Unser kleines Bautagebuch

von Carola und Holger

 

 

11.04.2007

Die Bezeichnung Tagebuch ist in diesem Fall wohl nicht so ganz zutreffend, mir ist jedoch so spontan (für Holger: oder auch "ganz spontag") keine bessere eingefallen. Holger hatte sich Anfang letzten Jahres ein Grundstück mit einem Minihäuschen, welches es nun aus-, um- oder auch neu zu bauen gilt, zugelegt und da nun endlich weder die Formalitäten noch das Wetter als Ausrede für weitere Faulheit genutzt werden können, haben wir mit der Arbeit begonnen...

Ganz oben auf dem Plan steht das Ausheben eines Grabens für ein Streifenfundament. Suuuuper, wo ich doch so gerne buddel :-) Holger scheint diese "Nicht-Leidenschaft" zu teilen, aber es führt ja leider kein Weg an dieser müßigen Arbeit vorbei, also machten wir uns an die Arbeit. Unterstützung erhielten wir von Tummy, der sich beim Buddeln als nicht wirklich hilfreich erwies, auch wenn er sein bestes gab :-).

Nach einigen Stunden waren wir zwar nicht sehr weit gekommen, fühlten uns jedoch, als hätten wir die Hälfte brandenburgischer Erde durchgraben. Ein Blick auf die Uhr ließ uns dann die Schaufeln beiseite legen und den Heimweg quer durch die Stadt antreten. Schließlich hatten wir uns für den nächsten Tag vorgenommen, in den Heide Park zu fahren. Offensichtlich hatte da das Wetter jedoch etwas dagegen. Bei uns schien zwar die Sonne, laut des Wetterberichtes sollte es in Soltau aber weniger schön sein. Na toll, was machten wir also? Weiterbuddeln...

Durch eine recht hartnäckige Zimmerdecke - eigentlich war eher die bröselige Beschaffenheit derselben Schuld- kamen wir jedoch erst relativ spät am Bungalow an. Nachdem wir erstmal aaausgiebig gegammelt und gefrühstückt hatten, hielten wir uns doch wesentlich länger bei Holgers Eltern auf, als geplant. Das schnelle Anbringen einer Gardienenstange entpuppte sich als eine Herausforderung, die einige Zeit in Anspruch nahm...

Irgendwann kamen wir drei - Tummy war natürlich wieder dabei - am Häuschen an und stürzten uns in die Arbeit. Holger wollte an diesem Tag die Betonplatte, welche schlauerweise vom Voreigentümer direkt vor den Eingang gegossen worden war, wegstemmen. Guuuute Ideeee, nur nicht mit unserem Stemmhammer! Also buddelten wir weiter und entfernten die Pflastersteine, die noch so am Haus lagen.

Irgendwann war dann buddeltechnisch alles getan und wir fuhren wieder nach Hause. Für die weitere Arbeit müssen wir wohl erst einmal einen vernünftigen Stemmhammer besorgen...

 

15. 04. 2007

Da wir ohne einen vernünftigen Stemmhammer offensichtlich nicht weiterkamen, hatte Holger sich so ein Teil für einen Tag aus einem Baumarkt ausgeliehen. Motiviert durch die Illusion, das würde nun alles ratzifatzi gehen, machten wir uns also an die Arbeit. Schließlich hatten wir die Absicht, an einem Tag die Betonplatte zu entfernen und auch den Graben für das Fundament fertig auszugraben... Motiviert bis zu den Zehnägeln legten wir also los...

Irgendwie hatten wir uns das ganze aber doch etwas einfacher vorgestellt. Zum einen war die Betonplatte in mehreren Schichten gegossen worden und wollte sich nun offensichtlich auch nur Schicht für Schicht entfernen lassen und zum anderen hatte sie sich teilweise so fest mit dem darunterliegenden Maschendraht verbunden, dass uns da auch den Stemmhammer nicht wirklich weiterhalf. So brauchten wir zwar etwas länger, schafften es dann aber doch noch, die Platte in unzählige Einzelteile zu zerlegen.

Als wir dann endlich auch an dieser Hausseite mit dem Buddeln anfangen konnten, sahen wir das Gießen des Fundamentes schon in sehr naher Zukunft. Aber wie meist, kam auch hier etwas Unerwartetes dazwischen. In diesem Fall waren dies ein paar Rohre, die nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche verlegt worden waren und somit nicht wirklich als frostsicher zu bezeichnen waren. Da wir aber ursprünglich die alten Leitungen verwenden wollten (das Badezimmer war sowieso vor nicht allzu langer Zeit nachträglich an den Bungalow angebaut worden), zwang uns diese Entdeckung, unseren Zeitplan über den Haufen zu werfen. Bevor das Fundament fertig gestellt werden kann, müssen wir wohl erstmal die Rohre neu verlegen, was weitere Buddelarbeiten notwendig macht... suuuuper. Somit hatten wir unseren Motivationsdämpfer für diesen Tag erhalten, sahen keine Dringlichkeit, den Graben an diesem Tag fertig zu stellen und machten uns auf den Heimweg. Schließlich wollten wir an diesem Abend ja auch noch zu Ralf Schmitz :-)

 

21.04.2007

Also eigentlich war dieses Wochenende zu einem Fauli-Wochenende auserkoren worden. Aber irgendwie wurde daraus nicht so richtig was... Kurz nach dem Frühstück druckste Holger vor sich hin und eröffnete mir, dass er doch ganz gerne doch ein wenig buddeln gehen würde. Na suuuupiiii, aber was soll´s, es macht sich ja nicht von alleine und so fuhren wir los. So richtige Lust hatten wir beide nicht, vor allem, weil man die ganze Zeit vorsichtig um die Rohre herumbuddeln musste. Nachdem wir das Stück, wo die Rohre tiefer gelegt werden müssen, freigelegt hatten, bekamen wir Besuch von einer Nachbarin, die uns gleich einen Klempner empfahl. Holger wusste, von wem sie sprach (dachte er zumindest) und kurzerhand beschlossen wir, noch kurz bei dem guten Herren vorbei zu schauen. Dann kamen Holgers Eltern vorbei und erklärten, dass der Typ, zu dem wir wollten, doch schon seit einigen Jahren tot sei. Hm.... das erschwerte das Ganze natürlich ein wenig. Wir gingen noch einmal zu der Nachbarin, bei der das Verlegen der Rohre noch nicht lange her war und fragten noch einmal nach.

Glück gehabt, Holger hatte einen anderen Klempner gemeint und der uns empfohlene war durchaus noch oberhalb der Erdoberfläche, also quasi dort, wo sich auch unsere Rohre leider fast befanden :-). Netterweise zeigte sie uns, wo Rainer, so heißt unser Retter in der Not, wohnt und stellte uns vor. Ja und wie das so auf einem Dorf ist, wenn man sich schon nicht persönlich kennt, dann kennt man doch zumindest den Hund des Anderen, grins. Somit war gleich eine gute Basis geschaffen, Rainer erkannte Tummy, Holger kannte Charly (der war aber leider vor kurzem eingeschläfert worden) und alle hatten genug Gesprächsstoff. Fast ein Wunder, dass wir irgendwann doch auf das Thema Rohre verlegen kamen...

Nachdem Rainer sich selbst einen Eindruck von der Arbeit gemacht hatte, erklärte er sich bereit, am folgenden Samstag zu uns zu kommen und die Rohre tiefer zu legen. Cooooooool, dachten wir uns, dass wir nun plötzlich so schnell vorwärts kommen, hätten wir nicht gedacht. Dass der Besuch der Nachbarin, welcher am folgenden Wochenende in dem Häuschen übernachten wollte, dann wortwörtlich auf dem Trockenen sitzen würde, fiel uns erst später ein...

 

28.04.2007

Um auch wirklich pünktlich zu sein, hatten wir die Nacht bei Holger verbracht. Um 8 Uhr klingelte der Wecker und wir kämpften uns aus den Federn. Während ich einkaufen fuhr, schließlich sollte Rainer ja nicht verhungern, packte Holger unsere Sachen zusammen und kochte eine Kanne Kaffee. Da wir noch ein wenig vom Fundament herausstemmen mussten, damit Rainer auch gut an die Rohre herankommt, machten wir uns recht früh auf den Weg, der ja nur ca. 5 Gehminuten beträgt. Holger stemmte und ich machte die Bude klar für den Besuch der Nachbarin. Als wir beide fertig waren, setzten wir uns auf die Terasse und warteten... und warteten... und warteten. Aber irgendwie kam kein Rainer. Wir fragten uns schon, ob wir uns vielleicht in der Zeit geirrt hatten, hielten dies jedoch für ziemlich unwahrscheinlich. Kurz nach 11 gingen wir dann zu ihm und fanden ein leeres Haus vor. Hm, etwas planlos traten wir den Rückweg an und ich freute mich auf einen ruhigen restlichen Tag.

Denkste... Holgers Mutter holte prompt das Telefonbuch heraus und rieg bei Rainer an. Dieser war inzwischen wieder zu Hause und laut seiner Mutter hatte er uns ganz vergessen, wäre jetzt aber auf dem Weg. Neeeeeeiiiiiin, wieder nichts mit Faullenzen :-( Wir gingen also auch zurück und kurz darauf tigerte Rainer auf das Grundstück. Er entschuldigte sich und machte sich gleich an die Arbeit. Meiner Meinung nach ist an ihm ein guter Ausbilder verloren gegangen, er erklärte uns alles so genau, dass wir den absoluten Durchblick hatten - mehr oder weniger. Jedenfalls kam er schnell voran, nur mit dem frischen Wasser konnte er an diesem Tag nicht weitermachen, da ihm die notwendigen Maschinen fehlten. Er erklärte sich jedoch bereit, den Rest am Montag alleine zu machen. Na das war doch mal ein Wort, grins.

Einige Stunden später als urprünglich geplant machten wir uns vom Acker und fuhren nach Hause.

 

Tatsächlich hatte der liebe Klempner die Arbeiten am Montag erledigt und da nun keine störenden Rohre mehr den Ablauf hemmten, konnten wir (mein Bruder hatte sich freundlicherweise bereit erklärt mir mit Rat und Tat beiseite zu stehen) uns an das sogenannte Einschalen des Streifenfundamentes machen. Eigentlich keine große Sache... sollte das doch nur sicherstellen, dass der Beton da blieb wo erhingehörte. Also nur oben am Rand ein Brett befestigen, ausrichten und auf die gewünschte Höhe bringen, der Rest ist durch den Graben ja vorgegeben, fertig! Soweit die Therorie... die Praxis sah wie so oft anders aus. Dank langanhaltender Trockenheit war der Sand, der in unseren Breiten eh nicht so der festeste ist, dermaßen verzuckert, dass die Grabenkannte immer mehr wegbröckelte... was ein Einschalen bis auf den Grund des Grabens notwendig machte. Auch kein Problem... wenn man denn genug Bretter hat. Hatten wir aber nicht! Also ging ich auf Materialsuche... bei meinen Eltern und beim Nachbarn, auf dem Nachbargrundstück, welches glücklicherweise seit kurzem verlassen war. Es reichte natürlich trotzdem nicht, also entschlossen wir uns kurzerhand noch die Wandverkleidung im Innern der Laube zweckzuentfremden. Das Ergebnis war ein sehr lustig anzusehendes Sammelsurium an verschiedenen Brettern, Bohlen und Latten aus einem Bettgestell *gg*. Trotz diverser Flüche und Verwünschungen über das unkonventionale Schalmaterial (mein Bruder nahm da kein Blatt vor den Mund) schafften wir es innerhalb von zwei Tagen das Fundament einzuschalen. Das Ausrichten und auf Höhe bringen verschoben wir dann auf das kommende Wochenende.


12. Mai
Eingeplant waren für das Ausrichten so ca. 2 Stunden... als wenn man sowas planen könnte! Aber die Zeit drängte, kommenden Mittwoch sollte der Beton anrollen! Natürlich kam auch hier wieder etwas dazwischen, was Wunder!
Problem: Höhenmessungen sind ja eigentlich relativ simpel, vorrausgesetzt man hat einen freien Blick über das Fundament. Hier stand dem jedoch eine Laube im Weg und nicht nur das, auch ein angemauerter Schornstein hemmte ein zügiges Durchmessen. Die Idee mittels Wasserwaage einfach um den Schornstein herumzumessen und dann dahinter in der selben Höhe weiterzugehen wurde für Gut befunden und in die Tat umgesetzt. Dumm nur, dass, als wir wieder am Ausgangspunkt ankamen, gute 3 cm Höhenunterschied vorhanden waren. Ganz toll, so ging das natürlich nicht! Also tobte ich los um im nächstgelegenen Baumarkt eine Schlauchwaage zu kaufen, mit der man bekanntlich ganz locker gleiche Höhen überallhin übertragen kann. Dachten wir zumindest. Allerdings war da voher ein kleines Luftblasenproblem...Wer so ein Teil kennt, der weiss vielleicht, dass dieser Schlauch (was anderes ist es nämlich gar nicht) lückenlos mit Wasser gef\üllt sein muss. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. 25 m dünner Schlauch wollten sich einfach nicht von ihrer Luft trennen. Geschlagene 3 Stunden versuchten wir das erfolglos und waren kurz davor aufzugeben, dann kam uns die rettende Idee...wir kürzten das Teil einfach von 25 auf 10 m runter, und siehe da: Es ging! Mittels des neuen Messinstruments konnten wir auch feststellen, dass wir uns am Schornstein tüchtig vertan hatten... egal, endlich konnten wir das tun, womit wir eigentlich seit 2 eineinhalb Stunden fertig sein wollten. Wenn das so weitergeht, dann ziehe ich vorraussichtlich im August ein... 2010!!

14.05/15.05
Kleines Zwischenspiel...
Sonntagabend erinnerte mich mein Vater noch an etwas, was ihm der Elektriker gesagt hatte. Iin das Fundament muss noch ein Potentialausgleich... ein was? Ach ja, er hatte das schonmal erwähnt, herrje, völlig verschwitzt! Und Mittwoch kommt der Beton! Also ran an das Telefon, die gelben Seiten aufgeschlagen und hektisch einen Elektrobetrieb gesucht. Die gibts zwar reichlich, aber einen zu finden der schon am nächsten Tag kommt, erwies sich als fast unmöglich. Die Reaktionen reichten von Bedauern bis zu schallendem Gelächter. Als ich schon kurz davor war, den Betonlieferanten anzurufen um das Ganze zu verschieben, hatte ich doch noch Glück, ein älterer netter Meister erklärte sich bereit mich noch kurzfristig dazwischen zu schieben. Puh, nochmal Glück gehabt! Der gute Mann kam auch sehr pünktlich am Dienstagmorgen um 6.50 Uhr (!) und machte sich an die Arbeit. Eine Stunde später war das Ganze dann erledigt und ich um 140 Euro ärmer.
Ein bissel enttäuscht war ich allerdings schon, ich dachte nun Wunder was das wäre... wer hätte gedacht, dass es bloß ein Stahlband war, das in den Graben gelegt wurde. Naja, jedenfalls war nun alles bereit für´s Fundament betonieren.

16.05.
Der große Tag!
Das Thema Fundament (ich konnte es schon nicht mehr hören) sollte endlich abgeschlossen werden. Der Tag fing sehr schön an, die Sonne schien, der Wind fächelte angenehm, mein Bruder kam pünktlich, ich auch... da musste einfach was schiefgehen!! Kurz und schmerzlos: nix war´s! Der rollende Mischer mit dem schönen grauen Stoff den ich unbedingt haben wollte kam noch sehr pünktlich... aber das war auch das einzig Positive an diesem Tag. Denn, als der Fahrer sich die örtlichen Gegebenheiten besah, äusserte er schwere Bedenken überhaupt auf das Grundstück zu kommen. Und ehrlich gesagt, als ich den riesigen LKW sah, hatte auch ich so meine Zweifel. Der Fahrer versuchte es trotzdem, mit dem Ergebnis dass er sich fast aussichtslos zwischen meinem Zaun und dem des Nachbarn verkeilte. Keine Chance mit dem Fahrzeug überhaupt in die Nähe der Laube zu kommen! Tja, und nun? Nach diversen Telefonanrufen und mehr oder weniger guten Ratschlägen von Nachbarn und den Einsatzleitern (?) im Betonwerk wurde das Ganze dann abgeblasen. Meine Stimmung war eh schon am Tiefpunkt, aber als ich dann noch satte 170 Euro für nix und wieder nix  zahlen sollte wurde ich so langsam sauer. Niemand hatte nach Strassenbreiten gefragt, und nun sollte ich daran Schuld sein! Von wegen, nix da, gar nix gab´s von mir! Nach einem sehr unerfreulichen Gespräch via Handy mit dem verantwortlichen Dissponenten im Betonwerk war dann klar, sollte ich jemals wieder Fertigbeton brauchen, diese Firma würde ihn mir bestimmt nicht liefern! Wenn die so etwas wie eine schwarze Liste führen, stehe ich da bestimmt ganz oben drauf.
Es half nix, wiedereinmal musste ich die gelben Seiten bemühen, eine neue Firma musste her. Mit Wut im Bauch telefonierte ich mich durch das Havelland, zumindest konnte ich nun konkrete Angaben zu den örtlichen Gegebenenheiten machen um so eine weitere Panne zu vermeiden. Schlieslich wurde ich auch fündig. Ein Lieferant ging das Ganze für mein Dafürhalten auch ein wenig professioneller an, z.B. besichtigte er das Grundstück vor Abschluss des Geschäftes und erklärte dann, wie es am besten gemacht wird (nämlich mit Schläuchen, weil die großen Fahrzeuge beim besten Willen nicht auf das Grundstück kommen). Als der Preis dann auch noch deutlich unter denen der Anderen lag, wurde man sich schnell handelseinig und ein neuer Termin wurde ausgemacht, nur zwei Tage nach Mittwoch konnte es also doch noch über die Bühne gehen. Vielleicht kann man ja doch noch dieses Jahr einziehen  :-) halbvoll sozusagen .

 

18.Mai
Na denn, neuer Versuch, trotz eines guten Gefühls war ich noch ein wenig skeptisch, schlieslich war ja bisher immer was schiefgelaufen, warum sollte das jetzt nicht so sein.
Das schien sich auch zu bestätigen, es kam ein Anruf, dass sich der Ablauf um 30 Minuten verzögert, aus dem dann mal schnell gute 60 Minuten wurden. Aber geschenkt, denn dann lief alles wie am Schnürchen, der Beton kam, die Schl\'e4uche wurden verlegt und schon gings los...der Plan den ganzen Schutt noch nebeher im Beton zu versenken ließ sich allerdings nur teilweise umsetzen, dafür ging das alles ein wenig zu fix. Dass ich mich dann auch noch mit der Menge verrechnet hatte (1 Kubikmeter zuviel bestellt) - forget it! Der Graben war keiner mehr und rund um die Laube war nun ein schöner kleiner Streifen aus (hoffentlich bald) stabilem Beton. Wer sagt´s denn, es geht doch!
Das Glätten und Abziehen des noch frischen Betons wurde dann doch noch ein kleines Geduldsspiel, aber auch das war irgendwann fertig. Da ich noch den guten Rat bekam, den Beton am ersten Tag etwas feucht zu halten um Risse zu vermeiden, blieb ich dann den Abend noch dort und fuhr erst am kommenden Tag wieder nach Berlin zurück.
Ende gut, alles gut - aber nun geht´s weiter, mal sehen was noch so passiert, schließlich geht´s ja erst jetzt so richtig los mit dem Bauen.


Irgenwann, Anfang Juli

 

Nachdem der Juni relativ ereignislos (was das Bauen angeht) verstrichen war, rappelten wir uns bzw. ich mich mal wieder auf um etwas an dem Häuschen zu tun. Da das Fundament inzwischen mehr als ausgehärtet war könnte man ja mal ein wenig Mauerwerk draufstellen - so dachte ich mir. Dazu braucht man natürlich Steine. Und schon gings wieder los mit der Rumtelefonierei, welche Steinsorte es sein sollte war ja Gottseidank schon geklärt. Sogenannte Gasbeton oder Porenbetonsteine sollten es sein. Nach Aussage meines Bruders der ideale Stoff, leicht zu bearbeiten und mit hervorragenden Wärmedämmwerten. Bei einer 24iger Wand (für Laien: Wand ist 24 cm dick) sollte sogar keine zusätzliche Wärmedämmung notwendig sein. Nachteil: Gasbetonsteine sind schweineteuer!!!!

Beim ersten Anbieter dieser Steine bekam ich denn auch einen leichten Shock, ein Stein sollte sage und schreibe 7,10€ kosten. Die Maße von 60 x 24 x 25 (L:B:H) trösteten da nicht wirklich.. Bei geschätzen 600 bis 700 benötigten Steinen dieses Formates macht das in etwa...naja, wen das interessiert mag es sich selber ausrechnen.

Nach Rücksprache mit meinen Investoren (man kann auch Eltern sagen) und diversen Leuten die sich halbwegs damit auskannten oder vorgaben sich damit auszukennen, startete ich mal wieder eine Suche nach dem preisgünstigsten Anbieter...was natürlich einige Tage in Anspruch nahm. Ob ich dann letzlich das günstigste Angebot gefunden hatte kann ich nicht so richtig beurteilen aber zumindest war der Preis von 7,10 € deutlich unterboten.

Da das Grundstück übersäht von Bäumen ist, konnte der LKW mit den Steinen leider nicht auf das Grundstück fahren und so mussten wir die Steine erst alle einzeln auf das Grundstück herauf tragen (und dies geschah einen Tag vor unserem Sommerurlaub!!!) und dann Stück für Stück weiter bis zum Haus, schnauf.

Irgendwann hatten wir es dann aber geschafft und konnten Stück für Stück die Mauern hochziehen. Dass es auch dabei immer wieder zu unvorhergesehenden Schwierigkeiten kam, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen...

Natürlich verlief auch beim Mauern wieder einiges nicht ganz nach Plan. Das Streifenfundament erwies sich als nicht ganz gerade - oder besser gesagt, wir mauerten schon gerade aber das noch stehende Haus war schief und kam uns somit in den Weg. Stückchenweise musste also etwas vom Mauerwerk entfernt werden. Das sind halt die Nachteile bei dieser doch sehr unkonventionellen Bauweise der "Wir bauen ein Haus um ein Haus- Methode".

Stück für Stück kamen wir voran. Da ich auch das ein oder andere Gespräch mit Baumärkten und Fachhändlern führen musste, wird aus mir so langsam auch ein kleiner Fachmann, grins. Man soll es kaum glauben, aber es gab inzwischen auch schon Situationen, in denen ICH den Leuten erklärt habe, was es für verschiedene Materialien gibt - unglaublich. Ich als Oberbaupfeife, hihi.

Auch Holgers Bruder half fleißig

 

1811.2007

So, jetzt wird es mal langsam Zeit, wieder ein wenig in unser Bautagebuch zu schreiben. Dass es so lange nichts Neues zu lesen gab, hat zwei Gründe: Wir haben nicht soooo viel gemacht und wenn wir mal ein wenig weitergearbeitet haben, dann fehlte uns die Zeit (oder auch die Lust) es hier zu dokumentieren. Auf den Punkt gebracht muss man wohl leider zugeben, dass wir getrödelt haben :-(. Holger hat hin und wieder weitergemauert, traf dabei aber immer wieder auf irgendwelche Hindernisse, die das Ganze in die Länge zogen. Letztes Wochenende war dann endlich alles soweit fertig gemauert, dass wir beide den Ringanker gießen wollten. Das hatten wir uns relativ unspektakulär vorgestellt - wäre es wohl auch gewesen - hätte das Wetter mitgespielt und das Material gereicht. Aber natürlich ging mal wieder so ziemlich alles schief, was schief gehen kann, eh klar.

Freitag abend setzten wir die letzten U-Schalen (ich musste noch schnell welche besorgen, da die von Holger errechnete Menge nicht ganz gereicht hatte) und beschlossen auch noch die erste Ecke mit Beton zu füllen. Irgendwie wuchteten wir also die doch recht langen Metallstangen auf das Dach, legten die erste um die Ecke und begannen dann, den Beton anzurühren. Da Holger diese Arbeit als zu schwer für mich einstufte, stand ich blöd daneben und sah zu. Gibt schlimmeres... Für das Hochheben des Betoneinmers wurde ich dann aber doch benötigt (und das war jetzt wirklich schwer!!!) und so begann die Buckelei. Eimer für Eimer schaufelte ich also voll Beton und schleppte ihn die Leiter hoch. Holger verteilte dann alles und schwuppdiwupps war die erste Ecke fertig. Mehr konnten wir am Freitag auch nicht machen, da es bereits zu dämmern begann und wir das Dach ja noch mit der Plane abdecken mussten. Relativ zufrieden mit dem, was wir geschafft hatten, fuhren wir nach Hause.

Am Samstag um 8 Uhr klingelte unser Wecker. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg quer durch die Stadt zum Häuschen. Das Wetter sah recht gut aus, wir freuten uns über die Sonne und machten uns an die Arbeit. Holger hatte schwer mit seinem Arm zu kämpfen, der immer mehr schmerzte und so übernahm ich das Anrühren des Betons. So schwer war es nun wirklich nicht. Nachdem die erste Ecke am Vortag recht schnell gegossen war, waren wir zwei eigentlich davon überzeugt, an diesem Tag den gesamten Ringanker gießen zu können. WIE NAIV!!! Obwohl wir pausenlos durcharbeiteten, kamen wir nicht so richtig schnell voran. Und natürlich kamen dann wieder einige das Arbeiten erschwerende Umstände dazu, wie soll es auch anders sein. Der Wasserhahn wollte sich nicht mehr so wirklich an der Wochenendarbeit beteiligen, er begann nur noch bedingt Wasser herzugeben. Auch die Pumpe gab sehr merkwürdige Geräusche von sich - es dauerte nicht mehr lange, da war der Waservorrat verbraucht und wir standen da mit unseren Betonsäcken. Auch Holgers Erkundungsgang über das leerstehende Nachbargrundstück ergab keinen Wasserfund und so gingen wir erstmal zu Holgers Eltern. Unser "Wasserfutzi" war leider telefonisch nicht erreichbar, so waren wir dankbar für den Rat von Holgers Vater, doch einfach mal Wasser in die Pumpe zu gießen, falls nur die Wassersäule abgefallen ist. Ok, dachten wir uns und zogen mit einem Wassereimer los. Nur dass wir zwei keine Öffnung bei der Pumpe finden konnten. So nutzten wir das Wasser wenigstens, um noch ein wenig Beton anzurühren und hofften auf eine Beendigung des Wasserpumpenstreiks in unmittelbarer Zukunft.

Man soll es kaum glauben aber auch wir haben mal Glück - aus irgendwelchen Gründen beteiligte sich die Pumpe wieder an der Arbeit und der Wasserhahn spukte wieder genügend Wasser zum Weiterarbeiten. Es dauerte jedoch nicht lange, da hatte dann die Sonne keine Lust mehr. Ich hatte schon lange die immer näher kommenden sehr unfreundlich wirkenden Wolken beobachtet und nun waren sie da. Nur die Wolken alleine wären ja nicht so das Problem gewesen aber der plötzlich auf uns herabprasselnde Hagel war dann nicht so der Hit! Wir ließen uns nichts anmerken und machten einfach weiter. Ich konnte zwar nicht mehr wirklich gut die Leiter hoch, da sich der Hagel schon überall festgesetzt hatte aber was soll´s, von so Kleinigkeiten lassen wir uns ja nicht vom Arbeiten abhalten, grins. Es wurde immer schlimmer und schlimmer und kurz bevor wir aufgaben, hörte es plötzlich wieder auf. Wir schaufelten also die Hagelhügel von der Plane und machten weiter. Bis dann der Regen einsetzte und immer stärker wurde. Nach einer Weile mussten wir doch einsehen, dass das so keinen Sinn mehr hat und packten zusammen. Somit stand die Planung für den Sonntag: Nix da mit ausruhen... Ringanker gießen. Da der Betonvorrat zu schwinden drohte und auch die Armierungen nicht ausreichten, fuhren wir nochmal zum Bauhandel und kauften ein, bevor wir nach Hause fuhren.

 

Sonntag... Ausruhtag... oder auch nicht.

Der Bericht wird fortgesetzt sowie ich dazu komme, vorerst gibt´s nur ein paar Bilderchen...

 

Nun musste endlich das alte Dach weg... Aggressionsabbau mal anders :-)

 

Irgendwie wurde das Chaos immer größer und mir graulte schon vor dem Aufräumen!

 

Als dann endlich die schweren Balken oben waren, konnten wir zwei auch wieder lachen.

 

Und nachdem dann sogar fast alles zugeschalt war, konnten wir "leicht stolz" die Baustelle verlassen - dunkel war es ja eh schon längst!

 

1.12.2007

 

10.12.2007

Heute war die erste Lage Dachpappe an der Reihe...

 

25.3.2008

Nun wird es doch mal wieder Zeit, ein wenig von unseren Fortschritten zu berichten - auch wenn sich diese zugegebenermaßen in Grenzen halten. Nachdem Holger und Uli die Fenster im unteren Stockwerk eingesetzt hatten (wo auch sonst, es steht ja noch nicht mehr) waren nun also die ersten Teile der Wände des alten Bungalows im Ofen gelandet. Der Haufen des zu verfeuernden Holzes wuchs stetig und ich kam mit dem Verbrennen kaum noch hinterher. Holgers mahnende Worte, ich solle den Ofen nicht so vollstpfen ignorierte ich gekonnt, ich war ja schließlich nicht zum Spaß da :-)

Nachdem sich die Grundierung der Mauer wieder vom Sockel löste, klärte Uli uns auf, dass man ja vorher auch Sockelputz auftragen hätte müssen - das war ihm aber auch kurzfristig entfallen. Also wurde das nun nachgeholt, sehr ungeschickt bei den winterlichen Temperaturen! Das ganze zog sich also ein paar Wochen in die Länge, ich war in der Zeit nicht immer mit an der Baufront.

Als ich dann vor einer guten Woche mal wieder mithalf, fing der Tag hervorragend an. Holger stellte fest, dass bei dem einen Wohnzimmerfenster irgendwas nicht stimmte. Es ließ sich nicht oben sondern unten ankippen. Neeeeeiiiiin, es handelt sich nicht um eine ganz neue Bauart... es war schlicht und einfach verkehrt herum eingebaut worden. Meine zwei Fachmänner, naja kann ja mal passieren.

Kurz darauf hörte ich ein lautes Rauschen aus dem Bad. Ein Schlauch war geplatzt und nun lief das Wasser in Strömen. Ganz toll! Nachdem das Wasser abgestellt war, widmete ich mich also erstmal eine Weile der Überschwemmung und schleppte eimerweise Wasser in den Garten.

Letzte Woche haben wir dann alle Kraft in den Abriss des alten Bungalows investiert. Da ich endlich mal freien Blick auf die neue Decke bzw. das Dach haben wollte, musste nun also endlich das alte verrottete Dach verschwinden. Da sich auf den Dachplatten noch die alte Dachpappe und jede Menge Mist befand, artete das Unternehmen in eine ausgewachsene Sauerei aus. Uns flogen Styroporstücke um die Ohren, ganz zu schweigen von dem ganzen anderen Kram. Immer wieder stürmten wir in den Garten, da wir kaum noch die Hand vor den Augen sehen konnten.

 

Nachdem sich der Nebel etwas gelichtet hatte, konnten wir zum ersten Mal auf die neue Decke gucken - Holger schien davon jedoch wesentlich weniger beeindrckt zu sein, ich dafür umso mehr, grins. Das ganze Holz verschwand nach und nach im Ofen, sodass der Müllberg nicht bis in den Himmel anwachsen konnte :-)

Anschließend widmeten wir uns den Wänden. Zumindest der ersten Wand, die es abzureißen galt. Dank des maroden Materials war das auch keine große Herausforderung mehr. Weiter kamen wir an diesem Wochenende jedoch nicht, da der ganze neue Abfall weggeschafft und das Holz zersägt werden musste. Schließlich wollten wir das Häuschen ja nicht als Schlachtfeld verlassen...

Feierabend