführt und setzten uns. Als das Licht ausging und auf der Leinwand eine Art Diashow begann, freuten sich vor allem Angelika und ich. Es sah ganz so aus, als würden wir dem gefürchteten traditionellen Folkloreabend inklusiver merkwürdiger Tänze usw. entkommen.

Nach einigen Minuten wurde der „Film“ gestoppt und im Schnelldurchlauf noch einmal abgespielt. An derselben Stelle angekommen wie beim ersten Mal, stoppte das Ganze wieder und fing noch einmal an… diesmal wieder in der richtigen Geschwindigkeit. Ich fragte mich schon, ob das eventuell eine Taktik ist, um auf die angekündigte Stunde zu kommen… Plötzlich sah man hinter dem Vorhang an der Seite ein paar kostümierte Frauen vorschmulen. „Na hervorragend“, dachte ich mir, „so viel zu dem Diavortrag.“ Es wurden zwar immer wieder ein paar Bilder gezeigt, die Hauptattraktion des Abends waren jedoch verschiedene Tänze einigen Gegenden Indiens. Ich war schwer begeistert… Angelika auch. Irgendwann kämpfte ich mit dem Schlaf und kippte fast vom Stuhl.

Anschließend gingen wir dann in das Restaurant. Dass unser Reisebegleiter, der nur an diesem Abend für uns zuständig war, noch nicht da war, störte uns nicht weiter. Wir fingen schon einmal an, die uns servierten Vorspeisen zu vertilgen. Danach erhielten wir Teller, die sogleich mit verschiedenen einheimischen Speisen gefüllt wurden. Ich ging davon aus, dass das jetzt die Hauptspeise war und verkündete, dass ich satt wie ein Mehlsack sei… als die Kellner mit unzähligen kleinen Schüsselchen angedüst kamen und diese alle auf unseren Tisch stellten. Wir 5 schauten uns entsetzt an und fragten uns, wer denn das alles essen soll. Aus Höflichkeit – und natürlich auch weil es wirklich gut schmeckte – quetschten wir uns noch einige Happen in die überfüllten Mägen und hörten dann kurz vor dem Platzen auf. Den Rest versuchten wir unserem Begleiter, der inzwischen eingetroffen war, aufzuschwatzen. Vergebens….

Er war vielmehr damit beschäftigt, sich über Angelika und mich zu amüsieren, wir machten uns mit unserer Rumalberei mal wieder gnadenlos zum Nappel und unterhielten den ganzen Tisch. Der Aufforderung, mal eines meiner Lieblingslieder zu singen, kam ich dann aber trotz sehr hartnäckigem Bitten nicht nach – aus reiner Rücksichtsnahme allen Anwesenden gegenüber! Wir amüsierten uns prächtig und so wurde die Heimfahrt noch ein wenig verschoben. Das Restaurant leerte sich und irgendwann machten auch wir uns auf die Heimfahrt, die aufgrund einer etwas entspannteren Verkehrslage nur noch 45 Minuten dauerte.

Während alle anderen ins Bett wanderten, belegte ich noch für 2 Stunden den PC und fiel an gegen halb 2 todmüde ins Bett.

6.10.06
Das Frühstück wurde an diesem Morgen auf ein Minimum reduziert, weder Mutti noch ich hatten Lust, lange Zeit in dem sogenannten Speiseraum zu verbringen. Um 9 Uhr wurden wir abgeholt und machten uns auf die lange Fahrt nach Jaipur. Dank des Schlafmangels der letzten Nacht kam mir dir Fahr recht kurz vor. Kaum hatten wir Delhi hinter uns gelassen, schnorchelte ich schon vor mich hin. Lediglich als wir eine kurze Pause machten, krabbelte ich aus dem Bus, ging auf die Toilette, trank was und rollte mich gleich anschließend wieder im Bus zusammen und schlief weiter… bis wir in Jaipur waren. Das ganze muss so ca. 5 Stunden gedauert haben, hab ich mir zumindest sagen lassen, grins. Ich beschloss, diese Taktik beizubehalten und vor jeder langen Fahrt eine Internetnacht einzulegen.

Dieses Mal hatten wir ein wirklich beeindruckendes Hotel, das Holiday Inn. Es war wirklich schön, nur musste man möglichst schnell durch die Eingangshalle laufen, da der Papajageruch kaum zu ertragen war. Während Munish für uns eincheckte saßen wir mit gerümpften Nasen da und konnten es kaum erwarten, einen Blick in unsere Zimmer zu werfen. Schlimmer als in Delhi hätte es ja kaum werden können aber was wir in Jaipur vorfanden, übertraf meine Erwartungen doch bei weitem. Ich befürchtet eher, dass uns nun jeder für schwerreich halten würde – das Hotel lag doch ein WENIG über dem Standard, den ich so gewohnt war.

Am Pool wurden uns dann gleich zwei Liegen hergerichtet und es fand sogar eine gewisse Form von Unterhaltungsprogramm statt: Die Angestellten flitzten hektisch um den Pool und verscheuchten ununterbrochen die sich dort niederlassenden Tauben. Ich habe irgendwann aufgehört ihre Runden zu zählen und fragte mich, ob sie tatsächlich als „Taubenverscheucher“ eingestellt worden waren :-). Wahrscheinlich eher nicht, ich fand es aber trotzdem recht amüsant.

Um halb fünf waren wir dann mit Munish verabredet. Wir fuhren in die Stadt, hielten kurz am Palast der Winde, den wir uns jedoch nur von außen anschauten. Überall flitzten Affen herum, die faszinierten mich ehrlich gesagt mehr als der Palast, welcher sich nicht wirklich stark von den anderen Palästen bzw. Tempeln, die bisher unseren Weg gekreuzt hatten, unterschied. Jaaa, ich bin manchmal ein Kulturbanause, ich weiß … aber bei einer Horde Affen, die wie wild hin und herkletterten sei mir das bitteschön vergeben.

Wir fuhren dann weiter in die City – ich nenne es jetzt mal so – und bummelten ein wenig die Hauptstraße entlang. Sehr schnell stellte ich fest, dass mein geplanter Einkaufsbummel wohl eher sehr karg ausfallen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dort in Jaipur auch nur ein paar Dinge, die ich auch wirklich gebrauchen konnte, zu finden, erschien mir doch eher gering! Nach einer Stunde trafen wir wieder in unserem Hotel ein und gingen auf unsere Zimmer.

Wie immer trafen wir uns um halb 8 zum Essen. Während wir dann hinterher noch in einer Halle zusammen saßen, kam so ein merkwürdiger Einheimischer mit einem noch merkwürdigeren Instrument und düdelte breit grinsend sonderbare Lieder. Richtige Stimmung kam dann erst auf, als wir ihn seines Instruments und Turbans entledigten und selbst für die musikalische Untermalung sorgten. Ehrlich gesagt hätte ich vollstes Verständnis für jeden, der schreiend davon gerannt wäre, gehabt! Ich schaute anschließend noch beim Puppenspiel im Garten vorbei, beschloss aber gaaanz schnell, dass diese Art der Unterhaltung nicht wirklich nach meinem Geschmack war und machte flinke Füße. Während die Anderen noch einen Glimmstängel nach dem anderen vernichteten, ging ich auf´s Zimmer und hockte mich an den PC.

7.10.06
Zur gewohnten Uhrzeit – kurz vor 8 Uhr – schlenderten wir ins Restaurant und wunderten uns, dass wir die ersten waren. Kein Wunder… wenn man im falschen Restaurant steht! Schnell wurden wir auf unseren Fehler aufmerksam gemacht und gingen eine Tür weiter. Dort saßen dann auch schon die anderen und ließen es sich schmecken. Endlich gab es wieder Obst und Joghurt! Ich nahm mir eine Schale voll und stellte dann fest, dass es sich bei dem Joghurt um irgendetwas mit viel Salz handelte. Naja, irgendwann hatte ich so viele Melonen- und Ananasstücke darunter gemischt, dass das Salz kaum noch zu schmecken war…
Um 9 Uhr ging es dann los zur Stadtrundfahrt. Unsere Fahrt führte vorbei am alten Sommerpalast des Königs, welcher inzwischen jedoch zu einem Hotel umfunktioniert wurde. Der erste Halt war an einer auf einem Berg gelegenen Festung. Dank eines Elefantens mussten wir nicht einmal den Berg hoch laufen, sondern konnten es uns auf dem armen Tier bequem machen – na ja, das ist wahrscheinlich doch etwas übertrieben… Dafür war der Weg bis zu dem Dickhäuter umso beschwerlicher. Die unzähligen Verkäufer hielten einem den größten Schund unter die Nase und ließen einen kaum einen Schritt weiter gehen. Einige verkauften Hüte, für die entwickelten sowohl Mutti als auch ich ein größeres Interesse. Wir beide hatten unsere Mützen nämlich vergessen, sehr schlau! Der Typ wollte jedoch einen so unverschämten Preis, dass ich nicht einmal mehr Lust zum Handeln hatte – und das soll bei mir schon etwas heißen!!! Der Ritt auf dem Elefanten verlief dann wie folgt: Der Verkäufer rief einen Preis und warf die Hüte hoch. Ich rief meinen Preis und warf die Hüte wieder runter. Das ganze wiederholten wir dann ca. 6 Mal, bis er endlich meinen Preis akzeptierte. Ich war doch etwas verdutzt, denn eigentlich hatte ich die Hüte schon längst abgeschrieben und einen meiner Meinung nach schon unverschämt niedrigen Preis vorgeschlagen. Nun ja, ich warf dieses Mal also nicht die Hüte, sondern das Geld runter und damit war das Ganze für mich beendet.

Nicht aber für die Verkäufer. Plötzlich landete eine Tüte mit kleinen Holzelefanten neben mir… Bevor auch noch die Armreifen, Schachspiele, Postkarten und was weiß ich was noch folgen konnte, drehte ich mich demonstrativ weg. Tja, und da stand dann ein Fotograf, der sogleich Bilder von uns machte. Es dauerte nicht lange, da stand der nächste auf der anderen Seite und knipste wie wild darauf los. Da wir unsere Knipse aber längst an den Mann auf dem Benjamin Blümchen hinter uns gegeben hatten und dieser einige Bilder gemacht hatte, ließ uns das relativ kalt.

Oben angekommen wurden wir von Munish und Angelika, die dankend auf den Elefantenritt verzichtet hatte, in Empfang genommen. Die darauf folgende Stunde liefen wir durch die Festung, lauschten den Erklärungen von Munish und schwitzten uns halb tot. Zurück zu unserem Bus ging es dann ca. eine Stunde später mit dem Jeep. Ich handelte mal wieder wie eine Irre um die Elefantenbilder, der Typ wurde sauer, lief zurück, um uns dann doch noch einmal hektisch nachzukommen. Irgendwann einigten wir uns auf einen Preis und die Fahrt konnte weitergehen.

Der nächste Halt war dann am Stadtpalast. Der König von Jaipur, dessen bescheidenes Heim dieser Palast ist, befand sich jedoch gerade im Ausland, was uns die einzelne wehende Flagge verriet. Naja, mir verriet sie eigentlich gar nichts aber hin und wieder merke ich mir ja auch, was uns Munish so erzählt. Vom Parkplatz aus liefen wir zum Observatorium, so nannte es Munish zumindest. Ich bezweifele, dass dies der wirkliche Name ist aber egal. Auf dem Gelände befanden sich zahlreiche unterschiedliche Sonnenuhren, die uns ausgiebig erklärt wurden. So lange wir uns mit dem einfachen Abzählen von Strichen beschäftigten, konnten ich dem Führer auch noch ganz gut folgen, als wir jedoch in die Astrologie abdrifteten – auch zum Ablesen diverser Sternzeichen mit den jeweiligen Aszendenten – gab es dort zahlreiche Vorrichtungen, war für mich Schicht im Schacht. Da blickte ich ja nun überhaupt nicht mehr durch. Ich bin froh, dass ich mir mein eigenes Sternzeichen merken kann, über alles andere braucht man mit mir gaaaar nicht zu reden. Trotzdem war ich schwer beeindruckt von dem Wissen des Mannes, der uns alles haargenau erklärte, immer mit dem Zusatz, dass sich diese gerade festgestellten Aszendenten nur auf Jaipur bezogen…

Anschließend gingen wir dann in den Palast. Den fand ich ehrlich gesagt nicht so wirklich spektakulär und auch nicht das Textilmuseum, indem, der Name lässt es ja unschwer erraten, alte Kleider der Könige ausgestellt waren. Ich konnte mir die Zeit nicht einmal mit fotografieren verkürzen, das war dort nämlich nicht gestattet. Da jedoch auch die anderen nicht in Begeisterungsstürme ausbrachen, war das ohnehin nicht sehr große Museum schnell abgehakt. Was mir jedoch in Erinnerung geblieben sind, sind die zwei überdimensionalen Silberkrüge, die ein Prinz aus Jaipur, gefüllt mit Wasser aus dem Ganges, mit nach England genommen hatte, da seine Mutter ihm verboten hatte, englisches Wasser zu trinken. Warum auch nicht, Angelika hatte schließlich auch ihre Bifis mit im Rucksack, grins. Aber das wohl weniger auf den Rat ihrer Mutter hin.

Munish führte uns danach in ein kleines Restaurant, wo wir eine KLEINIGEKEIT essen wollten. Einige von uns hatten aus der Aktion in Delhi gelernt… andere nicht! Angelika, Mutti und ich bestellten uns eine Suppe, in der Annahme, das wäre portionsmäßig doch kalkulierbar. Anders aber Peter und Conny. Sie bestellten sich jeder ein komplettes Gericht – beide dasselbe – und wunderten sich dann, dass es ja so viel war und sie sich doch hätten eins teilen können. Ohne Worte!

Da es inzwischen sehr heiß geworden war und uns das Wasser schon aus alles Poren lief, schlug Munish vor, für eine Weile ins Hotel zu gehen und dann gegen halb 5 noch einmal zum bummeln in die Stadt zu fahren. Das war doch mal ein Wort: BUMMELN!!! Im Hotel wollte ich erstmal ins Internet. Nach einigem Hin und Her wurde mir erklärt, es gäbe gerade keine Internetverbindung, der Fachmann wurde jedoch schon informiert und wird das Problem schnellstmöglich beheben. Dann ging ich eben doch zum Pool. Gerade als ich mich in die Fluten werfen wollte, fragte mich Peter ganz entgeistert ob ich da denn wirklich reinwolle. Ich hatte irgendwie übersehen, dass mindestens die Hälfte der Wasseroberfläche mit Taubenkacke überzogen war! Also begnügte ich mich doch mit der Liege, auf der ich es jedoch nicht wirklich lange aushielt.

Um halb 5 stiegen wir dann allesamt in unseren Minibus und fuhren zum Parkplatz des Stadtpalastes. Von dort aus verstreuten wir uns in alle vier Himmelsrichtungen – na ja, da die Straße nur in zwei Richtungen verlief, beschränkten wir uns auf zwei Himmelsrichtungen – und begutachteten die Läden. Und die Ladeninhaber uns – Monish würde dazu sicher sagen: „So ist alles wieder im Gleichgewicht!“ Wirklich viel fanden wir nicht, als Einkaufsparadies konnte man diese Stadt nun wirklich nicht bezeichnen, es sei denn man sucht Uhren. Und das tat ich! Nachdem ich bei dem einzigen auffindbaren Schuhladen erstmal zuschlug, konnte gleich gegenüber mit dem Handeln fortfahren. Objekt meiner Begierde war eine Armbanduhr, die so preiswert war, dass ich mich schon kaum noch traute, etwas zu sagen. Ich packte also eine zweite Uhr dazu und legte dann los. Der Endpreis für beide Uhren lag dann bei ca. 7 Euro, die konnte ich verkraften.

Schnell waren die 1,5 Stunden vorüber und wir trafen uns mit den anderen an unserem Bus und kehrten zum Hotel zurück. Während die andren sich auf ihre Zimmer verzogen, nahm ich das kleine Räumchen hinter der Rezeption – in diesem Fall Business Center genannt – in Beschlag und ging online. Der PC toppte jedoch wirklich alles bisher Dagewesene, nach einer Stunde hatte ich kaum etwas geschafft, jedoch jede Menge Nerven gelassen und beendete das Ganze.

Wie immer trafen wir uns um halb 8 zum Essen. An diesem Abend lernte ich wieder etwas, nämlich dass es Menschen gibt, die offensichtlich nicht einmal über ein Mindestmaß an Anstand verfügen. Ein älterer Engländer probierte die einheimische Suppe vom Buffet, stellte fest, dass diese nicht seinem Geschmack entsprach und erklärte dem Kellner lautstark, die Suppe sei entsetzlich (ja, so drückte er sich aus!!!) und solle doch bitteschön sofort vom Buffet entfernt werden. Als wäre das nicht schon mehr als genug gewesen, ging der Kerl doch tatsächlich zum Buffet, nahm den ganzen Kübel Suppe und drückte ihn dem erstbesten Kellner in die Hand und befahl ihm, dafür eine Hühnersuppe zu bringen. Tja und was soll ich sagen, der Chef kam, entschuldigte sich für die schreckliche Suppe (???) und ließ eine Hühnersuppe bringen. Ich überlegte ernsthaft ob ich nicht fragen solle, wo denn die leckere Suppe von eben geblieben sei. UNGLAUBLICH… Auch am nächsten Tag lief uns besagter „Suppenmann“ öfters über den Weg…

Da wir am nächsten Tag nach Agra weiterfahren wollten, machten wir uns bald nach dem Essen ans Kofferpacken… mal wieder. Wenig später krabbelten wir müde ins Bett und schliefen bald ein.

8.10. 2006
Nach dem Frühstück checkten wir aus und machten uns auf den Weg. Ich hatte zwar in der letzten Nacht relativ viel geschlafen, was jedoch nicht hieß, dass ich im Bus nicht wieder ein kleines Schläfchen einlegte. Ganz im Gegenteil! Kaum hatten wir Jaipur hinter uns gelassen, kramte ich mein Kissen heraus und machte mich breit. Wach wurde ich erst wieder als Peter den Bus verlief, um ganz indienlike direkt an den Straßenrand zu pieseln. Das brachte mich auf den Gedanken, dass ich eigentlich auch mal eine Piselette gebrauchen könnte. Ich bat Munish bei der nächsten Gelegenheit zu halten und das taten wir dann auch und verbanden das ganze mit einer Pause.

Kaum waren wir zurück im Bus, fiel ich schon wieder in die Horizontale, grins. Wach wurde ich durch die Ankündigung, wir würden gleich in der sogenannten Geisterstadt Fatepu Sakri ankommen. Auf diese verlassene Stadt war ich schon lange gespannt gewesen… aber irgendwie hatte ich sie mir doch anders vorgestellt. Wie weiß ich jedoch auch nicht… Jedenfalls schlappten wir durch einen alten verlassenen Palast, der durchaus sehenswert war, sich aber genaugenommen kaum von den Palästen, die wir bereits besichtigt hatten, unterschied. Artig folgten wir Munish, lauschten gespannt (mehr oder weniger – Conny ging schon wieder ihre eigenen Wege) seinen Ausführungen und bekamen dann noch Zeit, die Anlage auf eigene Faust zu erkunden. Ich nutzte die Zeit, um Affen zu verfolgen. Als einer der Haarigen Palastbewohner jedoch geradewegs auf mich zusteuerte, war mich das doch ein wenig unheimlich und ich machte flinke Füße, grins.

Nach gut einer Stunde saßen wir wieder im Bus und nahmen die letzen 30 Kilometer bis nach Agra in Angriff. Ausnahmsweise schlief ich mal nicht ein, sonder saß – bewaffnet mit ner Knipse – am Fenster. In Agra waren wir erstmal von unserem Hotel beeindruckt. Ich fühlte mich irgendwie etwas fehl am Platz in dem Luxusbunker, stellte aber schon bald fest, dass es mit dem Luxus doch nicht so dolle war. Gegen den Pool konnte man jedoch wirklich nichts sagen, kein Wunder also, dass wir uns dort alle wieder trafen. Angelika und ich vereinbarten in dem Massagesalon einen Termin und machten es uns auf unseren Liegen bequem. Ich, als absoluter Massagelaie, war ihr dankbar für die Information, dass ich mich da völlig nackig machen muss. Ich hätte der guten Frau da gleich unanständige Absichten unterstellt, hihi.

Um 17 Uhr ging es dann los, die ersten Minuten gingen bei mir erstmal dafür drauf, die ganzen Piercings aus meinem Körper zu entfernen. Nach den 45 Minuten war für mich klar, dass dies wohl für eine Weile meine einzige Massage bleiben wird. Während Angelika begeistert mit den Augen rollend aus ihrer Kabine kam, empfand ich das ganze als eine Art Ölschlacht – und die hätte man problemlos auch mit seinem Partner veranstalten können.

Pünktlich um halb 8, wie jeden Abend, stürzten wir uns auf das Buffet. Auch wenn der Wecker am nächsten Morgen um halb 6 bimmelte, ließ ich mir meinen obligatorischen Besuch im Business Center (genauer gesagt am PC) nicht nehmen…


9.10.09
Irgendwie standen Mutti und ich schon vor dem Weckerklingeln auf und gingen hinunter in die Halle. Kurz darauf kamen auch die anderen und wir machten uns auf den Weg zum Taj Mahal…. im Dunklen. Da war ich ja schon ein wenig skeptisch, hatte Munish uns nicht erklärt, dass alles bei uns in der Nähe sei? Ich hatte ja nicht wirklich viel Lust, mir das Highlight der Rundreise im Dunklen anzusehen – unnötig zu erwähnen, dass ich dabei an die Qualität der Fotos dachte. Da wir zwischendurch aber noch ein einen Elektrobus umsteigen mussten und dann auch noch eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen passieren mussten, erwies sich meine Sorge als unnötig.

Außer uns kamen noch ein paar hundert andere Touris auf die Idee, früh zum Taj Mahal zu fahren, von einer einsamen Besichtigung konnte also keine Rede sein. Ständig wurden wir von Fotografen gedrängt, uns doch von ihnen knipsen zu lassen, ich weiß ja auch nicht, ob sie unsere Fotoapparate für Attrappen hielten oder was das sollte… Nach gut einer Stunde hatten wir das gesamte Gelände abgelaufen, ich hatte mich mal wieder im Streifenhörnchenverfolgen geübt, und so machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Unsere Mägen hingen schon in der Kniekehle und beim Frühstück wartete lecker Joghurt auf mich. Vorgewarnt durch das salzige Zeug in Jaipur, kostete ich erstmal und stürzte mich dann über die Schüssel. Wirklich lecker war es ja nicht aber es hatte wenigstens Ähnlichkeit mit Joghurt. Dafür schüttete ich noch eine ganze Menge Ananasstücke dazu, in der Hoffnung, das würde den Joghurtgeschmack ein wenig neutralisieren. Ist nicht ganz gelungen, bei der Ananas handelte es sich um Dosenananas, ganz toll!

Um halb 10 begann dann der zweite Teil unserer Besichtigungstour, auf dem Plan stand die Rote Festung und eine Marmorfabrik. Letztere besuchten wir zuerst. Das lief nach dem klassischen Schema ab: Im ersten Raum sitzen einige Einheimische an antik wirkenden Maschinen und demonstrieren, wie sie arbeiten. Als wir diesen Raum verließen, gestikulierte einer von ihnen hektisch, ich solle zu ihm kommen. Ich tat ihm also den Gefallen und bekam von ihm zwei kleine geschliffene Marmorteilchen, die er gerade fertig gestellt hatte, in die Hand gedrückt. Suuuuper, ein echter Schatz… vor allem weil eines der Teile sich – kaum im Hotel angekommen- irgendwo in unseren Teppich auf nimmer wieder sehen verabschiedet hatte. Aber den Verlust hatte ich schnell verkraftet.

Anschließend fuhren wir zur roten Festung. Sie unterschied sich wenig von den Festungen bzw. Palästen, die wir bisher besichtigt hatten. Wir schlappten durch die Anlage, hörten wie immer Munish zu (oder im Fall von Conny – auch wie immer nicht zu) und verließen das Gelände nach ca. 50 min. Unser Tagesprogramm war damit beendet… um halb12. Das war doch mal was, wir fuhren zurück zum Hotel und packten uns an bzw. in den Pool. Ich hatte mal wieder Hummeln im Hintern und trottete nur so zwischen Mutti, Angelika, Munish und dem Pool hin und her. Irgendwann schlug Mutti dann vor, auf´s Zimmer zu gehen. Ich blieb dort jedoch nicht lange sondern ging mal wieder an den PC.

Unser letztes gemeinsames Abendessen verlief dann recht unspektakulär. Anschließend spazierten wir allesamt ein wenig, na ja, eigentlich liefen wir nur vor dem Eingang auf und ab. Auf die Bar hatte ich nicht wirklich Lust und so verabschiedete ich mich von den Anderen und ging auf mein Zimmer. Verkehrte Welt… da geh ich schlafen und sag meiner Mutter, sie soll nicht so viel trinken, hihi (und das, wo sie ja eh nie trinkt..).

10.10.06
Nach dem Frühstück, an dem Conny und Peter an diesem Morgen nicht teilnahmen, stiegen wir in den Bus. Conny hatte schwer mit ihrem Magen zu kämpfen und auch Peter wirkte nicht wirklich taufrisch. Da uns eine mehrstündige Busfahrt bevorstand, holte ich mein Kissen heraus und machte das übliche: ich schlief. Lediglich eine Pipipause konnte mich zum Aufstehen bewegen. Diese wurde dann gleich mit ein wenig europäischer Kultur verbunden: Auf der Raststätte, wenn man es so nennen kann, hüpften ein paar Spanier in irgendwelchen Kostümchen herum und sangen munter drauflos. Vor allem für die anwesenden Inder schien das recht spektakulär zu sein, sie strömten herbei und zückten ihre Fotohandys.

Kaum zurück im Bus, lag ich schon wieder lang und schnorchelte vor mich hin. Das war jedoch nur so lange möglich, wie wir NICHT in Delhi waren. Durch die penetranten Autohupen geweckt, schaute ich mir das Treiben außerhalb unseres Busses an und war immer wieder sprachlos, wie man das jeden Tag ertragen konnte! Conny vegetierte im Bus vor sich hin, ließ es sich jedoch nicht nehmen, am Lotustempel mit auszusteigen. Diesen Tempel hatten wir am Anfang unserer Rundreise ausgelassen um ihn nun, auf der Rückfahrt, zu besichtigen. Dank Conny und Peter dauerte diese Besichtigung nun auch ca. doppelt so lange wie geplant. Weshalb zumindest Conny nicht im Bus geblieben war, verstand keiner von uns so richtig, hatte sie sich doch während der gesamten Woche nie als sehr interessiert gezeigt.

Als nächstes stand das Mittagessen in einem sehr netten Restaurant auf dem Plan. Angelika und ich gingen zur Toilette, um uns dort die Hände zu waschen. Zwei Katastrophenelsen auf dem Klo… ich riss erstmal die vordere Hälfte des Handtuchhalters ab, welcher dann Angelikas Kopf nur knapp verfehlte und wunderte mich dann über das plätschernde Geräusch. Ein Blick nach unten verriet mir dann die Quelle: Angelika hatte mit ihrem Bein den unteren Wasserhahn neben dem Klo angestellte und bemerkte es überhaupt nicht. Das war schon eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass ihr Fuß direkt unter dem Strahl stand! Gackernd kamen wir zurück uns setzten uns. Auch Conny, die wimmernd dasaß und ihrem Mann erzählte, sie wolle jetzt ins Hotel, konnte unserer guten Launen nichts entgegensetzen. Zumal das mit dem Hotel auch schwer realisierbar ist wenn man sich auf dem Weg zum Flughafen befindet.

Nachdem sie sich dann mit einer Schachtel Zigaretten vor dir Tür verzogen hatte, kehrte sie – oh Wunder – noch blasser zurück. Mein Mitleid hielt sich in Grenzen, das der Anderen offensichtlich auch… Wir bekamen wieder landestypische Gerichte serviert, nur auch diesmal wieder etwas touristenfreundlicher zubereitet – sehr zum Bedauern von Angelika, Mutti und mir! Vor allem das Eis, zu dem es irgendeine undefinierbare süße Kugel gab, hatte es mir angetan.

Die Frage, was wir mit der verbleibenden Zeit machen könnten, war schnell geklärt. Wir fuhren Conny zum Arzt. Während Angelika als Dolmetscher abkommandiert wurde, saßen Mutti und ich im Bus und warteten. Wir bekamen noch Gesellschaft von einem anderen Reiseleiter, der uns bereits bei unseren ersten Essen in Delhi begleitet hatte, und so verging die Zeit recht schnell.

Nach einer guten halben Stunde konnten wir dann zum Flughafen weiterfahren. Das Einchecken alleine würde schon Seiten füllen… Wir machten dem Typen klar, dass Angelika, Mutti und ich gerne in einer Reihe sitzen würden und er nickte. Dann wurden wir darauf hingewiesen, dass sich in unserem Handgepäck keine Flüssigkeiten – auch kein Deo oder Duschgel – befinden darf. Wir machten also unseren Koffer wieder auf und stopften alles, was wir so fanden, hinein. Daraufhin mussten alle Koffer, selbst die, die nicht geöffnet wurden, noch einmal durch den Securitycheck. Das fand ich ja schon merkwürdig aber egal. Wir bekamen unsere Tickets und ich überprüfte noch einmal, ob wir drei auch wirklich nebeneinander saßen. Wir hatten tatsächlich die Plätze a, b und c. Nur die Reihe war irgendwie nicht dieselbe! Ich dachte erstmal, ich hätte einen Knick im Blick aber es war wirklich so. Also stiefelten wir zurück zur Counter und ließen das ändern. Kaum waren wir durch die Passkotrolle, wurden wir auch schon zur Identifizierung unserer Koffer gebeten. Diese waren nämlich, kaum hatten sie 3 Meter auf dem Laufband zurückgelegt, von demselben genommen und alle auf einem Haufen geworfen worden. Dort mussten die Eigentümer sie als ihr Eigentum identifizieren, bevor sie in den Flieger kamen.

Unser anschließender Bummel durch die Shops erwies sich als sehr kurz, es gab nämlich kaum welche. Dafür gab es PCs mit Internetzugang, grins. Dass ich einen Teil der Wartezeit dort verbrachte, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden. Irgendwann kam Angelika zu mir und meinte, sie wurden schon persönlich aufgefordert, sich zum Gate zu bewegen und ich solle mich doch bitte demnächst vom PC loseisen. Das tat ich dann auch. Es war mir jedoch etwas schleierhaft, weshalb schon über eine Stunde vor Abflug Leute herumliefen und die Passagiere zusammentrommelten…

Inzwischen verstehe ich es. Bei dem Rumgeaffe da musste ja auch mehr Zeit als üblich eingeplant werden. Alles fing mit dem Mitbringsel für Udo an: eingelegte Knoblauchzehen. Die durften wir nicht mitnehmen, da in dem Behälter Flüssigkeit war. Nach längerem hin und her wurden wir aufgefordert, die Tasche als Gepäck aufzugeben. Gar nicht so leicht wenn man sich wieder aus der Sicherheitszone entfernen möchte und niemand Englisch spricht!!! Nach der zweiten Aufforderung stehen zu bleiben und dem verzweifelten Versuch meinerseits, der Trulli zu erklären, weshalb ich in die falsche Richtung lief, beschloss ich einfach nicht mehr zu reagieren, wenn mich jemand ansprach. Das stellte sich auch nicht wirklich als die geeignete Taktik heraus… Irgendwann verstand mich jemand zumindest ansatzweise und fragte mich, ob ich schon Gepäck aufgegeben hatte. Das unser Koffer jedoch auf Angelika lief, verneinte ich dies und wurde daraufhin zu den Koffern geführt. „Häääää????“, dachte ich mir und wartete ab. Der Typ fragte mich, welcher Koffer denn nun mir gehöre und fing an, alle Nummern mit der auf meinem Ticket zu vergleichen. Ich beschloss, lieber den Mund zu halten anstatt auszuflippen. Nach ca. 30 min. wurde mir dann mitgeteilt, dass ich die Gläser doch mit in den Flieger nehmen kann. Ich bat die gute Frau mich zu begleiten und das selbst an der Kontrolle zu klären. Das Ergebnis war dann nach einer längeren Diskussion, dass ich die Gläser in den Müll warf.

Die nächsten Minuten verbrachten wir dann damit, zuzuschauen wir Muttis Minirucksack immer wieder kontrolliert wurde, bis sich endlich alle Feuerzeuge gefunden hatten, ich erklärte dem Typen, er sei für den Job ungeeignet, da er schließlich beim ersten Check nicht einmal ein Feuerzeug gefunden hatte und daraufhin dauerte das ganze noch ein wenig länger. Klappe halten war noch nie meine Stärke….

Damit war es dann aber noch nicht getan. Die große Wasserflasche in meiner Tasche – hochgefährliches und vor allem verbotenes Gut – die bei der Kontrolle übersehen wurde, schmiss ich dann lieber freiwillig weg als ich sah, dass auch hier schon wieder die Rucksäcke kontrolliert wurden. Nachdem wir auch die zweite mehr oder weniger gründliche Kontrolle hinter uns gelassen hatten und uns vor der Gangway zum Flieger befanden entdeckten wir sie… Kontrolle Nummer 3! Direkt vor der Fliegertür… Hier musste ich also noch einmal meinen Schleppi und meinen Rucksack auskramen, wir wurden abgetastet und durften dann endlich in das Flugzeug einsteigen. Ich schlief schon fast im Stehen, kein Wunder also, dass ich schon gemütlich vor mich hinschnorchelte, als das Essen ausgeteilt wurde. Wir stopften uns noch mit irgendwelchen indischen Kram voll und schliefen dann ein.

Nach gefühlten 8 Stunden – realistischen 3 oder 3,5 – landeten wir endlich wieder auf Sri Lanka. Unnötig zu erwähnen, dass auch hier wieder ein Einreiseformular darauf wartete, ausgefüllt zu werden. Inzwischen kannten wir alle notwendigen Informationen fast auswendig, kamen also schnell durch die Kontrolle. Während wir uns so den schmalen Gang in Richtung Ausgang drängelten, entdeckte ich ein Schild, auf dem die Namen Mäker und Prussard standen. Soso, wir hatten also einen Abholer für uns alleine. Der Typ raste los, holte sein Auto und wir düsten in Richtung Hotel. Ich wollte unseren Koffer selbst mit ins Zimmer nehmen, schon ahnend, dass es sonst wieder eine Weile dauern würde bis wir mit dem Auspacken beginnen können. Aber natürlich wurde mir auch dieses Mal wieder erklärt, dass der Koffer gebracht wird. Genauso wie der Koffer, den wir im Hotel deponiert hatten.

Der Koffer, den wir dabei hatten wurde auch wirklich schnell gebracht, der andere nicht… Ich trottete also zur Rezeption – da unser Zimmer am anderen Ende der Anlage war kam das ner Wanderung gleich – und bestand darauf, mir meinen Koffer selbst aus dem Lager zu suchen und ihn auch sofort mitzunehmen. Da ich nun schon einmal zu später Stunde noch wach war, beschloss ich, in der Disco vorbeizuschauen. Ich rannte wie ein Depp an den Schiebetüren entlang ohne eine offene Tür zu finden. Netterweise öffnete mir mal jemand und ich gesellte mich zu den ca. 10 anderen. Suuuuper, die hatten schon mächtig getankt und die Musik stammte aus meiner Jugendzeit… ich ging also doch Koffer auspacken und schlafen.


11.10.2006

Die letzten Tage wollten wir zum Braunwerden nutzen. Erst einmal stürmten wir das Frühstücksbuffet, auf das wir uns nun schon eine Woche gefreut hatten und schlugen uns die Bäuche mit Obst voll … ich jedenfalls. Während wir da so saßen näherten sich bereits die ersten Wolken, die wir gekonnt ignorierten. Anschließend ließen wir uns unsere Liegen zurechtmachen, einen Sonnenschirm bringen (ha, was für ein Hohn!) und machten es uns gemütlich. Ich konnte mal wieder nicht lange still sitzen und hüpfte in den Pool. Bis dann mal die ersten Tropfen fielen… Mutti und ich hielten es für das beste, das schlechte Wetter für unseren geplanten Besuch in Negombo zu nutzen und dabei gleich unseren Schmuck vom Juwelier zu holen. Ich ging davon aus, dass er sicher schon fertig sein würde, auch wenn wir eigentlich erst einen Tag später verabredet waren. Wir schlappten also vor das Hotel, wurden für ein paar Rupien mit zur Hauptsraße genommen und suchten uns dort ein Tuk-Tuk.

In Negombo zuckelten wir von Geschäft zu Geschäft, kauften Schuhe ohne Ende und suchten uns irgendwann ein Tuk-Tuk, welches uns zu unserem Juwelier fahren sollte. Der Schmuck war noch nicht fertig, toll. Wir baten den Besitzer, und das Zeug am nächsten Tag ins Hotel zu bringen, ließen uns noch einen mittelgroßen Pickel ans Ohr schwatzen und fuhren dann weiter in den nächsten Ort. Dort plünderten wir einen Supermarkt, ich kaufte meine heißgeliebte Marmelade (welche sich als die falsche herausstellte und jetzt auf einer Mülldeponie liegt) und voll beladen kehrten wir ein paar Stunden später zurück zum Hotel. Das Wetter hatte sich etwas gefangen, irgendwie waren wir geschickt immer vor dem Regen davon gefahren.

Während wir über einem Burger saßen kam Angelika noch vorbei und begutachtete unsere Neuanschaffungen.

Eigentlich passierte an diesem Tag nichts Erwähnenswertes mehr. Nach dem Essen ging ich an den PC, schrieb meine mails und chattete ein wenig, während Mutti und Angelika noch etwas zusammen tranken.


12.10.2006

An diesem Tag sah das Wetter schon etwas besser aus. Aber das sah es zur Frühstückszeit ja auch am Vortag. Wir hatten jedoch Glück, die Sonne ballerte so vor sich hin und wir konnten es uns auf den Liegen bequem machen. Mich plagten natürlich bald schon wieder die Hummeln im Hintern und ich lief am Strand entlang. Dabei versuchte ich die ganze Zeit den Strandtypen aus dem Weg zu gehen, die sich wie ein Schatten an einen hefteten, um einem irgendetwas anzudrehen.

Meinen zweiten Strandspaziergang dieses Tages – irgendwie hatte ich an diesem Tag überhaupt kein Liegefleisch – fand in Begleitung von Mutti statt. Einige hundert Meter von unserem Hotel entfernt entdeckten wir eine kleine Hütte mit einem Boot und fragten, ob man dort eine Tour durch die Lagune machen könne. Unsere Frage wurde bejaht, der angegebene Preis erschien uns so günstig, dass ich nicht einmal mehr wagte zu handeln und obendrauf bekamen wir noch ne Cola. Mit einer Verabredung für 15:30 Uhr kehrten wir zurück zum Pool.

Kurz vor drei machten wir uns dann fertig und gingen los. Die Bootsfahrt entwickelte sich zu einer Vogeljagt, eifrig düste unserer Guide jedem seltenen Vogel hinterher, damit wir ihn aus der Nähe betrachten konnten. Es braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden, wer dabei meist den Kürzeren zog, grins. Das ein oder andere seltene Tierchen kam uns jedoch trotzdem vor die Linse, nur die Varane, auf die ich mich so gefreut hatte, waren uns – abgesehen von einer Miniaturausgabe – nicht so wohlgesonnen und versteckten sich. Unsere Fahrt dauerte 2 Stunden, zwischendurch machten wir einen kurzen Stopp bei dem Onkel unseres Guides und bekamen demonstriert, wie man den einheimischen Kokosschnaps herstellt. Der alte Mann krabbelte auf eine Palme und kletterte dann über die Verbindungsseile von Palme zu Palme, dass es einem ganz schwindelig wurde. Von der Flüssigkeit, die er uns zum Kosten gab, würgten wir einen Schluck herunter und waren danach umso dankbarer für die frische Kokosnuss, die wir als Wegzehrung erhielten.

Kurz vor Sonnenuntergang legten wir wieder an der kleinen Hütte an und liefen zurück zum Hotel. Den Sonnenuntergang beobachteten wir von unserem Balkon aus. Auch wenn das Zimmer schon fast eine Taxi-Kurzstrecke von der Rezeption aus gerechtfertigt hätte, so hatte es definitiv auch seine Vorteile. Der Balkon war einer davon, wir hatten eine super Sicht auf das Meer!

Die Tatsache, dass das Hotel ein Problem mit senem Server hatte und ich somit nicht ins Internet kam, brachte meine gesamte Abendgestaltung durcheinander… Ich saß also länger mit den beiden Frauen beim Abendbrot und schaute mir anschließend mit ihnen die Show an. Äh, besser gesagt das, was als Show angekündigt war… Meine zwei Begleiterinnen hatten mir ja schon von dem qualitativ sehr hochwertigem Unterhaltungsprogramm vorgeschwärmt, welches sie hin und wieder genossen hatten während ich auf die Tasten hackte aber das übertraf doch all meine Erwartungen. Wir blieben also nicht bis zum Schluss, sondern zogen es vor, uns mit unseren Büchern auf die Zimmer zu verziehen.


13.10.2006

Da war er also, unser letzter Tag, den wir von morgens bis abends in diesem Hotel verbringen würden. Das Wetter war auf unserer Seite, wir konnten uns nach dem Frühstück wieder auf die Liegen knallen und vor uns hindösen. Mein Tag bestand wiedermal aus Strandspaziergängen und einigen Runden im Pool. Als dann ein Pferd durch unsere Anlage geführt wurde, beschloss ich, ein wenig meinen Hintern zu strapazieren und fragte den Reiter, ob er sich noch ein zweites Pferd besorgen könne. Eine halbe Stunde brav am Halfter durch die Gegend geführt zu werden war nun nicht wirklich mein Traum. Er war einverstanden und ich ging mich umziehen und zur Rezeption, um die Formalitäten zu klären.

Nachdem ich die seitenlange Einverständniserklärung unterschrieben hatte, dass ich für alles die Verantwortung trage (wahrscheinlich auch dafür, wenn die Waschmaschine des Hotels leckt…, das alles kann man sich ja gar nicht an einem Tag durchlesen!), kehrte ich zum Strand zurück. Kaum saß ich auf dem Pferd, nahm der Typ den Halfter und latschte los. Ich diskutierte ein wenig mit ihm rum, dass ich dann wieder absteigen würde und er erklärte sich bereit, neben mir herzulaufen. Im Nachhinein ist mir schon klar, weshalb er das Hottehü nicht loslassen wollte. Mir lief anschließend ohne Sch… das Blut aus offenen Blasen, da ich die ganze Zeit wie eine Kranke an den Zügeln zerren musste, um mich durchzusetzen. Es klappte aber doch gut genug, dass ich mal ein kleines Rennen mit dem anderen starten konnte. Es stellte sich schnell heraus, dass ich einen kleinen Sausewind unter dem Hintern hatte, meine liebe Begleitung plus Pferd war nach kurzer Zeit nur noch ein kleiner Punkt (und ich glaube nicht, dass das ausschließlich an meiner Sehschwäche lag!) und ich beschloss, sein Herz ein wenig zu schonen und umzukehren.

Den Rest des Tages verklebte ich meine Blasen an den Händen und las. Da Angelika bereits am nächsten Morgen abreiste, war dies unser letztes gemeinsames Abendbrot. Ich konnte anschließend wieder an den PC und die beiden quatschten noch ne Runde. Wirklich spät ging keiner von uns ins Bett.


14.10.2006

Unser letzter Tag… und der überflüssigste von allen! Mutti und ich hatten uns schon die ganze Nacht um das Bad gekeilt. Ich weiß nicht, wem von uns es schlechter ging, Fakt ist: Es ging uns beiden hundeelend. Ich kämpfte mich am Morgen kurz zum Frühstück, schließlich sollte Angelika ja nicht ganz alleine da hocken und sich Sorgen machen. Nach ein paar Minuten war dann aber wieder Schicht im Schacht und ich kämpfte mich zurück zum Zimmer. Da bleiben wir beide dann auch bis zum Abend. Nix Strand, nix lecker Essen… nur Bett und Bad… Ich ging lediglich noch einmal zur Rezeption, um mich von Angelika zu verabschieden und mit ihr auf den Bus zu warten.

Zum Sonnenuntergang ging ich dann doch noch einmal zum Strand, wo ich Besuch von einem kleinen Affen bekam. Als ich zurück ins Zimmer kam, war auch Mutti wieder einigermaßen auf dem Dampfer und wir packten unsere Koffer. Das Abendessen sparten wir uns aber lieber, sicher ist sicher.

Um 23 Uhr kam dann unser Fahrer, der uns mit einem schicken Autochen zum Flughafen brachte. Auch wenn wir über drei Stunden vor Abflug dort waren, reichte es nicht mehr für einen Fensterplatz, also pflanzten wir uns im Flieger in der Mittelreihe neben einen Bayern oder so, der meinte, er müsse alles in ein Quiz verpacken. Der Typ ging mir dermaßen auf die Nerven, dass ich mich zwischendurch einfach schlafend stellte. In Frankfurt nahmen wir uns ein Taxi, um unseren Zug noch zu bekommen. Nur dass dieser ne Megaverspätung hatte und wir dann mit einem anderen Zug fuhren, für den wir keine Sitzplatzreservierung hatten! Ein netter Schaffner organisierte und jedoch ganz schnell ein paar Sitze und so landeten wir etwas gestresst aber froh in Berlin Spandau…