Rhodos 11. 07. - 19. 07. 2007

1. Tag – Ab in den Urlaub

Ein Tag beginnt ja bekanntermaßen um 0 Uhr ... Und unser erster Urlaubstag hielt sich an diese Tatsache: Der Wecker klingelte um genau 0 Uhr! Am liebsten hätte ich mich ja noch mal umgedreht, Holgers Gemurmel ließ darauf schließen, dass es ihm ähnlich ging, aber wir hatten ja schließlich noch einiges vor uns und so schwangen wir uns aus den Federn. Ein kurzer Blick in den PC verriet uns, dass wir über Amazon noch einige Bücher verkauft hatten, die wir nun noch verpacken mussten – suuuper, weil wir ja so ewig viel Zeit hatten! In einem Affentempo suchten wir die Bücher (und fanden sie auch ausnahmsweise mal gleich) und verpackten wie die Irren. Wie ursprünglich geplant saßen wir um 0:59 Uhr im Auto und fuhren los in Richtung Leipzig. Unser Weg führte uns am Grundstück meiner Eltern vorbei, wo meine Mutter im Regen stand und auf uns wartete. Klar, was soll sie auch sonst mitten in der Nacht tun? Wir verabschiedeten uns und fuhren weiter. In Leipzig kamen wir ca. 1,5 Stunden später auch an und – oh Wunder – auch den von uns anvisierten Parkplatz fanden wir auf Anhieb. Das Einchecken ging recht schnell und so konnten wir uns noch ganz in Ruhe ein Käffchen gönnen, bevor wir in den Flieger stiegen. Kaum saß ich, fing ich auch schon an ein Ründchen zu schnorcheln. Als die Sandwichs verteilt wurden weckte mich Holger – das hätte er sich sparen können, die Teile waren alle mit Käse belegt und ICH HASSE KÄSE!!! Ich rollte mich also wieder auf meinem Sitz zusammen (so gut das halt ging) und schlummerte weiter.

Nach drei Stunden landeten wir dann auf – oder auch in – Rhodos. Es war gerade mal 9 Uhr und der Tag lag noch vor uns. Netterweise war unser Hotel das erste, welches unser rappelvoller Bus ansteuerte. Da unser Zimmer noch nicht fertig war, schauten wir uns erst mal ein wenig um und erkundigten uns an der Rezeption nach den Mietpreisen für Autos. Die waren nicht ganz so schlimm wie wir nach ein wenig Internetrecherche erwartet hatten und so bezogen wir eine Stunde später gut gelaunt unser zugegebenermaßen nicht sehr weitläufiges Zimmer. Die Tatsache, dass wir die Klimaanlage nicht zum Laufen brachten, ließ uns da noch relativ gelassen bleiben. Weniger entspannt war ich, als uns gesagt wurde, die würde 6 Euro pro Tag kosten! Hammer, so was hatte ich ja noch nie erlebt!!! Aber wer mich kennt – und Holger ist mir da zum Glück sehr ähnlich – der weiß, was jetzt kommt: Die 6 Euro kann man ja eventuell auch sparen, erst mal abwarten, wie die Nacht wird. Als Option hielt ich mir offen, einfach den Kühlschrank – und der war ja schließlich mit im Preis – über Nacht aufzumachen, grins.

Das Problem wurde erstmal ad acta gelegt und ich heckte schon Pläne aus, wie ich meinen Unmut am effektivsten am Folgetag während unseres Begrüßungscocktails zum Ausdruck bringen könnte. Holger und ich machten uns dann auf den Weg zum Strand. Das Packen der Badesachen war Holger wohl zu müßig und so gingen wir halt ohne Badesachen, eh klar, was soll man so nebensächliches Zeug auch mitschleppen :-). Unterwegs wollten wir noch ein Auto mieten, da aber alle Mittagspause hielten, wurde daraus nichts. Dafür kauften wir uns Schnorchelsachen. Und so kamen wir – zwar ohne Badezeug aber dafür mit Schnorchelsachen (man muss halt Prioritäten setzten!) – am Strand an. Holger setzte sich seine Taucherbrille auf und stiefelte mit Klamotten ein paar Zentimeter ins Meer und versuchte sich dann soweit vornüber zu beugen, bis er die Brille testen konnte. Ich saß am Strand, genoss das Schauspiel und wartete darauf, wann er endlich vornüber ins Wasser kippte... Den Triumph gönnte er mir leider nicht, es dauerte jedoch nicht lange bis er einsah, dass er ein äußerst idiotisches Bild abgab und so schlappten wir den ganzen langen Weg zurück zum Hotel und gingen Mittag essen. Ich fand es lecker, Holger nicht so richtig. Er verfütterte seinen Fisch lieber an die Katzen, die uns in regelmäßigen Abständen besuchten. Da die Läden im Ort noch eine Weile zu hatten, die Griechen halten nun mal eine aaaauuuusgedehnte Mittagspause in der alles dicht gemacht wird, packten wir uns noch an den Pool und ließen es uns gut gehen.

Um kurz vor vier machten wir uns dann wieder auf die Socken um ein Auto zu mieten. Dumm war nur, dass die meisten Läden immer noch geschlossen hatten. In einer Nebenstraße entdeckten wir eine Vermietung, die offen hatte und uns einen akzeptablen Preis anbot. Wenig motiviert noch weitere Autovermietungen abzuklappern nahmen wir das Autochen und fuhren gleich zum nächsten Strand. Der war jedoch wenig spektakulär, übersäht mit Steinen und so machten wir uns genauso schnell vom Acker wie wir hingefahren waren. Inzwischen hatten wir entdeckt, dass sich in dem CD-Player des Autos eine CD befand. Ein wenig skeptisch machten wir sie an und glaubten unseren Ohren nicht ... Iron Maiden! Wie geil, da meinte es aber ja jemand gut mit uns, grins.

Nach etwas planlosem Hin- und Hergegurke landeten wir auf der Hauptstraße und entdeckten schon nach wenigen Kilometern einen Abzweig zum Tsambiki Beach. Da sich dieser dann auch noch als schönster Sandstrand der Insel entpuppte (so erfuhren wir später), machten wir dort gleich einen kleinen Halt. Dieses mal hatte ich mich auch durchgesetzt – wir hatten unsere Badesachen dabei! Also hüpften wir nun endlich zum ersten Mal in unserem Urlaub so richtig ins Meer. Holger konnte seine Schnorchelsachen ausprobieren, ohne sich völlig zum Deppen zu machen und ich freute mich, dass es auf Rhodos ganz offensichtlich doch Sandstrände gab, auch wenn uns die Reisebürotante Gegenteiliges prophezeit hatte.

Da es schon relativ spät war, blieben wir nicht lange sondern machten uns bald wieder auf den Rückweg zum Hotel. Das Abendessen riss Holger wie erwartet nicht so vom Hocker (er ist nun mal kein Freund der griechischen Küche), ich verputzte jede Menge Gemüse, und anschließend stürzten wir beide noch an die Bar, vernichten ein paar Cocktails und vielen dann total erledigt ins Bett. Einen Wecker hielten wir für unnötig, schließlich war es gerade mal 21 Uhr oder so und das Frühstücksbuffet war ja bis 9:30 Uhr geöffnet.

 

2. Tag – Aufstehen ... aber hurtig!

Als ich wach wurde und auf die Uhr schaute, spielte sich in etwa folgendes in meinem Kopf ab: Schnell raus aus dem Bett, wir haben noch 5 Minuten um beim Frühstück zu erscheinen ... Nö, schnell umdrehen und so tun, als wäre ich nicht rechtzeitig wach geworden ... aber wo bekommen wir dann was zu Essen her ... Na irgendwo in einem Restaurant ...

Ich beschloss, Holger an dem Entscheidungsprozess teilnehmen zu lassen und weckte ihn. Ca. 3 Minuten später saßen wir am Buffet und stellten fest, dass wir auch im Bett hätten bleiben können. So toll war es nun wirklich nicht, dass es die Hektik gerechtfertigt hätte! Aber ich hatte zum ersten Mal mitbekommen, dass Holger durchaus auch in der Lage ist, sein Bett schnell zu verlassen, grins. Die fast 12 Stunden Schlaf hatten wohl immer noch nicht so ganz gereicht, wir zwei saßen total verpennt da und schütteten den Kaffee in uns hinein.

Anschließend ging es dann zu ein paar kleinen Quellen, die sich nicht weit von unserem Hotel befanden. Das eigentlich Sehenswerte an diesem Ort waren weniger die Quellen, als ein 186 Meter langer Tunnel, durch den man hindurch laufen konnte. So stand es zumindest im Reiseführer, also nahmen wir unsere Badelatschen mit, um nicht ganz schutzlos durch das Wasser laufen zu müssen, denn dieses war der hauptsächliche Nutzer des Tunnels.

Vor einer kleinen Öffnung stand dann ein Pärchen und blickte etwas skeptisch in das schwarze Loch. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man da wirklich reingehen konnte, irrte mich aber offensichtlich, da wir nach kurzer Zeit Stimmen aus dem Loch hörten. Nachdem uns die beiden anderen erklärt hatten, dass da schon einige drin verschwunden waren (aber niemand zurückgekehrt, das nur mal ganz am Rande), machten auch wir uns auf die Socken durch das affenkalte Wasser. Hin und wieder machten wir mal ein Foto, um wenigstens für einen kurzen Moment etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Auf halber Strecke gab es dann einen Notausstieg nach oben, den wir aber als Ausweichbucht nutzen mussten. Unser Gegenverkehr hatte genug Mühe aufgrund seiner oder besser gesagt ihrer Ausmaße nicht stecken zu bleiben, da wäre Null Chance gewesen, IRGENDWO an ihr vorbeizukommen. Naja, so dienten wir wenigstens als Glotzopfer, denn von oben drängte sich ein Gesicht nach dem anderen an den Notausstieg. Weshalb die uns jedoch zumuhten, (hm, komisches Wort, es erklangen laute Muh-Rufe), erschloss sich uns nicht so ganz. Nachdem der Weg wieder frei war, liefen wir weiter in Richtung Ausgang. Ich weiß nicht, was ich da erwartet hatte aber irgendwie war ich doch etwas enttäuscht ... genau gesagt war da nichts, was nicht auch am Eingang gewesen war. Bäume... Wir verzichten darauf, durch die Höhle zurück zu gehen, sondern schlappten über den Hügel. Dort kamen wir auch an dem Notausgang vorbei und ein Blick in den Abgrund verriet uns, dass die Familie uns vorhin gar nicht gesehen hatte, sondern einfach nur in einen schwarzen Schacht gemuht und sich dann wahrscheinlich gewundert hatte, dass da Stimmen zurück kamen!

Da wir an diesem Tag gerne das Mittagessen in unserem Hotel ausprobieren wollten, beschlossen wir, die Zeit bis dahin wieder am Tsambiki-Strand zu verbringen. Wir fuhren bis ans das Ende des Strandes vor, wo nicht mehr ganz so viele Touris lagen und man sich demnach auch noch nicht wie eine Ölsardine fühlte. Da wir dieses Mal unsere Luftmatratzen dabei hatten, konnte ich mich im Meer austoben während Holger Erfahrungen mit dem Schnorchel sammelte. Allzu lange hatten wir jedoch nicht, wenn wir unsere Mägen wirklich im Hotel füllen wollten. Kurz vor 13 Uhr fuhren wir also zurück und stürmten unser Restaurant... Das hätten wir uns – zumindest aus Holgers Sicht – auch sparen können. Er war doppelt angemeiert, zum einen gab es für ihn nicht wirklich leckere Sachen und zum anderen musste er unter meiner Knoblauchfahne (der Zaziki war einfach zu lecker, grins) leiden. Er schlug sich jedoch tapfer. Da wir um 16:30 Uhr an dem supi Begrüßungsgespräch unserer Reiseleitung teilnehmen wollten, ich hatte mich noch nicht damit abgegeben, dass wir für unsere Klimaanlage extra blechen sollten!, gingen wir so lange an den Pool. Ich hatte wieder meine Matratze im Schlepptau, Holger verzichtete jedoch auf seinen Schnorchel – Oh Wunder ...

Das Begrüßungsgespräch war dann zum Glück sehr kurz – und erfolglos aus unserer Sicht. Es stand tatsächlich im Katalog, dass man für die Zufuhr kalter Luft in den angemieteten eigenen vier Wänden extra zahlen musste. Unglaublich! Das sahen wir beide nicht ein und beschlossen, es erst einmal weiterhin so zu probieren...

Als wir das Begrüßungsgespräch hinter uns gebracht hatten, fuhren wir nach Archangelos, einem kleinen laut Reiseführer sehr ursprünglichen Dorf. Wir begaben uns auf die Suche nach der kleinen Kirche, deren Turm wir immer wieder über den Dächern hervorgucken sahen. Man soll es kaum glauben, aber man kann es auch in einem Minidorf schaffen, die Kirche, deren Turm man ständig sieht, nicht zu finden! Das war wie verhext, wir irrten durch die Minigassen, begegneten immer wieder sehr netten Griechen, nur eben der Kirche, der begegneten wir irgendwie nicht! Irgendwann hatten wir es dann doch mal geschafft und standen im Innenhof und stellten fest, dass wir das einzige Interessante bereits von weitem gesehen hatten ... außer dem Turm gab es da nämlich kaum etwas – wenn man mal von dem putzenden Ömchen davor absieht. Somit hatten wir die einzige Sehenswürdigkeit des Örtchens gesehen und konnten den Rückweg antreten. Dieser wurde auch nur von einem kleinen Stopp auf einem Hügel, von dem aus man einen schönen blick auf die Tsambiki-Bucht hatte, unterbrochen.

Kaum hatten wir geduscht, war es auch schon wieder Zeit für das Abendessen. Ich hatte zwar lange auf Holger eingeredet, wir können gerne woanders essen, da das Hotelessen ja nicht so die Megaauswahl bedeutete, doch er war optimistisch, wieder etwas annehmbares zu finden – das tat er dann auch: Nudeln. Nudeln mit so ziemlich gar nichts. Dementsprechend genoss er sein Essen dann auch. Da es wieder jede Menge Gemüse gab, hatte ich kein Problem mit dem Füllen meines Tellers, nur dass für meinen Geschmack alles ein wenig zu sehr in Öl schwamm... Da ich nun schon tonnenweise Kalorien (in Form von Öl) in mich reingeschaufelt hatte, konnte ich auch noch zwei Cocktails nachschieben. Holger tat es mir gleich und so schwankten wir zwei dann (der Barkeeper Theo macht keine Cocktails für Weicheier :-) zurück ins Zimmer, wo wir auch schon bald einschliefen. Ach halt, Holger ließ es sich natürlich nicht nehmen, Sponge Bob zu schauen – voller Verzückung hatte er festgestellt, dass eines der wenigen deutschen Programme in der Glotze Super RTL war. Gaaaaanz tollllllll.

 

3. Tag – Einmal auf den Gipfel und zurück (ungewollt)

An diesem Morgen hatten wir uns den Wecker gestellt, denn wir hatten eine Menge vor. Nach einem mehr der weniger ausgedehnten Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Landesinnere. Holger, auf der ewigen Suche nach Wellen, die er bisher noch nicht gefunden hatte, erhoffte sich an der Westküste mehr Erfolg. Bevor wir allerdings dort ankamen, hatten wir einen ziemlich langen Weg vor uns. Na gut, wahrscheinlich wäre es gar nicht so weit gewesen, wenn wir den Weg nicht unfreiwillig etwas verlängert hätten...

Bis zu dem kleinen Weindorf Embona lief noch alles plangemäß, wir kämpften uns die Serpentinen hinauf und wieder runter und verhaspelten uns in dem kleinen Dörfchen, bis wir in Gassen landeten, die kaum breiter waren als unser Auto. Ich war froh, als wir da wieder heil raus waren und noch froher, als wir dann auch das Dorf hinter uns gelassen hatten. So toll, wie es laut Reiseführer sein sollte, war es nun wirklich nicht! Ein paar Kilometer weiter kamen wir an einem Hinweisschild vorbei, welches wir mehr oder weniger genau anschauten. Genau genommen achteten wir so gut wie gar nicht drauf ... und das rächte sich dann auch! Wir fuhren also weiter, stellten fest, dass wir der Küste immer näher kamen und freuten uns auf eine kleine Abkühlung in den – hoffentlich vorhandenen – Wellen. Das war der Plan. Nur irgendwie kamen wir nicht auf Höhe des Meeres sondern vielmehr fuhren wir unaufhörlich bergauf. Holger äußerte immer wieder skeptisch, dass da was nicht stimmen konnte und auch die Straße, welche inzwischen nur noch eine Schotterpiste war, war seiner Ansicht nach nicht mehr als eine wie in unserer Karte angegebene Hauptstraße zu bezeichnen. Ich dagegen konnte mir jedoch gar nicht vorstellen, wo wir denn vom Weg hätten abgekommen sein sollen und erklärte ihm, wir seinen hier in Griechenland und da können wir nicht alles am deutschen Standard messen... kurz: Das ist ganz sicher die griechische Variante einer Hauptstraße.

Irgendwann versperrten dann Schafe und Ziegen die Straße und ließen sich auch überhaupt nicht von dem Ding auf Rädern beeindrucken. Erst als ich ausstieg und ihnen erklärte, wir würden jetzt doch gerne mal weiterfahren, damit wir endlich ins Wasser können, standen sie schwermütig auf. Auch dass kurz darauf keine Pflanzen mehr auszumachen waren und wir so hoch kamen, dass es rund herum keinen höheren Punkt mehr gab, ließ uns noch nicht aufgeben. (Jaaaa, inzwischen wissen wir auch wie dämlich wir waren und dass das durchaus auch für griechische Standards keine Hauptstraße war!!!) Nun ja, wie soll ich es sagen ... auch die hochgeklappte Schranke hielt uns nicht von der Weiterfahrt ab, auch wenn ich befürchtete, dass wir uns so langsam auf militärischen Sperrgebiet befanden. Irgendwann war dann Schicht im Schacht. Wir standen ganz oben in einer Schotterwüste auf den wahrscheinlich höchsten Punkt der Insel und kamen nicht weiter. Toll. Also taten wir das, was wir schon eine dreiviertel Stunde früher hätten tun sollen: Wir wendeten und ... scheuchten kurz darauf erneut die Schafe, welche es sich natürlich wieder mitten auf der Straße bequem gemacht hatten, aus ihrem Mittagsschläfchen. Das tat mir ja schon leid aber uns blieb ja nichts anderes übrig.

Als wir dann wieder bei Ebona ankamen, entdeckten wir, dass wir das Hinweisschild einfach mal hätten genauer anschauen sollen. Das holten wir nun nach und man soll es nicht glauben, wir kamen kurz darauf an der Küste an. Nur das mit den Wellen war nicht so ganz planmäßig verlaufen. Nix Wellen... aber dafür viele Steine. Und genau die hielten mich bei unserem ersten Stopp davon ab, mich in die Fluten zu stürzen. Auch Holger war nicht so von den Socken, also machten wir uns auf die Suche nach einer schöneren Bucht.

Das war gar nicht so leicht. Wir fuhren und fuhren, verpassten eine Abfahrt nach der anderen zu den Stränden und Wellen sahen wir auch keine. Da wir uns aber schon fast ganz im Süden befanden und dort das absolute Surf-Mekka war, trat ich auf die Tube. Wo wenn nicht dort sollten wir Wellen finden? An Wellen mangelte es dort auch nicht, ganz im Gegenteil. Ein Surfer raste am anderen vorbei und keiner, der noch einigermaßen bei Verstand war, hätte sich dort ohne Surfbrett der ähnlichem ins Wasser getraut. Also begnügten wir uns damit, mit offenen Mündern zu staunen und uns dann wieder auf die Socken zu machen.

Wenn man bedenkt, dass wir ursprünglich von Strand zu Strand fahren wollten und überall ein wenig planschen eingeplant war, verlief dieser Tag nicht ganz plangemäß, grins. Kein Wunder also, dass die nächste Bucht, ganz egal wie sie auch aussah, für eine Abkühlung herhalten musste. Schließlich glühte uns schon alles und wir wollten endlich baden, ob nun mit oder ohne Wellen! Aber zuerst hielten wir bei einem netten aber nicht wirklich preiswerten Café, um etwas zu trinken. Das Essen verschoben wir lieber auf unser Auto, schließlich hatten wir das All Inclusive-Angebot auf unseren Ausflug ausgeweitet und Kuchen und Brötchen vom Frühstück mitgenommen. Anschließend kamen wir dann endlich zu unserem wohlverdienten Bad.

Auf dem Rückweg, wir hatten inzwischen genug von der Fahrerei, gingen wir noch in einen Supermarkt, wo ich mir etwas Obst kaufen wollte, das gab es in unserem Hotel ja leider nur sehr wenig. Die Äpfel waren dann aber nicht so der Knaller, ich übte mich also mehr im Apfel-aus-dem-Fenster-Weitspucken, als dass ich sie wirklich aß. Na egal, wir kamen ziemlich erledigt im Hotel an, duschten und machten uns fertig für das Abendessen.

Da wir sowieso noch in die Stadt (bei uns würde es gerade mal als Dorf durchgehen!) gehen wollten, um einen Bootsausflug zu buchen, beschlossen wir, an diesem Abend in einem Restaurant zu essen. Aber bekanntermaßen kommt ja meist alles anders als geplant. Erstens schien uns der von uns anvisierte Ausflug etwas überteuert, wir beschlossen lieber selbst in Rhodos bei den Ausflugsbooten vorbei zu schauen, und zweitens landeten wir in einer Burgerbude, die nicht wirklich als Restaurant bezeichnet werden kann. Meine mexikanische Pizza entpuppte sich als eine unbelegte Pizza mit Chilikörnern und Holgers Burger war auch recht übersichtlich. Nun ja, wir waren zumindest satt, konnten es uns dennoch nicht verkneifen, noch den ein oder anderen Cocktail auf Kosten des Hotels in uns hinein zu schütten.

 

4. Tag – Rhodos Stadt: Alte Steine für Anfänger

 Auch an diesem Morgen bimmelte der Wecker um halb 8. Wir machten uns fertig, packten unseren Rucksack und gingen frühstücken. Anschließend fuhren wir los nach Rhodos, wo wir zunächst zum Mandraki-Hafen fuhren. Von dort aus legten die Ausflugsboote ab, wir wurden also permanent angelabert und man versuchte uns ununterbrochen irgendwelche Touren anzudrehen. Dumm nur, dass wir genau wussten was wir wollten – diese Tour aber niemand anbot. Hm, also beschlossen wir, doch noch einmal in Kolymbia nach Anbietern zu schauen und das ganze pauschal zu buchen. Was anderes wäre zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht möglich gewesen, Holger war schon sichtlich unentspannt, die Anlaberei ging ihm offenbar gnadenlos auf die Nerven.

Während wir in einem Café am Hafen saßen, entdeckte ich eine kleine Bimmelbahn, die sich durch den Stadtverkehr drängte. Wie cooooool, dachte ich mir, es war definitiv zu heiß, um sich Rhodos´ Sehenswürdigkeiten zu Fuß anzusehen und so brachte ich Holger dazu, eine Bimmelbahnrunde zu machen. Er hätte zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich alles mitgemacht, so lange er nicht laufen oder sich mit Verkäufern rumärgern musste, grins.

Während der Tour stellte ich fest, dass die Sehenswürdigkeiten der Stadt doch recht übersichtlich und bescheiden waren. Am meisten beeindruckt war ich dann von der Akropolis auf einem Hügel. Besser gesagt, ich war beeindruckt davon, wie man ein paar lächerliche Säulen zu DER Attraktion einer Stadt machen kann. In diesem Moment war ich froh, dass wir die Bimmelbahn-Runde gewählt hatten, alles andere wäre megaverschwendete Zeit gewesen! AKROPOLIS ... tztztz

Egal, uns wehte ein Windchen um die Nase und somit war alles im Lötchen. Als wir dann nach einer knappen Stunde wieder am Hafen ankamen, reichte es uns auch langsam. Ich wollte noch einmal gaaaanz kurz in die Altstadt reinschnuppern um ein paar Bilderchen zu machen und eine Telefonkarte zu kaufen. Diese bekam ich gleich am ersten Kiosk und so konnten wir mal in Deutschland anbimmeln. Bei Holger ging das sehr schnell, nichts anderes hatte ich erwartet, bei mir dagegen zog sich das etwas in die Länge, was für Holger nur schwer nachzuvollziehen war. Nachdem ich dann einmal hinter die alte Stadtmauer geschmult hatte, war auch ich bereit für eine Abkühlung und wir fuhren los in Richtung Tasso Beach. Irgendwann hatten wir das Gefühl, schon viel zu weit gefahren zu sein und beschlossen zu wenden. Ich preschte also in eine Einfahrt und fand mich vor einem Hinweisschild zum Tasso Beach wieder. Na wie geschickt, grins. Wir mussten nur noch wählen, welchen der Parkplätze wir ansteuern wollten und dann ging es ab ans Meer. Die Bucht, welche laut Reiseführer besonders geeignet für Holgers – äh, für Schnorchler – war, war wirklich niedlich. Für so ziemlich jeden hatte sie etwas zu bieten, tiefes Meer, kleine knöcheltiefe Becken, Sandstrände und Steinstrände. Und natürlich das glasklare Wasser.

Zuerst wollten wir in der Taverne noch schnell etwas trinken. Aus dem schnell wurde nur leider nichts. Wir wurden zwar erstmal an einen anderen Tisch umgesetzt, bedient jedoch nicht so wirklich. Vielleicht war das ja auch eine raffinierte Taktik, denn während des Wartens beschloss ich, auch noch einen Salat zu essen. Nach einer guten halben Stunde waren wir dann vollgefuttert (Holger hatte sich zu einem Hot Dog durchgerungen) und schleppten uns ins Wasser. Ich packte mich auch meine Luftmatratze und Holger ... na ja, unnötig zu sagen was er tat.

Die nette Frau, die das Geld für die Liegen abkassierte, übersah uns offensichtlich und bescherte unserer Urlaubskasse somit ein Plus von 7 Euro. Wir hielten es eine ganze Weile in der Bucht aus, kletterten über die Steine und gammelten auf unseren Liegen.

Da wir auf dem Rückweg jedoch noch in Faliraki und am Water Park vorbei schauen wollten, machten wir uns dann doch irgendwann auf die Socken. Die Sache mit dem Water Park war schnell erledigt, schließlich wollten wir nur mal schnell einen Blick auf ihn werfen und dann entscheiden, ob wir in den nächsten Tagen mal hineingehen wollen. Die 20 Euro waren zwar nicht wirklich ein Schnäppchen, schienen aber bei der Größe gerechtfertigt zu sein.

In Faliraki, dem Ballermann Rhodos´, schauten wir uns erstmal den Strand an. Ich war entsetzt, Schirm an Schirm war der gesamte Strand übersäht von Touris, auf mich wirkte das mehr als abschreckend, auf Holger anscheinend nicht ganz so sehr. Die Preise der Läden waren auch nicht wirklich als niedrig zu bezeichnen und hätten wir nicht eine Kneipe mit einer Internetecke entdeckt, wären wir wohl gleich wieder abgehauen. So schauten wir noch schnell nach unseren Mails und fuhren dann zurück nach Kolymbia und machten uns für´s Essen fertig.

Anschließend setzten wir uns wieder mal auf ein zwei Cocktails an den Pool und gingen dann ins Bett.

 

5. Tag – teure Schmetterlinge

Nachdem wir in aller Ruhe gefrühstückt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Kolymbia, wo wir einen Bootsausflug buchen wollten. Da das „Reisebüro“, wo wir ursprünglich buchen wollten, geschlossen war, liefen wir ein Stück weiter und landeten bei einem Deutschen, der uns einen Ausflug anbot, den wir noch besser fanden als den, den wir ursprünglich anvisiert hatten. Wir buchten also für zwei Personen, blechten die 54 Euro und bekamen noch einige hilfsbereite Tipps von dem Mitarbeiter.

Da wir dies nun erledigt hatten, konnten wir uns auf in den Norden der Insel machen, denn dieser stand heute auf unserem Plan. Mehr oder weniger. Das einzige, was wir auf jeden Fall anschauen wollten, war das sogenannte Schmetterlingstal. Um dorthin zu gelangen, musste man mal wieder etliche Serpentinen hinter sich bringen. Im Tal angekommen, schauten wir ungläubig auf den Eingang: 5 Euro Eintritt. Das sahen wir nicht so richtig ein, Holger noch weniger als ich. Wir standen also am Eingang, schauten uns an, wie sich immer wieder ein paar Leute die dünnen Wege entlangschlängelten und genossen den Schatten. Neben uns lief eine Asiatin unbeeindruckt von den wiederholten Rufen der Kassiererin einfach in das Gelände hinein und schwupps, weg war sie. Keine der beiden im Miniaturkassenhäuschen sitzenden hielt es für nötig, der Frau mal nachzugehen. Als dann ein kleiner Stau am Eingang entstand, da eine größere Gruppe sich nicht gleichzeitig über den schmalen Weg quetschen konnte und zudem auch noch einer von ihnen begann mit der einsatzschwachen Trulli zu reden, wollten wir den Weg nicht auch noch zusätzlich versperren und gingen weiter ... durch den Eingang hindurch!

Ich hatte eine Vielfalt von Schmetterlingen erwartet, das fanden wir aber nicht wirklich vor ... nicht einmal annähernd. Um genau zu sagen gab es dort nur eine einzige Sorte! Davon aber dafür unzählige Exemplare, das muss ich schon zugeben. Egal wo, an Bäumen, Blättern und Steinen sammelten sie sich zu hunderten oder auch tausenden. Für meinen Versuch, eine Ansammlung von den Flattertierchen durch einen Stein ins Fliegen zu bekommen, erntete ich gleich ein „du du“ von einer der Aufsichtspersonen (nachdem sie bereits Holger für das Rauchen getadelt hatte, hihi). Kurz gesagt: Wir verhielten uns so, wie man es vorurteilsgemäß von Langhaarigen Bombenlegern erwartet: Voll daneben :-). Wir gelobten also Besserung und schlappten weiter. Da das ganze da nicht soooooo spektakulär war, blieben wir nicht allzu lange sondern fuhren bald darauf gen Norden. Unser Ziel lautete Jalyssos, wo wir ins Meer hüpfen wollten.

Das taten wir dann auch, auch wenn mich der ins Meer laufende Bach ein wenig verunsicherte und ich mir nicht so sicher war, was da außer Wasser noch so alles transportiert wurde. Nach einer kurzen Abkühlung gingen wir zurück zum Auto, zu einem längeren Stopp lud der Strand dann doch nicht ein. Eigentlich wollten wir noch auf ein hohes Betonkreuz kraxeln, da es aber schon wieder total heiß war und wir aufgrund unserer Bergtour ja schon auf einem SEHR hohen Punkt der Insel waren, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Aussicht von dem Kreuz aus den ganzen Weg rechtfertigen würde. Also lotzte ich Holger wieder gen Osten. Da die Straßen nicht so verliefen wie sie es laut Plan gesollt hätten, machten wir mal wieder einen „klitze kleinen“ Umweg, der bei Holger zu leichtem Missmut führte. Dieser gab sich dann aber, als wir am Tasso Beach ankamen und er endlich mit seinem Schnorchel ins Wasser konnte.

Ich machte es mir mit meinem Buch bequem und so verbrachten wir den Nachmittag in dieser Bucht. Auch unser Abstecher in die buchteigene Taverne hielt sich zeitlich in Grenzen, dieses Mal wurden wir nämlich schneller bedient. Dafür mussten wir an diesem Tag für unsere Liegen blechen. Egal, so blieben wir halt noch ein wenig, um das Geld auch wirklich abzusitzen, grins.

Gegen halb 7 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg. Nach dem Duschen und Essen setzten wir uns noch einmal ins Auto und fuhren nach Lindos, einem Ort, der bei keiner Inselrundfahrt fehlte. Dank des Tipps um den Baum herum zu fahren, den wir beim Buchen unseres Ausfluges erhalten haben, fanden wir uns auch gleich zurecht. Ich muss schon gestehen, dass ich den Typen morgens schon für etwas beknackt gehalten habe, als er was von em Baum faselte. Wer sollte denn da auch ahnen, dass in Lindos nur ein ganz kleiner Platz für Autos freigegeben war und im Zentrum dieses Platzes ein riesiger Baum stand! Na jedenfalls fanden wir gleich einen Parkplatz und drängten uns dann durch die engen Gassen. Ich bedauerte schon ein wenig, dass wir nicht bei Tageslicht dort waren, die schmalen Gassen mit all ihren Tavernen und kleinen Läden waren wirklich schön, auch wenn es unbestreitbar ein Touri-Mekka war. Andererseits war es am Abend schon fast unerträglich stickig dort, wie das dann tagsüber sein wird, mag ich gar nicht wissen.

Nachdem wir eine Weile durch das Wirrwarr der Gassen geirrt waren, Holger sichtlich keine Lust mehr hatte und auch nicht sonderlich beeindruckt von dem Ort war, schlug ich vor, zurück zu fahren und am Pool – ganz was neues – noch einen Cocktail zu trinken.

So endete dann auch dieser Abend.

 

6. Tag – Water Park wir kommen

 An diesem Tag hatten wir uns keinen Wecker gestellt, da wir in den Water Park in Faliraki fahren wollten. Ursprünglich hatten wir vermutet, dass wir dort ca. 3 Stunden bleiben würden und somit ganz in Ruhe frühstücken und unsere Sachen packen konnten. Das taten wir dann auch und kurz nach 11 Uhr hatten wir dann unsere Eintrittsbändchen des Parks am Arm (wozu die allerdings gut sind, ist mir nach wie vor schleierhaft) und suchten uns zwei Liegen. Anschließend starteten wir einen kleinen Rundgang durch den Park. Dieser erwies sich als wesentlich größer als wir vermutet hatten und so unterbrachen wir unseren Spaziergang und probierten ein paar der Rutschen aus. Gleich bei der ersten Rutsche handelte es sich um ein ziemlich schnelles Geschoss, mit der Holger nicht wirklich Freundschaft schloss. Im Laufe des Tages probierten wir so fast alles, was es dort gab aus. Auch die Attraktionen, die eigentlich für Kinder gedacht waren, zogen nicht nur uns, sondern auch andere Erwachsene an. So kam keine Langeweile auf und wir warfen unseren 3-Stunden-Plan über den Haufen. Genauer gesagt waren wir so ziemlich die letzten, die den Park verließen, nachdem wir dazu aufgefordert worden waren, grins.

An diesem Abend gingen wir früh schlafen, schließlich mussten wir am nächsten Morgen früh aufstehen, da uns der Bus zu unserem Bootsausflug schon um halb 8 einsammelte. Den obligatorischen Cocktail am Pool ließen wir uns jedoch nicht nehmen...

 

7. Tag – Böööööööötchen fahren

Der Wecker klingelte um 6:45 Uhr, auch für meinen Geschmack deutlich zu früh aber was soll´s, wer Boot fahren will muss leiden. Holger war auch noch nicht so ganz fit, wurschtelte sich aber trotzdem irgendwie aus dem Bett. Während ich meinen Joghurt mit Honig in mich hineinschaufelte, beschäftigte er sich überwiegend damit, Wurststücke an die Babykatzen zu verfüttern und vergaß dabei fast, für sich selbst zu sorgen. Das holte er dann innerhalb von zwei Minuten nach, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass die Zeit nun doch etwas knapp wird.

Der Bus kam dann kurz nach halb 8, sammelte uns vor unserem Hotel ein und wir fuhren weiter in Richtung Rhodos. Diverse Zwischenstopps bescherten uns dann einen rappelvollen Bus, die meisten stiegen jedoch schon am Fährhafen wieder aus, da sie nach Symi fahren wollten und nicht wie wir einfach an der Küste langtuckern.

Unser Boot war schon recht voll, wir konnten aber noch eine Bank für uns ergattern und machten uns auf dieser breit. Als das Boot dann endlich losfuhr, wurden wir über Lautsprecher nett begrüßt – auf russisch und noch so einer merkwürdigen Sprache, die ich nicht einmal zuordnen konnte – ich denke jedenfalls, dass es eine Begrüßung war. Wir hatten halt noch Reisegruppen der entsprechenden Nationalitäten an Bord, was soll´s. Anfangs schaute ich mir die Küste und den Hafen von Rhodos an, so spannend war es dann aber doch nicht und so vertiefte ich mich in mein Buch. Außer steiniger Küste und großen Hotelkomplexem gab es nicht so sonderlich viel zu sehen. Hin und wieder hielt ich Ausschau nach den Buchten, wo wir bisher gewesen waren und entdeckte dabei den Tasso Beach. Auch den Water Park konnte man vom Meer aus gut sehen.

Unser erster Badestopp war in der Antony Quinn Bucht. Dort wurde ein Film mit dem Herrn gedreht und daraufhin prompt die ganze Bucht nach ihm benannt. Anschließend konnten wir vorm Tsambiki Beach ins Wasser hüpfen, bevor in Stegna ein längerer Halt anstand. Wir konnten mit einem kleinen Boot an Land gehen und dort Mittag essen. Holger und ich fanden ein wirklich nettes kleines Restaurant wo es sich unter den großen Bäumen gut aushalten ließ und das Essen lecker war. Frisch gestärkt gingen wir dann noch an den Strand und fütterten die Fische mit dem vom Frühstücksbuffet entwendeten Brötchen. Während wir den Kampf um die Krümel mit unseren Schnorcheln beobachteten, durfte ich mir mal wieder anhören, wie toll es wäre, wenn man jetzt eine wasserdichte Kamera dabei hätte, grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. So langsam konnte ich das nicht mehr hören, schließlich ärgerte ich mich in solchen Momenten selbst dumm und dusselig, dass ich das wasserdichte Teil in Berlin gelassen hatte, weiß der Geier was ich mir dabei gedacht habe! Jedenfalls nicht viel...

Um 14 Uhr wurden wir wieder zurück zum Schiff gebracht, badeten noch ein wenig und fuhren dann an der Küste zurück. Auf dem Rückweg hielten wir noch in Afandou und Kalithea, dann kehrten wir zurück nach Rhodos. Da unser Bus schon da stand, stiegen wir gleich ein. War aber nichts, der Busfahrer erklärte uns, dass er erstmal eine Ladung nach Faliraki fahren würde und dann wieder kommt. Wir könnten so lange noch ein wenig rumlaufen und dann um 18 Uhr am Fährhafen mit einsteigen. Na gut, dann eben so, dachten wir uns und schlappten noch einmal los. Weit kamen wir allerdings nicht. Die riesigen Torten der Cafes, an denen wir schon beim letzten Mal nur schwer vorbeigekommen waren, ließen uns einen kleinen Stopp einlegen. Holger aß ein Stück Käsesahne-Kirsch-Torte und ich bekam ein Stück Bananen-Schoko-Torte. Hmmmmmmmmmmmmmmmmm, war das lecker! An die Kalorien versuchten wir beide nicht zu denken, grins.

Kurz vor 18 Uhr kamen wir dann am anderen Hafen an und suchten wie die blöden unseren Bus. Der fuhr dann zufällig an uns vorbei, direkt bis zur Anlegestelle der Fähre. Na super, den hätten wir nie gefunden! Im Hotel kamen wir dann kurz nach 19 Uhr an, somit entkamen wir dem Ansturm auf das Buffet. Nachdem wir erstmal in Ruhe geduscht hatten, war das Restaurant bei uns auch wieder relativ leer und wir konnten in aller Ruhe essen.

Unsere Tag endete wie immer am Pool ...

 

8. Tag – Abschluss am Pool

 Dank unserer Flugzeiten hatten wir diesen letzten Tag quasi als Zusatztag. Der Bus sollte uns erst um 18:30 Uhr abholen und somit hatten wir jede Menge Zeit für alles mögliche. Wir beschlossen, diesen Tag zum Fauli-Tag auszurufen und am Pool zu bleiben. Zum einen waren wir nicht wirklich gewillt, am letzten Tag noch einmal Hektik ausbrechen zu lassen, zum anderen waren wir inzwischen auch ziemlich abgebrannt und hielten es für schlauer, an diesem Tag unser All Inclusive noch einmal richtig auszunutzen (wenn wir es schon den ganzen Urlaub über nur bedingt in Anspruch genommen hatten!).

Nach dem Frühstück packten wir unsere Koffer und gingen zum Pool. Nachdem wir es uns dort bequem gemacht und ein wenig im Pool geplanscht hatten, war es auch schon Zeit, das Zimmer zu räumen. Das ging dann erfreulich schnell, wir stellten unser Gepäck in der Internetecke ab und gingen zurück zum Pool. Da blieben wir dann die nächsten Stunden auch. Ich hatte ja gehofft, zum Mittag noch mal eine Ladung Zaziki in mich hineinschaufeln zu können, wurde aber enttäuscht: Nichts Zaziki, schnief. Dafür aßen wir am Nachmittag noch ein Stückchen Pizza am Pool.

Man kann sich doch sehr schnell an das Nichtstun gewöhnen und so ist es nicht verwunderlich, dass wir kaum den Hintern hoch bekamen, um unser Autochen weg zu bringen. Aber wat muss dat muss und so machten wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg. Hin war das ganze ja auch noch erträglich (da konnten wir ja fahren), der Marsch zurück war dann nicht mehr so toll, vor allem weil die Hitze bei Holger erfahrungsgemäß zu schlechter Laune führt. Ein Sprung in den Pool konnte seine Laune aber zum Glück ganz schnell wieder heben.

Kurz vor 18 Uhr fanden wir uns abreisebereit an der Bar ein und bestellten noch eine Runde Cocktails. Theo, der Barkeeper, gab uns erstmal einen Wodka-Orange zur Überbrückung, vergaß da aber offensichtlich den Wodka ... egal, das holte er bei der Cocktailmischung alles nach und so konnten wir dann gut gelaunt in den Bus steigen, der mit einiger Verspätung kam. Am Flughafen kamen wir so ziemlich als letzte unseres Fliegers an, kein Wunder also, dass wir nicht direkt nebeneinander, sondern getrennt durch den Gang sitzen mussten. Das kotzte mich ja schon ein wenig an, so hatte ich die Wahl während des Schlafes entweder in den Gang oder dem Typen neben mir an die Schulter zu kippen, suuuuuper! Ich versuchte also wach zu bleiben, was auch nicht weiter schwer war, da mir die Saftschupsen immer mal wieder den Wagen gegen den Fuß rammten und somit jede Müdigkeit in regelmäßigen Abständen verdrängt wurde. Wir landeten etwas früher als geplant in Leipzig, fanden unser Autochen ohne größere Probleme und kämpften uns durch bis nach Berlin, wo wir todmüde ins Bett fielen.

Fazit: es war ein schööööööner Urlaub, was aber eher an der Begleitung als an dem Urlaubsort lag. Ich war nun dreimal in Griechenland, noch einmal wird es mich wahrscheinlich nicht dorthin verschlagen.