Thailand 27. 06. – 18. 07. 2006

1. Tag Andere Länder – andere Sitten

Nachdem ich den ganzen Vormittag vor dem Computer verbracht hatte – schließlich wollte ich noch möglichst viele Bilder vom Festival des vergangenen Wochenendes ins Netz stellen – und Tom sich vorbildlich um den Haushalt gekümmert hatte, ging es endlich zum Flugplatz. Horseman Eddy schmiss uns vor dem Terminal raus und schnell merkten wir, dass wir unsere Wahl bezüglich der Airline (Turkish Airline) eventuell noch einmal überdenken hätten sollen. Wir wurden erstmal von einem Türken angelabert, ob wir sein Gepäck mitnehmen könnten. Während ich noch ein fettes Fragezeichen auf der Stirn hatte (selbst in Kreuzberg versteh ich die Türken besser), machte Tom ihm schon sehr deutlich klar, dass wir das nicht tun werden.

Die Wartzeit verbrachten wir dann an einer nicht ganz preiswerten Bar, schließlich hatte mir mein Stiefvater explizit für diesen Fall ein paar Öhre in die Tasche gesteckt und gesagt: „Hier, damit du vor Geiz am Flughafen nicht verdursten musst!“ (Man könnte glatt meinen, er kennt mich schon etwas länger, grins)

Der Moment, indem zwei Mitarbeiterinnen der Fluggesellschaft an den Boardingpult kamen, glich dann einem Marathon-Start. Alle Bosporusbewohner sprangen auf und stürmten fast die Tür (welche natürlich noch geschlossen war!), „Egal“, dachten wir uns, „so waren vorne wenigstens jede Menge Plätze frei geworden“. Irgendwann ging es dann los … und das Chaos brach aus. Die armen Mädels wurden fast überrannt und ich fragte mich schon, ob die letzten vielleicht auf den Tragflächen sitzen müssen, eine andere logische Erklärung fand ich für dieses Verhalten nicht.

Endlich im Flugzeug sitzend, lernte ich wieder etwas über die Türken: Die Frauen haben gar nicht so dicke Möpse – nee, das ist alles Bares! Neben Tom saß eine Frau, die fast die gesamte Flugzeit damit beschäftigt war, zusammengerollte 50 Euro-Scheine in ihren BH zu stopfen. Als da dann offensichtlich kein Platz mehr war, stopfte sie den Rest einfach in ihre Hose!

In Istanbul starteten wir dann mit etwas Verzögerung, da wir noch auf drei Nachzügler warten mussten, die ihren Zwischenstopp an der Bar wohl nicht beenden wollten. Unserem Vorhaben, erstmal ein Ründchen zu schlafen, machten eben diese Herren plus ein paar Mädels einen Strich durch die Rechnung. Offensichtlich sehr alkoholisiert unterhielten sie den gesamten hinteren Teil des Fliegers, worüber sich viele aufregten und sich so langsam ein Handgemenge daraus entwickelte. Die gesamte Flugzeugbesatzung versuchte Prügeleien zu verhindern sowie die Personalien der Unruhestifter herauszufinden. Ersteres gelang, das Zweite jedoch weniger. Auch der versteckte Alkohol wurde nicht gefunden, es wagte jedoch zum Glück keine der Katastrophen auf zwei Beinen, diesen weiterhin zu trinken. So kamen wir doch noch zu einer Mütze voll Schlaf.


2. Tag Tuk-Tuk fahren ist schöööön – nicht!

Irgendwann landeten wir dann endlich. Es war ca. 13 Uhr in Bangkok, unsere Rucksäcke lagen schon neben dem Gepäckband und so konnten wir gleich zum Taxistand raus. Dieser war angenehm leer, Tom wollte jedoch nach dem langen Flug erstmal eine smoken. Währenddessen wurde die Schlange am Taxistand länger und länger… Wir stellten uns dann also hinten an und saßen kurz darauf in einem angenehm kühlen Taxi, welches uns durch das unvorstellbare Chaos beförderte. So viele Strassen auf diversen unterschiedlichen Ebenen habe ich noch nie gesehen!

Unser Hotel, das Mandarin, wirkte von außen nicht wirklich einladend, innen war es dann umso vornehmer. Nachdem wir unsere Rucksäcke ausgepackt hatten, machten wir uns auf die Socken die Stadt zu erkunden. Schon nach ein paar Minuten quatschte uns ein Tuk-Tuk Fahrer an und schwatzte uns eine Stadtrundfahrt für lächerliche 20 Cent auf. Naiv, wie wir da noch waren, freuten wir uns und kletterten in das Gefährt.

Der erste Halt war der Golden Mount, ein kleiner Tempel auf einem Miniberg mitten in Bangkok. Wir stiegen die Stufen hinauf und hatten sofort einen Ausblick auf die Stadt (zumindest auf einen Teil der Stadt). Die nächsten Stationen unserer Sightseeing-Tour unterschieden sich dann aber doch ein wenig von einer klassischen Touri-Tour (es sei denn, man macht sie mit einen Tuk-Tuk, heute wissen wir, dass das normal ist und wir einfach nur blöd waren). Zuerst wurden wir an einer Maßschneiderei für Anzüge abgeliefert. Ich dachte echt ich spinne! Nach 30 Sekunden hatte ich Tom wieder aus dem Laden gezerrt und dem Typen gesagt, dass wir keine Anzüge wollen. Als nächstes hielten wir an einem Juweliergeschäft. Auch da trotteten wir noch rein (nein, ich weiß auch nicht weshalb!) und kamen 2 Minuten später wieder heraus. Ich war jetzt schon mittelmäßig pissig und plötzlich kam mir die Erleuchtung: Die ganze Zeit hatte ich mich versucht zu erinnern, weshalb Jeannine nicht mehr Tuk-Tuk fahren wollte. Jetzt wusste ich es wieder: Auch sie hatte keinen Bock auf unfreiwillige Shopping-Touren mehr gehabt und uns deswegen gewarnt. Ich erklärte dem Fahrer, wir hätten keinen Bock mehr und er soll uns am Siam-Center absetzen – das wiederum interessierte den Fuzzi weniger. Er erklärte stattdessen, dass er Benzingutscheine bekommt, wenn wir mindestens 10 min. in einem Laden bleiben und hielt prompt am nächsten Klamottenladen. Ich wollte eigentlich nicht reingehen, Toms gute Erziehung ließ dies jedoch nicht zu (zumindest war es zu diesem Zeitpunkt noch so). Ich erklärte den Verkäufern, ich werde nichts kaufen was teurer als 3 Euro ist, woraufhin ich erstmal einen Rüffel von Tom bekam. Mir war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass wir übers Ohr gehauen werden sollten und dort für thailändische Verhältnisse alles toootal überteuert war. Es ließ sich trotzdem ein Shirt aufschwatzen und ich versuchte erfolgreich meinen anschwellenden Hals zu verbergen.

Endlich setzte uns der Fahrer am Siam-Center ab. Dachten wir. Das Center bestand aus drei Etagen, auf denen überwiegend Ess- und Getränkestände waren. Fasziniert, was es dort so alles gab, wanderten wir durch die Gänge. Letztendlich kauften wir noch eine lange dünne Hose für Tom, die er während der Tempelbesichtigungen anziehen wollte.

Den Heimweg verschoben wir dann spontan, da inzwischen ein Unwetter aufgezogen war und draußen alles durch die Gegend flog. Da wir beide Hunger hatten, gingen wir in so eine Art thailändisches Fastfood-Restaurant und machten uns so richtig zum Affen. Nachdem ich bestellt hatte, sagte der Typ irgendwas von Wasser und wir dachten uns, dass wir ruhig etwas Wasser trinken könnten und stimmten zu. Wir bekamen dann allerdings Tee… Tom bekam sein Essen und als er schon fast fertig war, bekam ich eine große Schüssel. Darin war mein Essen – und jede Menge Wasser. Das war also mit Wasser gemeint gewesen. Egal, ich hatte Knast und so machte ich also ne Suppe draus. Ich bekam noch eine kleine Schüssel mit einer Soße, die ich prompt in meine Schüssel leerte. Kurz darauf wurde mir eine zweite Soße gebracht und mir düngte schon, dass ich da irgendetwas falsch gemacht habe. Der ungläubige Blick der Kellnerin bestätigte mich in meiner Annahme. Mich unauffällig umblickend sah ich, dass man die Sachen aus dem Wasser fischen musste und sie dann in die Soße tunkte. Egal, ich hatte jetzt das ganze zu einer Suppe umfunktioniert und das war auch nicht schlecht!

Nachdem wir die Rechnung von sagenhaften 2 Euro bezahlt hatten, stürmten wir durch den Regen in das nächste Tuk-Tuk und hofften, dass dieser uns nicht wieder ankacken würde. Nach einer Weile hielt er kurz, um einen Landsmann nach dem Weg zu fragen und wir fragten uns, wieso er das erst nach 5 Minuten Fahrt tat… Laut Karte hätte das Zentrum drei Ecken von unserem Hotel entfernt sein müssen, da kam uns die halbe Stunde Fahrt eh etwas merkwürdig vor. Irgendwann kam unser Hotel in Sicht und da wir (mal wieder) im Stau standen, beschlossen Tom und ich, den Rest zu Fuß zu gehen. Die unverschämt hohe Summer, die der Fahrer von uns haben wollte, wurde von mir erstmal halbiert und weg waren wir. Er stand ja eh im Stau und konnte uns nicht nachkommen, grins.

Tom hatte an diesem Abend die Schnauze voll von dem Lärm, dem Gestank und der ewigen Bescheißerei und auch ich fragte mich, wann und wo wir nun der so oft betonten asiatischen Höflichkeit begegnen würden.


3. Tag Sightseeing 2. Versuch

Nach einem leckeren Frühstück nahmen wir das gnadenlos überteuerte Hotel-Taxi zum Königspalast. Von meinen Überredungsversuchen, ein normales Taxi zu nehmen, ließ sich Tom nicht beeindrucken und da er eh schon die Schnauze voll hatte, beschloss ich, klein beizugeben. Ich wollte ja nicht, dass Tom den nächsten Fahrer beim geringsten Betrugversuch köpft, das wäre bei den ohnehin recht kleinen Asiaten doch recht unvorteilhaft für den Betroffenen gewesen . So kamen wir wenigstens ohne Diskussionen am Palast an.

Dort hielten wir uns dann eine ganze Weile auf, schließlich gab es viele beeindruckende Dinge zu sehen, ganz zu schweigen von der Größe des Palastes. Nachdem wir alles abgegrast hatten und immer mehr Touristen in den Palast strömten, zogen wir es vor zu verduften. Wir waren noch gar nicht richtig draußen, als uns auch schon ein Bootseigentümer bestürmte, um uns eine Bootstour anzudrehen. Toms Gesichtsausdruck zeigte ganz deutlich, dass er keine Lust hatte, schon wieder über den Tsch gezogen zu werden – das kann man ihm ja auch kaum übel nehmen – und somit retteten wir uns erstmal auf die andere Straßenseite.

Nun waren es keine Bootstouren, sondern diverse, teilweise recht merkwürdige Souvenirs, die uns mehr oder weniger penetrant angeboten wurden. Die langersehnte Kippe im Mund machte Tom jedoch glücklicherweise etwas relaxter, sodass wir in Ruhe zur Anlegestelle der Boote laufen konnten. Diese glich einer überdimensionalen Garküche und ich kam aus dem Staunen und Schauen gar nicht mehr heraus. Überall wurde gebrutzelt und gekocht, wenngleich es überwiegend nicht sehr einladend aussah und roch (um es mal nett auszudrücken). Davon ließen sich die Einheimischen aber nicht abschrecken, sie kauften massenweise in Plastiktüten verpackte Mahlzeiten und Suppen, die teilweise sofort mit einem Strohhalm aus der Tüte heraus „gegessen“ wurden.

Nach einigem Hin und Her hatten wir mit einer Thailänderin einen Preis für eine zweistündige Bootstour ausgehandelt und stiegen in das Longtailboot. Der Fahrer machte erstmal ein langes Gesicht, als er hörte, dass wir nach Bang Yai wollten. Er hätte wohl die übliche einstündige Rundtour vorgezogen. Da wir trotz allen Handelns mit Sicherheit immernoch viel zu viel bezahlt hatten, ließ mich dass jedoch relativ kalt.

Die Bootsfahrt war eine angenehme Abwechslung zum chaotischen Treiben in Bangkok. Je weiter wir uns von der Stadt entfernten, desto schmaler wurden die Klongs (Flüsse) und wir bekamen einen Eindruck vom Leben der Einheimischen, die direkt an den Klongs leben. Mein absolutes Highlight waren die Frauen, die mit ihren kleinen Kanus als schwimmende Garküche unterwegs waren! Eine kleine Hupe in der einen Hand, einen Sonnenschirm in der anderen (wenn überhaupt) schipperten sie hupend über das Wasser. Diejenigen, die etwas Essen wollten, kamen mit ihren Tellern aus den Häusern und ließen sich die gewünschte Mahlzeit sofort (und unglaublich schnell!) zubereiten. Dass dabei ausschließlich Flusswasser verwendet wurde, schien nur Tom und mich zu überraschen. Naja, mir wurde als Kind ja auch immer gesagt, Dreck reinigt den Magen…

Nach gut zwei Stunden wurden wir dann wieder am Chang Pier abgesetzt, wo wir uns unser erstes Mittagessen aus einer Garküche gönnten. Der von uns auserwählte Stand verfügte über eine Auswahl, die eher der eines Restaurants glich und vor allem konnten wir erahnen, was sich da auf unserem Teller befand! Es schmeckte auch gar nicht schlecht, wenn man mal davon absieht, dass von meinem Hühnchen (ich hoffe zumindest, dass es Hühnchen war!) nicht mehr viel übrig blieb, nachdem ich die Knochen raussortiert hatte.

Der nächste Tuk-Tuk Fahrer, der uns etwas aufschwatzen wollte, wurde kurzerhand von Tom abserviert und so liefen wir dann zum Demokratiedenkmal. Aber auch dieses Mal blieben wir nicht lange allein… Wir bekamen Gesellschaft von einem Geschichtsprofessor, das behauptete er jedenfalls, der uns unzählige europäische Politiker aufzählte. Alle Versuche, ihn unauffällig abzuschütteln scheiterten und so ließen wir ihn einfach labern. Dabei erfuhren wir, dass er angeblich auf dem Weg ins Krankenhaus zu seiner Frau war – sie hatte gerade ein Kind bekommen – und wunderten uns, weshalb er seine Zeit dann mit uns verbrachte! Die einfachste Erklärung dafür ist wohl, dass uns mal wieder nur Mist erzählt wurde und er ganz auf die doofe versucht hat, uns irgendetwas anzudrehen. Dazu bekam er jedoch keine Gelegenheit. Kaum hatten wir das Denkmal erreicht, verabschiedeten wir uns von ihm mit der Erklärung, wir würden einmal um das Denkmal herumlaufen, um gute Bilder machen zu können. Er versuchte uns davon abzubringen und schaute dann leicht sauer, als wir ihn stehen ließen und uns auf die Mitte der 10spurigen Strasse stellten und losknipsten.

Anschließend hüpften wir in ein Taxi und ließen uns zum World Trade Center fahren (ja, DIESES steht noch). Es war unglaublich, was das für ein riesiges Zentrum war! Dagegen sind unsere Gropiuspassagen in Berlin eher ein Witz. Jedenfalls war das nicht wirklich die asiatische Krambude, die ich erwartet hatte und im Gegensatz zu all den Einkaufswütigen, die sich dort tummelten, sank meine Bummellust auf Null. Ich zog es vor, mich am Erawan Schrein niederzulassen. Das Eckchen war für mich einfach ein Highlight. Umgeben von Hightech-Gebäuden und Magnetbahnen auf zwei Ebenen steht da mitten an der Kreuzung ein Buddha, zu dem unzählige Thais strömten und beteten. Eine Tanzgruppe, die für ein paar Bath tanzte und mit dem Spender zusammen betete, war ebenfalls an diesem Schrein. Völlig fasziniert beobachtete ich das Treiben. Tom war eher ein wenig genervt von dem Lärm und dem Smog. Dass er den Gestank durch seinen Zigarettenqualm noch wahrnahm, fand ich ja schon verwunderlich, grins.

Ein sehr schnell heraneilender Sturm machte es dann unnötig darüber zu diskutieren, wie lange wir noch bleiben wollen. Gerade noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen kamen wir auf dem überdachten Gehweg unter der Magnetbahn an. Da ich wenig Lust auf einen Bummel durch ein aufgemotztes Zentrum mit Edelboutiken hatte, entschlossen wir uns, mit der Magnetbahn eine Station zum Siam Center zu fahren. Dort hatte es uns ja ganz gut gefallen – wenn man mal von dem etwas peinlichen Auftritt im Restaurant absieht.

Die Magnetbahn hatte dann durchaus Ähnlichkeit mit einer Sardinendose und wir waren heilfroh, dass wir nicht, wie ursprünglich geplant, Tickets für die gesamte Strecke gekauft hatten. Nach einer Station waren wir also beim Siam Center. Nur war das ganz und gar nicht das Zentrum, in dem wir am Vortag gewesen waren! Es war noch so ein hochmodernes Einkaufszentrum, bei dem ich gar nicht so richtig überblicken konnte, wie groß es denn nun wirklich war. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen und ich versuchte, mein Schmollen zu unterdrücken. Nicht nur, dass ich jetzt keine Ahnung hatte, wo wir am Vortag gewesen waren, nein, offensichtlich hatte uns der Tuk-Tuk Fahrer richtig schön verarscht! (Was für eine Überraschung…) Da auch kaum jemand gut genug Englisch sprach, brauchte ich gar nicht erst versuchen, Einheimische zu fragen, was das für ein Zentrum gewesen sein könnte.

Allerdings war uns jetzt auch klar, weshalb die Heimfahrt mit dem Tuk-Tuk am Vortag so lange gedauert hatte. Wenn wir nicht im Siam Center waren, dann waren wir wahrscheinlich auch keine drei Ecken von unserem Hotel entfernt gewesen. Vielleicht war der vom Fahrer verlangte Preis doch gar nicht sooo unverschämt gewesen. Egal, nach all den negativen Erfahrungen wird das einfach als ausgleichende Gerechtigkeit verbucht.

Wir waren uns nicht so ganz schlüssig, wie wir zu unserem Hotel zurückkommen sollten. Auf den Strassen herrschte mal wieder absoluter Stillstand, was unsere Bereitschaft ein Taxi zu nehmen, nicht wirklich vergrößerte. Andererseits waren wir uns aber auch nicht sicher, wo wir uns gerade befanden. Also irrten wir planlos durch die Gegend und kamen dabei beim Hard Rock Cafe vorbei. Die Preise animierten uns jedoch NICHT zu einem längeren Aufenthalt und so marschierten wir nach einem Drink und einem gemachten Foto von Kretsche, der vor der Tür saß, weiter.

Verloren im Chaos dieser Stadt gaben wir irgendwann auf und hielten ein Taxi an. Die Dauer der Fahrt bedeutete entweder, dass wir die ganze Zeit in die falsche Richtung gelaufen waren oder dass der Fahrer eine kleine Rundfahrt mit eingebaut hatte. Möglich ist wohl beides…

Unsere Suche nach einem Restaurant außerhalb unseres Hotels gaben wir schnell auf, offensichtlich stand unser Hotel in einer Gegend, in der sich nicht viele Touristen aufhielten und die Penner auf der Strasse gehen in der Regel wohl nicht in Restaurants. Also aßen wir im Hotel. Ich bekam mein Essen mal wieder in einer Wasserschüssel (ich hatte gleich ein ungutes Gefühl, als die Bedienung etwas von Wasser sagte und Tom prompt zustimmte…) und anschließend fielen wir ziemlich fertig ins Bett.


4. Tag Die Erleuchtung – Bangkok hat ja auch schöne Ecken!

An diesem Tag hatten wir uns vorgenommen, sämtlichen Betrugsversuchen aus dem Weg zu gehen. Ha, wie naiv! Gleich nach dem Frühstück gingen wir zum TAT, einer Anlaufstelle für Touristen. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, an diesem Ort gut aufgehoben zu sein und nicht angesponnen zu werden. Nach einigen Hin und Her, wenigstens gab es gratis Trinkwasser, buchten wir einen 4,5tägigen Trip in den Norden nach Chiang Mai inklusive 2 Tage Trekking und einem Ausflug ins Goldene Dreieck (Grenzgebiet von Myanmar, Laos und Thailand). Auf meine Frage, welcher Bus zum schwimmenden Markt in Damnoen Saduak fährt, bekam ich die Antwort, dass es dort keine Busverbindung hin gäbe, sie mir aber eine günstige Tour anbieten könnte. Uns beiden war klar, dass das wieder einmal gelogen war, andererseits wollten wir uns nicht noch einmal durch Bangkok durchkämpfen, aber auch nicht noch einen ganzen Tag in der Stadt rumhängen. Also buchten wir den Ausflug noch dazu.
Um einiges an Geld erleichtert aber voller Vorfreude nahmen wir uns ein Taxi und ließen uns zum Pier fahren, um von dort aus mit dem Boot (fungiert dort wie ein Bus) zu einigen Tempeln zu fahren. Allerdings brachte uns der Taxifahrer zu einer privaten Anlegestelle, wo uns ein Boot für den 15fachen Preis angeboten wurde. Wir übten uns in Körperbeherrschung und räumten ganz schnell das Feld. Der Taxifahrer lebte in diesem Moment recht gefährlich. Wir liefen zurück zur Hauptstrasse und fragten dort einen Thailänder nach dem Weg. Der Mann sprach kein Wort Englisch und da unser thailändisch bekanntlich auch zu wünschen übrig lässt (ein Wort haben wir bis jetzt in unseren Grundwortschatz aufnehmen können), wurde dies ein lustiges Gespräch, vor allem wohl für die, die uns beobachteten!

Letztendlich kamen wir jedoch ohne Probleme beim Pier an. Zuverlässiger und wahrscheinlich schneller als alle unsere deutschen Busse flitzte das Boot über den Klong und im nu waren wir beim Wat Po, wo wir uns den liegenden Buddha anschauen wollten. Blind rannten wir in die doch etwas größere Tempelanlage und irrten hin und her. Das Gebäude mit dem liegenden Buddha fanden wir jedoch nicht und so fragten wir uns irgendwann, ob wir vielleicht im falschen Tempel waren. Hätten wir am Eingang mal die Augen aufgemacht, wären wir wohl darüber gestürzt! Letztendlich fanden wir das gute Stück, liefen einmal um ihn herum und verließen den Tempel danach.

Anschließend gingen wir zurück zum Pier, um mit der Fähre zur anderen Seite hinüberzufahren und uns den Wat Arun anzusehen. Für nicht einmal 10 Cent gelangten wir ans andere Ufer des Klongs. Dort befanden wir uns abseits des Großstadtgewimmels. Die Ruhe dort war unglaublich. Da sich kaum Menschen dorthin verirrten, konnten wir in aller Ruhe durch die Tempelanlage bummeln und anschließend einen Eiskaffee bzw. einen Fruchtshake im Minicafé davor trinken. An diesem Ort konnte man glatt vergessen, dass auch dieser Teil zu Bangkok gehörte.

Da wir, kaum waren wir zurück auf der anderen Uferseite, sofort wieder von Tuk-Tuks belagert wurden, beschlossen wir schnell wieder auf den Steg zurückzukehren und mit dem Boot weiterzufahren. Dieses kam dann auch gleich. Wir waren uns jedoch nicht sicher, ob das Boot auch den Pier anfuhr, wo wir hinwollten. Und was macht man in so einer Situation? Man fragt (Inzwischen wissen wir, dass man in Thailand auf diese Weise auch nicht unbedingt an Informationen gelangt, die stimmen, aber was soll`s). Wir fragten also einen von der Crew, der schaute grimmig und sagte: „No“. Und schon fuhr das Boot weiter. Wir allerdings standen noch planlos auf dem Steg. Nach einer halben Stunde kam das nächste Boot (von derselben Linie wie das vorige), welches wir ohne lange zu fackeln bestiegen. Keine 5 Minuten später waren wir am Phra Arthit Pier, dem Ort, zu dem wir wollten.

Das war gar nicht das Bangkok, das wir kannten! Überall waren kleine Bars, Restaurants und Stände, schöne Guest Houses usw. Wir beschlossen, den letzten Tag vor unserer Abreise an diesem Ort zu verbringen. Nachdem wir in einem gemütlichen Restaurant gegessen und uns umgesehen hatten, gingen wir zum Pier zurück, um das letzte Boot zu erreichen. Wir wollten auf keinen Fall auf ein Taxi oder ein Tuk-Tuk angewiesen sein! Das Boot brachte uns dann in kürzester Zeit zum Si Phaya Pier, von dem aus wir den Rest laufen wollten. Mal wieder stellten wir fest, dass der Maßstab unserer Karte größer als erwartet war – wir waren wesentlich länger unterwegs als wir geplant hatten.

Mit vor Stolz geschwollener Brust, schließlich hatten wir uns ohne Hilfe quer durch die Stadt gekämpft und nur ein paar Bath dafür bezahlt, und vor Schweiß triefend kamen wir dann irgendwann im Hotel an, packten unsere Sachen und gingen ins Bett.

5. Tag Marktbesuch mal anders

Da wir schon um 6:45 vom Hotel abgeholt wurden – an diesem Tag stand der schwimmende Markt von Damnoen Saduak auf dem Plan – klingelte der Wecker sehr früh. Wir checkten aus, deponierten unsere Rucksäcke beim Gepäck-Fuzzi und gingen frühstücken. Mit etwas Verspätung wurden wir abgeholt und machten uns auf die Fahrt. Nach einer Stunde stoppte der Bus bei einer Familie, die eine Kokosplantage hatte und alle möglichen Dinge wie Kekse, Zucker usw. herstellte. Ganz nebenbei war dort ein reines Souvenir-Paradies aufgebaut, welches den dahinter liegenden Orchideengarten fast verdeckte. Der eigentliche Zweck dieses Stopps war wohl der, uns zum Kauf eines Souvenirs zu bringen – das schlug aber zumindest bei uns fehl!

Nach einer weiteren halben Stunde wurden wir in ein Longteilboat gesetzt und mit diesem zum schwimmenden Markt, welcher auch problemlos mit dem Auto zu erreichen gewesen wäre, geschippert. Schon auf den ersten Blick wurde klar, dass sich dieser während der letzten Jahre zu einer Touristenattraktion entwickelt hatte und weniger von den Einheimischen genutzt wurde. Lediglich die Boote, auf denen Lebensmittel oder auch komplette Mahlzeiten verkauft wurden, zogen weniger die Touristen als die Thais an. Das muntere Treiben auf dem Wasser und an Land, längst hatte sich der Markt auch auf die Ufer ausgeweitet, war trotzdem faszinierend! Ich hätte ewig im Boot durch den Trubel fahren können. Leider war die Zeit aber irgendwann um und wir traten die Rückfahrt an. Dass wir allerdings auch noch bei einer Schlangenfarm hielten, wurde uns beim Buchen des Ausflugs nicht gesagt. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich ausdrücklich darauf hingewiesen sind, dass wir NICHT an Tiershows interessiert sind. Wir kauften also kein Ticket, sondern ärgerten uns über die Verhältnisse, in denen die Tiere dort leben mussten.

Auch nach diesem Stopp ging es nicht direkt nach Bangkok zurück, stattdessen fuhren wir noch zu einem Ort, an dem Handwerker ihre Werke verkauften und vorführten, wie sie arbeiteten. Es war interessant ihnen zuzusehen und die „Schnitzereien“ waren wirklich beeindruckend – ihre Preise jedoch noch mehr, sie lagen zwischen 7000 und 35 000 US$!

Nachdem wir dann irgendwann zurück in Bangkok waren, gingen wir gleich zum TAT, da ich entdeckt hatte, dass die 2-Tagestour, die wir in Chiang Mai machen wollten, auf unserem Ticket als 3-Tagestour stand. Nach einigem Hin und Her bekamen wir noch einen gratis Ausflug dazu, da unsere Zugtickets für die Rückfahrt bereits ausgestellt und das Hotel gebucht worden war. Mit diesem Deal konnten wir leben und so gingen wir zurück zu unserem Hotel, wo wir die letzten Stunden bis zu unserer Abreise nach Chiang Mai am Pool verbrachten.

Der Bahnhof entpuppte sich dann als hochmodern, zumindest die Wartehalle mit ihre vielen kleinen Shops und Cafés. Wir stopften uns noch mit Hot Dogs voll, um die Nacht im Zug gut überstehen zu können. Da wir von Aki und Jea bereits Bilder von den thailändischen Nachtzügen gesehen hatten, konnte uns nichts erschüttern. Wir waren darauf vorbereitet, dass es keine einzelnen Abteile gab, sondern der Zug vielmehr einem überdimensionalen Tourbus ähnelte, bei dem ein Bett neben dem anderen, immer zwei übereinander, war. Wir hatten zwar die beiden sich gegenüberliegenden oberen Betten gebucht, die Holländer, die die dazugehörigen unteren Betten gebucht hatten, tauschten jedoch mit uns. So konnte jedes Pärchen auf einer Seite schlafen. Aus ihrer Sicht war das kein schlauer Deal. Die unteren Betten waren wesentlich bequemer, hatten ein Fenster und ließen sich richtig verdunkeln. Tom der arme schlief oben und wartete die ganze Nacht vergeblich darauf, dass die Zugbeleuchtung, welche direkt in seine Kabine leuchtete, ausgeschaltet wurde.
6. Tag Auch im Norden gibt es Tuk Tuks…

Gleich nachdem wir geweckt wurden, wurde unser Frühstück serviert. Ich hatte mir zwar am Vorabend ausgesucht, was ich haben wollte, dass da nun aber eine Reissuppe mit Huhn vor mir stand, überraschte mich doch ein wenig. Lecker war sie aber. Um 8 Uhr kamen wir dann in Chiang Mai an und wurden zu unserem Hotel gebracht. Die Familie, bei der wir die Trekking-Tour und den Aufenthalt gebucht hatten, empfing uns freundlich und erklärte uns, was uns in den nächsten Tagen so erwartete. Eigentlich wussten wir das ja schon aber nett war es trotzdem. Den genauen Verlauf der Trekking-Tour sollte uns unser Guide bei einem Meeting um 18 Uhr erklären. Als alles geklärt war, wackelten wir in unser Zimmer, welches mit einem Guest House, was wir ursprünglich haben wollten, nichts gemeinsam hatte! Das erklärte dann auch den für thailändische Verhältnisse hohen Preis der Tour…

Wir räumten unsere Rucksäcke aus, hüpften unter die Dusche und machten uns dann auf die Socken Chiang Mai zu erkunden. Da wir gleich nach ein paar Minuten bei einem Reisebüro vorbeikamen, nutzten wir die Chance, einen Flug nach Phuket zu buchen. Unsere Bahntickets konnten wir gegen eine Stornogebühr zurückgeben. Die Erfahrung der letzten Nacht hatte uns dazu gebracht, unsere Pläne über den Haufen zu werfen und lieber einen Flug zu buchen, anstatt 28 Stunden mit dem Zug zu fahren. Eine sehr weise Entscheidung wenn man bedenkt, dass uns der Flug gerade 15 Euro mehr gekostet hat!

Anschließend setzten wir unseren Spaziergang fort. Das Überqueren einer der Hauptstra0en erwies sich als eine echte Herausforderung. Wie die Deppen setzten wir immer wieder zum Sprint an, wurden aber jedes Mal von einem heranrasenden Fahrzeug zum Rückzug gezwungen. Irgendwann suchten wir uns eine strategisch günstigere Stelle und gelangten doch tatsächlich auf die andere Straßenseite. In einer Nebenstraße entdeckten wir einen verfallenen Tempel, der von Tom natürlich erstmal ausgiebig geknipst wurde. Ich fand ihn ehrlich gesagt weniger spektakulär und war in diesem Moment richtig erleichtert, dass wir nicht nach Ayudthaya (alte Hauptstadt Siams, nur so`ne verfallenen Tempel…) fahren würden! Für verfallene Tempel konnte ich mich nicht wirklich begeistern.

Während wir dann versuchten, auf die andere Straßenseite zurückzukehren, quatschte uns ein Tuk-Tuk Fahrer an. Hin- und her gerissen zwischen: Wir jagen ihn sofort weg und eigentlich wollten wir ja zu nem Tempel auf dem Berg fragten wir nach dem Preis. Der schien uns überraschenderweise fair zu sein und so stiegen wir ein. Es dauerte natürlich nicht lange, bis der Fahrer versuchte, uns eine komplette Stadtrundfahrt anzudrehen, unsere Ablehnung akzeptierte er jedoch schnell.

Nach ein paar Minuten hielten wir bei einem Buddha und der Typ forderte uns höflich auf, die zum Beten notwendigen Utensilien für 20 Bath zu kaufen. Die Idee fanden wir ganz witzig und so ließen wir uns von ihm zeigen, was man in welcher Reihenfolge machen muss. Ich scheiterte eigentlich schon am Anfang, da meine Kerze einfach nicht stehen bleiben wollte und ich daher gar nicht erst dazu kam, meine Räucherstäbchen anzuzünden. Irgendwann blieb das Teil dann doch mal stehen (auch wenn die Flamme schon längst aus war) und ich konnte weitermachen. Das letzte für mich kaum zu überwindende Hindernis war das Stück Blattgold, welches statt an der Buddha-Statue hartnäckig an meinem Finger kleben blieb. Unauffällig versuchte ich es irgendwo zu deponieren und mich dann vom Acker zu machen.

Unser Tuk-Tuk suchend wurden wir von unserem Fahrer an einen Pick-up weiter verwiesen. Dieser sollte uns für den abgemachten Preis weiterfahren und uns an dieser Stelle wieder absetzen. Nachdem ich ausdrücklich noch einmal darauf bestanden hatte, dass wir auch wieder bis in die Stadt gefahren werden, ging es weiter. Wir überlegten uns schon, was da jetzt wieder dahinter steckte, sahen aber schnell ein, dass die Steigung für das Tuk-Tuk wohl ein wenig zu stark gewesen wäre. Je näher wir dem Tempel auf dem Gipfel kamen, desto voller wurde die Strasse. Überall liefen unzählige Jugendliche den Berg hinauf, sangen und verbreiteten gute Laune als wäre ein Volksfeiertag oder ähnliches.

Uns war es ein Rätsel wie man 1. den Berg hoch laufen und 2. dabei auch noch so gut gelaunt sein konnte! Überall standen kleine Imbissstände (so würde man sie bei uns wahrscheinlich nennen…). Als wir endlich oben ankamen, erklärten wir unserem Fahrer, dass wir nur eine halbe Stunde brauchten und nicht die von ihm vorgeschlagene ganze Stunde. Er schaute ein wenig verdutzt, war aber wahrscheinlich froh, früher zurückkehren zu können. Wir dachten uns, dass dieser Tempel wahrscheinlich nicht spektakulärer sein wird als die, die wir bereits gesehen haben und dass wir ihn uns deshalb wohl nicht mehr sooo genau anschauen würden.

Prinzipiell war das ja schon richtig gedacht, nur dass wir, kaum hatten wir die erste Biegung hinter uns gebracht, vor einer scheinbar endlosen Treppe standen! Und diese war auch noch gestopft voll mit Menschen… Hunderte Thais quetschten sich hinauf in den Tempel. Und wir mittendrin. Als wir oben ankamen, wurde unsere Mühe mit einem grandiosen Ausblick auf Chiang Mai belohnt. Wir liefen ein wenig herum und dann war es auch schon Zeit, den Rückweg anzutreten. Unser Fahrer fand uns trotz allen Gedränges und so machten wir uns auf den Rückweg. Aufgrund des Staus dauerte es diesmal jedoch wesentlich länger.

Als wir am Hotel ankamen, fand auch schon gleich das Meeting wegen der Trekking-Tour statt. Der Guide, Buck oder so, sprach ein miserables Englisch. Eigentlich kann man das gar nicht als Englisch bezeichnen, außer ok ok ok hat man eh kaum etwas verstanden. Das einzige, was ich verstand war, dass er immer etwas von einer 3-Tagestour erzählte. Irgendwann machte ich ihn darauf aufmerksam, dass wir nur zwei Tage gehen, was ihn dann völlig aus dem Konzept brachte. Er stotterte irgendetwas, dass unsere Gruppe am nächsten Tag aufgeteilt wird und ich schickte Stoßgebete gen Himmel, dass nicht wir mit Buck dem Englischtalent in den Busch ziehen müssen.

Um nicht sehr viel Informationen reicher (wenn man mal von der Abfahrtszeit absieht), verabschiedeten wir uns und warteten auf den Bus, der uns zu unserem gratis Abendessen bringen sollte.

Der Abend wurde dann richtig nett. In einem großen Saal bekam man einen Sitzplatz zugeteilt, welcher aus einer am Boden liegender Matte mit kleiner Rückenstütze bestand. Kaum saß man, wurden einem verschieden Thai-Spezialitäten serviert, durch die man sich durchfuttern konnte. Währenddessen wurden auf der Bühne traditionelle Tänze usw. aufgeführt. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass wir an diesem Tag völlig überfressen ins Bett krabbelten, grins.

Bevor wir dies jedoch taten, flitzten wir noch kurz über den Nachtbasar. Da er jedoch wirklich riesig war und wir am nächsten Tag fit sein wollten, kehrten wir nach ein paar Minuten um und liefen zum Hotel zurück.


7. Tag Ab in den Urwald

Endlich war es soweit, wir machten uns auf den Weg zur Trekking-Tour. Meine Stoßgebete waren erhört worden – unser Guide war nicht Buck! Unsere Begleiterin hieß Kiki und war eine zierliche Thai, die sehr gut Englisch sprach und einen wirklich lustigen Humor hatte. Ständig nahm sie uns auf den Arm und zumindest anfangs wusste keiner von uns so genau, ob wir wirklich auf Decken mitten im Dschungel schlafen oder ob wir das Bambusfloß während des Elefantenreitens transportieren müssen, grins.

Der erste Stopp wurde auf einem Markt am Rande des Dschungels gemacht. Kiki kaufte die Zutaten für unser Essen der nächsten Tage und wir deckten uns mit Regenjacken, Toilettenpapier und was weiß ich was alles ein. Tom wurde noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es da oben lediglich Bier zu trinken gäbe, wir für härtere Sachen also selbst sorgen mussten. Ich weiß ja auch nicht, weshalb die bei Tom immer gleich solche Assoziationen haben, grins. Kurz darauf quetschten wir uns wieder auf die Ladefläche unseres Jeeps und fuhren weiter. Nach einer schier endlosen Fahrt durch Reisfelder, vorbei an kleinen einsamen Dörfchen, hielten wir auf einem Miniparkplatz gegenüber einer breiten Treppe, an deren beiden Seiten sich zwei großen Drachen befanden.

Wir schlappten also die Treppe hinauf und waren recht beeindruckt von all den kleinen Figürchen, die zu hunderten in den Fels geschlagen worden waren. Natürlich brauchten wir an dieser Stelle wieder einmal länger als alle anderen, bis wir unsere Bilder gemacht hatten und alles genau unter die Lupe genommen hatten. Oben auf dem Berg und somit im Zentrum des sogenannten Tempels angekommen, stellten wir fest, dass wir das eigentliche Highlight dieses Tempels – nämlich besagte Felsfiguren – bereits hinter uns gebracht hatten. Tom ließ es sich jedoch nicht nehmen, den Buddha, welcher sich kaum von den ca. 5000 anderen Buddhas, denen wir auf dieser Reise begegneten, unterschied, aus allen erdenklichen Perspektiven zu fotografieren. Ich lief ein wenig herum und schaute mir die Umgebung, die man von dort aus hervorragend aus der Vogelperspektive begutachten konnte, an. Irgendwann waren die anderen unserer Gruppe verschwunden und wir beeilten uns, den Anschluss nicht ganz zu verlieren.

Kiki wartete schon und erklärte uns, wir müssten kurz warten, da uns noch unser Mittagessen gebracht wird. Ich war ja schon ein wenig skeptisch, wo so mitten auf einem Berg im Gebirge etwas zu Essen herkommen sollte… Es dauerte jedoch nicht lange und ein zweiter Jeep kam um die Ecke geflitzt und der Fahrer drückte Kiki ein paar Plastiktüten in die Hand. Das war dann wohl offensichtlich der Dschungel-Lieferservice und so konnten wir weiterfahren. Einige Minuten später hielten wir an einem Feld, auf dem zwei kleine Hütten und ein überdachter Tisch mit Bänken standen. Wir setzten uns und bekamen jeder eine kleine Schale Reis mit einigen Stücken Huhn (ich hoffe jedenfalls, dass es Huhn war!) und zum Nachtisch irgendwelche undefinierbaren Früchte, mit deren Geschmack sich Tom nicht wirklich anfreunden konnte.

Nachdem wir uns alle satt – oder auch nicht satt – gegessen hatten, erklärte uns Kiki, dass wir nun zu einem Wasserfall wandern würden und sich diejenigen, die gerne baden gehen möchten, ihren Bikini bzw. ihre Badehose anziehen sollen. Das taten Tom und ich dann auch. Plötzlich raste ein Jeep (von denen gab es doch erstaunlich viele im Dschungel…) vor die Hütte und lud einen ganzen Haufen Schlafsäcke ab. Ojeeeee, da kamen doch gleich wieder die Befürchtungen, mitten im Wald schlafen zu müssen, auf. Aber man wollte sich natürlich keine Blöße geben, quetschte das Teil also in den Rucksack herein und machte sich bereit zum Loslaufen. Ich weiß nicht, ob Tom das Ganze genauso beunruhigend fand wie ich, er konnte wahrscheinlich noch gar nicht glauben, dass er sich überhaupt mitten im Dschungel im Norden Thailands befand, aber so wirklich beunruhigt wirkte er nicht auf mich. Wir liefen also los und machten nach ca. 30 Metern unseren ersten Halt. „Super“, dachte ich, „Strecken von dieser Länge halten wir doch auch durch ohne zu schwächeln!“. Wir durften uns die Häuser und Werkzeuge einiger Einheimischer ansehen, die damit sicherlich ihren Lebensunterhalt verdienten. Nach einigen Minuten ging es dann weiter. Die nächste längere Pause legten wir an einem wirklich schönen Wasserfall ein, den einige von unserer Gruppe sogleich für eine kleine Erfrischung nutzten. Während ich also mal wieder mit der Knipse durch die Gegend rannte und mir meine nagelneue „Nachtbasarhose“ zerriss (ist halt doch echte thailändische Qualitätsarbeit für 2 Euro gewesen…), stürzte sich Tom in die recht kalten Fluten.

Nach einer halben Stunde ging es weiter. Unser Weg führte eine nicht unbeachtliche Zeit bergaufwärts und ich war echt froh, dass die eine etwas pummelige mit Badelatschen ausgestattete Ami-Marta unser Tempo beträchtlich drosselte und ich daher mein Schwächeln gut verbergen konnte. Irgendwann waren wir dann endlich oben angekommen und ruhten uns ein wenig aus. Kiki erklärte uns, dass wir nun auf einen Helikopter warten… Dieser entpuppte sich dann als unser Jeep, dessen Ladefläche wohl jeder von uns dankbar bestieg. Wir fuhren eine ganze Weile durch den Dschungel und wurden dann wieder „abgeladen“. Nun führte uns unser Weg quer über unzählige Reisfelder. Ich blieb immer wieder stehen und war schwer beeindruckt von diesem Anblick! Die vereinzelten Arbeiter, der Dschungel im Hintergrund, irgendwie wirkte das ziemlich unwirklich auf mich, auf einem Reisfeld steht man schließlich nicht alle Tage. Die kleinen Wege – man könnte sie wohl auch Minideiche nennen – auf den wir liefen, zwangen uns dazu wie die Gänse hintereinander her zu marschieren.

Recht bald wurde uns jedoch die Illusion, wir würden durch eine völlig unzivilisierte Gegend wandern, geraubt: Ein mit Beton künstlich angelegter Wasserkanal säumte unseren Weg. Nach einer ganzen Weile stand dann der letzte Anstieg des Tages bevor. Wir landeten in einem kleinen verlassenen Dorf, wo wir die Nacht verbrachten. Allen Befürchtungen zum Trotz mussten wir nicht mitten unter den Bäumen schlafen, sondern konnten uns in einer kleinen Holzhütte niederlassen. Als Liegefläche dienten rechts und links zwei erhöhte Flächen, über denen zahlreiche Moskitonetze hingen. Wir rollten also unsere Schlafsäcke alle nebeneinander aus und ich betrachte skeptisch die windschiefen Ecken, durch die ich schon dutzende Schlangen und andere Tiere reinkriechen sah.

Nachdem wir unser Badezimmer betrachtet hatten, beschlossen wir, das Duschen auf den folgenden Tag zu verschieben. Keiner von uns wollte sich in der kleinen aus Beton errichteten Kabine neben dem Plumpsklo mit dem Eimerchen Wasser über den Körper gießen, abgesehen davon, dass jeder normalriechende Mensch es kaum eine „Pipilänge“ in dem Teil ausgehalten hätte!

Tom setzte sich erstmal mit einem Bierchen an den Tisch. Ich schnappte mir meine Knipse und erkundete das Dorf. Es war einfach unglaublich, am A…. der Welt, mitten im Dschungel sitzen die da in ihren Hütten und schauen in die GLOTZE!!! Ich war fassungslos, da überraschte es mich auch nicht, dass der ein oder andere auch einen Kühlschrank vorzuweisen hatte. Lustig fand ich die ganzen Tiere, die ihre Plätze unter den Häusern – deshalb waren diese auch alle auf Pfählen gebaut – hatten. Da lagen dann Hunde neben Ochsen und Büffeln und zwischendrin grunzte dann auch noch das ein oder andere Schwein.

Als ich zurückkehrte, hatte Kiki unser Essen schon fast fertig. Sie entpuppte sich als wirklich gute Köchin, wenngleich sie auch extra touristengerecht gekocht hatte. Sie selbst aß nicht mit, sondern erklärte uns, dass ihr unser Essen nicht scharf genug sei, sie würde später für sich selbst kochen. Bevor uns ein mittelmäßiger Tropenregen ereilte, konnten wir noch ein wenig am Lagerfeuer sitzen und uns unterhalten. Wie immer verabschiedete ich mich als eine der ersten und kroch unter das Moskitonetz in meinen Schlafsack. An Schlaf war jedoch nicht zu denken… Irgendwelche Urwaldtiere machten so einen Lärm dass ich mich allen Ernstes fragte, ob die Dorfbewohner eine Kreissäge besitzen und diese die ganze Nacht laufen ließen… war wohl eher unwahrscheinlich. Dann fing ein Affe an rumzukrakelen…


8. Tag Und noch mehr Urwald

Irgendwann musste ich dann auch noch auf´s Klo, ganz toll! Da es noch dunkel war, weigerte ich mich inständig, halb blind draußen rumzulatschen. Also wartete ich … bis die Dämmerung einsetzte! Dann stürmte ich endlich raus auf unser Luxusplumsklo.

Um kurz nach 8 gab es Frühstück, Kiki hatte ein paar Toasts und Marmelade und natürlich auch Kaffee und Tee für uns hingestellt. Als ich fertig war, packte ich unsere Sachen zusammen.

Unser Weg führte uns quer durch das Dorf, vorbei an einer… TELEFONZELLE!!! (ich konnte leider nicht in Erfahrung bringen, ob die auch wirklich funktionierte, wage es aber doch stark zu bezweifeln) und an diversen böse dreinschauenden Tieren. Dann folgte der Horrorteil der Wanderung. Kiki hatte uns schon vorgewarnt, dass uns am Vormittag der härteste Teil der Strecke bevorstand und so war es auch! Ich hätte mich zwischenzeitig am liebsten hinter einen Baum geworfen und vergraben… zum Glück hatten wir ja wieder unser Ami-Mädel, die wirklich nicht mehr konnte und uns zum Einlegen zahlreicher Wartepausen zwang. Oh man war ich froh, dass wir sie dabei hatten!!!

Alles hat einmal ein Ende, auch ein endlos erscheinender Anstieg. Oben auf dem Berg angekommen, wurden wir erstmal von einem Büffel oder so begrüßt. Da sich dieser in einem annehmbaren Abstand befand, war das auch ok. Nur war das gute Tier offensichtlich schwer beeindruckt von dem seltenen Besuch in seinem Lebensraum und beschloss, uns noch ein wenig zu begleiten. Das merkwürdige Geräusch, welches das Viech von sich gab, wenn es lief, wurde immer lauter und beunruhigte mich zugegebenermaßen doch ein wenig. Nach einigen Minuten verloren wir jedoch unseren Reiz und das Geräusch wurde wieder leiser. Die nächste Überraschung ließ aber nicht lange auf sich warten: Eine riiiiiiiesige Spinne versperrte uns den Weg. Ich wäre voll blind mitten in das Netz gerannt und hätte somit meine Nasenspitze wahrscheinlich voll gegen den dicken, fetten, ekeligen (üüüüüaaaahhhhh) Körper des Monsters gerammt… So machten wir einen Bogen und liefen weiter – mit wesentlich gesteigerter Aufmerksamkeit, was sich da so auf unserem Weg befindet!

Nach einer Weile hatten wir den Wanderteil des Tages hinter uns gebracht und wurden von unserem Jeep eingesammelt. Als nächstes stand das Elefantenreiten auf dem Plan. Unser graues Taxi rotzte uns die ganze Zeit so voll, dass wir unsere Fotoapparate unter unseren Klamotten verstecken mussten. Die einstündige Tour war zwar ganz witzig, konnte jedoch mit dem darauf folgenden Erlebnis nicht im Geringsten mithalten. Danach war nämlich das Bambusrafting angesagt. Vorstellen konnten wir uns darunter gar nichts und Kiki hatte uns natürlich im Vorfeld jede Menge Mist erzählt, den wir mehr oder weniger glaubten.

Die halbe Stunde auf dem Wasser war dann das absolute Highlight der gesamten Tour. Tom wurde von unseren Bootsführer zum zweiten Steuermann bestimmt und unsere holländische Bekanntschaft und ich hockten uns in die Mitte des wackeligen Bambusfloßes. Anfangs lief alles noch ganz normal, wir überholten einige Flöße, wurden überholt und alles war im Lot. Plötzlich gab es einen Knall, ich drehte mich um und Tom war weg. Er flog in einem hohen Bogen mit seinem Ruder ins Wasser und strampelte sich dort einen ab, um auf das nächst beste Floß klettern zu können. Kaum hatte er es geschafft, begann dieses auch schon zu sinken! Offensichtlich konnten diese Teile maximal 4 Personen tragen – und Tom war die Nummer 5! Er sprang also zu uns herüber und wir machten uns fast in die Hose vor lauter Lachen. Auch unser Bootsführer war sichtlich amüsiert und schüttelte immer wieder lachend den Kopf. Das wiederum konnte Tom ja nicht auf sich sitzen lassen und verpasste uns zahlreiche Ladungen Wasser bis wir genauso nass waren wie er. Da auch wir nun nichts mehr zu verlieren hatten, stürzten wir uns auf die anderen Flöße und sorgten in kürzester Zeit für eine Wasserschlacht vom feinsten. Wen wir während der Fahrzeit nicht erwischten, wurde am Ziel von uns überfallen und gnadenlos ins Wasser geschmissen. Ja gut, wir haben uns damit nicht nur Freunde gemacht aber es war ein Heidenspaß!!! Vor allem für die Thailänder, die sonst wahrscheinlich überwiegend trübe Tassen über das Wasser schipperten. Anschließend mussten wir uns dann alle umziehen, sonst hätten wir unseren Jeep wohl völlig unter Wasser gesetzt.

Unsere nächste – und auch gleichzeitig letzte – Station war dann ein winziges Restaurant, wo wir unser Mittagessen serviert bekamen. Danach wurden wir alle zurück nach Chiang Mai gefahren und an unseren Hotels abgesetzt. Tom und ich waren ziemlich groggy, mehr als nach unserem Bett sehnten wir uns jedoch nach einer Dusche! Unter die hüpften wir demnach auch als erstes, bevor wir ein Stündchen an der Matratze horchten. Der Abend war dann relativ unspektakulär, zum einen waren wir fix und alle und zum anderen hatten wir für den nächsten Tag einen Ausflug zum „Goldenen Dreieck“ dem Grenzgebiet von Thailand, Laos und Burma gebucht.

Nach dem Frühstück setzten wir uns also vor unsere Rezeption (wenn man das so nennen kann) und warteten… ziemlich lange. Mit deutscher Pünktlichkeit rechneten wir ja schon lange nicht mehr und da selbst Tom bei der Verteilung dieser Tugend nicht wirklich laut „hier“ geschrieen haben kann, gingen wir optimistisch davon aus, dass wir nicht vergessen worden waren. Und so war es dann auch. Ein Minibus rausche um die Ecke, wir stiegen ein und ab ging die Fahrt. Nachdem wir noch einige andere Touris eingesammelt hatten, wurden wir offiziell von unserem Guide begrüßt und darüber aufgeklärt, dass wir nun erst nach Chiang Rai fahren, um dort noch ein Pärchen abzuholen. Naja, durch Chiang Rai mussten wir ja eh…

Die Fahrt war schon interessant, was nicht zuletzt an den nicht ganz jugendfreien Witzen unseres Guides lag – vorausgesetzt man verstand ihn . Nachdem wir das letzte Pärchen „eingeladen“ hatten, fuhren wir einige Minuten zu einem Tempel. Dieser war jedoch nicht im entferntesten mit denen in Bangkok zu vergleichen. Er war eher das Model „Ich verrotte und bin stolz darauf“. Die Tatsache, dass es – kaum hatten wir das Gelände betreten – höllisch zu regnen begann, machte das ganze nicht wirklich attraktiver! Nach ein paar Minuten kletterten wir wieder in unseren Bus und fuhren weiter.

Irgendwann kam die Sonne wieder heraus und wir sahen den Mekong. Es konnte also nicht mehr sehr weit sein. Während der Bootstour in einem kleinen Kanu blieben wir zumindest vom starken Regen verschont, die überdimensionalen Schwimmwesten hätten ein Vordringen bis zu unserem Körper sowieso fast vollständig verhindert, grins. Nach kurzer Zeit steuerten unsere Boote das gegenüberliegende Ufer an und hielten dort. Wir wurden informiert, dass wir uns nun in Laos befanden und gegen ein kleines Schmiergeld ein Visumstempel in unseren Pass erhalten können. Natürlich gaben alle von uns ihren Pass ab, der Stempel stellte sich als billiger Touristempel heraus aber egal, wir verbuchen das einfach mal als Entwicklungshilfe. Auch das Gelände, auf dem wir uns befanden, diente offensichtlich ausschließlich kommerziellen Zwecken: ein Laden folgte dem nächsten und überall gab es den Kran, den es auch in Thailand an jeder Ecke zu kaufen gibt – nur noch etwas billiger! Wir gingen also shoppen…

Tom kaufte sich Glimmstängel und ich war auf der Suche nach einem Kimono für das Baby von Alex und Tommy. Das dieses noch nicht einmal in Planung war, erschien mir dabei eher nebensächlich zu sein, grins. Allzu viel Zeit hatten wir nicht, unser Reiseführer sammelte uns schon bald nach unserer Ankunft wieder ein, gab uns unsere Schwimmwesten und wir traten die Rückfahrt an. Auf der thailändischen Seite machten wir alle unsere Fotos und anschließend wurden wir zu einem Restaurant gefahren, in dem wir uns am Buffet die Mägen vollschlagen konnten. Das taten wir dann auch.

Vollgefuttert bestiegen wir unseren Bus und traten die Heimfahrt an. Es dauerte nicht lange und Tom und ich schliefen… Ich war über diese Tatsache auch recht dankbar, schließlich lag eine mehrstündige Fahrt vor uns, auch wenn sie zweimal unterbrochen wurde.

Die erste Pause machten wir am Grenzübergang zu Burma, da zwei aus unserer Gruppe ihre Visa verlängern lassen mussten, wofür sie das Land offiziell für kurze Zeit verlassen mussten. Wir schlenderten in der Gegend herum und kauften mal wieder das ein oder andere Andenken. An diesem Grenzübergang war aber auch ein absolutes Einkaufsparadies entstanden, uuuuunglaublich! Kaum saßen wir wieder auf unseren Plätzen im Bus, schlummerten wir auch schon wieder dahin.

Das zweite Mal hielten wir in Chiang Rai, wo wir unser eines Pärchen in ihrem bescheidenen Hotel absetzten. Nach einer kurzen Pipipause und einer nicht ganz neidlosen schnellen Besichtigung des Luxushotels fuhren bzw. schliefen wir weiter… Bis wir endlich in Chiang Mai ankamen und vor unserem Hotel abgesetzt wurden. Nachdem wir schnell unter die Dusche gehüpft waren, machten wir uns auf den Weg zum Reisebüro, um unsere Flugtickets für den nächsten Tag abzuholen. Anschließend aßen wir in einem Restaurant gegenüber und kehrten dann ins Hotel zurück. Das wiederholte Angebot unserer Gastfamilie zu einer Massage lehnten wir dankend ab und gingen aufs Zimmer. Die Rucksäcke waren schnell gepackt und so konnten wir relativ früh in die Federn hüpfen. Auch wenn wir es ungerne zugaben, die zwei Trekking-Tage waren schon recht anstrengend gewesen.


9. Tag Ab nach Phuket!

Ganz gemütlich standen wir an diesem Morgen auf und gingen zum Frühstück. Inzwischen waren offensichtlich mehr Gäste in unserem Hotel eingetroffen, was sich positiv auf die Auswahl beim Frühstück auswirkte. Wie schlugen uns also die Bäuche mit Toast und Marmelade voll, die Rühreier sahen eher wie eine undefinierbare Pampe aus, und holten dann unsere Rucksäcke aus dem Zimmer. Bei unserer Gastfamilie an der Straße wartete wir dann auf unseren Fahrer.

Der Flughafen war dann recht klein und übersichtlich, so entdeckte mein geschultes Auge sofort den lecker Eistand. Das Bestellen erwies sich dann als nicht mehr so unkompliziert und so bekam ich dann letztendlich etwas anderes als ich eigentlich wollte – weil ich mein Wunschobjekt einfach nicht beschreiben konnte, schnief. Egal, lecker war es trotzdem und als dann im Wartebereich noch ein Cappuchino hinterher geschoben wurde, war die Welt für mich in Ordnung.

Tom ging noch eine im Raucherraum smoken und dann durften wir endlich in den Flieger, welcher erstaunlich groß für die paar Passagiere war. Leider war es ziemlich bewölkt, so wurde aus meinem geplanten Aussichtsflug nichts. Noch weniger begeistert war ich, als der Regen uns beim Verlassen des Flughafengebäudes in Phuket fast erschlug. So hatte ich mir die Strandtage nicht vorgestellt!

Diesmal hatten wir uns vorgenommen, uns nicht über den Tisch ziehen zu lassen und gleich einen öffentlichen Bus zu nehmen. Das Problem war nur, dass mir jeder, den ich nach einer Haltestelle fragte, erzählte es gäbe keine richtigen Busse dort sondern nur Privatbusunternehmen. Na klaaaaar, mir schwoll schon wieder minimal der Hals an, Tom hatte jedoch keinen Bock bei dem Regen lange zu suchen. So kauften wir uns also zwei Tickets bei einem Kleinbus-Fuzzi und legten unsere Rucksäcke in den Kofferraum. So genau wussten wir gar nicht, wo wir hinwollten, entschieden haben wir uns dann für Patong. Während der Fahrt stellte ich fest, dass die Palmen dort entweder die Eigenschaft haben, in Reih und Glied zu wachsen oder – was wohl die wahrscheinlichere Variante zu sein scheint – alle nach einer radikalen Rodung neu angepflanzt worden sind. Irgendwie passte das nicht zu meinem Bild vom unberührten Urwald.

Nach einer Weile hielten wir mitten in der Wallachei an einem Reisebüro. Ich ahnte ja schon wieder schlimmes als wir alle aufgefordert wurden, in das Gebäude zu gehen. Und mein Gefühl täuschte mich nicht. Uns wurde erzählt, wir sollen jetzt ein Hotel buchen, da wir sonst sicher keine Unterkunft vor Ort finden würden. Auf mein wehementes Abstreiten dieser dreisten Behauptung reagierten die netten Thais dann gar nicht begeistert. Noch weniger darauf, dass ich die Frischlinge darüber aufklärte, dass sie sich möglichst schnell daran gewöhnen sollen, dass sie hier an jeder Ecke über den Tisch gezogen und belogen werden. Mir wurde daraufhin gedroht, mich einfach nicht mehr mitzunehmen, woraufhin ich erklärte, dass ich gerne auch zur Polizei gehen kann. Anschließend stiegen wir alle höchst wütend wieder in den Bus – ohne dass irgendjemand ein Hotel gebucht hatte, grins.

In Patong stiegen wir dann aus, packten unsere Rucksäcke und liefen los… und liefen… und liefen. Die Hotels, die nach dem Tsunami bereits wieder eröffnet worden waren, waren für unseren Geldbeutel nicht so geeignet. Irgendwann hatten wir dann doch mal die Nase voll vom Suchen. Während im restlichen Land an jeder Ecke billige Pensionen und Bungalows zu vermieten waren, tickten die Uhren auf Phuket offensichtlich anders. Hier gab es nichts Billiges! Wir entdeckten ein Schild, auf dem Bungalows stand und betrachteten dann skeptisch das durchlöcherte Dach über der sogenannten Rezeption. Beim genauen Hinschauen entdeckten wir ein paar nette kleine Bungalows in einer Gartenanlage für relativ wenig Geld. Da überlegten wir nicht lange, mieteten so ein Teil für eine Nacht und gingen anschließend zum Strand.

Das war ja nun das erste Mal, dass wir an einem Strand in Thailand standen… aber irgendwie kam bei mir keine richtige Begeisterung auf. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass es wirklich Menschen gibt, die Jahr für Jahr immer wieder an diese massentauglichen Sandfläche, deren Charme man wirklich mit einer Lupe suchen musste, zurückkehrten. Ein Wunder also, dass wir nicht sehr lange blieben, sondern lieber den Ort erkundeten. Die Spuren des Tsunamis waren zwar oberflächig beseitigt worden, schaute man allerdings in die Nebenstraßen, so entdeckte man überall große Schutthaufen. Das drückte dann schon ein wenig auf die Stimmung, die unzähligen kleinen Geisterhäuschen, welche in Thailand für Verstorbene aufgestellt werden, unterstützte das dann noch.

An Läden zum Einkaufen mangelte es wirklich nicht, da man aber penetrant von den Verkäufern angelabert wurde, man solle doch bei ihnen kaufen, kann von einem gemütlichen Bummel keine Rede sein. Ziemlich entnervt beschlossen wir, noch etwas Essen zu gehen. Aber auch bei den Restaurants vermissten wir die thailändischen Discountpreise… Auf Phuket war halt alles anders, das verstanden auch wir und setzten uns halt in eines der Restaurants. Das Essen war lecker, anschließend gingen wir noch etwas trinken und dann zurück zu unserem Bungalow. Dort gab es schließlich auch einen kleinen Garten, in dem man noch ein wenig sitzen konnte.

Wir waren uns einig, dass wir von diesem Inselchen genug gesehen hatten und planten für den nächsten Morgen die Weiterfahrt nach Pi-Pi. Dass dann doch alles anders kommen sollte, konnten wir da ja noch nicht ahnen…


10. Tag Wir tauschen die Pi-Pi-Inseln gegen einen Tag im Bus

Dieser Tag fing ganz entspannt an. Unsere Vermieter verabschiedeten sich nett von uns und bevor unser Bus abfuhr, konnten wir uns noch einen Kaffee aus dem Supermarkt holen. Das hatten wir inzwischen gelernt, lecker Kaffee gab es in jedem Supermarkt, man muss nur erstmal unauffällig bei einem Einheimischen zuschauen, wie man zu so ´nem Teil kommt, dann klappt das problemlos. Wir kauften unser Busticket und warteten im Bus, bis es Zeit zur Abfahrt war. Lange blieben wir nicht alleine, schnell füllte sich der Bus mit Einheimischen, die uns neugierig beäugten. In Phuket sind wir dann ausgestiegen. Da herrschte ein Megaverkehr und wir hielten verzweifelt nach einem Taxi Ausschau. Irgendwann entdeckten wir eines, nur dass der Fahrer kein Englisch sprach. Aber auch dieses Problem war schnell gelöst, wir fanden einen netten Herren, der uns mal eben sprachlich aushalf, der Fahrer schien verstanden zu haben und so konnten wir unsere Fahrt antreten. Da ich überdeutlich betont hatte, dass wir zum offiziellen Hafen und keinem Privathafen wollten, waren wir uns auch sicher, dass dies Mal nichts schief gehen konnte.

WIE NAIV!!! Es dauerte nicht lange und wir standen in einer kleinen Gasse und der Fahrer hielt an und öffnete unsere Tür. Ich hatte schon wieder ein ganz ungutes Gefühl und weigerte mich auszusteigen. Tom war in diesem Moment relativ gefasst, ich dagegen stand kurz vor einem Herzinfarkt. Da hatte uns der Typ zu irgendeinem Verwandten, der einen kleinen Appelkahn besaß, gefahren und nun sollten wir den 10fachen Preis für die Überfahrt nach Pi-Pi zahlen. Uiuiui, da platzte mir mal eben der Geduldsfaden und ich flippte aus. Wir packten unsere Sachen, ich erklärte dem Typen, er könne mich mal am Allerwertesten und er soll erst gar nicht auf die Idee kommen, auch nur eine Öhre von uns haben zu wollen und dann schlappten wir los… total ziellos, schließlich hatten wir nicht einmal mehr ne Idee, wo wir uns befanden!

Nachdem sich mein Puls wieder aus dem kritischen Bereich herausbewegt hatte, wurde Tom immer wütender und spielte mit dem Gedanken, einfach nach Bangkok zurück zu fahren und nach Hause zu fliegen. So richtig verübeln konnte ich ihm das gar nicht, auch ich hatte langsam die Schnauze voll, an jeder Ecke von vorne bis hinten verar… und besch… zu werden! Ich fragte mich wirklich, wo denn das Thailand sei, von dem alle so begeistert sind und nahm mir vor, mal eine Landkarte zu studieren, da muss es irgendwo noch ein Land gleichen Namens geben…

Wir kamen an einem Hotel vorbei und beschlossen, an der Rezeption nach dem Weg zu fragen. Die Frau dort sprach super Englisch und war sehr hilfsbereit. Sie schrieb uns alles, was wichtig war in Thai auf einen Zettel und bewaffnet mit diesem stiegen wir in ein Tuk-Tuk. Und man soll es kaum glauben, wir kamen doch tatsächlich am Hafen an! Auch wenn dieser einen etwas ausgestorbenen Eindruck machte.

Nach einigem Suchen fanden wir einen Angestellten der Fährfirma und erfuhren, dass das nächste Boot nach Pi-Pi erst in 5 Stunden geht. Boahhhhh, aber was blieb uns übrig – wir kauften zwei Tickets und überlegten, wie wir die Zeit totschlagen sollten. Keiner von uns wollte wieder in das überfüllte Phuket und als potentiellen Bekackopfer rumlaufen, also blieb nur noch, es sich an diesem Industriehafen bequem zu machen. Wir setzten uns auf unsere Handtücher und schauten uns die ganzen Wracks um uns herum an, die teilweise schon halbversunken waren. Von Stunde zu Stunde wurde unsere Laune schlechter, die Warterei bekam uns nicht wirklich, sondern brachte uns eher zum Nachdenken.

Wenn es auf Phuket schon so bescheiden und überteuert war, wie soll das denn auf Pi-Pi, einem absoluten Touristengebiet, werden? Nachdem dieser Gedanke sich erstmal in unseren Hirnen manifestiert hatte, dauerte es nicht lange und wir hielten es für eine bessere Idee, all unsere Pläne über den Haufen zu werfen. Ich kramte meine Thailandkarte heraus und schlug vor, einfach nach Ko Samui zu fahren. Wat ne supi Idee… nur dass man dafür erstmal zurück auf´s Festland musste, dieses dann überqueren und auf der anderen Seite ein Boot nach Ko Samui finden muss. Aber alles schien uns besser als an dem ursprünglichen Plan fest zu halten. Ich sah jedoch ÜBERHAUPT nicht ein, den Fuzzis da das Geld für die Fähre zu schenken, ging also zurück und erzählte ihnen, dass mein Freund plötzlich unheimliche Magenprobleme hat und wir die Überfahrt lieber um einen Tag verschieben wollen. Nach kurzem Hin und Her erhielt ich das Geld zurück und uns wurde ein Tuk-Tuk gerufen, welches uns zu einem Hotel fuhr, indem sich mein Freund erholen sollte.

Wir stiegen also vor dem Hotel aus, bedankten uns und stiegen dann in das nächste Tuk-Tuk, welches uns zum Busbahnhof bringen sollte. Das funktionierte ausnahmsweise mal ohne Probleme. Am Ticketschalter erfuhren wir, dass man gleich Kombitickets für den Bus und das Boot kaufen kann. Cool! Weniger cool fanden wir, dass wir 8 Stunden mit dem Nachtboot fahren mussten, da wir das letzte Schnellboot nicht mehr erreichen würden. Alles halb so wild, romantisch Bötchenfahren ist ja nicht das schlechteste, so dachte ich da noch. Die Busfahrt war dann recht entspannt, ich las, schaute aus dem Fenster und schlief zwischendurch ein wenig.

In Suratthani waren wir dann relativ früh, es bestand also kein Grund zur Eile. Kaum waren wir aus dem Bus raus, kam schon wieder einer aus einem Reisebüro auf uns zugestürmt und wollte uns etwas andrehen. Wir zwei hatten für diesen Tag genug und gingen einfach weiter und ließen den Typen quatschen. Am Hafen setzten wir uns zu den Garküchen, unsere Mägen hingen schon in den Kniekehlen, und schauten, wo es halbwegs appetitlich und sauber aussah. Unsere Wahl fiel auf ein Nudelgericht, wir beide entschieden uns sicherheitsweise für ein Gericht ohne Fleisch. Anschließend liefen wir noch ein wenig durch die Straßen. Suratthani hatte jedoch so gar nichts attraktives, also gingen wir zurück zum Hafen und wollten auf unser Boot. Nur dass die unser Ticket nicht wollten. Unnötig zu sagen, was in diesem Moment in Tom un mir los war… Zum Glück kam ein Engländer, der uns erklärte, er hätte auch so einen Schein wie wir gehabt, diesen musste er aber in einem Reisebüro ein paar Ecken weiter in ein richtiges Ticket umtauschen. Ja suuuper, bin ich Jesus oder was? Woher sollten wir das denn wissen wenn es uns niemand sagt? Offensichtlich wollte der Typ aus dem Reisebüro uns deswegen in seinen Laden ziehen… Wir rannten also zurück – inzwischen war es kurz vor Ladenschluss – ließen uns da ein paar blöde Sprüche an den Kopf labern und sockten mit unseren Tickets wieder zum Hafen. Man hatte ich die Nase voll!!!
Aber das Limit der unangenehmen Überraschungen für einen Tag war offensichtlich noch nicht erreicht. Ich wollte nur noch in unsere Kabine, mich in mein Bettchen kuscheln, keinen mehr sehen und schlafen. Tja, meine „Traumschiff-Vision“ zerplatzte jedoch schneller als ein Luftballon beim Kinderfasching. Wir gingen auf´s Boot, ein Schiff war es nicht wirklich, und mich traf der Schlag. Nix da mit Kabinen, neeeeee, auch keine Betten… Das gesamte Boot war eigentlich ein großer Raum, in dem kleine dünne Minimatratzen lagen, an deren Kopfende Nummern auf die Bootswand geschrieben waren. An der Decke ein paar Ventilatoren und das war´s. Unser Luxusliner für die Nacht. Es kamen noch ein paar Engländer und ein Ami dazu, die übrigen Matratzen wurden von Thais belegt.

Unnötig zu sagen, dass ich in dieser Nacht nicht viel geschlafen habe, auch wenn die frische Brise, die durch die offenen Fenster blies und das Meeresrauschen schon angenehm waren. Die Wasseroberfläche war allerdings verdächtig nah unter den Fenstern und so wartete ich eigentlich nur darauf, wann mir mal ne Ladung Wasser über den Kopf schwappen würde. Das geschah zum Glück nicht und ich nickte dann irgendwann doch noch ein…


11. Tag Ko Samui wir kommen!

Mit Einsatz der Morgendämmerung begann das Leben auf dem Schiff. Die Engländerin, welche am Abend noch neben mir gelegen hatte, lag plötzlich gegenüber. Auf meinen fragenden Blick hin erörterte sie mir, dass Tom im Schlaf anscheinend nicht so ganz zwischen ihr und mir unterscheiden konnte und sie nicht so scharf auf Umarmungen war, grins.

Bald kam der Hafen von Ko Samui in Sicht und ich war neugierig, was wir nun auf dieser Insel so erleben würden. Wie die Geier kamen die Taxis auf uns zugestürmt, wir setzten uns in eines und wiesen den Fahrer darauf hin, bitte den Taximeter anzustellen. Er fand das gar nicht so toll, diskutierte und wir stiegen aus. Auf eine Diskussion vor dem ersten Kaffee hatten wir ja nun gar keinen Bock! Wir nahmen unsere Rucksäcke aus dem Kofferraum und gingen erstmal in den ersten Supermarkt um ein Käffchen zu kaufen. Irgendwann fand sich dann ein Thai, der uns mit einem riesigen Geländewagen zu einem Festpreis nach Maenam fuhr. Diesen Ort hatte ich als Anlaufstelle auserkoren, da er laut Reiseführer einen schönen ruhigen Strand haben sollte. Wir wurden direkt zu einer kleinen Miet-Bungalow-Siedlung gefahren, wo es uns wirklich gut gefiel. Für thailändische Verhältnisse war die Miete von 16 Euro pro Nacht schon mächtig happig aber ich hatte mich gleich in unser kleines Häuschen am Strand verliebt und so machten wir es uns dort gemütlich.

Dieser Tag wurde dann zu einem Strandtag. Ich war völlig hin und weg von dieser Kulisse und stürmte erstmal in das glasklare Meer. Den Rest des Tages lief ich am Strand entlang, las und versuchte, mich nicht zu langweilen. Während Tom sich auch stundenlang kaum von der Stelle rühren kann, bin ich ja eher jemand, der nicht lange stillsitzen kann. Naja, zumindest zum Frühstück haben wir ja einen Spaziergang durch den Ort gemacht, um ein nettes Restaurant zu finden.

Ich hielt schon wieder die Augen offen, wo man einen Bootsausflug buchen könnte. Nachmittags gingen wir dann in unseren Bungalow, duschten und setzten uns noch ein wenig mit unseren Supermarktgetränken auf die Terrasse. So einen Ausblick hatte ich noch nie von einem Zimmer aus – Kunststück, der Bungalow stand ja mitten auf dem Strand! Als sich unsere Mägen meldeten, machten wir uns auf Restaurantsuche. Unsere Wahl fiel auf ein kleines thailändisches Restaurant direkt am Strand. Überall standen kleine Kerzen und das Essen war richtig lecker, wenn auch mächtig scharf. Kaum hatten wir aufgegessen, wurde um uns herum schon geräumt, offensichtlich waren wir last minute gekommen. Wir holten uns also noch ein paar Getränkedosen im Supermarkt und gingen dann zurück und lasen noch ein wenig. Müde vom Nichtstun ging ich an diesem Tag recht früh schlafen.

12. Tag Zwei Welten auf einer Insel

Lange schliefen wir an diesem Tag nicht, schließlich rief ein herrlicher Strand, das Meer rauschte einladend und die Temperaturen stiegen immer mehr. An diesem Tag frühstückten wir ein paar Meter weiter direkt am Strand bei einem Schweizer. An der Größe der Portionen merkte man sofort, dass man sich hier nicht in einem einheimischen Restaurant befand. Die Portionen dort waren meist recht überschaubar, nicht aber bei dem Schweizer! Wir schlugen uns die Bäuche voll und kamen mit dem Besitzer ins Gespräch. Er entpuppte sich als alter Rocker, bei dem den ganzen Tag über Bands wir Krokus, Gotthard usw. liefen. Jaaaa, das traf jetzt nicht so hundertprozentig meinen Geschmack, war jedoch das Beste, was ich seit der Ankunft in Bangkok zu hören bekommen hatte. Dass Tom sich bei dem „alte-Herren-Rock“ sofort heimisch fühlte, braucht ja wohl nicht extra erwähnt zu werden! Ich bekam ihn kaum wieder aus dem Restaurant heraus, auch hatte er inzwischen herausgefunden, dass der Schweizer preisgünstige Bungalows vermietete. Auch diese standen direkt am Strand und waren für schlappe 5 Euro zu haben.

Im Vergleich zu unserem Luxusobjekt war das natürlich ein nicht zu ignorierender Preisunterschied. Auch bei mir siegte der Geiz und so verabredeten wir, am nächsten Morgen in einen Bungalow des Schweizers umzuziehen. (Im Nachhinein kann ich dazu nur sagen, dass ich in Zukunft nicht nur auf finanzielle Aspekte achten werde…). Nachdem wir den vorigen Tag ausschließlich gegammelt hatten, konnte ich Tom überreden, an diesem Nachmittag nach Chaweng, einem Nebenort, zu fahren. Aber bis dahin hieß es erstmal: Geduld haben und am Strand bleiben. Ich verkürzte mir die Zeit ein wenig mit einer Fußreflexzonenmassage. Das bot sich an, da eine Masseuse zwei Bungalows weiter ihren mobilen Massagesalon eingerichtet hatte und ich so fast von unserer Terrasse auf ihre Decke fallen konnte, grins. Allerdings stellte sich die Massage als ziemlich unangenehm heraus und auch wenn sie sicher effektiv war, hatte ich nicht den Wunsch nach einer Wiederholung.

Unseren Strandtag unterbrachen wir für ein kleines Mittagessen in einem kleinen Thai-Restaurant direkt an der Hauptstraße. Auf dem Weg dorthin sah ich, wie eine Katze angefahren wurde und dann hinkend in Panik wegrannte. Ich rannte ihr hinterher und landete in einem Hintergarten. An die völlig verschreckte Katze kam ich jedoch nicht mehr heran und der Hunger war mir daraufhin eigentlich auch vergangen…

Nachdem Tom dann noch eine Weile am Strand gelegen hatte und beim Schweizer ein bis zwei Bierchen gezischt hatte, machten wir uns fertig für den Abend. Kaum an der Hauptstraße angekommen, kam auch schon ein kleiner Bus, eigentlich war es mehr ein Pick-Up, auf den wir raufhüpfen konnten. Da es noch recht früh war, wollten wir erst noch bei dem großen Buddha, den wir von Strand aus sehen konnten, vorbeischauen. Dieser war einer der wenigen Sehenswürdigkeiten auf der Insel und somit ein absolutes Muss für mich.

Eine Thailänderin kam mit einem Rubbellos auf mich zu, faselte etwas von einem tollen Gewinn und flippte dann total aus, als ich drei gleiche Symbole freirubbelte. Alle zusammen fuhren wir mit einem Taxi zu einem Luxushotel, in dem wir unseren Gewinn erhalten sollten. Ich ahnte schon, dass man uns nun sicher einen Time-Sharing-Vertrag andrehen wollte und war gespannt. In dem Hotel wurden wir von einem deutschen empfangen und auf einen Drink eingeladen. Na das war doch schon mal nett… es dauerte auch nicht lange, da erzählte er uns, dass sie einige Luxusvillen zum Verkauf anbieten blablabla. Es handelte sich aber offensichtlich um ein schlaues Kerlchen, er sah gleich, dass wir wohl nicht zu seiner Klientel gehörten und somit war das Gespräch schnell zu Ende. Uns wurde ein Taxi auf seine Rechnung gerufen und wir ließen uns nun direkt nach Chaweng fahren.

Was da los war, war wirklich unglaublich! Auf der Straße herrschte Stau, überall fuhren Autos mit Lautsprechern, die irgendwelche Thaiboxkämpfe ankündigten. Es reihte sich ein Laden an den nächsten, man wurde überall von Verkäufern angesprochen und… unzählige Transvestiten spazierten die Straße entlang. Ich fühlte mich wie in eine andere Welt versetzt. Ich weiß gar nicht, wer dem Shopping-Wahn mehr erlag, Tom oder ich. Bei den Dumpingpreisen war es auch schwer, einem Angebot aus dem Weg zu gehen. Als wir an einem Optiker vorbeikamen, beschloss ich spontan, mir eine Brille zu kaufen. Na so spontan war das eigentlich gar nicht, ich war schon mit dem Vorhaben nach Thailand gekommen, da meine Mutter dort schon echte Schnäppchen ergattert hatte. Da ich aber nicht nur eine Lesebrille brauchte, wurde es für mich doch etwas teurer und vor allem umständlicher. Die Gläser für mich mussten in Bangkok hergestellt werden, konnten aber bis zu unserer Weiterfahrt in dieser Filiale sein. Das war zwar knapp, würde zeitlich jedoch noch reichen und so kaufte ich zwei rahmenlose Brillen.

Anschließend gingen wir noch essen und beobachteten das bunte Treiben auf der Straße. Nach einer Weile hatten wir dann volle Tüten und genug von dem Lärm. Wir schwangen uns in den nächsten Bus und fuhren zurück nach Maenam. Wie immer nahmen wir uns noch etwas zu trinken aus dem Supermarkt mit und ließen den Abend auf unserer Terrasse ausklingen.


13. Tag Vom Strandtag und Hummeln im Hintern

Dieser Morgen begann mal wieder mit Kofferpacken. Ich war mir gar nicht mehr so sicher, ob unsere Entscheidung, in den kleinen Bungalow umzuziehen wirklich schlau war. Wir bezahlten also und gingen dann zum Schweizer, wo wir auch gleich frühstückten. Der erste Blick in den Bungalow erschreckte mich dann doch etwas. Zum einen war das Bett ziemlich klein, das ging aber auch nicht anders, da der gesamte Raum kleiner war als das Bett in unserem letzten Bungalow!!! Aber den Vogel schoss dann das „Bad“ ab. Dieses war eine nachträglich angebaute Nische, ohne Fliesen, nur reiner Beton und die Dusche war eigentlich kaum mehr als ein Schlauch Wasser, welcher an einem Harken an der Wand hing. Eine Lüftung war unnötig, schließlich war zwischen Dach und Wand so viel Platz, dass man es auch fast mit einem Notausgang hätte verwechseln können.

Nun ja, für Tom zählte sowieso nur noch, dass er bei „seinem“ Schweizer wohnen und dort gemütlich ein Bier nach dem anderen trinken kann. Ich war schon ein wenig entlaunt und schielte sehnsüchtig zu unserer ehemaligen Behausung herüber. Naja, wenigstens waren wir nach wie vor direkt am Strand, das war für mich ja schon man ein dicker Pluspunkt.

Während Tom sich den Tag am Strand vertrieb, hielt ich es dort nicht allzu lange aus. Also lief ich zur Hauptstraße, wo ich mit meinem Fotochip in einen Fotoladen ging und unzählige Bilder zum entwickeln abgab. So konnte ich wenigstens schon mit dem Erstellen eines Urlaubsalbums beginnen, während Tom sich im Nichtstun übte. Das passende Album hatte ich am Vortag in Chaweng gekauft. Außerdem verschaffte ich mir noch einen Überblick über die Angebote der Bootstouren im Ort und hockte mich eine Weile an einen PC und schrieb e-mails. Bestens informiert kehrte ich dann zurück und fand Tom natürlich nicht am Strand, sondern bei dem Schweizer und seinen Kumpels. Ich erklärte ihm, was ich ausflugstechnisch herausgefunden hatte und überredete ihn, für den nächsten Tag eine Tagestour durch einen Nationalpark zu machen. Alleine wollte er mich dann doch nicht fahren lassen und ich wiederum hatte keine Lust auf eine Wiederholung dieses Tages.

Also gingen wir abends, nachdem wir gegessen hatten, in das Reisebüro mit Internetzugang und buchten den Bootsausflug. Der Preis war zwar schon etwas happig aber was tut man nicht alles, um einem Strandtag, an dem der Mann eh ständig zum Bierchen trinken abhaut, zu entkommen, grins. Da wir am nächsten Morgen recht früh aufstehen mussten, blieb zumindest ich an diesem Abend nicht lange wach, mir wurde die Gesellschaft der Anderen bei steigendem Alkoholpegel auch zu anstrengend. Allerdings war an schlafen auch nicht zu denken, die Herren waren so laut, dass ich jedes Wort verstand, mal ganz abgesehen von den Hunden, die sich unter unserer Hütte – sie stand auf Pfählen – einen langwierigen Kampf lieferten. Unnötig zu erwähnen, dass ich in diesem Moment so richtig sauer war, dass wir umgezogen waren!!!


14. Tag Ein Tag im Nationalpark

Ziemlich gerädert stieg ich früher als nötig aus dem Bett, für meinen Geschmack war das Teil viel zu klein für Tom und mich, und setzte mich an den Strand. Als dann auch Tom nach seiner fast durchzechten Nacht aus dem Bungalow kam, gingen wir erstmal frühstücken. Ich hatte mich schon an das leckere Bananenmüsli mit Joghurt gewöhnt und brauchte daher auch keine Karte. Es dauerte dann nicht lange, bis wir zu unserem Ausflug abgeholt wurden.

Am Hafen wartete auch schon unser Boot, auf das wir dann gleich kletterten. Da wir so ziemlich die ersten waren, hatten wir noch freie Platzwahl. Ich suchte mir ein Plätzchen in der Sonne und machte es mir bequem. Kaum waren wir losgefahren, gab es ein kleines Minifrühstück, welches aber bald vom Wind in der Gegend herumgeweht wurde. Ich genoss die Fahrt, schaute mir die Inselchen an, an denen wir vorbeikamen und freute mich einfach nur, auf einem Boot im Wind hocken zu können, das gehört ja bekanntlich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen im Urlaub, grins.

Nach einer Weile fuhr das Boot langsamer, wir waren im Nationalpark angekommen. Es dauerte gar nicht mehr lange, da hielt unser Boot ca. 200 Meter vor einer Insel und wir wurden in ein kleines Motorboot umgeladen und zur Insel geschippert. Wie alle anderen kletterten auch wir die steilen Holzstufen auf einen Berg hinauf und waren gespannt, was uns dort oben erwartete.

Es war ein türkisfarbener See, der von den „Bergen“ der Inseln eingeschlossen war. Er war zwar wirklich schön, ich fand es aber fast amüsanter die ganzen leicht übergewichtigen untrainierten schnaufenden Touris zu beobachten, die sich kaum dazu durchringen konnten, wieder runter zu klettern, hihi. Wir blieben eine Weile auf der Aussichtsform und gingen dann auch wieder runter zu unserem Boot. Unterwegs dachte ich, einen kleinen Augenschaden (äh, zusätzlich zu dem, den ich sowieso habe…) zu haben: Da lief doch glatt ein Bang Your Head-Shirt an mir vorbei!!! Kurzerhand quatschten wir den Typen und seine Freundin an und erfuhren, dass sie sich im Sommer auch regelmäßig auf deutschen Metal Festivals aufhielten – wenn sie nicht gerade monatelang durch die Welt reisten.

Nach einer kleinen Verschnaufpause zogen wir alle unsere Rettungswesten wieder an und stiegen in das Motorboot, welches uns zurück zu unserem Schiff brachte. Es dauerte gar nicht lange, da hielten wir erneut ein paar Hundert Meter vor einer Insel. Nur war es diesmal ein superschöner weißer Palmenstrand, an dem wir ein paar Stündchen bleiben würden. Ich war sofort begeistert und kraxelte mit Sack und Pack in das Motorboot.

Eigentlich wollten wir uns unter eine Palme in den Schatten legen, die überall aufgestellten Warnschilder, es würde durch herabfallende Kokosnüsse Lebensgefahr bestehen, machten uns aber doch etwas skeptisch. Schließlich fanden wir eine nussfreie Palme und machten uns dort breit. Während Tom es sich gemütlich machte, dauerte es natürlich wieder nicht lange, bis ich schon wieder Hummeln im Hintern hatte und die Gegend etwas erkundete. Ich las mir die Regeln des Nationalparks durch und fragte mich anschließend, ob ich auch eine Strafe zu erwarten hatte, wenn ich etwas Sand in meinen Schuhen mitnahm. Es war schon unglaublich, was dort alles verboten war.

Wenig später war ich froh über meine kleine Lektürestunde, denn unmittelbar in unsere Nähe landete eine Kokosnuss, die Tom gerne mitgenommen hätte. Aber ich war inzwischen ja etwas schlauer und wusste, dass das mit hohen Strafen geahndet wird. Also ließen wir es. Ich schnorchelte ein wenig in der Gegend herum, ließ es aber schnell wieder – außer Sand gab es nichts zu sehen. Da die Bucht sehr klein war, waren auch die Möglichkeiten zum Spazierengehen sehr begrenzt und so hatte ich nichts dagegen, als wir nach einer ganzen Weile von unseren Guides zusammengetrommelt wurden und zum Boot zurücktuckerten.

Für unser Mittagessen fuhren wir in eine einsame Bucht, ankerten dort und aßen gemütlich Huhn mit Gemüse. Da ich sowieso eine Schwäche für asiatisches Essen habe, schmeckte es mir mal wieder richtig gut während andere mit der Schärfe zu kämpfen hatten. Vollgefuttert und ziemlich groggy von dem Tag saßen wir alle ruhig auf unseren Bänken, schauten auf´s Meer und sahen den Hafen von Ko Samui immer näher kommen.

Als wir dann wieder in Maenam waren, flitzte ich noch schnell zum Fotoladen, holte meine Bilder ab und machte mich dann ans Gestalten meines Albums, während Tom – na was wohl – sich zu dem Schweizer und Co hockte. Keiner von uns beiden hatte an diesem Abend das Bedürfnis, zum Essen irgendwohin zu gehen und so entschieden wir uns für das Naheliegendste: eine Kleinigkeit beim Schweizer zu essen. Ich ging dann auch bald in den Bungalow und widmete mich meinem Buch…

15. Tag Der letzte Strandtag

Für diesen Tag stand nichts auf dem Plan. (Was ein Horror für mich, grins) Da ich aber einen Stapel Fotos und mein neu gekauftes Fotoalbum hatte, war das halb so wild. Außerdem gab es ja immer noch den Abstecher ins Internetcafe, wenn die Langeweile zu groß werden würde. Unnötig zu erwähnen, dass ich natürlich nach ein paar Stunden am PC hockte, grins. Dieser Tag war mega unspektakulär, ursprünglich wollten wir eigentlich einen Roller mieten – ich weiß gar nicht so genau, weshalb wir es doch nicht getan haben… wahrscheinlich wollte keiner von uns sich durch den Linksverkehr kämpfen. Ehlich gesagt stellte ich mich da schon als Fußgänger nicht gerade geschickt an.

Wir aßen also irgendwann, ich ging ins Bett und Tom wieder mal zu den Männern. Auch diese Nacht verlief Dank der bellenden Hunde unter unserem Bungalow nicht wirklich ruhig und ich war froh, in der nächsten Nacht woanders schlafen zu können, auch wenn es nur in einem Nachtzug sein würde!


16. Tag Und noch eine Nacht im Zug

Nach dem Aufstehen packten wir mal wieder unsere Rucksäcke. Nach längeren Diskussionen ob wir noch am Kwai vorbeischauen oder noch ein paar Tage auf der Inseln bleiben sollen, hatte sich die Variante 1 durchgesetzt. Da ich nach all den Erfahrungen, die ich so in Thailand gemacht hatte, einen erneuten Urlaub in dieser Gegend für unwahrscheinlich hielt, wollte ich doch gerne alles meiner Meinung nach Sehenswerte gesehen haben. Und dazu gehörte definitiv die Brücke am Kwai.

Nach dem Frühstück bezahlten wir also unsere Rechnung, verabschiedeten uns und fuhren nach Chaweng, um meine Brillen abzuholen. Da alles gut passte, dauerte das ganze nicht lange und wir steuerten den Hafen an, um diesmal mit einem der großen Schnellboote ans Festland zu gelangen. Die Fahrt dauerte 1,5 Stunden, war also mit unserer Nachttour nicht im Geringsten vergleichbar! Wieder festen Boden unter den Füßen, stiegen wir in einen Bus und fuhren mit diesem zum Bahnhof. Das Zugticket hatten wir bereits in unserem Reisebüro auf Ko Samui gekauft, somit hatten wir jetzt ein wenig Zeit uns umzusehen. Viel zu sehen gab es jedoch nicht und so beschlossen wir, uns in eines der sich am Bahnhof befindenden Restaurants zu setzen und etwas zu essen. Dabei wählten wir dieses Mal nicht das preiswerteste, sondern das Restaurant, wo man uns nicht gleich versuchte, von der Straße aus hinein zu zerren. Davon gab es lediglich eines, die Wahl war also recht leicht.

Wir bestellten unser Essen, vergaßen ein wenig die Zeit und hetzten dann auf die andere Straßenseite auf den Bahnsteig, um rechtzeitig am Zug zu sein. Unsere Plätze fanden wir schnell, gegenüber machten es sich ebenfalls zwei Touristen gemütlich und die Fahrt ging los. Nur war irgendwie alles etwas weniger komfortabel als während der Fahrt nach Chiang Mai. Der O-Saft sollte diesmal etwas kosten, das bemerkten wir aber leider erst, nachdem wir unsere Strohhalme durch den Deckel gestoßen hatten. Sehr dumm gelaufen, vor allem weil er dieses Mal auch nicht frisch gepresst war sondern schön nach Chemie schmeckte! Auch geputzt wurde während dieser Fahrt nicht, das war dann aber eher angenehm. Wir gaben unsere Bestellung für das Frühstück auf und machten es uns dann gemütlich.

Nach ein paar Stunden schlief ich schon fast ein und war froh, als der Schaffner endlich die Betten runterließ. Ich krabbelte in das untere Bett und Tom in das obere. Dass die Zugbeleuchtung auch während dieser Nacht nicht gedämmt wurde, tat mir zwar für ihn leid, ich war aber froh, endlich mal wieder halbwegs gemütlich liegen zu können – und das kann ein kleiner Zwuckel wie ich im thailändischen Nachtzug, vorausgesetzt man liegt unten, grins. Ich schaute also aus dem Fenster und döste bald ein. Dank meiner Ohrstöpsel hörte ich auch kaum etwas von der thailändischen Jugendgruppe, die die Nacht zum Tag machte.


17. Tag Spricht hier jemand Englisch???

Wirklich ruhiger als die vorigen Nächte war diese dann aber doch nicht. Es gab zwar keine Hunde, die unter mir kämpften, dafür stimmte irgendetwas an der Wagontür neben mir nicht – sie quietschte die ganze Zeit wie wild. So fiel es uns auch nicht schwer, früh aufzustehen und auf unser Frühstück zu warten. Ich hatte eine Fischsuppe bestellt, dieses Angebot erschien mir so unpassend, dass ich mir gedacht habe, es einfach mal probieren zu müssen. So richtig schlecht war es auch nicht und zumindest war ich danach satt.

Während die meisten Mitfahrenden bis nach Bangkok wollten, endete unsere Fahrt in Ratchaburi. Dort mussten wir ein Ticket für den Zug nach Kanchanaburi lösen. Nur dass dieser Zug leider erst in ein paar Stunden fuhr. Wir nahmen also unseren Kram und liefen durch die Stadt, die gerade begann, zum Leben zu erwachen. Ursprünglich war unser Plan, nach einem Bus zu fragen und dann mit diesem weiter zu fahren. Suuuuuuper Plaaaan… In der Theorie sicher auch einleuchtend, nur gestaltete sich die Umsetzung als etwas problematisch. Zum einen gab es um diese Uhrzeit, es wurde gerade erst hell, kaum Menschen auf der Straße und zum anderen sprachen diese paar Anwesenden kein Wort Englisch. Auch meine sensationelle Idee, ihnen meine Thailandkarte vor die Nase zu halten und ihnen zu zeigen wo wir hin wollten, erwies sich als weniger erfolgreich. Diejenigen, denen ich auf diese Art die nötigen Informationen entlocken wollte, schauten irgendwo auf die Karte, offensichtlich konnten sie nicht einmal einordnen, wo sie sich gerade befanden. Das konnte ich nun wieder gar nicht glauben, Auch dass sie den wirklich bekannten Ort in ihrer Nähe nicht kannten, wollte nur schwer in meinen Kopf hinein.

Da saßen wir also, in einem Park in Ratchaburi, um uns herum Thais, die sich im Morgengrauen zum Tai Chi (oder wie auch immer das geschrieben wird) trafen und hatten keinen Plan wie wir nun weiter kommen sollten. Tom war noch wesentlich unentspannter als ich, also setzte ich ihn auf einer Bank ab und quatschte einen nach dem Anderen an. Irgendwann hatte ich dann auch mal Glück und erwischte nicht nur einen Englischsprechenenden, sondern auch noch einen, der uns anbot, uns zu der Bushaltestelle zu fahren. Na das war doch mal was!

Kurz darauf standen wir also unter unzähligen Thais an der Haltestelle und warteten. Während alle anderen Buslinien gnadenlos überfüllt waren hatten wir Glück, nach Kanchanaburi wollte anscheinend kaum jemand. Die etwas längere Fahrt überstanden wir dann ganz gut und voller Optimismus liefen wir in Kanchanaburi los, um zu der von mir auserkorenen Pension zu kommen. Der Optimismus schlug schnell in Planlosigkeit um, wir schienen immer im Kreis zu laufen, schoben das auf die ungenaue Karte und nahmen dann eine Fahrradrikscha. Der alte Mann tat mir ja schon leid und so bekam er noch ein dickes Trinkgeld obenauf, als er uns vor dem Jumping Frog (oder so ähnlich) absetzte.

Das war dann vom Preis-Leistungsverhältnis definitiv das Beste, was wir in Thailand gesehen haben! Das Restaurant war gemütlich, die Gartenanlage groß, gepflegt und direkt am Kwai und die Zimmer waren auch ok – und das alles für 4 Euro am Tag. Wir machten unser Zimmer für zwei Nächte klar und räumten unsere Rucksäcke aus. Anschließend schauten wir uns in Ruhe um und legten uns in die Hängematten im Garten. Zwischendurch liefern wir mal die Straße vor dem Hotel entlang, da wir aber etwas abseits des Zentrums wohnten, gab es da nicht so wirklich viel zu sehen.

Nach der langen Zugfahrt war Tom auch nicht so scharf auf ausgiebige Unternehmungen und so gab ich nach und der Tag wurde zum Fauli-Tag erklärt. Ich warf zwar einen ausgiebigen Blick auf die Wand mit den angebotenen Ausflügen, gönnte Tom jedoch die Ruhe. So verging der Tag ohne spektakuläre Ereignisse, abends aßen wir bei uns im Restaurant und gingen recht früh schlafen.

18. Tag Ein Tag am Kwai

Nachdem wir uns am Vortag im Nichtstun geübt hatten, starteten wir an diesem Morgen nach dem Frühstück voll durch. Wir liefen den Kwai entlang, in der Absicht, uns die berühmte Brücke am Kwai anzusehen. Nur kam die irgendwie nicht einmal in Sicht. Wir waren uns zwar sicher, in die richtige Richtung zu gehen, befürchteten jedoch, die Distanz gnadenlos unterschätzt zu haben und freuten uns somit, als uns ein Motorradfahrer mitnahm. Wahrscheinlich wären wir sonst den ganzen Tag unterwegs gewesen! So kamen wir dann aber doch recht schnell an und wagten uns auf die Brücke. Ich betete nur, dass während dieser Zeit kein Zug kommen würde, ich war nicht wirklich scharf darauf, auf die kleinen Ausweichbuchten steigen zu müssen. Aber wir hatten Glück und kamen ohne Unterbrechungen auf der anderen Uferseite an. Dort stand dann ein Elefant und eine Horde Rinder oder so stürmte gerade in den Fluss. Da es auf dieser Seite des Flusses kaum etwas zu sehen gab, traten wir bald wieder den Rückweg an.

Tom wollte unbedingt ins Kriegsmuseum, also kauften wir zwei Tickets und gingen hinein. Es gab eine Menge Waffen, alte Fahrzeuge und Bilder zu bestaunen, nach knapp einer Stunde hatten wir unseren Rundgang beendet und traten wieder auf die Straße. Ich hatte ein paar kleine Boote unter der Brücke erspäht und bekam natürlich gleich wieder Lust auf eine kleine Tour. Ich handelte mich dumm und dusselig, da mir der Fahrer aber meiner Meinung nach nicht genug entgegen kam, verzichtete ich dankend. Anschließend suchten wir uns jeder einen Mofafahrer und ließen uns zurück zum Hotel fahren.

Die Chefin, eine Deutsche, lief uns am Eingang über den Weg und ich fragte sie nach Bootstouren. 5 Minuten später hatten wir eine Verabredung für eine 2-Stunden-Tour am Nachmittag – für den halben Preis von dem Typen an der Brücke! Bis dahin verbrachten wir unsere Zeit im Garten und unten auf dem Steg zum Kwai. Ein paar englische Familien hatten es sich dort gemütlich gemacht und die Kinder planschten ungestört im Kwai. Hm, ich dachte eigentlich, dass die Wasserqualität dort nicht so berauschend ist, da die Hotelleitung jedoch sogar eine kleine Wasserrutsche angeschafft hatte, hatte ich mich da wohl getäuscht.

2 Stunden später kam unser kleines Bötchen an unseren Steg und wir stiegen ein. Etwas weiter Flussabwärts standen unzählige Partyboote. Das waren fahrende Diskotheken, welche den Fluss mit megalauten Anlagen (die Love-Parade ist dagegen lediglich ein Witz) auf- und abfuhren und meist gnadenlos überfüllt waren. Momentan waren sie alle jedoch verlassen und schaukelten ruhig auf dem Wasser. Unsere erste Station war eine alte Tropfsteinhöhle. Wir schauten uns alles genau an und kehrten dann zurück zu unserem Boot. Als nächstes hielten wir an einem Kriegsmuseum. Klar, hier am Kwai hatte irgendwie alles mit Krieg zu tun… Aber dieses Museum war eher ein kleines Dörfchen und wesentlich interessanter gestaltet als das, was wir an der Brücke besichtigt hatten. Demnach dauerte es auch etwas länger, bis wir zu unserem Boot zurückkehrten.

Wir fuhren ein Stück und dann hielt der Fahrer wieder. Was uns nun erwartete, hatte ich nicht so ganz mitbekommen und so lief ich einfach los und ließ mich überraschen. Schnell erkannte ich, wo uns der Weg hinführte: zu einem Militärfriedhof. Dort hielten wir uns dann nicht so lange auf, meine Begeisterung für Friedhöfe hielt sich schon immer in Grenzen, vor allem wenn ich dort keine Verwandten besuche…

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass die zwei Stunden fast vorbei waren. Schade eigentlich, vor allem weil wir ja eigentlich mehr an Land als auf dem Boot verbracht hatten aber egal. Es war eine interessante Tour gewesen und ich war froh, dass ich nicht noch einen Nachmittag mit Nichtstun hatte verbringen müssen.

Später haben wir noch bei uns gegessen und dann den Abend auf der Veranda verbracht, auf der ich begeistert unzählige Echsen beobachten konnte.

19. Tag Das andere Bangkok

Da war er also, unser letzter Tag in Thailand! Irgendwie war die Zeit ja schon schnell vergangen. Nach dem Frühstück packten wir unsere Rucksäcke und bezahlten die Rechnung. Ein gerade ankommender Kleinbus nahm uns mit zum Bahnhof, wo wir wenige Minuten später ankamen. Es dauerte auch nicht lange, bis unser Zug kam und wir es uns in ihm bequem machen konnten.

In Bangkok kannten wir uns ja inzwischen etwas besser aus und dieses Mal wussten wir genau, wo wir hinwollten. Zielsicher stiegen wir also auf das richtige Boot und fuhren direkt in das von uns angepeilte Viertel. Es wimmelte zwar von Touristen, eignete sich aber besonders dafür, die letzten paar Öhre, die wir noch hatten, auf den Kopf zu hauen. Wir kauften also noch ein paar Klamotten und Krimskram, gingen Essen und setzten uns eine Weile in ein Internetcafe. Unsere Rucksäcke hatten wir in einem Hotel deponiert, wo wir ein billiges Zimmer für ein paar Stunden mieteten, so mussten wir sie nicht den ganzen Tag mit uns herum schleppen.

Als es bereits dunkel geworden war, holten wir unseren Kram wieder ab und suchten uns ein Taxi. Mit einem Trekkingrucksack auf dem Rücken war das in dieser Gegend alles andere als schwer, die Taxifahrer gingen uns dermaßen auf die Nerven, dass sie sich schon um uns scharten. Daraufhin hielt ich ein gerade vorbeifahrendes Taxi an und erntete bitterböse Kommentare der bereits anwesenden Fahrer. Dass mich das nicht wirklich störte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Unser Fahrer flitzte nur so durch Bangkok und nach einer halben Stunde stiegen wir am Flughafen aus und checkten ein.

Der Flieger kam pünktlich und so konnten wir müde und ko mit den Anderen in das Flugzeug steigen. Auch dieses Mal machten wir wieder den Umweg über Istanbul. Nach endlosen Stunden landeten wir am nächsten Tag in Stuttgart wo Eddy schon auf uns wartete.

Ich habe viel erlebt und viele interessante Dinge gesehen, bezweifele aber, dass ich noch einmal mit dem Rucksack durch Thailand ziehen werde. Ein Urlaub, bei dem ich permanent über den Tisch gezogen und belogen werde, entspricht nicht so ganz meiner Traumvorstellung.